{"id":451,"date":"2011-03-22T19:46:00","date_gmt":"2011-03-22T18:46:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?page_id=451"},"modified":"2011-12-31T17:34:53","modified_gmt":"2011-12-31T16:34:53","slug":"garbo-talks","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/garbo-talks\/","title":{"rendered":"Tonfilm und die Tonsysteme"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: justify;\"><a rel=\"attachment wp-att-453\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/garbo-talks\/finaldraft-05\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-453\" title=\"FinalDraft-05\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" \/><\/a><strong><span style=\"color: #000000;\"><\/span><span style=\"color: #000000;\">Garbo talks<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Kennen Sie die Tobis? Das   ist dieser Filmverleih, in dessen Trailer der Hahn das I schei\u00dft. Es gibt   immer noch Frohnaturen, welche behaupten, er lege ein Ei, aus dem dann das I wird. Es ist aber ganz klar ein Hahn zu erkennen, und dem f\u00e4llt was aus dem   Hintern und das wird zum I. Ein Hahn legt keine Eier, das beweist schon das Titellied   aus Uhlenbusch.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ganz fr\u00fcher war die Tobis nicht nur Filmverleih. Ende der Zwanzigerjahre vereinnahmte die Ton-Bild-Syndikat AG (Tobis, gell) alle Tonaufzeichnungsverfahren, welcher die Tobis patentrechtlich habhaft werden konnte. Der Tonfilm w\u00fcrde unaufhaltsam kommen und das Anliegen der Tobis war es, in Europa und besonders in Deutschland die Systeme des Tonfilms zu vereinheitlichen. Diese weise Voraussicht\u00a0 kam dem Publikum nat\u00fcrlich zugute, als die Amerikaner Europa filmtontechnisch \u00fcberrollen wollten und sich die Tobis wacker dagegenstellen konnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie es sich nach einem anst\u00e4ndigen Krieg geh\u00f6rt, wurden die Interessengebiete sch\u00f6n untereinander aufgeteilt, jeder bekam sein St\u00fcck vom Kuchen. Man mag es f\u00fcr einen Witz halten, aber es gibt tats\u00e4chlich den sogenannten PARISER TONFILMFRIEDEN. Dieser war ab 1930 die Basis daf\u00fcr, den Siegeszug des Tonfilms in der Welt antreten zu lassen, weil einheitlich technische Patente und Standards in der Produktion gegeben waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Bis mit JURASSIC PARK der erste Film mit digitalem Ton in die Kinos kam und im DTS-Format (Digital Theatre Sound) vorgef\u00fchrt wurde, war es ein langer Weg mit lustigen Intermezzi. Das gibt zu bedenken, dass man diesen Artikel auf das N\u00f6tigste herunterschrauben muss. Eine stichpunktartige Aufz\u00e4hlung aber w\u00fcrde den Leser nur langweilen. Ausf\u00fchrliche, ins kleinste Detail gehende Beschreibungen ebenso. Lenken wir von diesen Problemen ab und f\u00fchren den Text eines Flugblattes an, das beim Aufkommen des Tonfilms tats\u00e4chlich existierte:<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><strong>Gegen den Tonfilm! F\u00fcr lebende K\u00fcnstler!<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><strong>An das Publikum!<br \/>\n<\/strong>Achtung! Gefahren des Tonfilms!<br \/>\nViele Kinos m\u00fcssen wegen Einf\u00fchrung des Tonfilms und<br \/>\nMangel an vielseitigen Programmen schlie\u00dfen!<strong><br \/>\n<\/strong><strong><br \/>\nTonfilm ist Kitsch!<br \/>\n<\/strong>Wer Kunst und K\u00fcnstler liebt, lehnt den Tonfilm ab!<strong><br \/>\n<\/strong><strong>Tonfilm ist Einseitigkeit!<br \/>\n<\/strong>100 % Tonfilm = 100 % Verflachung!<strong><br \/>\n<\/strong><strong>Tonfilm ist wirtschaftlicher und geistiger Mord!