{"id":10537,"date":"2016-04-16T21:29:44","date_gmt":"2016-04-16T20:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=10537"},"modified":"2016-04-16T21:45:43","modified_gmt":"2016-04-16T20:45:43","slug":"the-jungle-book","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/the-jungle-book\/","title":{"rendered":"THE JUNGLE BOOK"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/the-jungle-book\/null-9\/\" rel=\"attachment wp-att-10529\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10529\" title=\" Copyright Walt Disney Studio Motion Pictures\" alt=\"Jungle-Book-1, Copyright Walt Disney Studio Motion Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Jungle-Book-1.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Jungle-Book-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Jungle-Book-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Jungle-Book-1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><em>THE JUNGLE BOOK &#8211; Bundesstart 14.04.2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Diskussionen um Sinn und Unsinn von Remakes, Reboots, Sequels, oder Prequels wird niemals abrei\u00dfen. Aber das hat auch seine guten Seiten. Die Studios werden dadurch in die Verpflichtung genommen. Einen Klassiker wie DAS DSCHUNGELBUCH allerdings neu zu interpretieren, macht das Maus-Haus zu einer leichten Zielscheibe. Schlie\u00dflich ist dieser Film der f\u00fchrende Klassiker in Disneys langer Animations-Reihe. Sicher war auf alle F\u00e4lle, dass man beim augenblicklichen Stand der Computer Animationstechnik auf keinen Fall zur herk\u00f6mmlichen Gestaltung von regul\u00e4ren Zeichentrickfilmen zur\u00fcck gehen konnte. Dazu musste das Studio immerhin 175 Millionen Dollar investieren. Sehr viel Geld f\u00fcr einen Familienfilm, der in erster Linie die ganz jungen Zuschauer im Blickfeld hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dereinst fand der Panther Bagheera das Menschjunge Mowgli im Dschungel. Er brachte das kleine Kind zu dem Wolfsrudel um Akela, wo er von Raksha liebevoll angenommen und aufgezogen wird. Doch der m\u00e4chtige Tiger Shere Khan kehrt in den Dschungel zur\u00fcck, und nur der wegen der D\u00fcrre ausgerufene Wasser-Friede, bewahrt Mowgli vor dem sofortigen Tod durch den Menschen hassenden Tiger. Die Zeit wird knapp, wenn man den Jungen in Sicherheit bringen will.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als einziger Live-Action-Darsteller hat Neel Sethi mit seinem Mowgli eine sehr schwierige Aufgabe zu bew\u00e4ltigen, will er neben den grandios animierten Tieren bestehen. Aber Sethi besteht diese Aufgabe mit einer scheinbar Finger schnippenden Leichtigkeit. Er wird Eins mit den ihm eigentlich zum Zeitpunkt der Dreharbeiten nur animatronischen Figuren um ihn herum. Doch viel interessanter ist, dass Sethi auch genug Potential f\u00fcr sich selbst freisetzen kann, um als eigenst\u00e4ndiger Charakter glaubw\u00fcrdig in allen Phasen wahrgenommen zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch ein DSCHUNGELBUCH funktioniert nat\u00fcrlich erst \u00fcber eine ernst zu nehmende Darstellung von Tieren, die eben nicht \u00fcber Puppen, oder wirklich lebenden Tieren transportiert werden soll. Und hier setzt JUNGLE BOOK einen Meilenstein. Obwohl man den Tieren eine Hauch von K\u00fcnstlichkeit zugestand, aber nur einen Hauch, bleibt jedes einzelne doch auf einer \u00fcberzeugend realen Ebene. Dazu vermenschlicht er nicht einen einzigen seiner k\u00fcnstlichen Kreationen \u00fcber Mimik oder Bewegung. Die Tiere bewegen sich, wie ihre echten Artverwandten. Werden normalerweise zuerst die Dialoge aufgezeichnet, um danach die Bewegungsabl\u00e4ufe der noch zu generierten Figur anzupassen, mussten die Schauspieler hier bereits gegebenen Bildern den Tieren mit ihren Stimmen einen Charakter verleihen. Selbst in der deutschen Synchronisation funktioniert das noch erstaunlich \u00fcberzeugend. Nur bleibt es ein R\u00e4tsel, warum es die FFS in Berlin nicht fertig gebracht hat, die \u00fcblichen Synchronsprecher f\u00fcr die Rollen zu besetzen. Zumindest die Stimmen von Murray, Kingsley und Johansson w\u00e4ren als markanter Wiedererkennungseffekt perfekt gewesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man hat einiges ver\u00e4ndert. Es wurde Charaktere weiter ausgebaut, Szenen gestrichen, Sequenzen neu interpretiert. Es wurde viel modernisiert, neue Geschichten in den Handlungsablauf eingef\u00fcgt, bekannte Szenen\u00a0 mit neuem Ausgang versehen. Aber herausgekommen ist nicht etwa eine ver\u00e4nderte Fassung des allseits beliebten Klassikers. Man blieb dem Original treu. Auch wenn die unverkennbare Anspielung auf Coppolas APOCALYPSE NOW den Film in eine andere Zeit hebt und ihm seine eigene Szene von ungewohnt popkultureller Anspielung zuspricht. Hier entlarven sich die Cineasten mit einem vernehmlichen Schnaufen im Kino, aber dies auch zu Recht, und mit viel Freude. Dennoch blieb man dem Original treu. Puritaner k\u00f6nnten sogar behaupten, so als Gedankenspiel, dass Wolfgang Reitherman sein DSCHUNGELBUCH im Heute genauso inszeniert h\u00e4tte. Was man in Wirklichkeit aber nicht wollte. Man kann von einem \u00fcberaus gelungenen Remake sprechen, aber gleichzeitig von zwei v\u00f6llig separaten Filmen. Und das macht den Film wieder zu einem besonderen Erlebnis.