{"id":106,"date":"2010-11-01T00:00:42","date_gmt":"2010-10-31T23:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=106"},"modified":"2011-10-13T07:36:38","modified_gmt":"2011-10-13T06:36:38","slug":"paranormal-activity-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2010\/paranormal-activity-2\/","title":{"rendered":"Paranormal Activity 2"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\"><a rel=\"attachment wp-att-107\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2010\/paranormal-activity-2\/paranormal-activity-2a\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-107 alignleft\" title=\"Paranormal Activity 2, copyright PARAMOUNT\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Paranormal-Activity-2a.jpg\" alt=\"\" width=\"153\" height=\"200\" \/><\/a>&#8211; leichte Spoilerwarnung &#8211;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer nicht unbedingt blutiges Gekr\u00f6se f\u00fcr ein angenehmes Gruselfest braucht, ist hier genau richtig. Wer dem nervenzehrenden Kitzel langer Einstellungen ohne begleitendem Ton etwas abgewinnen kann, kommt hieran nicht vorbei. Der zweite Aufguss der paranormalen Aktivit\u00e4ten ist ein clever ausgedachtes St\u00fcck, das an keiner Stelle besser ist als sein Vorg\u00e4nger, aber Freunden und Anh\u00e4ngern des ersten Teils genau das bietet, was sie gerne erleben m\u00f6chten.<!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film erz\u00e4hlt die Vorgeschichte, die zu den Ereignissen des ersten Teils f\u00fchrt. So bekommt man die im ersten Teil dahingegangenen Protagonisten Katie und Micah noch einmal zu sehen, wenngleich nur als schm\u00fcckendes Beiwerk in der von einem D\u00e4mon heimgesuchten Familie von Katies Schwester Kristi. Doch tats\u00e4chlich schafft das Autoren-Dreiergespann eine plausible Br\u00fccke, die beide Filme akzeptabel verbindet. Lediglich die teilweise absurden Zwischentitel lenken mehr ab, als dass sie Erkl\u00e4rungen liefern. Gerade Neueinsteiger d\u00fcrften mit wahllos eingestreuten Einblendungen wie \u201enoch sechzig Tage bis zum Tod von Micah\u201c eher das Gef\u00fchl bekommen, Elementares vers\u00e4umt zu haben. Und das, obwohl diese Tafeln eher belanglos sind und keinen Zweck erf\u00fcllen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine der letzten Szenen schlie\u00dft nahtlos an den Beginn des ersten Teils an und h\u00e4tte ein glaubw\u00fcrdiges, weil befriedigendes Ende sein k\u00f6nnen. Wenn nur die Verantwortlichen nicht zwanghaft davon besessen gewesen w\u00e4ren, die Br\u00fccke zu einem dritten Teil schlagen zu wollen. Besessenheit mag ja eine wichtige Rolle innerhalb der Filme spielen, aber beim Produzieren ebensolcher Filme sollte man sich dahingehend im Griff haben. Zirkulierten bisher drei verschiedene Enden des ersten Teiles, werden mit dem etwas zwanghaft herbeigef\u00fchrten Ende von Teil zwei die sogenannte Festival-Version und die Blu-ray-Endung von Oren Pelis \u00dcberraschungshit obsolet. Nur die Kinofassung beh\u00e4lt ihre Legitimation.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der gr\u00f6\u00dfte Feind von PARANORMAL ACTIVITY 2 ist allerdings das Publikum selber. Genau wie der Vorg\u00e4nger funktioniert dieser Teil kaum im stillen K\u00e4mmerlein bei Kartoffelchips und Kerzenschein. Die Wirkung entfaltet sich beim kollektiven Schockerlebnis eines Kinos. Doch gerade da offenbart sich die gr\u00f6\u00dfte Schwachstelle des Films, wie man den nicht zu \u00fcberh\u00f6renden Unmuts\u00e4u\u00dferungen eines gruselwilligen Publikums entnehmen kann. Regisseur Tod Williams l\u00e4sst sich unversch\u00e4mt lange Zeit, Charaktere einzuf\u00fchren und Atmosph\u00e4re aufzubauen. F\u00fcr ein Publikum, das ganz genau wei\u00df, worauf es sich \u201efreuen\u201c kann und was zu erwarten ist, werden die ersten 35 Minuten zur peinigenden Qual. Denn die Charaktere sind ohnehin nur\u00a0 Katalysatoren f\u00fcr die eigene Bereitschaft, sich dem Terror des Ungewissen auszusetzen. Hier zerf\u00e4llt das Heim als Hort der pers\u00f6nlichen Behaglichkeit zu einem Alptraum nicht steuerbarer Ereignisse. Gepaart mit den enervierenden L\u00e4ngen verschiedener Einstellungen, w\u00e4hrend derer jederzeit etwas auf den Zuschauer zuspringen kann oder mit einem lauten Knall die grauenerregende Stille zerrissen wird, sind das die Standards des Gruselkinos, die seit Anbeginn Wirkung zeigten und keine Erm\u00fcdungserscheinungen kennen. Hier, wie bei Teil eins, werden diese billigen, aber immer wieder wirkungsvollen Effekte auf das \u00c4u\u00dferste ausgereizt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Trotz seiner eigentlich allzu offensichtlichen Schw\u00e4chen ist PA 2 insgesamt kein schwacher Film. Er unterh\u00e4lt in seinem Rahmen wirklich sehr geschickt. Und allen Widrig- und Unsinnigkeiten zum Trotz kommt er