<br \/>\n<\/strong>Seine Konservenb\u00fcchsen-Apparatur klingt kellerhaft, quietscht, verdirbt das Geh\u00f6r und ruiniert die Existenzen der Musiker und Artisten!<br \/>\n<strong>Tonfilm ist schlecht konserviertes Theater bei \u00fcberh\u00f6hten Preisen!<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><strong>Darum:<br \/>\n<\/strong>Fordert gute stumme Filme!<br \/>\nFordert Orchesterbegleitung durch Musiker!<br \/>\nFordert B\u00fchnenschau mit Artisten!<br \/>\n<strong><br \/>\nLehnt den Tonfilm ab!<br \/>\n<\/strong>Wo kein Kino mit Musikern oder B\u00fchnenschau:<br \/>\nBesucht die Variet\u00e9s!<strong><br \/>\n<\/strong><strong><br \/>\nInternationale-Artisten\u2013Loge<br \/>\nE.V. Deutscher-Musiker\u2013Verband<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nat\u00fcrlich hatte wieder mal der alte Edison seine Finger mit im Spiel, als William Dickson 1894 erste Experimente machte, den Kinematoscopen mit so etwas wie dem Kinetophon zu verkn\u00fcpfen. Soll hei\u00dfen, Film mit aufgezeichnetem Ton zu koppeln. Irgendwie scheiterte alles an der nicht ausgereiften Technik, aber man war am Ball. Der Film als solcher war ja eigentlich nie wirklich stumm. Stets untermalten Orchester die Geschehnisse auf der Leinwand. Auf Wanderb\u00fchnen musste man dann lediglich mit einem Klavier Vorlieb nehmen, was soll\u2019s.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong> <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nat\u00fcrlich war das eigentliche Anliegen Synchronton an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Sprache, Musik und allerlei Ger\u00e4usche, die zum gezeigten Bild passen. Jack Warner selbst hielt von diesem Ansinnen \u00fcberhaupt nichts. Genau, dieser Warner, der von den Warner-Studios. Jack Warner sprach 1926 noch davon, dass der \u201esprechende Film\u201c niemals die internationale Sprache des Stummfilms abl\u00f6sen k\u00f6nnte. Jeder Zuschauer sollte das St\u00fcck, die Handlung und die imagin\u00e4ren Dialoge f\u00fcr sich selbst erschaffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Und wer hat\u2019s erfunden? Die Deutschen nat\u00fcrlich. Diese Namen muss man sich gut merken, damit gewinnt man jeden Smalltalk auf Filmfestivals: Jo Engl, Hans Yogt und Joseph Masolle. Die findigen Burschen haben n\u00e4mlich den Lichtton erfunden und bereits 1921 ihren ersten \u201esprechenden Film\u201c vorgef\u00fchrt. Nur weil das Gesch\u00e4ft mit Stummfilm gut lief und eine Umr\u00fcstung der Kinos zu teuer war, wehrten sich Filmproduktionen und Kinobetreiber vehement gegen die deutsche Erfindung. Das f\u00fchrt noch heute oftmals zu der irrigen Meinung, Sam Warner h\u00e4tte den Tonfilm erfunden und die erste Vorf\u00fchrung eines solchen fand 1926 statt. Alles falsch. Jetzt wissen wir es besser.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Wir kommen an dieser Stelle sehr schnell zu der Erkenntnis, dass die vielen Eckpfeiler der Geschichte des Filmtons nicht wirklich die revolution\u00e4ren \u00c4nderungen waren, f\u00fcr die man sie landl\u00e4ufig h\u00e4lt. Nat\u00fcrlich war JAZZ SINGER 1927 der Tropfen, der das Fass zum \u00dcberlaufen brachte, aber er war bei weitem nicht der erste Film mit synchronisiertem Ton. Wohl war er der erste sogenannte abendf\u00fcllende Spielfilm seiner Art, doch \u201esprechende Kurzfilme\u201c gab es schon zuhauf. \u00dcbrigens brachte Warner-Bros. JAZZ SINGER auf den Markt. Sehr konsequent, Herr Warner.