{"id":10283,"date":"2016-02-01T00:08:53","date_gmt":"2016-01-31T23:08:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=10283"},"modified":"2016-02-01T18:27:26","modified_gmt":"2016-02-01T17:27:26","slug":"the-hateful-eight","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/the-hateful-eight\/","title":{"rendered":"THE HATEFUL EIGHT"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/the-hateful-eight\/hateful-8-1\/\" rel=\"attachment wp-att-10285\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10285\" title=\"Copyright Universum Film (UFA)\" alt=\"Hateful-8-1, Copyright Universum Film (UFA)\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hateful-8-1.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hateful-8-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hateful-8-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hateful-8-1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>THE HATEFUL EIGHT<br \/>\nBUNDESSTART 28.01.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Kapitel Eins:<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\"> LETZTE KUTSCHE NACH RED ROCK<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Drei der hassenswerten Acht, treffen unterwegs aufeinander, wo der Kutscher versucht, einem sich n\u00e4hernden Blizzard zu entkommen. Und Quentin Tarantino tut alles daran, es unentwegt mysteri\u00f6s zu halten. Soll der Henker wirklich den Major zu sich und seiner Gefangenen in die Kutsche lassen? Es wird viel geredet, in diesem Auftakt zu Tarantinos achten Film. Der Henker und der Major, beides Kopfgeldj\u00e4ger, kennen die Arbeit des jeweils anderen, der Respekt ist also geboten, das Misstrauen aber nicht aufgehoben. Spannung baut sich in diesen Szenen kaum auf. Daf\u00fcr schwelgt der Regisseur in den Panavisionsbildern von Robert Richardson. SuperPanavision 70 war ein Filmformat, welches gegen Cinemascope und Cinerama konkurrieren konnte, und durchaus ein klareres Bild bietet als eine digitale 4K Aufl\u00f6sung. Panavision musste f\u00fcr Tarantinos Traum Objektive aus dem Keller kramen, die seit 1966 nicht mehr in Gebrauch waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Kapitel Zwei:<\/span><\/strong><br \/>\n<strong> <span style=\"color: #000000;\"> ALTER HUNDESOHN<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Die Fahrt geht voran, aber der Blizzard scheint schneller. Es wird weiterhin viel geredet, und auch provoziert, was gerade f\u00fcr die Gefangene k\u00f6rperlich nicht sehr bek\u00f6mmlich ist. Und bei einem erneuten Nothalt, kommt wieder ein hilfesuchender Mann des Weges. Der angehende Sheriff von Red Rock. F\u00fcr den Henker sind das zu viele Zuf\u00e4lle f\u00fcr eine Fahrt, das Misstrauen bleibt also bestehen. Es wird weiter in mysteri\u00f6sen Andeutungen geredet. Tarantino will ganz offensichtlich keine schwarzwei\u00df Malerei, sondern sich nach allen Seiten Luft verschaffen, den Zuschauer aber unbedingt in R\u00e4tsellaune halten. Was bis zu diesem Zeitpunkt noch ganz gut funktioniert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Kapitel Drei:<\/span><\/strong><br \/>\n<strong> <span style=\"color: #000000;\"> MINNIEs H\u00dcTTE<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Die Kutsche h\u00e4lt bei Minnies H\u00fctte, eine Rastst\u00e4tte f\u00fcr Reisende. Die Passagiere treffen dort auf den Kleinen Mann, den Cowboy, den Mexikaner, und den Konf\u00f6derierten. W\u00e4hrend der Henker nur davor warnt, Abstand von seiner Gefangenen zu halten, sp\u00fcrt der Major f\u00f6rmlich, dass die Situation alles andere als normal ist. Doch drau\u00dfen tobt der Blizzard, und ein Entkommen ist nicht m\u00f6glich. Und der Film ist bei seiner zentralen Bestimmung angekommen. Denn nach und nach macht der Drehbuchautor und Regisseur aus seinem Western einen Thriller. Ist alles nur ein Zufall, oder wie k\u00f6nnten all die Ungereimtheiten in Verbindung stehen. Bisher lagen Tarantinos St\u00e4rken immer in den Dialogen, die sich kontr\u00e4r zur Pr\u00e4misse verhielten. Das Gespr\u00e4ch \u00fcber Trinkgeld in RESERVOIR DOGS, zum Beispiel, oder die Erkl\u00e4rung des Viertelpf\u00fcnders in PULP FICTION. Diese Kraft hat er in HATEFUL EIGHT nicht aufgebracht, was um so schmerzlicher ist, weil der Film mit seinen Dialogen im Thema bleibt, und anf\u00e4ngt sich zu wiederholen. Viel zu selbstverliebt inszeniert der Film seine Figuren \u00fcber die Ma\u00dfen, dass Tarantino das Gesp\u00fcr f\u00fcr Tempo verliert. Beginnt der Film schon eigenwillig langsam, kann er auch im Mittelteil \u00fcberhaupt keine Fahrt aufnehmen. Was bei der Verh\u00f6rszenen im ersten Kapitel von INGLOURIOUS BASTERDS sehr gut funktionierte, kann man einfach nicht auf zwei Stunden eines drei Stunden Films \u00fcbertragen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Kapitel Vier:<\/span><\/strong><br \/>\n<strong> <span style=\"color: #000000;\"> DOMERGUEs GEHEIMNIS<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Was erstaunt, ist Robert Richardsons Effektivit\u00e4t mit einem Seitenverh\u00e4ltnis von 2,75:1 in einem geschlossenen Raum zu drehen, was mehr als Dreiviertel der Zeit im Film ausmacht. Doch da stimmt jede Einstellung, jede Form des Bildausschnittes, und auch die L\u00e4nge jeder einzelnen Szene. HATEFUL EIGHT will eine Verbeugung vor den gro\u00dfen Western von Howard Hawkes und John Ford sein. Das gelingt Tarantino lediglich mit dem Grundstein seiner Geschichte, aber Richardson mit seiner Photographie im vollen Umfang. Die Frage richtet sich nur nach dem &#8222;Warum?