{"id":514,"date":"2011-03-23T18:00:47","date_gmt":"2011-03-23T17:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?page_id=514"},"modified":"2011-12-31T17:35:16","modified_gmt":"2011-12-31T16:35:16","slug":"special-effects-teil-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/special-effects-teil-2\/","title":{"rendered":"Special-Effects &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-516\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/special-effects-teil-2\/finaldraft-09\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-516\" title=\"FinalDraft-09\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" \/><\/a>Darf das denn wahr sein?<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">BABY \u2013 DAS GEHEIMNIS EINER VERLORENEN LEGENDE kam 1985 in der Welle von niedlichen Monstern ins Kino, die E.T. drei Jahre zuvor ausgel\u00f6st hatte. Hier war es eben ein Brontosaurier-Kleines, das in seiner komplett animatronischen Pracht die Herzen weichsp\u00fclen sollte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Tats\u00e4chlich waren der gr\u00f6\u00dfte Teil der Spezial-Effekte sogar beindruckend, besonders das es von BABY eine lebensgro\u00dfe Animatronic gab, die selbstst\u00e4ndig und dabei gar nicht so ungelenk durch den Dschungel stampfen konnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film war schlecht geschrieben und atemberaubend langweilig inszeniert, schlichtweg Disney-Kitsch der ganz \u00fcbertriebenen Sorte. Doch das schlimmste waren die Augen- und Maul-Partien der gezeigten Dinosaurier, die so schlecht modelliert waren, das diese nicht nur grauenhaft aussehen lie\u00df, sondern den erkl\u00e4rten Niedlichkeitsfaktor ins absurde f\u00fchrte. Eine unseri\u00f6se und lustlose Internet-Recherche bringt den Namen Roland Tantin in die N\u00e4he f\u00fcr den verantwortlichen Effekt-Mann, was aber nicht garantiert ist. BABY w\u00e4re vielleicht zu Blockbuster-Ehren gekommen, h\u00e4tte Stan Winston den Film \u00fcbernommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Man muss sich immer vergegenw\u00e4rtigen, dass s\u00e4mtliche Meilensteine in der Entwicklung des Films ihren Ursprung zu einer ganz anderen Zeit hatten und von ganz anderen Menscheneingeleitet wurden. Unbestritten ist Willis O\u2019Brien der Urvater der Stop-Motion- Animation. Das O\u2019Bie (wie er liebevoll genannt wurde) ihr Erfinder ist, wiederlegen eindeutig fr\u00fcher datierte Filme, die mit der Einzelbild-Photografie erstellt wurden. Genauso wenig war Winsor McCays GERTIE 1914 der erste Zeichentrickfilm, der sich mit seiner innovativen Pers\u00f6nlichkeit in die Geschichte schrieb. GERTIE ist die gelehrige Brontosaurierdame, die anstatt ihre Kunstst\u00fccke vorzuf\u00fchren, gerne mal Unsinn trieb. Und dank unz\u00e4hliger Video-Archive, die im weltweiten Web zu Verf\u00fcgung stehen, k\u00f6nnen die GERTIE Filme auch kostenlos von jedem gesehen werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die um die Jahrhundertwende hantierenden Filmpioniere entdeckten sehr schnell die Einzelbildphotografie f\u00fcr sich, bei der leblose Objekte oder aufeinander abgestimmte Zeichnungen in eine flie\u00dfende Bewegung gebracht werden konnten. Scheinbar flie\u00dfend, denn um Neunzehnhundert herum und ein paar Jahre weiter war man sich \u00fcber Aufnahme- und Abspielgeschwindigkeit noch nicht so einig. Meist wurden Filme mit 16 oder 18 Bildern pro Sekunde aufgenommen, was man unterbewusst noch als einzelne Bildfolgen wahrnahm. Das man die Tr\u00e4gheit des Auges mit 24 Bildern pro Sekunde zur Wahrnehmung als wirklich flie\u00dfende Bewegung \u00fcberlisten konnte, darauf kam man erst sp\u00e4ter.