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> VITAPHONE nannte sich das Tonverfahren, bei dem eine Schallplatte mit dem Projektor verbunden war. Das seinerzeit sogenannte Nadeltonverfahren war also \u00e4hnlich zu Dickinsons 1894 gestartete Experimente mit Edisons Walzen-Phonographen. Dass so etwas nicht lange gutgehen konnte, er\u00fcbrigt sich ja gesagt zu werden. VITAPHONE war ein sch\u00f6ner Name, aber extrem anf\u00e4llig. Besonders wenn der Film gerissen war und Bilder herausgeschnitten wurden. Da blieb die Synchronit\u00e4t schnell mal auf der Strecke. Aber die Deutschen, gegen die man sich tapfer zur Wehr setzen wollte, \u00fcberzeugten dann doch mit ihrem Lichttonverfahren. Die Tonspur, die direkt auf dem Filmstreifen angebracht war.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Beim Lichtton wird die durchg\u00e4ngige Spur neben das Bild auf die Kopie gezogen. Der Film l\u00e4uft im Projektor zwischen einer Fotozelle und einer Lampe hindurch und die Fotozelle reagiert auf die unterschiedliche Lichtdurchl\u00e4ssigkeit, was sich in ebenso unterschiedlichen elektrischen Spannungen auswirkt, die mittels eines Verst\u00e4rkers und Lautsprecher in T\u00f6ne umgewandelt werden. So einfach ist das. Ton ist eben keine Kunst. Und schon gar keine Hexerei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Findige Leute versuchten, nachdem sich der Tonfilm endg\u00fcltig durchgesetzt hatte, mit Magnetton dem bisherigen Verfahren etwas entgegen zu halten. Eine durchg\u00e4ngige Tonspur direkt neben dem Bild aufgebracht, fertig. Wer kann sich noch an seinen alten Kassettenrecorder erinnern? Oder Papis Tonbandger\u00e4t? Selbes Prinzip. Blo\u00df setzte sich Magnetton nie richtig durch, blieb der Filmwelt aber erhalten und f\u00fchrte das Leben eines vernachl\u00e4ssigten Kindes.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Nur um an dieser Stelle einmal allen Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen (vielleicht handschriftlich neben den Monitor auf ein Post-it kritzeln): Was immer als Neuerung im Tonfilm gefeiert wurde, war oftmals schon Jahre zuvor von anderen Gruppen ebenso erfolgreich ausprobiert worden. So gab es Ton-auf-Film mit einem Lichtstreifen schon Jahre bevor sich Engl, Yogt und Masolle mit ihrem Lichtton-Verfahren durchsetzten. Aber entweder war derjenigen Zeit noch nicht gekommen, oder die Forschungen waren tats\u00e4chlich ohne jeden kommerziellen Gedanken. Will das wirklich jemand in dieser Ausf\u00fchrlichkeit lesen? Die Geschichte des Tonfilms und seiner Systeme ist umfangreicher als die Entwicklung der verschiedenen Filmformate. Und das ist schon ein Fass ohne Boden. Also Ruhe bewahren und durchatmen. So gab es zum Beispiel auch schon Experimente mit Stereoton im Film, bevor der legend\u00e4re JAZZ SINGER den Ton \u00fcberhaupt salonf\u00e4hig machte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Bereits Mitte der Drei\u00dfigerjahre nahmen die gro\u00dfen Studios ihren Filmton auf Vier-Spur-Ger\u00e4te auf. Einen Kanal f\u00fcr die Sprache, zwei f\u00fcr die Musik und einen f\u00fcr atmosph\u00e4rischen Ton. Dies tat man, um es beim Abmischen der f\u00fcr die Kopie vorgesehenen Mono-Tonspur leichter zu haben. An Vorf\u00fchrung dachte dabei niemand. Das machte erst M\u00e4useohr Disney, als der von ihm engagierte Dirigent Leopold Stokowski beim Aufnehmen seines Orchesters ein Neun-Spur-Ger\u00e4t benutzte. Es war die Musik zu dem Kurzfilm DER ZAUBERLEHRLING. Gedacht, gemacht. Es brauchte einen l\u00e4ngeren Film und ein neues Tonsystem.