{"id":10467,"date":"2016-03-17T06:00:05","date_gmt":"2016-03-17T05:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=10467"},"modified":"2016-03-16T21:58:52","modified_gmt":"2016-03-16T20:58:52","slug":"room-raum-brie-larson","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/room-raum-brie-larson\/","title":{"rendered":"RAUM, mit Oscar-Gewinnerin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/room-raum-brie-larson\/druck-2\/\" rel=\"attachment wp-att-10469\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10469\" title=\"Copyright Universal Pictures International\" alt=\"Room-1, Copyright Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Room-1.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Room-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Room-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Room-1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><em>ROOM &#8211; Bundesstart 17.03.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Die Besprechung basiert auf der<\/em><br \/>\n<em>amerikanischen BluRay-Fassung<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was vermisst ein Mensch, der in einem 16 Quadratmeter kleinen Raum geboren wurde, und dort aufwuchs, ohne das Wissen von einer Au\u00dfenwelt? Wie entwickelt sich ein Mensch, der allein Kontakt mit seiner Mutter hat? Joy lebt seit sieben Jahren im Raum. Jack ist f\u00fcnf Jahre alt. Kommt Old Nick in den Raum, muss sich Jack im Schrank verstecken und schlafend stellen. Wie entwickelt sich ein Mensch, der 16 Quadratmeter Raum als die einzig existierende Welt begreift? Zuletzt war Regisseur Lenny Abrahamson mit FRANK im Arthouse-Kino begeistert aufgenommen worden. FRANK ist eine schr\u00e4g inszenierte Mischung aus Drama und Kom\u00f6die, mit \u00e4u\u00dferst skurrilen Charakteren, und viel Musik. Abrahamson wurde auf den Film SHORT TERM 12 aufmerksam gemacht, als die weibliche Hauptrolle f\u00fcr ROOM bereits zwischen Rooney Mara, Emma Watson und Shailene Woodley ausgehandelt wurde. In SHORT TERM 12 spielte Brie Larson die Hauptrolle.<!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Interessant ist an der Entstehungsgeschichte von ROOM, dass Autorin Emma Donoghue zuerst das Drehbuch geschrieben hat. Erst sp\u00e4ter folgte der eigentliche Roman. So mussten auch keine Abstriche, und dramaturgischen \u00c4nderungen f\u00fcr die Verfilmung vorgenommen werden, und die Geschichte blieb in ihrer G\u00e4nze erhalten. Au\u00dfer das man Joan Allens Rolle etwas erweiterte, als ihre Beteiligung feststand, aber auch das kann man r\u00fcckwirkend als gegl\u00fcckte Entscheidung gut hei\u00dfen. Aber neben den fantastischen Schauspielern, ist der eigentlich K\u00fcnstler Kameramann Danny Cohen, der den kleinen Raum immer wieder auf eine Gr\u00f6\u00dfe zu erweitern versteht, wie ihn Jack wahrnimmt. Im Wechsel schrumpft er aber auch auf die klaustrophobischen Empfindungen von Joy. Der Raum wird in starken, kontrastreichen Farben gezeigt, was sich sp\u00e4ter umkehren wird. Die Au\u00dfenwelt ist mittlerweile zu einer fremden Welt geworden. Kalt, unsicher, unbekannt. Aber auch hier erweist sich Danny Cohen mit seinem Bildern als f\u00fcr die Erz\u00e4hlung unterst\u00fctzende Ebene.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">ROOM l\u00e4sst den Zuschauer sp\u00fcren, wie Abrahamson und Autorin Donoghue Hand in Hand in der Inszenierung gingen. Immer wieder baut der Film Situationen auf, welche f\u00f6rmlich nach standardisierten Klischee rufen. Doch diese werden stets gebrochen. Zu einem gewissen Grad spielt der Film immer und immer wieder mit der Erwartungshaltung des Publikums, \u00fcbergeht diese allerdings gekonnt. ROOM umgeht alle M\u00f6glichkeiten von Effekthascherei, und verweigert sich jeder Art von spekulativer Sensationen. Und dennoch ist der Film durch und durch spannend, gerade weil er immer den gewohnten Standard umgeht. Schlie\u00dflich geht es um Jack, und die Handlung h\u00e4lt stets an seinen Erfahrungen und Erlebnissen fest, auch wenn es das Schicksal mit anderen Charakteren einmal nicht so gut meint. Der Fokus ist immer auf ihn gerichtet. Wie entwickelt sich ein Mensch, der 16 Quadratmeter Raum als die einzig existierende Welt begriffen hat?