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Trotz allem sparte man \u00fcber die Jahrzehnte hinweg bei billig produzierten Zeichentrickfilmen an Einzelbildern, in dem jede Bewegungsvorlage zweimal oder sogar dreimal photographierte. Bei einem durchschnittlich 75 Minuten langen Disneyfilm sind das immerhin 108.000 Einzelbilder. Die kosteng\u00fcnstigeren Nachahmer hingegen kamen dabei mit 54.000 beziehungsweise 36.000 Vorlagen aus. Die Stop-Motion-Animateure waren da aus ganz anderem Holz geschnitzt und nutzten von Anfang an jedes Einzelbild um ihre Puppen zu bewegen. Monster und Dinosaurier standen da nat\u00fcrlich hoch im Kurs des zahlenden Zuschauers. Man darf nicht vergessen dass eine gut animierte und noch besser modellierte Dino-Puppe zum damaligen Stand der Zeit die Zuschauer durchweg beeindruckte und sogar \u00e4ngstigte. Auch wenn man die Technik heute eher milde mit nostalgischen Gef\u00fchlen bel\u00e4chelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Willis O\u2019Brien, zuk\u00fcnftig O\u2019Bie genannt, seine ersten Stop-Motion-Filme machte, modellierte er seine Figuren aus Knetmasse. Selbstredend erforderte es nicht\u00a0 nur technischen Geschick, Bewegungsabl\u00e4ufe einigerma\u00dfen realistisch darzustellen, sondern auch hohe k\u00fcnstlerische Fertigkeit, die jeweiligen Figuren \u00fcberhaupt zu modellieren. Seine in der Urzeit spielenden und im Slapstick angesiedelten \u201aKurzfilme\u2018 die ab 1915 entstanden sind, gibt es ebenfalls kostenlos in diversen Video-Archiven des Netzes zu sehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Seit jeher erfreuten gerade die ausgestorbenen Urzeit-Riesen das Publikum und den Ehrgeiz der Filmemacher. Legend\u00e4r ist einfach THE LOST WORLD von 1925, bei dem O\u2019Bie anstelle der Knetmasse richtige Gelenkpuppen benutzte die mit Gummi \u00fcberzogen waren. Um realistischere Bewegungen und ausgefeiltere Mimiken zu erhalten, wurden die Modell bis zu einer H\u00f6he von 40 Zentimetern gefertigt. Doch Stop-Motion alleine reichte nat\u00fcrlich nicht aus, um so etwas wie einen realen Grad zu erreichen. Wie schon bei vielen anderen Filmen mit Spezial-Effekten zuvor, funktionieren zufriedenstellende Tricks nur in Kombination mit anderen Effekten. W\u00e4hrend man die zu animierenden Figuren nat\u00fcrlich in eine komplett ausgestatte Miniatur-Landschaft stellen konnte, erreichte man erst in der direkten Interaktion von Modell und realen Darstellern die bestm\u00f6gliche Szenerie von Abenteuer und Gefahr, zumal man auf diese Weise zum Beispiel auch den Gr\u00f6\u00dfenvergleich beider Abgelichteten darstellen konnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-519\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/special-effects-teil-2\/finaldraft-09d\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-519\" title=\"FinalDraft-09d\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09d.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09d.jpg 400w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09d-200x141.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09d-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Am wichtigsten wurde in Kombination mit Stop-Motion-Figuren die sogenannte TRAVELING MATTE, bei der das animierte Objekt in eine andere Szenerie einkopiert wurde, und nat\u00fcrlich die R\u00dcCKPROJEKTION. Je nach Bildaufbau, gestaltete sich die Arbeit mit R\u00fcckprojektion verschieden schwierig. Sollten reale Darsteller im Vordergrund agieren, musste KING KONG nur in seiner auserkorenen Bewegung animiert werden und der entwickelte Film konnte auf eine Leinwand geworfen werden, vor dieser die Schauspieler dann mit dem gezeigten interagieren konnten. Dies wiederrum wurde dann einfach von einer Kamera aufgenommen. Umgekehrt wurde der Part mit den Personen gefilmt und dann auf eine R\u00fcckprojektionsleinwand in Gr\u00f6\u00dfe des Hintergrundes des Miniaturmodelles projiziert. Wie in einer Diaschau, wird dabei der Realfilm Bild f\u00fcr Bild auf die Leinwand geworfen, das Monster-Modell entsprechend dem 24tel einer Sekunde in Abstimmung mit dem Tun der Schauspieler bewegt und dann im Einzelbildverfahren abgelichtet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei der Premiere von THE LOST WORLD 1925 war sogar Ideenlieferant Arthur Conan Doyle anwesend und hat den Film wohlwollend aufgenommen. Acht Jahre sp\u00e4ter war bei KING KONG die ganze Welt anwesend und die hatte den Film als achtes Weltwunder gefeiert. Dass Zuschauer beim Anblick von Affe oder