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Mit manischem Eifer entwickelte Disney Ton-Ingenieur William Garity FANTASOUND, benannt nach dem Film, f\u00fcr den es kreiert wurde, FANTASIA. Es wurde der erste Film, der mit Stereoton vorgef\u00fchrt wurde. Es ist hier von kommerzieller Vorf\u00fchrung die Rede, alles andere wurde doch schon zwei Abs\u00e4tze weiter oben besprochen. Sechs optische Spuren nahm das Orchester auf, die siebte Spur war ein Mix aller Orchester-Spuren und Nummer acht wirkte wie eine Effektspur, die den Nachhall des Orchesters beinhaltete. Das ganze wurde dann auf vier optische Spuren abgemischt und wegen Platzproblemen auf einen eigenen 35mm-Filmstreifen kopiert, der synchron zum Film gespielt wurde. Dazu wurden noch, je nach Gr\u00f6\u00dfe des Theaters, 30 bis 80 zus\u00e4tzliche Lautsprecher installiert und fertig war das beste H\u00f6rvergn\u00fcgen seit \u201eyou ain\u2019t heard nothing yet\u201c.<\/span><\/p>\n<div class=\"mceTemp\" style=\"text-align: left;\">\n<dl id=\"attachment_459\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 252px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a rel=\"attachment wp-att-459\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/garbo-talks\/finaldraft-05ccinephoto-uk-com\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-459\" title=\"FinalDraft-05c\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05ccinephoto-uk.com_.jpg\" alt=\"\" width=\"242\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05ccinephoto-uk.com_.jpg 242w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05ccinephoto-uk.com_-179x200.jpg 179w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><\/a><\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">Fantasia-Filmstreifen mit den vier Tonspuren<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Die Dynamik und der Tonumfang m\u00fcssen unvergleichlich gewesen sein. Aber auch der Aufwand, die Kinos auf FANTASOUND umzur\u00fcsten, muss unvergleichlich gewesen sein. Zu dieser Zeit war RKO der Verleiher von Disneyfilmen, und RKO lehnte dankend ab. So ging Disney selbst mit FANTASIA auf Tour, da sich kein Kino diesen Aufwand an Umbauten antun wollte. Sogenannte Roadshows waren zu dieser Zeit auch nicht un\u00fcblich. Die Techniker r\u00fcckten am Morgen mit ihren Trucks an, wuselten herum, verkabelten einige Lautsprecher, stellten zus\u00e4tzliche Projektoren, blablabla, etc. Am Abend wurde der Film einem begeisterten Publikum vorgef\u00fchrt. Und sp\u00e4t in der Nacht kam alles wieder in die Kiste. FANTASOUND war sehr sch\u00f6n und eine einmalige Sache. Als RKO ein Jahr sp\u00e4ter wieder den Verleih von FANTASIA \u00fcbernehmen durfte, wurde ruck, zuck eine Monospur zusammengemischt und der Film mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg verliehen. Bevor dieser Punkt vergessen wird: Es blieb bis Anfang der Sechzigerjahre durchaus \u00fcbliche Praxis, mehrkanalige Tonspuren, die auf der Filmkopie selber keinen Platz fanden, auf ein separates Filmnegativ zu kopieren und beides synchron vorzuf\u00fchren. Ob Licht- oder Magnetton, spielte dabei keine Rolle.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a rel=\"attachment wp-att-460\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/garbo-talks\/finaldraft-05d\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-460\" title=\"FinalDraft-05d\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05d.jpg\" alt=\"\" width=\"397\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05d.jpg 397w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05d-200x117.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05d-300x176.