{"id":1201,"date":"2011-07-03T15:42:07","date_gmt":"2011-07-03T14:42:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?page_id=1201"},"modified":"2011-12-31T17:35:43","modified_gmt":"2011-12-31T16:35:43","slug":"print-by-technicolor","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/print-by-technicolor\/","title":{"rendered":"Print by Technicolor"},"content":{"rendered":"<h5><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/color-by-technicolor\/\"><span style=\"color: #ff0000;\"> <\/span><\/a><a rel=\"attachment wp-att-1216\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/print-by-technicolor\/finaldraft-11\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1216\" title=\"FinalDraft-11\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-11.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" \/><\/a><strong><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/color-by-technicolor\/\">Der erste Teil ist per Klick unter dieser Zeile zu finden.<\/a><\/strong><span style=\"color: #000000;\"> <\/span><\/h5>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Aus der 1912 gegr\u00fcndeten Firma KALMUS, COMSTOCK &amp; WESCOTT erwuchs 1915 die TECHNICOLOR MOTION PICTURE COPERATION. W\u00e4hrend noch keiner an den Tonfilm als Standard dachte, war der Farbfilm nicht aus den K\u00f6pfen der Entwickler und Produzenten wegzubekommen. Unter der Federf\u00fchrung von Herbert Kalmus machte Technicolor dem bereits seit 1906 verbreiteten Kinemacolor das Gesch\u00e4ft madig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">1917 gab es das eigentlich zufriedenstellende Zwei-Farben-Verfahren, mit dem Technicolor gleich selbst den ersten Spielfilm produzierte, THE GULF BETWEEN. Heute ist von dem Film keine vollst\u00e4ndige Kopie mehr erhalten. Zur gleichen Zeit kaufte Dr. Daniel Comstock einen Eisenbahnwaggon, um darin ein komplettes Labor einzurichten. Mit diesem Waggon war es m\u00f6glich, so nah am Drehort wie m\u00f6glich aus unbelichtetem Material eine fertige Vorf\u00fchrkopie zu erstellen.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1217\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-1217\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/print-by-technicolor\/technicolor-1\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1217\" class=\"size-full wp-image-1217\" title=\"technicolor-1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-1.jpg 500w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-1-200x79.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-1-300x119.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1217\" class=\"wp-caption-text\">Technicolor fahrbares Labor<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dr. Kalmus\u2018 Frau Natalie machte sich in der neu formierten Firma sofort n\u00fctzlich und begann, sich f\u00fcr Farbe und das Zusammenwirken von Farben zu interessieren. Und sie entwickelte dabei auch ihre ganz eigene Vorstellung von Farb-Dramaturgie. W\u00e4hrenddessen lief die Produktion mit dem sogenannten \u201eErsten Prozess\u201c des Zwei-Farben-Verfahrens nicht so berauschend. Die Projektion erfolgte n\u00e4mlich \u00fcber zwei simultan laufende Projektoren. \u00dcber ein Prisma an den Objektiven wurden der rote und der gr\u00fcne Film auf der Leinwand zur Deckung gebracht. Wenn es der Vorf\u00fchrer schaffte. Meistens schaffte er es nur mit unbefriedigendem Ergebnis.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Sich der Unzul\u00e4nglichkeiten bewusst, arbeitete Herbert Kalmus schon am \u201eZweiten Prozess\u201c. Die zwei Farben mussten auf einen einzigen Filmstreifen gebracht werden. Vielleicht gl\u00fcckte diese Entwicklung, weil Kalmus endlich den Kopf frei bekam, als er sich 1921 von seiner dominanten Frau scheiden lie\u00df. Auf der anderen Seite machte er Natalie, vielleicht aus Wiedergutmachung oder doch wegen ihres K\u00f6nnens, zur Leiterin von Technicolors Abteilung f\u00fcr Farbberatung. Farbberater waren bei den Dreharbeiten anwesend, um die noch unerfahrenen Filmemacher bei den technischen Schwierigkeiten eventuell auftretender Probleme von Licht- und Farbgestaltung zu unterst\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit dem \u201eZweiten Prozess\u201c 1922 gab es kein Halten mehr. Der Farbfilm war in Hollywood angekommen. Teile von BEN HUR und den ZEHN GEBOTEN wurden in Technicolor gedreht. Teile nur, weil der