Dinosauriern in Panik das Filmtheater verlassen haben, wird gerne erz\u00e4hlt, sollte aber durchaus kritisch betrachtet werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">55 Jahre sp\u00e4ter ist Stop-Motion immer noch aktuell im Filmgesch\u00e4ft, und zur\u00fcck sind auch wieder die Figuren aus Knetmasse. Nick Park als Erfinder und Macher von WALLACE &amp; GROMIT hinterl\u00e4sst dabei seine eigenen Fingerabdr\u00fccke in der Animationstechnik. Seines Erachtens ist die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit bei Stop-Motion die Finger aus dem Bild zu lassen. Das bedeutet, das es beim schrittweise bewegen der Figuren immer wieder passieren kann, das man einen Fingerabdruck in der Knetmasse hinterl\u00e4sst. Entweder beendet man die langwierige Sequenz von 24 Bewegungsschritten pro Sekunde Film und beginnt von vorne, oder man bringt die Szene zum Abschluss mit einem auf der Leinwand sichtbaren Fingerabdruck auf der Figur. O\u2019Bie tat sich auch mit dem Fell von King Kong keinen Gefallen. W\u00e4hrend bei den Dinos mit ihrer Gummihaut keine sichtbare Spur auf dem Modell blieben, kann man in einigen Affen-Sequenzen sehr wohl sehen, wo Willis O\u2019Brien seine Figur ber\u00fchrt hatte, weil sich an diesen Stellen das Fell andr\u00fcckte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Das es wirklich keine Neuerungen im Bereich von Spezial-Effekten gibt, sondern nur Weiterentwicklungen, zeigt ebenfalls O\u2019Bies LOST WORLD mit animatronischen Figuren. ANIMATRONIC ist ja nichts anderes, als eine Puppe oder ein entsprechender Teil einer Puppe, der mittels Hydraulik oder auch Motoren per Fernsteuerung bewegt wird. In LOST WORLD waren es gleich drei Puppenspieler, die einem Brontosauruskopf Leben einhauchten. KONG existierte bei seinem ersten Auftritt ebenfalls von der Brust aufw\u00e4rts in seiner fiktiven Lebensgr\u00f6\u00dfe. 33 Jahre sp\u00e4ter bastelte Effekte-Spezialist Carlo Rimbaldi einen originalgro\u00dfen, animatronischen Affenarm, der Jessica Lange im KONG-Remake tats\u00e4chlich greifen und heben konnte. Frau Lange f\u00fcllte sich dabei nicht so wirklich wohl. Die Techniker welche den Arm und die Finger im Zusammenspiel bewegen mussten konnten sich nur nach Gef\u00fchl koordinieren und dabei schlecht absch\u00e4tzen, wann der Druck auf einen menschlichen K\u00f6rper ausreichend war. Obwohl es Sperren gab, die ein komplettes Schlie\u00dfen der Hand verhindern sollten, kam Frau Lange nicht ohne k\u00f6rperliche L\u00e4dierungen davon.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-520\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/special-effects-teil-2\/finaldraft-09b\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-520\" title=\"FinalDraft-09b\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09b.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09b.jpg 400w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09b-200x147.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09b-300x220.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Reden machte der 1976 entstandene KING KONG auch durch den Bau des gr\u00f6\u00dften Roboters der Filmgeschichte. Rimbaldis Team baute einen beweglichen, 13 Meter hohen Kong. Die Animatronik in diesem Roboter sorgte aber auch daf\u00fcr, dass der originalgro\u00dfe K\u00f6nig Kong bei Bewegungen das Gleichgewicht verlieren w\u00fcrde und umgefallen w\u00e4re, weil man das Gleichgewicht nicht regulieren konnte. Produzent De Laurentiis wollte diese Fehlentwicklung aber nicht verschwendet sehen und zwang Regisseur Guillermin mindestens eine Szene mit dem nutzlosen Unget\u00fcm zu drehen. Ausgerechnet als Kong in New York der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wird, zerst\u00f6rt diese erzwungene Szene jede Illusion der sonst so grandiosen Masken- und Miniatur-Effekte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Selbst im kleinsten \u00dcberblick im Bereich von Spezial-Effekten kommt man um den Namen Ray Harryhausen nicht herum. Seine Schule bekam der pedantische Stop-Motion-Spezialist bei Willis O\u2019Brien w\u00e4hrend der Dreharbeiten zu MIGHTY JOE YOUNG. Der Film, der wirklich die Fu\u00dfstapfen des Grundsteins KING KONG ausf\u00fcllen konnte. Die eigentliche Fortsetzung SON OF KONG war ein peinliches Desaster, das keinen hinter dem Ofen vorlockte. Harryhausen verfeinerte die Stop-Motion-Technik immer mehr und ignorierte stets die Barrieren des technisch Machbaren. Er war es, der schlie\u00dflich seines Mentor O\u2019Briens Vision von GWANGI 1969 in Form von VALLEY OF GWANGI auf die Leinwand brachte, mit zahlreichen Referenzen an JOE YOUNG.