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 397px) 100vw, 397px\" \/><\/a><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> FANTASOUND wurde aber nicht zu einer Fu\u00dfnote der Geschichte, denn es war der Vorl\u00e4ufer des Surround-Sound. Immer wieder packte man optische oder magnetische Spuren in alle m\u00f6glichen Zwischenr\u00e4ume der Filmkopien, 4-Kanal-Stereoton und 6-Kanal-Stereoton, dann griff man wieder auf den extra vorzuf\u00fchrenden synchron geschalteten Filmstreifen zur\u00fcck. Man strengte sich richtig an und das Publikum war zufrieden. Bis SENSURROUND kam, das brachte das Publikum zur Raserei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> <a rel=\"attachment wp-att-457\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/garbo-talks\/finaldraft-05a\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-457\" title=\"FinalDraft-05a\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05a.jpg\" alt=\"\" width=\"268\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05a.jpg 268w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05a-134x200.jpg 134w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05a-201x300.jpg 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px\" \/><\/a>ERDBEBEN war der erste Film, den Universal mit SENSURROUND auf die Menschheit loslie\u00df. Gigantische Lautsprecher schickten T\u00f6ne tiefer als 15 Herz mit einem Schalldruck von bis zu 120 Dezibel in den Zuschauerraum. Ja, das f\u00fchlte sich wirklich wie ein Erdbeben an. Auf der Tonspur, egal ob optisch oder magnetisch, waren zwei Signalt\u00f6ne von 25 Herz und 35 Herz, welche die Kontrollboxen f\u00fcr die Lautsprecher aktivierten. Ein Ton schaltete die extrem tiefen Frequenzen zu, die den Katastrophen-Effekt ausl\u00f6sen sollten, der andere schaltete die Bassh\u00f6rner in den Lautsprechern nach unten, damit auch der restliche Soundtrack \u00fcber die Boxen laufen konnte. Die normalen Kinolautsprecher konnte man somit rein f\u00fcr die Dialoge anpassen und den Darstellern eine wesentlich h\u00f6here Ton-Dynamik zukommen lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">SENSURROUND h\u00f6rt sich von der Steuerung ziemlich simpel und in seiner Umsetzung eigentlich primitiv an. Doch die Techniker mussten sich so manchen Kopf zerbrechen. Man stellte sich auf s\u00e4mtliche Variationen von Tontechnik ein, weil jedem Kino die Chance gegeben werden sollte, einen Film in SENSURROUND zu spielen. Lichtton-Abtastung, 4-Kanal, Magnetton, 6-Kanal, Monospuren etc. etc. etc. Die Kontrollboxen wurden modifiziert und immer differenzierter sollten die Effekte einzusetzen sein. Als mit BATTLESTAR GALACTICA 1978 der letzte SENSURROUND-Film in die Kinos war, hatte man ein perfektes System entwickelt, das sp\u00e4ter nur durch 5.1 \u00fcbertroffen wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Cent-Foxs SOUND 360 und Warners MEGASOUND waren vernachl\u00e4ssigbare Stiefkinder des SENSURROUND. Man muss sich einfach nur die gigantischen Lautsprecherboxen wegdenken. Die Tonqualit\u00e4t war allerdings sehr \u00fcberzeugend. Bei SOUND 360 besann sich die Fox auf die Vorz\u00fcge der Magnettonspuren, w\u00e4hrend MEGASOUND den normalen Stereolichtton benutzte. In beiden F\u00e4llen war ein Kanal als Quelle f\u00fcr die Mitte der Leinwand gedacht, zwei Kan\u00e4le f\u00fcr jeweils die linke und die rechte Seite des Saals und nat\u00fcrlich der vierte Kanal, der von hinten die Zuschauer beschallen sollte. Die letztgenannten drei Kan\u00e4le waren nat\u00fcrlich, es ging ja um die Effekte, besondere Basslautsprecher, die sich bei besonders tiefen T\u00f6nen besonders laut hervortaten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> SOUND 360 brachte es auf sage und schreibe einen einzigen Film, DAMNATION ALLEY \u2013 STRASSE DER VERDAMMNIS, w\u00e4hrend MEGASOUND mit vier Filmen triumphierte. Beide Systeme brachten keine Herzschrittmacher zum Stillstand, wie es SENSURROUND versprochen hatte, daf\u00fcr erzielte man ein hervorragendes Rundum-Erlebnis. Und wenn jetzt noch jemand fragen sollte, warum sich auch keines dieser beiden Systeme durchgesetzt hatte: DOLBY!