Prozess eben aufwendig und damit teuer war. Aber der Eisenbahnwaggon von Daniel Comstock begann sich endlich zu rentieren. Gro\u00dfe Gewinne machte das Unternehmen aber nie, weil man aus \u00dcberzeugung die Preise so weit wie m\u00f6glich unten halten wollte. Zudem wurde jeder Ertrag wieder in die Entwicklung gesteckt. Alles Punkte, \u00fcber die sich Comstock und Kalmus nie einig wurden. Damit aber jeder wieder beruhigt schlafen gehen konnte, entschied man sich zur Trennung. Comstock verlie\u00df die TECHNICOLOR COPERATION und Kalmus verabschiedete sich aus dem Zweig KALMUS, COMSTOCK &amp; WESCOTT. Die Zusammenarbeit wurde aber zu keinem Zeitpunkt ausgesetzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Man muss dazu anf\u00fcgen, dass jede Produktion von Farbfilmen oder Filmteilen, die in Farbe produziert wurden, ganz in den H\u00e4nden von Technicolor lag. Auch das finanzielle Risiko lag bei Technicolor. Sollten Produzenten die Aufnahmen nicht gefallen oder aus k\u00fcnstlerischen Aspekten keinen Gebrauch im Film finden, trug Technicolor die Kosten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit Douglas Fairbanks kamen noch gr\u00f6\u00dfere Probleme hinzu. Trotz eigener Bedenken, dass Farbfilme das Auge erm\u00fcden und den Zuschauer ablenken w\u00fcrden, investierte Fairbanks die astronomische Summe von weit \u00fcber hunderttausend Dollar f\u00fcr Testaufnahmen. Fairbanks\u2018 THE BLACK PIRAT wurde 1926 zur Freude von Publikum und Kritikern in Farbe zur Auff\u00fchrung gebracht. Der gro\u00dfe Erfolg des Films brachte TECHNICOLOR aber dann doch an die Grenzen des Machbaren. Die M\u00f6glichkeiten, die ben\u00f6tigten Kopiezahlen zu erstellen, waren begrenzt. Durch den Prozess der mit Matrizenfilmen bedruckten Vorf\u00fchrkopie waren beide Seiten des Films extrem empfindlich, zerkratzten schnell, oder der d\u00fcnne Film verwarf sich im Bildfenster, was Unsch\u00e4rfen hervorbrachte. St\u00e4ndig mussten Kopien erneuert werden. Fairbanks hatte keine andere Wahl, als BLACK PIRAT \u2013 DER SEER\u00c4UBER auch als Schwarzwei\u00dfkopie zu spielen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Erfolg von Technicolor wurde gleichzeitig zum Fluch. Das gedachte Herbert Kalmus allerdings sofort abzuschaffen, indem er ab 1927 den \u201eDritten Prozess\u201c von Technicolor anbot. Hinzu kam in dieser Zeit die Einf\u00fchrung des Tonfilms. Kalmus war schlau genug, nicht nur den Aufdruck der Farbe auf den Tr\u00e4ger- oder auch Blankfilm zu verbessern, sondern die M\u00f6glichkeit zu offerieren, den f\u00fcr die Kopie vorgesehenen Tr\u00e4gerfilm gleich mit Tonspur versehen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Mit der Einf\u00fchrung des sehr aufwendigen Drei-Streifen-Verfahrens, dem sogenannten \u201eVierten Prozess\u201c, konnte Technicolor im Jahr 1933 seine Vormachtstellung gegen\u00fcber anderen Farbfilm-Anbietern wie Kinemacolor, Kodachrome oder sp\u00e4ter UFAcolor weiter ausbauen. Das von Kalmus erdachte Prinzip des getrennten Aufdrucks der einzelnen Farben war einfach zu gut entwickelt. Der Exklusiv-Vertrag mit Disney musste von f\u00fcnf auf ein Jahr reduziert werden, weil jedes Studio in Hollywood das perfekte Farbbild von Technicolor f\u00fcr seine Produktion haben wollte. Die ber\u00fchmtesten darunter sind nat\u00fcrlich VOM WINDE VERWEHT und DAS ZAUBERHAFTE LAND.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1218\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-1218\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/print-by-technicolor\/technicolor-5\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1218\" class=\"size-full wp-image-1218\" title=\"technicolor-5\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-5.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"245\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1218\" class=\"wp-caption-text\">Natalie Kalmus<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Doch mit Technicolor holte man sich auch den Schrecken ins Studio. Kamera und Kameramann mussten von Technicolor angemietet werden. Dazu gab es f\u00fcr jede Produktion die Farbberatung. Nicht ausschlie\u00dflich, aber doch fast immer in Gestalt von Natalie Kalmus. Dazu erkl\u00e4rte die Frau in einem Interview 1938: \u201eWenn wir das Script f\u00fcr einen neuen Film erhielten, analysierten wir sehr genau jede einzelne Szene, um herauszufinden, welche vorherrschende Stimmung oder Emotion in der Szene ausgedr\u00fcckt werden soll. Wir planten die perfekten Farben und Farbkombinationen, welche diese Stimmung ausdr\u00fccken sollten.