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">ROOM wird es schwer haben, sich einem breiteren Publikum zu erschlie\u00dfen. Dazu ist er zu unaufgeregt, zu ehrlich, aber auch zu realistisch. Ist Kino eigentlich diese kleine Welt, wo manchmal schreckliche Dinge zuerst schrecklicher werden, um mit dem Mut der Figuren mit Handstreich hinfort gewischt werden. Dieser Film hat genau den verdrehten Mut, sich nicht nach Erwartungshaltungen zu richten, sondern sich seiner selbst gew\u00e4hlten Pr\u00e4misse konsequent zu unterwerfen. Gerade die erste H\u00e4lfte wird zu einer Herausforderung und gleichzeitig Bew\u00e4hrungsprobe, denn das Publikum muss das Leben im Raum erst einmal richtig verstehen, dies auch verinnerlichen. Das erfordert durchaus auch einmal Nerven, wird an manchen Stellen zu einer qu\u00e4lenden Zerreisprobe zwischen einnehmenden Charakterkino und dem dringlichen Wunsch nach Fortschritt in der Handlung. Aber da konnten die Macher keine Zugest\u00e4ndnisse machen, weil der Film und seine Grundidee sonst \u00fcberhaupt nicht diese Intensit\u00e4t und Glaubw\u00fcrdigkeit erreicht h\u00e4tten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dass dies nur mit wirklich guten Darstellern m\u00f6glich ist, um glaubhaft zu funktionieren, ist selbstverst\u00e4ndlich. Aber das Spiel von Brie Larson und Jacob Tremblay ist nicht einfach nur glaubhaft, es ist perfekt und harmonisch. Sie, die manchmal an seiner kindlichen Naivit\u00e4t zu verzweifeln droht, und er, der die Wirklichkeit \u00fcberhaupt nicht begreifen kann. Aber sie brauchen sich. Larson und Tremblay spielen nicht, sondern sind eine Familie. Ob Rooney Mara, Emma Watson oder Shailene Woodley diese Qualit\u00e4ten in ROOM eingebracht h\u00e4tten, dass wird sp\u00e4testens nach Brie Larson sehr fragw\u00fcrdig. Und Jacob Tremblay hinterl\u00e4sst den Eindruck, von niemanden ersetzt werden zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dennoch ist ROOM kein einfacher Film, der ohne weiteres einfach so einmal gesehen werden will. Man muss sich als Zuschauer damit besch\u00e4ftigen, man muss sich richtig darauf einlassen. Und wer das kann, der erlebt ein wunderbares St\u00fcck Kino, und eine ungew\u00f6hnliche Rechtfertigung daf\u00fcr, dass Kino immer wieder einmal zu etwas besonderem werden kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/room-raum-brie-larson\/rm_d38_gk_0068-nef\/\" rel=\"attachment wp-att-10470\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10470\" title=\"Copyright Universal Pictures International\" alt=\"Room-2, Copyright Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Room-2.jpg\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Room-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Room-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Room-2-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: <strong>Brie Larson, Jacob Tremblay, Sean Bridgers, Joan Allen, William H. Macy<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Lenny Abrahamson<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch &amp; Roman: <strong>Emma Donoghue<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Danny Cohen<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt:<strong> Nathan Nugent<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>Stephen Rennicks<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Ethan Tobman<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> Irland &#8211; Kanada<\/strong> \/ 2015<\/em><br \/>\n<strong><em> 118 Minuten<\/em><\/strong><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Universal International Pictures<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ROOM &#8211; Bundesstart 17.03.2016 Die Besprechung basiert auf der amerikanischen BluRay-Fassung Was vermisst ein Mensch, der in einem 16 Quadratmeter kleinen Raum geboren wurde, und dort aufwuchs, ohne das Wissen von einer Au\u00dfenwelt? 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