{"id":12277,"date":"2019-06-28T22:39:33","date_gmt":"2019-06-28T21:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=12277"},"modified":"2019-06-28T22:39:51","modified_gmt":"2019-06-28T21:39:51","slug":"tolkien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/tolkien\/","title":{"rendered":"T O L K I E N"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/tolkien\/tolkien-1\/\" rel=\"attachment wp-att-12266\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-12266\" title=\"20th CENTURY FOX\" alt=\"Tolkien 1, Copyright 20th CENTURY FOX\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tolkien-1.jpg\" width=\"284\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tolkien-1.jpg 350w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tolkien-1-149x200.jpg 149w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tolkien-1-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 284px) 100vw, 284px\" \/><\/a><em>TOLKIEN &#8211; Bundesstart 20.06.2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es war Liebe auf den ersten Ton. Weil John Ronald Reuel Tolkien sie zuerst Musik machen h\u00f6rte. Dann sah er sie, und es wurde Liebe auf den ersten Blick. So zumindest beschreibt es Dome Karukoski in seiner Inszenierung. Sie war Edith Mary Bratt, und sie war mit ihm seit ihren Jugendjahren bis zum Ende zusammen. Sp\u00e4ter wurde John Ronald Reuel es nicht m\u00fcde, im wahren Leben, wie im Film, Edith als seine Inspiration f\u00fcr die Elbentochter L\u00fathien Tin\u00faviel anzugeben. Jene absolute Sch\u00f6nheit mit unvergleichlicher Stimme, aus dem Begleitband zu &#8218;Herr der Ringe&#8216;, dem &#8218;Silmarillion&#8216;. Leider erteilte das Tolkien-Estate unter der derzeitigen Leitung von direkten Nachkommen des Literaten, keine Absolution f\u00fcr die Verfilmung und deren Inhalte. Der Graben zwischen tats\u00e4chlichen Ereignissen und dramaturgischer \u00c4nderungen werden dadurch nur noch viel vager.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Was David Gleesons und Stephen Beresfords Drehbuch bieten, ist tats\u00e4chlich eine offensichtlich vereinfachte Form der Erz\u00e4hlung. Ist es so gewesen, oder nicht, man kann es nicht genau sagen. Aber die dramatischen Momente sind d\u00fcnn ges\u00e4t, und wirken zudem an manchen Stellen wie F\u00fcllwerk, als ob die Person Tolkien nicht spannend genug w\u00e4re. Herausgehoben werden Situationen, welche die Phantasie des sich entwickelnden Schriftstellers stimulieren. Entsprechend ist die Handlung in drei sich \u00fcberlappende Teile gegliedert. Das Fundament und den Rahmen bilden Szenen aus dem Sch\u00fctzengraben, wo Tolkien im gro\u00dfen Krieg diente. Flammenwerfer und Scharfsch\u00fctzen manifestieren sich f\u00fcr den Soldaten als Drachen oder kriegerische Orcs. Hier l\u00e4sst er sein bisheriges Leben Revue passieren. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im zweiten Teil inszeniert Karukoski die Bruderschaft von Tolkien mit drei anderen Exzentrikern seiner Schule. Jeder von ihnen mit eigener kreativen Sch\u00f6pfungskraft. Sie erg\u00e4nzen sich, und fordern einander auch heraus. Sie werden nicht umsonst die Gef\u00e4hrten genannt. Doch auch diese Bruderschaft, man kann es erahnen, wird im Verlauf auf die Probe gestellt. Und dann ist da die gro\u00dfe Liebe Edith Bratt, mit welcher Tolkien hinter den Kulissen eine sechsst\u00fcndige Auff\u00fchrung von Wagners Ring-Zyklus erlebt, und mit ihr gleichzeitig die Geschichte nachstellt. Tolkiens Kindheit und viel sp\u00e4ter sein Zusammentreffen mit Sprachwissenschaftler Joseph Wright, bleiben von bildlichen Einfl\u00fcssen und Querverweisen befreit. Allerdings \u00fcbernimmt das Kind die Kunst des Erz\u00e4hlens von seiner Mutter, w\u00e4hrend Wright den jungen Erwachsenen in seiner Leidenschaft f\u00fcr Wortkreationen und Sprachen befl\u00fcgelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer Tolkiens bekannteste Werke gelesen hat, oder sich sogar mit dem Mensch hinter dem Autoren selbst befasst hat, k\u00f6nnte schnell entt\u00e4uscht werden. Der hangelt sich bei TOLKIEN von Szene zu Szene, nur darauf bedacht