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dass eine sehr moderne Frau wie Natalie Kalmus auch sehr bestimmend sein kann, stellten die Filmemacher schnell fest. Regisseur Rouben Mamoulian, der mit BECKY SHARP den offiziell ersten Technicolor-Langfilm inszenierte, soll des \u00d6fteren angedroht haben, nicht mehr am Set zu erscheinen. War man allgemein davon ausgegangen, der Berater sei am Set, um die technischen Voraussetzungen festzulegen oder bei der Bew\u00e4ltigung von technischen Problem zu helfen, sah Natalie Kalmus ihre Aufgabe weitaus gro\u00dfz\u00fcgiger. Sehr beherzt mischte sie sich in den kreativen Prozess der Bild-, Kulissen- und Kost\u00fcmgestaltung ein. Regisseur Vincente Minnelli monierte dabei einmal, Frau Kalmus hatte an all seinen Entscheidungen etwas auszusetzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr ein kreatives, aber eigenbr\u00f6tlerisches Genie wie David Selznick war Kalmus nat\u00fcrlich ein Alptraum. Immer wieder versuchte er, bei der Technicolor Corporation zu erreichen, dass sich die Berater endlich aus den kreativen Bereichen der Filmgestaltung herauszuhalten h\u00e4tten. Seine Einw\u00e4nde blieben ungeh\u00f6rt. VOM WINDE VERWEHT war eine bis auf jedes kleinste Detail abgestimmte Produktion. Von Lichtstimmungen und Farbgebung bis hin zu Kameraperspektiven und Bildaufl\u00f6sung war alles durchdacht. Und hier konnte Selznick das von ihm so genannte \u201eGezeter-und-Untergangsstimmung-Prophezeien der Technicolor-Experten\u201c nicht mehr ertragen. Da er die Expertin vertraglich nicht vom Set werfen konnte, nutzte Selznick seine zahlreichen Beziehungen und lie\u00df Natalie Kalmus noch w\u00e4hrend VOM WINDE VERWEHT gedreht wurde zu einer Produktion nach England versetzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Technicolor er\u00f6ffnete in den produktionstechnisch wichtigsten Gro\u00dfst\u00e4dten ihre Laboratorien, um f\u00fcr Dreharbeiten den Weg so gering wie m\u00f6glich zu halten. Der Aufwand der Prozesse machte es notwendig, so nah wie m\u00f6glich vor Ort zu sein, unter anderem in London, Paris und Rom. Der Eisenbahnwaggon von Comstock war ja schon lokal orientierter Vorreiter gewesen. Diese N\u00e4he wussten die Produzenten allerdings auch sehr zu sch\u00e4tzen. Egal ob anfangs wegen des Drei-Streifen-Verfahrens oder sp\u00e4ter, nach der endg\u00fcltigen Umstellung auf Eastman Kodak, wegen der Nachbearbeitung. Technicolor blieb am Ball der Entwicklung in der Filmindustrie.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1219\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-1219\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/print-by-technicolor\/technicolor-6\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1219\" class=\"size-full wp-image-1219\" title=\"technicolor-6\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-6.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"689\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1219\" class=\"wp-caption-text\">Kameramann Jack Cardiff und Regisseur Geoffrey Unsworth und das Aufnahmeger\u00e4t von SCHWARZE NARZISSE<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Offiziell ist der 1954 produzierte FIREFOX \u2013 GOLDENES FEUER der letzte Film, der mit der enormen Drei-Streifen-Kamera aufgenommen wurde. Das beste filmische Ergebnis erzielte allerdings Jack Cardiff mit Unterst\u00fctzung von Geoffrey Unsworth im 1947 entstandenen SCHWARZE NARZISSE. Der untersch\u00e4tzte Film war bei Zuschauern und Kritikern auf sehr wenig Verst\u00e4ndnis gesto\u00dfen, gilt aber unter Fachleuten als brillantestes Beispiel vom perfekten Umgang mit Technicolor und seinen M\u00f6glichkeiten.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1220\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-1220\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/print-by-technicolor\/technicolor-8\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1220\" class=\"size-full wp-image-1220\" title=\"technicolor-8\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-8.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-8.jpg 500w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-8-200x148.