{"id":12135,"date":"2019-05-10T20:55:58","date_gmt":"2019-05-10T19:55:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=12135"},"modified":"2019-05-10T20:56:15","modified_gmt":"2019-05-10T19:56:15","slug":"stan-ollie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/stan-ollie\/","title":{"rendered":"STAN  &#038;  OLLIE"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/willkommen-im-wunder-park-wonder-park\/stan-ollie-1\/\" rel=\"attachment wp-att-12129\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12129\" title=\"Copyright SQUAREONE ENTERTAINMENT\" alt=\"Stan &amp; Ollie 1, Copyright SQUAREONE ENTERTAINMENT\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Stan-Ollie-1.jpg\" width=\"250\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Stan-Ollie-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Stan-Ollie-1-146x200.jpg 146w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Stan-Ollie-1-219x300.jpg 219w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><em>STAN &amp; OLLIE &#8211; Bundesstart 09.05.2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Jahre 1935 waren sie noch die Gr\u00f6\u00dften. Andere hatten zu k\u00e4mpfen, aber das Duo \u00fcberstand den Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm ohne R\u00fcckschlag. Sie gingen sogar soweit, ihre Dialoge f\u00fcr ausl\u00e4ndische Kopien in diversen Landessprachen selbst aufzunehmen, in dem sie den Text rein phonetisch auswendig lernten. Erst ab 1932 wurden die Produktionen schlie\u00dflich synchronisiert. Doch wie immer bei gro\u00dfen Erfolgen, mischten sich letztendlich auch hier die alten Freunde Hochmut, Misstrauen und Raffgier mit ein. Die hellen Sterne begannen zu verblassen, unter anderem auch wegen der Konkurrenz, die das Konzept eines Komiker-Duos gerne kopierten. Wegen unterschiedlicher Vertr\u00e4ge, kam es zu einem kurzen Bruch, bis sie ihre gemeinsame Arbeit wieder aufnahmen. Stan Laurel und Oliver Hardy waren aber l\u00e4ngst dabei in die Belanglosigkeit abzurutschen, weil die Qualit\u00e4t ihrer Filme immer mehr nachlie\u00df.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">John C. Reilly und Steve Coogan als Stan und Ollie zu sehen, l\u00e4sst einen fast erschrecken. Gestik, Mimik, Aussehen. Reilly und Coogan spielen nicht, sie sind. Jon S. Baird beginnt seine Inszenierung gleich mit einem logistischen Wahnsinn, in dem er die Ikonen des Humors in einer vermeintlich einzigen Plansequenz \u00fcber das komplette Studiogel\u00e4nde laufen l\u00e4sst, wo es nur so von Statisten und B\u00fchnenarbeitern wimmelt. Wer scharfen Auges ist, k\u00f6nnte bestimmt \u00dcberg\u00e4nge von mehreren Takes ausmachen. Diese Szene wirklich in einer einzigen Einstellung zu drehen, kann sich doch heute kein Regisseur mehr erlauben. Auf alle F\u00e4lle etabliert der Film mit diesem Anfang, was man an Kulisse und Ausstattung zu erwarten hat, und auch geboten bekommt. Doch darum geht es nur zweitrangig. Selbstredend. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In der Hoffnung, einen Film produziert zu bekommen, um ihren Ruhm neu zu entfachen, begeben sich Stan und Ollie 1953 nach England. Angedacht ist eine B\u00fchnentour. Doch die Vorstellungen bleiben nur sp\u00e4rlich besucht, der angedachte Produzent ihres Filmes l\u00e4sst sich immer wieder verleugnen. Und zwischen ihnen schwelt immer noch der Bruch, als vor achtzehn Jahren Stan seinen Vertrag nicht verl\u00e4ngerte, aber Ollie weiterhin f\u00fcr Hal Roach arbeitete. Jeff\u00a0 Pope hat das in seinem Drehbuch wunderbar subtil umgesetzt. Er beschreibt nicht die gro\u00dfe Trag\u00f6die, sondern das Dilemma zweier M\u00e4nner, die im Grunde ihre Freundschaft brauchen, dies aber aus falschem