seiner Bestimmung nach, obwohl er nicht das Geringste an Neuem zu bieten hat. Dass es dabei ein Film ist, der in dem mittlerweile sehr breit gef\u00e4cherten Spielraum von Horrorkost nur ein kleines Spektrum an Grusel-Freunden ansprechen wird, muss ber\u00fccksichtigt werden. Weder wird der Ekelfaktor bem\u00fcht, noch verschreibt sich der Film seinen Figuren. Das H\u00f6her-schneller-weiter als alte Fortsetzungsregel wird in diesem Fall mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl aufzeichnender Kameras und einer jetzt vierk\u00f6pfigen Familie bewerkstelligt. Dazu ein Kleinkind und ein Hund, das erh\u00f6ht den Leidensdruck nat\u00fcrlich betr\u00e4chtlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Gerade weil die die Zutaten und Abl\u00e4ufe bekannt sind, vergeht leider viel zu viel Zeit mit dem Aufbau der eigentlichen Geschichte. Der Film k\u00f6nnte um gut 15 Minuten k\u00fcrzer sein, um eine effektivere Ausbeute an Schock- und Gruselelementen zu haben. Aber hat der heimsuchende D\u00e4mon erst einmal seine polternde Arbeit begonnen, wird es schwerer und schwerer, die H\u00e4nde von den Augen zu nehmen. Alles ist m\u00f6glich, in allen Einstellungen, welche manchmal wirklich qu\u00e4lend lange stehen. Und sp\u00e4testens, wenn sich in einem Kamerablickwinkel schlie\u00dflich der sich bewegende Schatten des D\u00e4mons zeigt, wird aus den albernen Frotzeleien im Publikum verunsichertes und gequ\u00e4ltes Gekicher. Dann hat der Film seine Zuschauer dort, wo es wirklich weh tut: an den blanken Nervenstr\u00e4ngen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Budget hat sich von 15.000 Dollar auf 3 Millionen erh\u00f6ht. Die Produktionszeit von 3 Jahren auf 9 Monate verk\u00fcrzt. Von einem h\u00f6heren Budget allerdings merkt man w\u00e4hrend des gesamten Films nichts. Das liegt nat\u00fcrlich auch an den Voraussetzungen, das Erscheinungsbild so real wie m\u00f6glich zu halten. Doch muss die Frage gestattet sein, wie dieses Budget zustande kommt, wenn Oren Peli mit dem ersten Film das Publikum f\u00fcr ein Zweihundertstel zum F\u00fcrchten brachte. Dass K\u00fche gemolken werden, bis der Euter faltig wird, ist hinl\u00e4nglich bekannt. Und f\u00fcr Hollywood-Standards ist das Budget trotzdem noch geradezu l\u00e4cherlich. Dadurch steht zu bef\u00fcrchten, dass Paramount eine Kuh gefunden hat, die nach dem Vorbild von SAW nun jedes Jahr zu Halloween beste Milch geben soll.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">So wirkungsvoll sich PARANORMAL ACTIVITY 2 auch zeigt, so klar sollte auch sein, dass sich schon jetzt eine weitere Geschichte innerhalb der bereits gesehenen Ereignisse h\u00f6chstwahrscheinlich totlaufen w\u00fcrde. Das noch frisch wirkende Genre des Found-Footage-Thrillers ist zwar noch lange nicht ausgereizt, aber daf\u00fcr bedarf es kreativer K\u00f6pfe wie Oren Peli, der vor zwei Jahren mit PARANORMAL ACTIVITY f\u00fcr Furore sorgte. Dank der zu erwartenden Einspielergebnisse wird auch Teil zwei f\u00fcr Furore sorgen. Damit sollte es dann aber gut sein. Es sei denn, man hat tats\u00e4chlich einen Kn\u00fcller in der Hinterhand. Man kann ein Genre ausreizen, das Vertrauen des hingebungsvollen Zuschauers allerdings nicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Sprague Grayden, Brian Boland, Molly Ephraim, Tim Clemens, Katie Featherston, Micah Sloat u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Tod Williams \u2013 Drehbuch: Michael Perry, Tom Pabst, Christopher  Landon \u2013 Kamera: Michael Simmonds \u2013 Bildschnitt: Gregory Plotkin<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2010 \u2013 zirka 91 Minuten<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_108\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-108\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2010\/paranormal-activity-2\/paranormal-activity-2b\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-108\" class=\"size-full wp-image-108\" title=\"PA2, copyright PARAMOUNT\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Paranormal-Activity-2b.jpg\" alt=\"Wo ist das Kind im Spiegel ?\" width=\"470\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Paranormal-Activity-2b.jpg 470w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Paranormal-Activity-2b-200x127.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Paranormal-Activity-2b-300x191.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-108\" class=\"wp-caption-text\">Wo ist das Kind im Spiegel ?<\/p><\/div>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Bildquelle: Paramount<\/span><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; leichte Spoilerwarnung &#8211; Wer nicht unbedingt blutiges Gekr\u00f6se f\u00fcr ein angenehmes Gruselfest braucht, ist hier genau richtig. 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