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-8-300x223.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1220\" class=\"wp-caption-text\">Kathleen Byron und im Anschnitt Deborah Kerr in SCHWARZE NARZISSE<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">George Eastman entwickelte Mitte der 1940er den sogenannten Sicherheitsfilm auf Azetat-Basis, und ein einstreifiger Farbfilm war es noch dazu. Eastman-Color konnte mit jeder beliebigen 35mm- oder 16mm-Kamera belichtet werden. Eastman-Color wurde zudem die wunderbare Eigenschaft nachgesagt, dass die Farben \u00fcber die Jahre bei sachgerechter Lagerung nur wenig ausbleichen sollten. So hie\u00df es.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Hingegen der F\u00e4rbungs- und Druckprozess bei Technicolor bewirkte, dass die Farben auch \u00fcber Jahrzehnte nicht ausblichen. Deswegen war die Zeit des dreistreifigen Kolorierungsprozesses noch lange nicht vorbei, als Eastman-Color mit seiner notwendigen, und im ersten Augenblick zufriedenstellenden, Alternative die Filmindustrie \u00fcberraschte. Denn die Produktionen wollten die riesige und umst\u00e4ndliche Drei-Streifen-Kamera loswerden und in ertr\u00e4glichen Lichtverh\u00e4ltnissen arbeiten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In den \u00fcberall auf der Welt verbreiteten Technicolor-Laboratorien wurden einfach die farbigen Kameranegative von Eastman auf die bekannten drei Streifen ausbelichtet. Der \u201eVierte Prozess\u201c des Farbdrucktransfers blieb damit erhalten und jede Farbe erhielt wieder ihren eigenen Matrizenfilm zum Fertigen von Vorf\u00fchrkopien. Zudem stellten sich aber die Labors auch darauf ein, f\u00fcr Produktionen zu arbeiten, die nicht das eigentliche Farb-Druck-Verfahren verwendeten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die gigantischen Drei-Streifen-Kameras wurden umgebaut und an Paramount verkauft, f\u00fcr das quer durch die Kamera laufende Vista-Vision. Drei Exemplare behielt Technicolor allerdings auf Lager, man konnte nie wissen. In der Hochphase des Kopierens von JAMES BOND JAGT DR. NO 1963 starb Technicolor-Vater Herbert Kalmus. Ein neues Management \u00fcbernahm Technicolor, welches schlie\u00dflich 1974 das Farb-Druck-Verfahren in Amerika komplett einstellte. Mit wenigen Jahren Abstand folgten jeweils die anderen in der Welt verteilten Laboratorien, die das bew\u00e4hrte Farb-Druck-Verfahren einstellten. Peking war dabei 1993 das letzte Labor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Von Technicolor blieb nur der Firmenname, das seinen Ruf verdankende Farb-Druck-Verfahren, und das Erstellen der notwendigen Matrizenfilme wurde zum Relikt der Vergangenheit. Wie \u00fcblich ab den 1980er unterwarf sich auch dieses Unternehmen immer wieder Neustrukturierungen und nat\u00fcrlich auch diversen Verk\u00e4ufen. Das Elektro- und Medienkonglomerat Thomson kaufte 2001 Technicolor und benannte sich anschlie\u00dfend danach.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Wandel im Laufe der Zeit machte aus den Farbk\u00f6nigen eine stabile Firma, die in Produktion und Nachbearbeitung ihre T\u00e4tigkeitsfelder erweitern musste, und dies erfolgreich tat. Ob analog oder digital, f\u00fcr Aufbereitung oder Nachbearbeitung von Filmmaterial, f\u00fcr den technischen Service oder traditionelle Farbberatung. F\u00fcr Effektezauber am Computer und dem Aufwerten handels\u00fcblicher Filmkopien oder dem Transfer von einem auf ein anderes Tr\u00e4germedium, Technicolor hielt sich. Und w\u00e4hrend sie im gro\u00dfen Ganzen agierten, verloren sie das wichtige Kleine aus den Augen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201eWir haben uns auf unsere guten Ruf verlassen und darauf, dass die Studios uns einfach vertrauen,\u201c gestand Ahmad Ouri als Chef der Marketing-Abteilung dem Branchenblatt Daily-Variety. \u201eDas ist nicht genug\u201c, endet die gesunde Selbsteinsch\u00e4tzung. Der Markt ist gerade in den letzten zwanzig Jahren sehr eng geworden. Technicolor erging es nie schlecht, aber die Konkurrenz schl\u00e4ft bekanntlich nicht. Und auf den eigenen Ruf zu vertrauen, f\u00f6rdert auf die Dauer auch kein Wachstum. Das bedeutet, sich in den etablierten Angeboten weiter zu festigen, dazu aber ganz konkret den Vor-Ort-Service exzessiver zu betreiben. Technicolor hat gerade mit dem DP Light ein System entwickelt, das unmittelbare Farbkorrektur in Verbindung