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die optische Umsetzung ist grandios. JUNGLE BOOK ist einer der sehr seltenen Live-Action (?!) Filme, wo 3D auch die richtige Anwendung erf\u00e4hrt. Obwohl Kameramann Bill Pope nichts aus der Leinwand springen l\u00e4sst, sondern die Tiefenwirkungen hinter der Leinwandgrenze h\u00e4lt. Obwohl es ein Leichtes gewesen w\u00e4re Kinder mit den Krallen von Shere Khan vor ihren Gesichtern zu erschrecken. Aber Pope konzentriert ganz zu Recht auf Landschaften und die Dimensionen innerhalb der Szenenbilder. Zudem hat man die Dschungeltiere gegen\u00fcber Mowgli stets proportional \u00fcbersteigert. Der Dschungel ist nicht des Menschen bester Freund, und das wird durch die Gegen\u00fcberstellung der Figuren in den Bildern immer wieder deutlich. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Komponist John Debney immer wieder musikalische Motive aus dem 1967er Vorg\u00e4nger aufgreift, sorgt besonders bei Fans und Cineasten f\u00fcr ein wahres G\u00e4nsehautgef\u00fchl. Doch genau im musikalischen Sinne, st\u00f6\u00dft dieser Film gleicherma\u00dfen auch an seine Grenzen. Das man drei Lieder der Sherman-Brothers aus dem Original \u00fcbernommen und inszeniert hat, mag f\u00fcr den nostalgischen Touch gewollt sein. Doch leider passen die Musical-Einlagen ganz und gar nicht in den Ton und die Atmosph\u00e4re des Films. Nat\u00fcrlich l\u00e4sst man sich im ersten Moment hinrei\u00dfen, doch hier h\u00e4tte man konsequent einen Schritt zur\u00fccktreten m\u00fcssen. Dazu kann man ohne Weiteres die Elefanten-Sequenzen heran ziehen, die so \u00fcberraschend gelungen neu interpretiert wurde. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man kann ohne \u00dcbertreibung behaupten, dass THE JUNGLE BOOK neue Ma\u00dfst\u00e4be im Bereich der Familienunterhaltung setzen wird. Nicht perfekt, aber perfekte Unterhaltung. Ein grandioser Film, der verdeutlicht, dass in Hollywood noch sehr viel Potential steckt, wenn man den kreativen K\u00f6pfen ihren Spielraum l\u00e4sst. JUNGLE BOOK geht zu Herzen, durchaus mit gewolltem Pathos. Er ist durchaus spannend, sogar mit \u00fcberraschenden Wendungen. Er ist optisch perfekt, wenngleich notwendigerweise am Rei\u00dfbrett entworfen. Dies ist der Film, der allen Kritikern von Remakes kr\u00e4ftig ans Schienbein tritt. Ja, es werden wieder andere Beispiele kommen. Doch zum Leid des Zuschauers wird es noch viel l\u00e4nger dauern, bis wieder ein Meisterwerk wie THE JUNGEL BOOK daraus erw\u00e4chst. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2016\/the-jungle-book\/the-jungle-book\/\" rel=\"attachment wp-att-10530\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10530\" title=\" Copyright Walt Disney Studio Motion Pictures\" alt=\"THE JUNGLE BOOK, Copyright Walt Disney Studio Motion Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Jungle-Book-2.jpg\" width=\"640\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Jungle-Book-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Jungle-Book-2-200x111.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Jungle-Book-2-300x167.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: <strong>Neel Sethi<\/strong><\/em><br \/>\n<em> mit den Stimmen von:<\/em><br \/>\n<em> Baloo: <strong>Bill Murray \/ Armin Rhode<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bagheera:<strong> Sir Ben Kingsley \/ Joachim Kr\u00f3l<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Shere Khan: <strong>Idris Elba \/ Ben Becker<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Raksha: <strong>Lupita Nyong&#8217;o \/ Heike Makatsch<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kaa: <strong>Scarlett Johansson \/ Jessica Schwarz<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Akela: <strong>Giancarlo Esposito \/ Justus von Dohn\u00e1nyi<\/strong><\/em><br \/>\n<em> King Louie: <strong>Christopher Walken \/ Christian Berkel<\/strong><\/em><br \/>\n<em> u.a.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Regie:<strong> Jon Favreau<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Justin Marks<\/strong>, nach <strong>Rudyard Kipling<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Bill Pope<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Mark Livolsi<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>John Debney<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Christopher Glass, Abhijeet Mazumder<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> USA<\/strong> \/ 2016<\/em><br \/>\n<strong><em> 105 Minuten<\/em><\/strong><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Walt Disney Motion Pictures Studio<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE JUNGLE BOOK &#8211; Bundesstart 14.04.2016 Die Diskussionen um Sinn und Unsinn von Remakes, Reboots, Sequels, oder Prequels wird niemals abrei\u00dfen. 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