Bilder zu interpretieren, und Dialoge zu deuten. Auch wenn diese unmittelbar mit den Menschen verbunden sind, ger\u00e4t das Wesen von John Ronald Reuel immer wieder ins Hintertreffen. Es ist einfach nicht mehr m\u00f6glich, nach Peter Jacksons Trilogie, den Namen, die Entwicklung und das Wirken von J.R.R. Tolkien von den vorangegangenen ikonografischen Filmbildern zu trennen. Jackson hat zweifellos eine der einflussreichsten und bedeutendsten Filmreihen geschaffen, doch das Fantasy-Spektakel ist zu \u00fcberm\u00e4chtig gegen\u00fcber einem eher bescheidenen Film, der sich als intimes Portrait eines K\u00fcnstlers versteht. \u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Kameramann Lasse Frank Johannessen ist gewillt, die verschiedenen Ebenen der Erz\u00e4hlung optisch mit Farbgebung, Brennweiten und Einstellungsgr\u00f6\u00dfen zu bestimmen. Das gelingt dem Skandinavier nur bedingt, der mit Regisseur Karukoski schon bei TOM OF FINLAND zusammen gearbeitet hat. Am besten gelingt es Johannessen Lily Collins als Edith in den Fokus zu r\u00fccken und die Umgebung in leichte Unsch\u00e4rfen zu setzen. Vielmehr kommt da Harry Yl\u00f6nens Schnitt zur Geltung, der die Schrecken des Krieges sehr geschickt mit Tolkiens Phantasien und Eingebungen unterstreicht. Oder er vertieft die Beziehung bei der sich aufbauenden Liebe mit elegischen Schnittphasen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Erstaunlicherweise bleiben Nicholas Hoult als John Ronald Reuel und Lily Collins als Edith sehr blass, wirken in vielen Szenen manchmal teilnahmslos. Was durchaus auch mit den geschliffenen Dialogen in Zusammenhang stehen k\u00f6nnte, worauf der Film baut. In einem Film, wo es um einen fast schon fanatischen Liebhaber von Sprache und Wortsch\u00f6pfungen geht, sollten die Dialoge auch dem Anlass gerecht werden. Was sie auch tun, aber auch hier die Darsteller, wie im Aufbau der Erz\u00e4hlung, etwas in den Hintergrund treten lassen. Lediglich eine Szene sticht daraus hervor und bringt die einzelnen Personen, die Beziehung zueinander und ihre tiefgr\u00fcndige Unterhaltung auf eine gleichbedeutende Ebene. Wenn Tolkien \u00fcber die Erfindung einer neuen Sprache referiert, welche er &#8218;Cellar Door&#8216; nennt, und Bratt immer wieder seine Intentionen hinterfragt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">TOLKIEN ist aufregendes Kino, hat etwas von Kammerspiel, aber auch von tragenden Epos. Gleicherma\u00dfen kann er aber sicherlich viele Erwartungen nicht erf\u00fcllen und entt\u00e4uschen. Unterschiedlicher k\u00f6nnten dieser Film und die Trilogie gar nicht sein, aber es ist schlichtweg m\u00fchselig sich unter einem derart gro\u00dfen Schatten, der vorweg ging, als Licht zu behaupten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/tolkien\/tolkien-2\/\" rel=\"attachment wp-att-12267\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12267\" title=\"20th CENTURY FOX\" alt=\"Tolkien 2, Copyright 20th CENTURY FOX\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tolkien-2.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tolkien-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tolkien-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tolkien-2-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Nicholas Hoult, Harry Gilby, Lily Collins, Derek Jacobi, Colm Meaney, Anthony Boyle u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Dome Karukoski<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: David Gleeson, Stephen Beresford<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Lasse Frank Johannessen<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Harri Yl\u00f6nen<\/em><br \/>\n<em> Musik: Thomas Newman<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Grant Montgomery<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2019<\/em><br \/>\n<em> 112 Minuten<\/em><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>20th CENTURY FOX<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TOLKIEN &#8211; Bundesstart 20.06.2019 Es war Liebe auf den ersten Ton. 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