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Die von Ray Dolby in England gegr\u00fcndete Firma machte durch eines auf sich aufmerksam: Rauschunterdr\u00fcckung. Mehr braucht man dazu nicht wissen. Dolby, sprich die Technik Dolby, war nie unweit der Entwicklung im Kinoton. Sie machten, entwickelten, experimentierten, hin und her, niemand dachte sich was B\u00f6ses und pl\u00f6tzlich war es m\u00f6glich, auf einer Stereo-Lichttonspur zwei zus\u00e4tzliche, aber codierte Kan\u00e4le unterzubringen. War DOLBY zuvor bei vielen Filmen durch die lupenreine Abmischung beim Filmton aufgefallen, revolutionierte DOLBY STEREO in einem schleichenden, kaum wahrnehmbaren Verlauf bereits Mitte der Siebzigerjahre das H\u00f6rverhalten beim Zuschauer. Zu dem linken und rechten Kanal gesellten sich nun ein Zentrallautsprecher in der Mitte der Leinwand und der Kanal, der die seitlichen und im r\u00fcckw\u00e4rtigen Bereich befindlichen Lautsprecher bediente. DOLBY war als Firma mit ihren urspr\u00fcnglichen Systemen allgegenw\u00e4rtig, aber was das Codieren der einzelnen Tonspuren anging, machte erst STAR WARS 1977 richtig deutlich. Der exzessive Einsatz von Stereo und gleichzeitigem Gebrauch von Toneffekten aus dem hinteren Zuschauerraum bei einem Kassenschlager wie dem von George Lucas, da lie\u00dfen sich nicht viele Kinos lange bitten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Nun hatte man ja schon einiges an verr\u00fcckten Tonexperimenten erlebt, aber DOLBY STEREO hatte mit einem Mal ganz klar die Nase vorn, denn jeder beliebige und noch so alte Projektor konnte die Lichttonspur abspielen, ohne dass Toninformationen verloren gingen. Selbst das sch\u00e4bigste auf Mono ausgelegte Autokino konnte eine DOLBY-STEREO-Kopie abspielen. Damit allerdings nicht genug, denn zeitgleich entwickelte DOLBY STEREO auf der Basis von Magnettonspuren 70MM-SIX-TRACK. Prinzip, br\u00fcllend einfach, auf einer 70mm-Kopie befinden sich sechs einzelne Magnetspuren, die bei der Vorf\u00fchrung einzeln abgelesen werden. Einmal Mitte, zweimal links, zweimal rechts und der Surround-Sound. Ein linker und rechter Kanal sind dabei mit speziellen Lautsprechern f\u00fcr Tieft\u00f6ne ausger\u00fcstet worden und wesentlich lauter als die anderen Kan\u00e4le abgespielt worden. Kommt sehr gut bei Explosionen und Vergleichbarem. Rauschunterdr\u00fcckung nat\u00fcrlich inklusive, es ist ja DOLBY.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-458\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/garbo-talks\/finaldraft-05b\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-458\" title=\"FinalDraft-05b\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05b.jpg\" alt=\"\" width=\"401\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05b.jpg 401w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05b-133x200.jpg 133w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05b-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 401px) 100vw, 401px\" \/><\/a>DOLBY STEREO 70mm SIX TRACK war ganz klar der Vorl\u00e4ufer des 5.1 Ton, mit dem DOLBY DIGITAL schlie\u00dflich die Weltherrschaft an sich riss. Als Hebamme f\u00fcr die Geburt des Digitaltons gilt offiziell BATMAN RETURNS im Jahre 1992. Die Konkurrenz schlief nicht sehr lange und Steven Spielberg trieb die Firma DTS an, einen eigenen Standard zu entwerfen, der dann auch noch \u00fcberraschenderweise DTS hie\u00df (Digital Theater Sound) und mit JURASSIC PARK 1993 Premiere feierte. Sony war nicht so weit weg und brachte noch im selben Jahr LAST ACTION HERO in SDDS heraus (Sony Dynamic Digital Sound).