{"id":8287,"date":"2014-11-29T23:06:34","date_gmt":"2014-11-29T22:06:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?page_id=8287"},"modified":"2014-11-29T23:06:34","modified_gmt":"2014-11-29T22:06:34","slug":"kinogeschichte-parufamet","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/kino-essays\/kinogeschichte-parufamet\/","title":{"rendered":"Kinogeschichte: PARUFAMET"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/kinogeschichte-parufamet\/ufa\/\" rel=\"attachment wp-att-7920\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7920\" title=\"Copyright UFA GmbH\" alt=\"UFA, Copyright UFA GmbH\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/UFA.jpg\" width=\"312\" height=\"314\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/UFA.jpg 312w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/UFA-198x200.jpg 198w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/UFA-298x300.jpg 298w\" sizes=\"auto, (max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><\/a>Da haben die Amerikaner wieder einmal bewiesen, wie gut man die gro\u00dfe Liebe zur Kunst, mit ordentlichem Gesch\u00e4ftssinn verbinden kann. Denn es gab tats\u00e4chlich eine Zeit, als amerikanische Filmstudios Filme noch der Filme wegen produzierten, aus Hingabe zum Medium. Schon 1925 war das so. Auch in Deutschland produzierte man aus Liebe zur Kunst. Allerdings ohne Gesch\u00e4ftssinn. Als deutscher Marktf\u00fchrer verrannte sich die Universum Film AG in immer teurere, aufwendigere Produktionen, und f\u00fchrte das schlicht UFA genannte Unternehmen an den Rande des Bankrott. Schon damals wollte man das deutsche Kino gegen die vom Staat ungern gesehenen ausl\u00e4ndischen Produktionen sch\u00fctzen, und verh\u00e4ngte kurzerhand eine Kontingent-Beschr\u00e4nkung, demnach jeder Verleih in Deutschland nur einen ausl\u00e4ndischen Film f\u00fcr jeweils eine deutsche Produktion verleihen durfte. Die UFA verf\u00fcgte nicht nur \u00fcber Studios, sondern auch einen eigenen Verleih. Und hier konnten die Freunde aus dem Westen ansetzen. Paramount und Metro Goldwyn Mayer gr\u00fcndeten mit der UFA einen gemeinsamen Verleih, der dem maroden Unternehmen eine Hypothek von 4 Millionen Dollar, oder \u00fcber 16 Millionen Reichsmark in die leeren Kassen brachte. Die Geburt von ParUfaMet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><img decoding=\"async\" title=\"Weiterlesen \u2026\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/wordpress\/img\/trans.gif\" \/>Wie verzweifelt die finanzielle Lage bei der UFA war, zeigt der Vertrag, auf den sich der Aufsichtsrat um Gr\u00fcnder Emil Georg von Stau\u00df einlassen musste. Zuerst war der Vertrag auf zehn Jahre ausgelegt. Parufamet sollte zu 50% der Ufa geh\u00f6ren, und jeweils 25% den Partnern Paramount und MGM, was sich nicht schlecht anh\u00f6rt. Allerdings musste Parufamet j\u00e4hrlich 25 Paramount- und 25 MGM-Produktionen ins Programm nehmen und damit in den mehr als 300 Ufa-Kinos, mindestens 50 Prozent der Spielzeit f\u00fcllen. Lediglich zehn weitere Filme sollten von der Ufa selbst ins Parufamet-Programm genommen werden. Die im Gegenzug aber nicht zwangsl\u00e4ufig auch in Amerika gezeigt wurden, weil in einer Klausel ausdr\u00fccklich stand, dass Parufamet in Amerika nur Filme spielen muss, die von amerikanischem Interesse seien. Klar, dass also nur wenige UFA-Produktionen in Amerika das Licht des Projektors erblickten. Den Leinw\u00e4nden sollten m\u00f6glichst die eigenen Filme vorbehalten bleiben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das alles w\u00e4re vielleicht, vorsichtig gesch\u00e4tzt, vielleicht machbar gewesen. Doch zwei gravierende Faktoren\u00a0 kamen hinzu, die eigentlich schon von Anfang an klar gemacht h\u00e4tten, dass die amerikanische Finanzspritze nur ein Aufschub des Bankrotts sein konnte. Ein Faktor war der UFA eigene Verleih, die Ufaleih, welche ebenfalls bedient werden musste. Und der andere, die Kontingentscheine, demnach neben einem deutschen Titel nur eine ausl\u00e4ndische Produktion in deutschen Kinos gezeigt werden durfte. Da Paramount und MGM zusammen f\u00fcnfzig Filme bei Parufamet einbrachten, und nur zehn Filme von der UFA kamen, fehlten entsprechend vierzig Kontingentscheine. Vierzig Filme, welche die UFA zus\u00e4tzlich produzieren musste, und dies in einer ohnehin extrem angespannten finanziellen Situation.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch auch der zehrende Ehrgeiz, Hollywood die Stirn zu bieten, riss nicht ab. Anstatt sich dem finanziellen Zustand zu stellen, wollte man immer h\u00f6her hinaus. Monstr\u00f6se Filme wie zum Beispiel METROPOLIS mussten entstehen, die alle kaum ihr Geld einspielten. Am Jahresende 1927, hatte UFA Schulden in H\u00f6he von 36 Millionen Reichsmark. Im selben Jahr \u00fcbernahm der Gro\u00dfunternehmer Alfred Hugenberg die Universum Film AG, und begann ordentlich umzukrempeln. Unter anderem begann man den Parufamet-Vertrag neu zu verhandeln. Und tats\u00e4chlich lie\u00dfen sich die gerissenen Amerikaner darauf ein. Heraus kam eine Neuregulierung, welche die drei Partner gleichstellte, und der UFA weit gr\u00f6\u00dferen finanziellen Spielraum gab. Das gr\u00f6\u00dfte deutsche Filmunternehmen konnte sich langsam aus der Misere retten. Aber auch das bewies wieder die Findigkeit und das Gesch\u00e4ftsinteresse der amerikanischen Studios. Denn ohne die UFA h\u00e4tte es wesentlich weniger deutsche Filme gegeben, aber die brauchte man, wegen der deutschen Kontingentbestimmungen. Fr\u00fcher als angedacht, aber fast zu sp\u00e4t, wurde der Vertrag 1932 aufgel\u00f6st. Unter welchen Umst\u00e4nden, ist unklar.<\/span><\/p>\n<p><em>Nicht die exakten Zahlen in diesem Artikel, sind von Bedeutung, sondern der Kern der Geschichte. Dieser Artikel entstand aus \u00e4lteren Notizen, die ohne Quellenangaben versehen waren. Weitere im Netz verf\u00fcgbare Artikel zu Parufamet haben oftmals abweichende Zahlen, sei es von Jahres-, hin zu Prozentzahlen, oder Mengenangaben. Meist decken sich die Angaben mit den vom Autor hier verwendeten Zahlen. Obwohl mit Quellenangabe, weichen andere Artikel oftmals bei bestimmten Angaben voneinander ab. Die in diesem Artikel verwendeten Zahlen k\u00f6nnen deshalb keinen Anspruch auf Richtigkeit erheben.<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>UFA GmbH<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da haben die Amerikaner wieder einmal bewiesen, wie gut man die gro\u00dfe Liebe zur Kunst, mit ordentlichem Gesch\u00e4ftssinn verbinden kann. Denn es gab tats\u00e4chlich eine Zeit, als amerikanische Filmstudios Filme noch der Filme wegen produzierten, aus Hingabe zum Medium. 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