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Selbst die erste STAR WARS Trilogie nutzte Stop-Motion noch in vereinzelten Sequenzen, aber sp\u00e4testens nach KAMPF DER TITANEN war 1981 die Zeit dieses Verfahrens als tragender Bestandteil der Tricktechnik abgelaufen. Es war \u00fcberholt und l\u00e4ngst nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Zudem hatte sich das optische Verhalten in Schnitt und Kameraf\u00fchrung soweit ge\u00e4ndert, das l\u00e4ngere Effekteinstellungen nicht mehr notwendig waren. Andere, weit verbesserte Techniken konnten Stop-Motion kompensieren. Masken-Techniken waren immens vorangeschritten und die Animatronik feierte sensationelle Ergebnisse. Was nicht immer so war.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Alfred Hitchcock nutzte f\u00fcr seine V\u00d6GEL alle M\u00f6glichkeiten Spezial- und visueller Effekte. TRAVELLING MATTE, R\u00dcCKPROJEKTION und nat\u00fcrlich k\u00fcnstlich bewegte Kr\u00e4hen. Auf letztere hatte sich Tippi Hedren besonders verlassen und zetert noch heute, das der dicke Alfred sie derzeit angelogen hatte und echte, daf\u00fcr dressierte Kr\u00e4hen auf sie hetzen lie\u00df.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Weniger Gl\u00fcck war im Bereich des Tierhorrors Steven Spielberg beschienen. Mit JAWS \u2013 DER WEISSE HAI wollte das aufstrebende Wunderkind einen sehr konventionellen Spannungs-film drehen. Dank des Versagens der Tricktechnik wurde daraus die Mutter aller Blockbuster. F\u00fcr jeweils 250.000 Dollar wurden drei animatronische Modelle eines Gro\u00dfen Wei\u00dfen gebaut. Man nannte sie Bruce, nach Spielbergs Anwalt. Als man f\u00fcr die ersten Aufnahmen einen ungetesteten Bruce zu Wasser lie\u00df, sank dieser sofort auf den Meeresgrund und ein speziell ausger\u00fcstetes Tauchteam barg in einer langwierigen Aktion den schwimmunf\u00e4higen Hai. Keines der Hai-Modelle funktionierte wie gedacht und gelang doch einmal eine Szene, riet jeder dem aufstrebenden Regisseur nach der Sichtung der Aufnahmen des Tages, das Material nicht zu verwenden. Die Bewegungen sahen unnat\u00fcrlich aus. Der gesamte Hai wirkte wie das was er wirklich war, eine unbedrohliche Puppe. Spielberg musste umschwenken. Subjektive Bilder simulierten nun den Hai. Bruce sah man bis weit in den Film hinein \u00fcberhaupt nicht, was die Spannung um ein vielfaches erh\u00f6hte. Die Zeit, in der man das wei\u00dfe Monster sah, reduzierte sich auf das Wesentliche.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"> <\/span><\/p>\n<div class=\"mceTemp mceIEcenter\" style=\"text-align: left;\">\n<dl id=\"attachment_521\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 466px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a rel=\"attachment wp-att-521\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/special-effects-teil-2\/finaldraft-09c\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-521\" title=\"FinalDraft-09c\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09c.jpg\" alt=\"\" width=\"456\" height=\"330\" \/><\/a><\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">Stevie &amp; Bruce<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein paar Jahre sp\u00e4ter hatte Steven Spielberg mehr Gl\u00fcck, weil Stan Winston ins Filmgesch\u00e4ft eingefallen war wie ekstatischer Traum. Winston war Makeup-K\u00fcnstler und lie\u00df Herrn Schwarzeneggers halbes Gesicht tats\u00e4chlich so aussehen, als ob darunter ein chromblitzender Cyborgsch\u00e4del w\u00e4re. Und Winston erschuf mit Animatronics eine Alien-Queen, bei der jeder Fan frenetisch jubelte. Stan Winstons Studios hatten den gro\u00dfen Vorteil, dass hier nicht nur der Chef selbst kochte, sondern dass die Firma auch noch alle entscheidenden Effekt-Gruppen vereinte. Das machte die Arbeit nicht nur effizienter, sondern auch im Ergebnis harmonisch und \u00fcberzeugender.