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Man braucht wirklich nicht n\u00e4her auf die einzelnen Systeme einzugehen, weil im Prinzip \u00fcberall dasselbe passiert. Ein spezieller Abtaster liest die Informationen auf dem Filmstreifen, gibt diese Informationen weiter, welche in einem Decoder in T\u00f6ne umgewandelt und in verschiedene Kan\u00e4le geschickt werden. Aus die Maus.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Gut, zugegeben, DTS bedarf einer sehr kurzen, weil eigenen Erkl\u00e4rung. Bei DTS kommt der Ton von zwei gleichlaufenden CD-Rom-Laufwerken, die von einem Timecode auf dem Filmstreifen getaktet werden. Das ist es, was eigentlich dem JAZZ SINGER mit seinem unr\u00fchmlichen Nadeltonverfahren 1927 gefehlt hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> Na ja, hier und da f\u00fcgte der eine oder andere mal einen Kanal hinzu, auch gerne mal zwei. Aber die Resultate ver\u00e4nderten sich nie relevant. Hauptsache digital. Sauberer, in allen Kinos gleich zu h\u00f6render Genuss. Das System letztendlich ist f\u00fcr den Zuschauer kaum mehr von Interesse. Es liegt einzig an den Filmen, wie sauber sie abgemischt werden und welche Gewichtung sie auf Effekte legen. Als der Tonfilm seinen Siegeszug begann, zeichneten sich die \u201eTalkies\u201c dadurch aus, ihrem Namen gerecht zu werden und wurden mit aberwitzig ausschweifenden Dialogen todgequasselt. Mit M \u2013 STADT SUCHT EINEN M\u00d6RDER war Fritz Lang der erste Filmemacher, der mit der Tonebene ganz neue Wege ging und sie als atmosph\u00e4risches Instrument einsetzte. Eine wirklich spannende Sache, auch heute noch, da man glaubt, schon alles gesehen und geh\u00f6rt zu haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-465\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/garbo-talks\/finaldraft-05e\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-465 aligncenter\" title=\"FinalDraft-05e\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05e.jpg\" alt=\"\" width=\"386\" height=\"607\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05e.jpg 386w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05e-127x200.jpg 127w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-05e-190x300.jpg 190w\" sizes=\"auto, (max-width: 386px) 100vw, 386px\" \/><\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n<h5>Bildquelle: Universal, Disney, Frank Schiele, cinephoto.uk.com<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Garbo talks Kennen Sie die Tobis? Das ist dieser Filmverleih, in dessen Trailer der Hahn das I schei\u00dft. Es gibt immer noch Frohnaturen, welche behaupten, er lege ein Ei, aus dem dann das I wird. Es ist aber ganz klar &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/garbo-talks\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":369,"menu_order":15,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-451","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/451","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=451"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/451\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2219,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/451\/revisions\/2219"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=451"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}