&#8220;. Nat\u00fcrlich kann man den nostalgischen Hauch nicht verleugnen, wenn dem Cineasten glasklare Analogbilder vor Augen gef\u00fchrt werden. Der Unterschied von SuperPanavision 70 zu Digital 4K ist noch immer sichtbar, aber nicht mehr bezahlbar. Wohingegen normales 35mm Filmmaterial der digitalen Evolution l\u00e4ngst nicht mehr Stand halten kann. Man kann Tarantinos Mission als letzte W\u00fcrdigung und Kniefall vor den ehemaligen Erungenschaften in der Kinotechnik verstehen. Mehr kann es nicht sein, wenn man weltweit die Kinos an zwei H\u00e4nden abz\u00e4hlen kann, die \u00fcberhaupt noch 70mm Zelluloid projizieren k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Kapitel F\u00fcnf:<\/span><\/strong><br \/>\n<strong> <span style=\"color: #000000;\"> DIE VIER PASSAGIERE<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Wenn der erz\u00e4hlende Regisseur versucht, diese alles bestimmende \u00dcberraschung einflie\u00dfen zu lassen, ist es f\u00fcr den Zuschauer l\u00e4ngst zu sp\u00e4t. Das f\u00fcnfte Kapitel springt einige Stunden in der Zeit zur\u00fcck. Doch genau mit diesem Sprung, offenbart sich umgehend die Handlung und die Aufl\u00f6sung dieses f\u00fcnften Kapitels. Vielleicht mag es sich auf dem Papier als cleverer Schachzug gelesen haben. Aber Tarantino hat im vorangegangenen Kapitel bereits so viel kryptische Hinweise gegeben, dass sich diese sofort mit dem Beginn des f\u00fcnften Kapitels aufl\u00f6sen. Was der Regisseur damit zu vertuschen versteht, in dem er sich auf seine Kernkompetenz beruft. Und das ist die \u00fcbersteigerte Gewaltobsession, die von hier an mehr und mehr Einzug h\u00e4lt. Wobei sich Tarantino dabei sehr uninspiriert zeigt, und lediglich Pistolen- und Gewehrkugeln zur Deformierung des menschlichen K\u00f6rpers heranzieht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Kapitel Sechs:<\/span><\/strong><br \/>\n<strong> <span style=\"color: #000000;\"> BLACK MAN, WHITE HELL<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Im Grunde hat HATEFUL EIGHT eigentlich alles, was Fans von Quentin Tarantino sehen m\u00f6chten. Doch nicht in den richtigen Proportionen. Vor allem fehlt dem Film viel an den Absurdit\u00e4ten, die seine anderen Filme ausmachten. Aber auch die \u00fcberstrapazierten Gewalteffekte kann er nicht liefern. Obwohl er dennoch mit der letzten Sequenz tats\u00e4chlich den Bogen \u00fcberspannt, die allerdings nicht witzig, aber auch nicht brutal ist, sondern etwas absto\u00dfend pornographisches hat. So hat Quentin Tarantino mit seinem achten Film gezeigt, dass er einer Routine folgt. Seien es die Kapitel Unterteilungen, oder Charakterzeichnungen. Mit acht Filmen hat sich Tarantino ein Muster geschaffen, welchem er nun hinterher schreibt. Das war mit INGLOURIOUS BASTERDS noch sehr gelungen, trug sich bei DJANGO UNCHAINED schon etwas ab, und verliert bei\u00a0 HATEFUL EIGHT vollkommen. Ein wegen seiner Laufzeit extrem langweiliger Film, der sich selbst seiner \u00dcberraschungen beraubt. Es war ja schon immer die Frage, ob das stilisierte Wunderkind Tarantino ein begnadeter Filmemacher sei, oder begabter Raubkopierer. HATEFUL EIGHT tr\u00e4gt zweifellos die Handschrift eines Filmemachers, und da sollte er in Sachen Tempo und Erz\u00e4hlrhythmus noch einmal in sich gehen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/the-hateful-eight\/hateful-8-2\/\" rel=\"attachment wp-att-10286\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-10286\" title=\"Copyright Universum Film (UFA)\" alt=\"Hateful-8-2, Copyright Universum Film (UFA)\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hateful-8-2.jpg\" width=\"640\" height=\"421\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hateful-8-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hateful-8-2-200x131.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Hateful-8-2-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: <strong>Samuel L. Jackson, Jennifer Jason Leigh, Kurt Russell, Walter Goggins, Tim Roth, Demi\u00e1n Bichir, Michael Madsen, Tim Roth, Tatum Chaning, Bruce Dern, James Parks<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch &amp; Regie:<strong> Quentin Tarantino<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera:<strong> Robert Richardson<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Fred Raskin<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>Ennio Morricone<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign:<strong> Yohei Taneda<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> USA<\/strong> \/ 2015<\/em><br \/>\n<strong><em> 167 Minuten<\/em><\/strong><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Universum Film (UFA)<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE HATEFUL EIGHT BUNDESSTART 28.01.2016 Kapitel Eins: LETZTE KUTSCHE NACH RED ROCK Drei der hassenswerten Acht, treffen unterwegs aufeinander, wo der Kutscher versucht, einem sich n\u00e4hernden Blizzard zu entkommen. 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