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Computer h\u00e4lt Einzug in die aufregende Welt des Films. Bereits 1982 bringen die Disney-Studios TRON in die Kinos. Der erste als Blockbuster angedachte Kinofilm, der seine Effekte durch Computergrafiken bestreitet. TRON hatte es allerdings etwas einfacher, weil diese k\u00fcnstliche Welt auch optisch als Computerspiel konzipiert war und keine photorealistischen Aufnahmen erforderte. Aber TRON bleibt unbestritten der Vorreiter dessen, was kommen sollte, auch wenn viele festangestellten Mitarbeiter von Disney die Arbeit am Film verweigerten, um nicht ihre eigenen Sargn\u00e4gel f\u00fcr den Animationsjob herzustellen. Der Job aber wurde getan und er war sehr \u00fcberzeugend, wenngleich der Film selbst in seiner Dramaturgie umstritten ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zu der Zeit als Stand Wilson seine Stellung parallel zum Effektehaus INDUSTRIAL LIGHT &amp; MAGIC festigte, gr\u00fcndete Richard Taylor in einem Land weit, weit weg nach Winstons Vorbild eine Firma, die im Stande war alle Sonderaufgabe bei Filmarbeiten zu \u00fcbernehmen. Das betraf nicht nur Makeup und Kost\u00fcme, sondern auch alle Bereiche von Spezial-Effekten. \u00dcber viele Jahre hat sich allerdings Richard Taylors WETA nicht besonders im Filmgesch\u00e4ft hervorgetan. Da war Stan Winston schon wieder weiter und scharte Menschen um sich, die Spa\u00df am Computer hatten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie auch immer die Zuschauerreaktionen und Kritikerworte zu JURASSIC PARK ausfielen, war das unbedeutend f\u00fcr seine Auswirkungen auf die Filmbranche. Nat\u00fcrlich gab es schon 1977 in STAR WARS eine kurze Todesstern-Sequenz die komplett am Computer entstanden war, aber f\u00fcr wirkliches Aufsehen sorgte 1989 ABYSS von James Cameron. In Form einer Wasser-S\u00e4ule erkunden die Au\u00dferirdischen die Unterwasser-Plattform mit Mary Elizabeth Mastrantonio und Ed Harris. Cameron filmte diese Sequenz schon in den ersten Drehtagen, damit ILM gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr die realistische Umsetzung der schwebenden Fl\u00fcssigkeit blieb. Zudem achtete man darauf, dass die Szene f\u00fcr die Handlung unerheblich blieb, damit man sie ohne weiteres schneiden konnte, falls der Effekt nicht funktionieren sollte. In dem durch und durch makellosen Effekte-Abenteuer war es schlie\u00dflich diese Sequenz, welche die Industrie auf COMPUTER GENERATED IMAGERYs anfixte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Steven Spielberg war davon \u00fcberzeugt, dass er den Film JURASSIC PARK im Stop-Motion-Verfahren drehen w\u00fcrde, nat\u00fcrlich mit Knetmasse-Modellen. Test-aufnahmen von Stan Winston und ILMs noch unumst\u00f6\u00dfliche Vormachts-stellung im Bereich der visuellen Effekte, lie\u00dfen den Erfolgsregisseur umdenken. Spielberg war ja nach den Jahren von JAWS auch Meister im Aufbau von Spannungsmomenten. Ein grandioses ineinandergreifen von raffinierter Schnittechnik, ausgekl\u00fcgeltem Lichtdesign, s\u00fcndhaft teuren animatronischen Sauriern und den bisher aufwendigsten Computer generierten Bildern, zauberte ein wegweisendes Meisterwerk in der Entwicklung des Kinos. Alle Nahaufnahmen der Urzeit-Viecher sind Animatronics von Stan Winston und Aufnahmen wo Saurier in G\u00e4nze zu sehen sind von ILM am Rechner erarbeitet. Auch wenn sich in Gedanken an den Film nur Bilder Amok laufender Dinosaurier formieren, sieht der Zuschauer viel weniger als er selbst annehmen w\u00fcrde. Auch wenn die Angaben variieren, sind in 127 Minuten JURASSIC PARK tats\u00e4chlich in nur weniger als 20 Minuten Dinosaurier zu sehen, davon sind gerade mal weniger als 8 Minuten komplett am Computer entstandene Sequenzen.