FFF ‘ 19: THE FURIES

Furies a, Copyright ODIN's EYE ENTERTAINMENTFFF19, Copyright ROSEBUD ENTERTAINMENTTHE FURIES
– ohne Bundesstart
– keine BluRay bekannt

Filmfest-Liebhaber und Freunde von gepflegten Blutbädern dürften in THE FURIES einen neuen Genre-Liebling gefunden haben. Es ist ja bekannt, dass Horrorfilme mit der Herkunft Australien selbst die kälteste Hundeschnauze zum jaulen bringen kann. Was Drehbuch- und Regiedebütant Tony D’Aquino auf die Leinwand zaubert, ist mit Respekt gegenüber allen anderen Aspiranten, einer der bemerkenswertesten Erstlinge, seit Kiah und Tristan Roache-Turners WYRMWOOD. Ebenfalls Australier. Nur so am Rande.

Der Werbetext verrät dies: Eine junge Frau wird entführt, und wird unfreiwillige Teilnehmerin in einem tödlichen Spiel, wo Frauen von maskierten Männern gejagt werden.

In der Tat, verspricht das wahrlich nichts Neues, geschweige denn etwas Substantielles. Sogar die ersten Minuten des Films schreien geradezu nach Klischee. Eben wird Kayla von ihrer besten Freundin noch als Angsthase und Drückebergerin nieder gemacht, Schwups, werden ihr von fremder Hand die Augen geschlossen, und sie erwacht in einer dunklen Kiste. Es bedarf jetzt wirklich kaum einen Gedankengang, der einem mitteilt, dass das Angsthäslein im Laufe der Handlung zur Vollstreckerin mutieren wird. Soviel Film hat ja jeder schon gesehen. Und Airlie Dodds, zumindest im australischen Fernsehen keine Unbekannte, ist die perfekte Inkarnation für Kayla, die nicht einfach nur gut aussehen darf, sondern ihre Wandlung der Thematik entsprechend auch glaubwürdig macht.

Verläuft zuerst alles wie vermutet, folgt schon sehr bald die erste Splatter-Sequenz. Und die dürfte den hartgesottensten Gesellen in ungläubiges Staunen versetzen. Dies setzt ein wirklich blutiges Zeichen, dass man sich auf einiges einstellen sollte. Doch Tony D’Aquino setzt nicht allein auf sehr deftige, zudem auch recht originelle Gore-Effekte. Er bedient sich bei allen Klischees, die mit solchen Filmen einhergehen, und stellt immer wieder die Erwartungen des erprobten Zuschauers auf den Kopf. Aus all den bekannten und sogar abgedroschenen Versatzstücken, kreiert D’Aquino einen vollkommen eigenständigen Film. Ständig entpuppt sich das vermeintlich Offensichtliche als überraschende Neuerung. So entsteht ein sehr innovativer Spannungsbogen, der sich nicht allein durch die Inszenierung aufbaut, sondern gleichermaßen durch das Spiel mit der Erwartungshaltung, welches das Publikum fordert.

THE FURIES ist eine wirkliche Perle im Horror-Genre. Ein Film, der dem Vorwurf der Einfallslosigkeit  vollkommen entgegen wirkt. Das diesem Werk keine Kinoauswertung, ja nicht einmal ein breiter DVD-Vertrieb vergönnt ist, bleibt ein sündhaftes Rätsel. Einfach unverständlich.

Furies b, Copyright ODIN's EYE ENTERTAINMENT

Darsteller: Airlie Dodds, Linda Ngo, Taylor Ferguson, Ebony Vagulans, Harriet Davies, Kaitlyn Boyé, Jessica Baker, Danielle Horvat, Tom O’Sullivan u.a.
Drehbuch & Regie: Tony D’Aquino
Kamera: Garry Richards
Bildschnitt: Adrian Rostirolla
Prothetische Effekte: Larry Van Duynhoven
Makeup Design: Helen Magelaki
Musik: Kenneth Lampl, Kirsten Axelholm
Produktionsdesign: Gareth Davies
Australien / 2019
83 Minuten

Bildrechte: ODIN’s EYE ENTERTAINMENT
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