mit Aufnahme aber auch gleichzeitiger Projektion erm\u00f6glicht. Und das eben vor Ort, eine Kernkompetenz aus alten Tagen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das Verm\u00e4chtnis ist gro\u00df. Als man daran ging, STAR WARS \u2013 EPISODE 4 zu restaurieren, stellte man fest, dass alle existierenden Farbkopien ausgewaschen und verblichen waren. Das seinerzeit vielgesch\u00e4tzte Eastman-Color war gut, aber eben doch nicht so langlebig. EPISODE 4 war aber der letzte Film aus dem britischen Technicolor-Labor, von dem mit dem Drei-Streifen-Verfahren Farb-Druck-Kopien gefertigt worden waren. Die Farben waren brillant wie damals, und eine dieser Kopien konnte als Farbreferenz f\u00fcr die Restaurierung benutzt werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der vermeintliche Tod des dreistreifigen Farb-Druck-Prozesses k\u00f6nnte auch nur ein Winterschlaf gewesen sein. Von dem restaurierten Vietnam-Trauma APOCALYPSE NOW REDUX lie\u00df Regisseur Francis Coppola 2001 aufgrund der Farbtiefe und -brillanz die Vorf\u00fchrkopien im ausgedient gedachten \u201eVierten Prozess\u201c anfertigen.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1221\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-1221\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/print-by-technicolor\/technicolor-9\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1221\" class=\"size-full wp-image-1221\" title=\"technicolor-9\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-9.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-9.jpg 500w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-9-200x112.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-9-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1221\" class=\"wp-caption-text\">Apocalypse Now Redux<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Aber auch im Hier und Jetzt bleibt Technicolor der Name des Vertrauens. Warner Bros. bestreitet, dass Technicolor im Zusammenhang mit der Neuauflage von KAMPF DER TITANEN eine gro\u00dfe Rolle spielen w\u00fcrde. Aber im \u00fcberf\u00fcllten 3-D Markt, der \u00fcber zu wenig Abspielst\u00e4tten mit digitaler Projektion verf\u00fcgt, steht Technicolor in den Startl\u00f6chern, um gegebenenfalls den KAMPF auf Zelluloid auszutragen. Nat\u00fcrlich in 3-D. Was Warner noch nicht wahrhaben will, kam dem finanziellen Gesch\u00e4ft der Cent-Fox sehr entgegen. F\u00fcr AVATAR wurden von Technicolor soviele 70mm-Zelluloid-Kopien angefertigt wie f\u00fcr keinen anderen Filmtitel bisher.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201aColor by Technicolor\u2018 markiert einen Film, der komplett mit Ausr\u00fcstung und Verfahren von Technicolor produziert wurde. \u201aPrint by Technicolor\u2018 kennzeichnet die Filme, von denen lediglich die Vorf\u00fchrkopien bei Technicolor gedruckt waren. Zuk\u00fcnftig hei\u00dft es dann \u201aPowered by Technicolor\u2018. Im Internet, im digitalen Kino und auf Zelluloid. Und es gilt auch f\u00fcr die riesigen Trucks mit ihren Auflegern, die nicht nur kleine Kinos beinhalten, sondern haupts\u00e4chlich ihr computergesteuertes Equipment und ihre einzigartigen Kreativl\u00f6sungen direkt an den Drehort bringen. Dort, wo Film wirklich passiert. Wie es dereinst Daniel Comstock begr\u00fcndet hatte, als er diesen Eisenbahnwaggon zum Filmlabor umr\u00fcstete.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1222\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-1222\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/print-by-technicolor\/technicolor-2\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1222\" class=\"size-full wp-image-1222\" title=\"technicolor-2\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-2.jpg 500w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-2-200x128.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/technicolor-2-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1222\" class=\"wp-caption-text\">Das aktuelle Logo<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6>Bildquellen: Schwarze Narzisse &#8211; Criterion &amp; VZ-Handelsgesellschaft \/ Apocalypse Now &#8211; American Zoetrope \/ Eisenbahnwaggon &#8211; WidescreenMuseum \/ Natalie Kalmus &amp; Logo &#8211; Technicolor<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Teil ist per Klick unter dieser Zeile zu finden. 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