<\/span><\/p>\n<div class=\"mceTemp mceIEcenter\" style=\"text-align: left;\">\n<dl id=\"attachment_522\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 522px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a rel=\"attachment wp-att-522\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/special-effects-teil-2\/finaldraft-09f\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-522\" title=\"FinalDraft-09f\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09f.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"374\" \/><\/a><\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">Stan Winston legt gerne selbst Hand an<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dann bekam Peter Jackson gr\u00fcnes Licht f\u00fcr HERR DER RINGE und Richard Taylor war mit seiner neuseel\u00e4ndischen Effekte-Schmiede WETA pl\u00f6tzlich ganz vorne. WETA hatte viele Jahre still im Verborgenen gearbeitet, war nie sonderlich aufgefallen und sammelte im kompletten Produktionsspektrum sehr gute Erfahrungen. Ob Kulissenbau, Makeup-Design, oder Kost\u00fcm-Schneiderei. Ob Spezial- und visuelle Effekte oder die gesamte technische Nachbearbeitung. Im Stillen hatte sich WETA eine innerbetriebliche Infrastruktur geschaffen, die einzigartig war und bis im Augenblick auch noch ist. Nat\u00fcrlich ist auch dort am anderen Ende der Welt der Computer das R\u00fcckgrat des Erfolges. Im Zuge der langwierigen HERR DER RINGE Trilogie wurden dabei auch Programme geschaffen, ohne die heute mancher Blockbuster aus Hollywood nicht \u00fcberzeugen k\u00f6nnte. MASSIVE sei nur als Beispiel erw\u00e4hnt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wir leben in einer Zeit, in der die Kunst der Spezial-Effekte ihre Magie verloren hat. Was Illusion ist und was Wirklichkeit, ist als Frage irrelevant geworden. Viel zu selbstverst\u00e4ndlich nutzen Filmemacher in aller Herren L\u00e4nder den Computer mehr oder minder erfolgreich, um den Anforderungen von anst\u00e4ndigem Handwerk aus dem Weg zu gehen. Doch auch in HERR DER RINGE gibt es noch die Effekte mit Miniatur-Modellen, die Tricks mit der verschobenen Perspektive, das gute alte MATTE PAINTING. Alles was man bereits vor hundert Jahren zum Vergn\u00fcgen und Erstaunen des Publikums eingesetzt hatte, hat seine Wirksamkeit und Funktionalit\u00e4t bis in die heutigen Tage erhalten. Der Computer mag vieles von der alten Magie zerst\u00f6rt haben. Aber hier und da stellt sich dann doch ein Film wie CORALINE den gro\u00dfen Studios entgegen. Ein im Einzelbildverfahren gedrehter Puppen-Film, der es wieder einmal schafft, uns wirklich staunen zu lassen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_523\" style=\"width: 468px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-523\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/special-effects-teil-2\/finaldraft-09e\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-523\" class=\"size-full wp-image-523\" title=\"FinalDraft-09e\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FinalDraft-09e.jpg\" alt=\"\" width=\"458\" height=\"341\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-523\" class=\"wp-caption-text\">Stand Winston und die Zuneigung zu seinen Kreaturen<\/p><\/div>\n<h5>Bildquelle: Stan Winston Studios, Universal Pictures, Heyne, Tobis, Turner Home Entertainment<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darf das denn wahr sein? BABY \u2013 DAS GEHEIMNIS EINER VERLORENEN LEGENDE kam 1985 in der Welle von niedlichen Monstern ins Kino, die E.T. drei Jahre zuvor ausgel\u00f6st hatte. Hier war es eben ein Brontosaurier-Kleines, das in seiner komplett animatronischen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-wissen\/special-effects-teil-2\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":369,"menu_order":18,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-514","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=514"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/514\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2225,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/514\/revisions\/2225"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}