Stolz nicht eingestehen m\u00f6chten. In seiner Regie f\u00fchrt Jon Baird seine Protagonisten sehr behutsam durch diese Welt in der sich alles verkehrt. \u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was Reilly und Coogan allerdings nicht brauchen, ist eine Anleitung f\u00fcr Emotionen. Sie sind von Anfang an so sehr mit ihren Figuren verwachsen, dass sie nicht n\u00e4her an der Realit\u00e4t sein k\u00f6nnten. Ein kleiner, hintersinniger Coup gelingt den Machern auf beiden Seiten der Kamera, mit Situationen in Stan und Ollies Leben, welche sie schlie\u00dflich in ihre Slapstick-Routinen aufnahmen. Besonders pr\u00e4gnant d\u00fcrfte f\u00fcr Kenner die Sache mit dem Koffer auf der Treppe sein, der einen sch\u00f6nen Bezug auf den Oscar pr\u00e4mierten Kurzfilm DER ZERM\u00dcRBENDE KLAVIERTRANSPORT herstellt. Die Szene im Film liegt zeitlich weit nach dem Oscar, schl\u00e4gt aber dennoch eine hintersinnige Br\u00fccke vom echten Leben zur filmischen Interpretation. Und sie ist ein geschicktes Sinnbild daf\u00fcr, dass oftmals das Leben selbst die besten Gags schreibt. Eine andere Szene hingegen, die mit dem schwebenden Hut, in der Stan eine junge Frau erheitern will, macht der Figur und somit auch dem Zuschauer ziemlich klar, dass l\u00e4ngst eine andere Zeit angebrochen ist. Das junge Publikum erwartet etwas Neues, etwas Anderes.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Derartige Biografien bereiten nicht nur den Cineasten eine gro\u00dfe Freude. Wunderbar geschrieben und inszeniert. Kein \u00fcbertriebener Humor und keine aufgeblasene Dramatik. Alles ist auf den Punkt, und scheint mitunter doch sehr spontan. Nur wenige wissen, wie es einem der beliebtesten Duos der Filmgeschichte am Ende wirklich ergangen ist. Keine st\u00e4ndig bl\u00f6delnden Komiker, die ihre Profession mit ins Private nahmen, sondern sensible und sehr menschelnde Naturen. Ihr Schwanengesang wird zum letzten Triumphzug. An diesen Rollen wird man Steve Coogan und John C. Reilly lange messen. Sei die Geschichte wirklich so geschehen, oder auch nicht.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/willkommen-im-wunder-park-wonder-park\/unit-stills-photography\/\" rel=\"attachment wp-att-12130\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12130\" title=\"Copyright SQUAREONE ENTERTAINMENT\" alt=\"Stan &amp; Ollie 2, Copyright SQUAREONE ENTERTAINMENT\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Stan-Ollie-2.jpg\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Stan-Ollie-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Stan-Ollie-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Stan-Ollie-2-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: John C. Reilly, Steve Coogan, Lucille Henderson, Nina Arianda, Danny Huston, Rufus Jones u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Jon S. Baird<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Jeff Pope<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Laurie Rose<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: \u00dana N\u00ed Hongha\u00edle, Billy Sneddon<\/em><br \/>\n<em> Musik: Rolfe Kent<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: John Paul Kelly<\/em><br \/>\n<em> Gro\u00dfbritannien &#8211; Kanada &#8211; USA \/ 2018<\/em><br \/>\n<em> 98 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>SQUAREONE ENTERTAINMENT<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>STAN &amp; OLLIE &#8211; Bundesstart 09.05.2019 Im Jahre 1935 waren sie noch die Gr\u00f6\u00dften. Andere hatten zu k\u00e4mpfen, aber das Duo \u00fcberstand den Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm ohne R\u00fcckschlag. 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