{"id":10810,"date":"2019-02-02T20:03:57","date_gmt":"2019-02-02T19:03:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=10810"},"modified":"2019-02-02T20:05:09","modified_gmt":"2019-02-02T19:05:09","slug":"green-book","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/green-book\/","title":{"rendered":"GREEN BOOK"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/green-book\/green-book-1\/\" rel=\"attachment wp-att-10814\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10814\" title=\"Copyright Universal Pictures\" alt=\"Green-Book-1, Copyright Universal Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Green-Book-1.jpg\" width=\"250\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Green-Book-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Green-Book-1-126x200.jpg 126w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Green-Book-1-189x300.jpg 189w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Green Book &#8211; Bundesstart 31.01.2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Postbote Victor Hugo Green, kam urspr\u00fcnglich aus Manhattan, mit seinen Eltern verschlug es ihn nach New Jersey. Letztendlich kam er nach Harlem. Als leidenschaftlicher Reisender und der daraus resultierenden Bekanntschaft mit allerlei Repressalien, brachte er ein d\u00fcnnes B\u00fcchlein heraus, f\u00fcr all diejenigen seiner Rasse, die sich unbehelligt in New York bewegen wollten. Es war 1933. Die ersten Auflagen beliefen sich auf 15,000, und hatten ausschlie\u00dflich New York zum Thema. An welchen Orten konnte man sich als Schwarzer ohne Probleme die Haare schneiden lassen, einkaufen gehen, das Auto volltanken, oder \u00e4hnliches. Das sogenannte &#8218;Green Book&#8216; wuchs \u00fcber sich hinaus. Green nahm letztendlich auch den durch und durch rassistischen S\u00fcden in seinem Buch auf, und sagte sogar durch welche St\u00e4dte man nach Einbruch der Nacht keinesfalls als Schwarzer fahren sollte, wenn man \u00fcberleben wollte. Victor Hugo Green hatte sehr viel\u00a0 Leid und Dem\u00fctigungen an seiner Rasse vermieden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 60px;\"><em><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Wenn ich nicht schwarz genug bin, wenn ich nicht wei\u00df genug bin, dann sag mir, Tony, was ich bin.&#8220;<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Gefeierte Pianist Don Shirley ist f\u00fcr eine Tour durch den dunkelsten S\u00fcden gebucht. Es ist 1962, drei Jahre bevor das letzte &#8218;Green Book erschien. Selbstreden ist Shirley Schwarzer. Nicht umsonst engagiert er den im Augenblick arbeitslosen Tony Vallelango als Fahrer. Eigentlich ein harter, unbarmherziger Rausschmei\u00dfer in einem Edel-Restaurant, der Schwarze allerdings nicht abkann. W\u00e4hrend Shirley in seiner \u00dcberheblichkeit, die unsch\u00f6ne Wahrheit seiner Hautfarbe nicht akzeptieren will.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man k\u00f6nnte Regisseur Peter Farrelly, der auch am Drehbuch mitgearbeitet hatte, vorwerfen, wirklich kein Klischee auszulassen. Wie oft hat man schon gegens\u00e4tzliche, sich verachtende Paarungen im Kino erlebt, die im letzten Akt dann doch ihre Aversionen zu \u00fcberwinden verstehen. Und hier auch noch von einem Regisseur, der unter anderem DUMM UND D\u00dcMMER auf die Leinwand brachte. Dies im Hinterkopf zu behalten, w\u00fcrde Farrelly bei GREEN BOOK nicht gerecht werden. Denn wie sich beide Charakter ann\u00e4hern, das ist ein langwieriger Prozess, aber niemals ein langweiliger Film. Selbst wenn die ein oder andere Situation kaum \u00dcberraschungen bietet. Unterwerfen sich viele Szenen einem erz\u00e4hlerischen Klischee, kann man das nie \u00fcber das Auftreten und die Wandlung der Figuren behaupten. Mahershala Ali und Viggo Mortensen verspr\u00fchen f\u00f6rmlich eine packende\u00a0 Intensit\u00e4t, um ihre Abneigung und schlie\u00dflich Zuwendung nie als Spiel, sondern als zwischenmenschliche Ehrlichkeit f\u00fcr den Zuschauer auf die Leinwand zu bringen. Und wer glaubt, dass der Humor zu kurz kommt, der sollte sich eines besseren belehren lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 60px;\"><em><span style=\"color: #000000;\">&#8222;In der Welt gibt es viele einsame Menschen, die Angst haben einen Schritt weiter zu gehen.&#8220;<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Musik von Kris Bowers ist kaum wahrnehmbar, zwingt dem Zuschauer auch keine Emotionen auf, was sehr angenehm ist. Im \u00dcbrigen ist er auch das Klavierdouble von Ali gewesen, und er scheint sehr wohl gemerkt zu haben, dass dieser und Mortensen ganz alleine den Film zu tragen verstehen. Daf\u00fcr ist Sean Porters Kamera, sprich Bildgestaltung, nicht einfallslos, h\u00e4tte aber mehr Tiefe in Zusammenhang mit der Handlung vertragen. So wird zum Beispiel der Kontrast der \u00fcberw\u00e4ltigenden Landschaft das S\u00fcdens zu seinen beherrschenden, rassistischen Wei\u00dfen kaum augenscheinlich. Aber das Porter die Hauptprotagonisten in ihren gemeinsamen Szenen in eher starre Kameraeinstellungen setzt, hat dann schon wieder einen gewaltigen Vorteil, weil er damit die Aufmerksamkeit nicht von den Charakteren nimmt. \u00dcber das Produktionsdesign braucht man nicht viel reden. Tim Galvin hat 1962 wieder brillant auferstehen lassen, mit einer Detailversessenheit, die einem tiefsten Respekt abverlangt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist eine Biografie, und wie bei allen anderen Biografien, gibt es Querelen und Besserwisser. Die Nachfahren von\u00a0 Don Shirley bestreiten hartn\u00e4ckig, dass dieser und Tony Vallelonga niemals Freunde waren, und es sich ausschlie\u00dflich um ein Angestellten-Arbeitgeber-Verh\u00e4ltnis gehandelt habe. Ein pers\u00f6nlicher Brief Shirleys soll angeblich das Gegenteil beweisen. Die Familie Vallelonga, die im Film zum gr\u00f6\u00dften Teil als Tonys Verwandtschaft besetzt wurde, bleibt unbeirrt bei der tiefen Freundschaft zwischen den ungleichen M\u00e4nnern, bei denen beide am Ende keine Angst hatten, einen Schritt weiter zu gehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/green-book\/green-book-2\/\" rel=\"attachment wp-att-10815\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10815\" title=\"Copyright Universal Pictures\" alt=\"Green-Book-2, Copyright Universal Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Green-Book-2.jpg\" width=\"640\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Green-Book-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Green-Book-2-200x111.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Green-Book-2-300x167.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Mahershala Ali, Viggo Mortensen, Linda Cardellini. Sebastian Maniscalo, Dimiter D. Marinov, Mike Hatton,\u00a0 P.J. Byrne u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Peter Farrelly<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Nick Vallelonga, Brian Hayes Currie, Peter Farrelly<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Sean Porter<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Patrick J Don Vito<\/em><br \/>\n<em> Musik: Kris Bowers<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Tim Galvin<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2019<\/em><br \/>\n<em> 130 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Universal Pictures<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Green Book &#8211; Bundesstart 31.01.2019 Der Postbote Victor Hugo Green, kam urspr\u00fcnglich aus Manhattan, mit seinen Eltern verschlug es ihn nach New Jersey. Letztendlich kam er nach Harlem. 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