{"id":12309,"date":"2019-05-26T23:11:11","date_gmt":"2019-05-26T22:11:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=12309"},"modified":"2019-05-26T23:12:11","modified_gmt":"2019-05-26T22:12:11","slug":"greta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/greta\/","title":{"rendered":"G R E T A"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/greta\/greta-4\/\" rel=\"attachment wp-att-12315\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12315\" title=\"Copyright FOCUS FEATURES\" alt=\"Greta 4, Copyright FOCUS FEATURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Greta-4.jpeg\" width=\"250\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Greta-4.jpeg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Greta-4-135x200.jpeg 135w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Greta-4-202x300.jpeg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><em>GRETA &#8211; Bundesstart 16.05.2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Neil Jordan war nie ein Filmemacher, der sich richtig einordnen lie\u00df. Truffauts Nouvelle Vague, Spielbergs Mainstream, Lumets Realismus, Capras hintersinnige Kom\u00f6dien, und Jordans &#8230; Zuerst ist da immer die ZEIT DER W\u00d6LFE. Und irgendwie wurde er das nie richtig los, obwohl er sich in allen Genres bewegt hat, und das auch gut konnte. THE CRYING GAME oder MICHAEL COLLINS, DAS ENDE EINER AFF\u00c4RE oder HIGH SPIRITS. Und all diesen Filmen haftet dennoch etwas besonderes an, was sie neben die Spur des gegebenen Genres f\u00fchrte. Man denke an CRYING GAME, mit der eindrucksvollsten Wendung gleich nach der Offenbarung von Luke Skywalkers Vater.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Mit GRETA wendet sich Jordan dem Psychothriller zu, wie man ihn aus etlichen Beispielen von den Achtzigern her kennt. Die weit besten davon waren EINE VERH\u00c4NGNISVOLLE AFF\u00c4RE oder WEIBLICH, LEDIG, JUNG. Eine vermeintlich zuf\u00e4llige Bekanntschaft wird zu einem Alptraum aus Anh\u00e4nglichkeit,\u00a0 Verfolgungswahn, Paranoia, und handfester Bedrohung. Die junge Frances wollte nur nett sein, als sie der wesentlich \u00e4lteren Greta ihre vergessene Handtasche zur\u00fcck bringt. Nette Gespr\u00e4che, etwas Tee. Zuerst der Austausch von Floskeln, sp\u00e4ter tiefergreifenderer Einblick ins Private. Frances kann sich an den Gedanken gew\u00f6hnen, in Greta eine neue Freundin kennen gelernt zu haben. Bis sie etwas in der Wohnung der liebensw\u00fcrdig scheinenden Dame findet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Lange Zeit l\u00e4sst sich Ray Wrights und Jordans Drehbuch nicht, um auf den Punkt zu kommen. Allerdings inszeniert Jordan auch derart aufdringlich, dass sofort klar wird, keine \u00dcberraschungen erwarten zu d\u00fcrfen. Wie immer sich die Geschichte entwickelt, kann sich der Zuschauer schon vorab darauf einstellen. Selbst die Restaurant-Szene k\u00fcndigt sich schon vorher an, wenngleich mit einem Ausgang, den man nicht unbedingt erwartet h\u00e4tte. Mit dem Dreigestirn Huppert, Moretz und Monroe steht und f\u00e4llt GRETA. Ihre Interaktionen sind tadellos, glaubw\u00fcrdig und wirken nicht gespielt. Auch wie sich die charakterlichen Eigenschaften der Drei aufteilen, ist durchweg gelungen. Das Monster, die Unschuld, die Verschlagene. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Aber da bleibt immer noch Jordans Inszenierung, die fast den Eindruck erweckt, als sollte das Besondere in dieser Variante eines Thrillers, die \u00dcbersteigerung sein. Das Spiel ist nicht mit dem Twist innerhalb der Erwartungshaltung, sondern das explizite Umsetzen genau dieser Ahnungen. Der starke, sogar aufdringliche Einsatz von Javier Navarretes Musik, ist daf\u00fcr ein gutes Beispiel. Auch sie l\u00e4sst lange vorher erahnen, was sich letztendlich auch erf\u00fcllen wird. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Frances<\/strong>: Ihr Chardonnay.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><strong>Greta<\/strong>: Hmm, ein bisschen wie du. Vielversprechend, aber dann entt\u00e4uscht er.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Daraus entwickelt sich sogar ein gewisser Reiz, weil der Thriller als solcher trotz allem funktioniert und bei G\u00e4nsehaut-Laune h\u00e4lt. Nick Emersons Schnitt geht mit Seamus McGarveys Bildern eine wunderbare Verbindung ein, in der jeder f\u00fcr sich gerade soviel preis gibt, um der Spannung gerecht zu werden, aber dabei nicht so offensichtlich vorgreift. Daf\u00fcr sorgt Neil Jordan schon selbst. ZEIT DER W\u00d6LFE hatte sehr viel innovatives, MICHAEL COLLINS eine straff, realistische Erz\u00e4hlweise, HIGH SPIRITS seine losgel\u00f6sten Albernheiten. Neil Jordan hat keine dieser zuordenbare Merkmale wie viele seiner Kollegen. Das hat nat\u00fcrlich sehr viel Gutes. Aber auf GRETA herunter gebrochen, fehlt dann doch etwas die stringentere Umsetzung. Gut gemeinte Hommage, Persiflage, oder ernst gemeinter Thriller. Was ist zum Beispiel mit den m\u00e4nnlichen Figuren, die als reine Stichwortgeber eingesetzt sind, sich daraus aber kein tiefer f\u00fchrendes Element ergibt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/greta\/greta-2\/\" rel=\"attachment wp-att-12313\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12313\" title=\"Copyright   FOCUS FEATURES\" alt=\"Greta 2, Copyright   FOCUS FEATURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Greta-2.jpg\" width=\"640\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Greta-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Greta-2-200x105.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Greta-2-300x158.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Isabelle Huppert, Clo\u00eb Grace Moretz, Maika Monroe, Stephen Rea, Colm Feore, Jane Perry u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Neil Jordan<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Ray Wright, Neil Jordan<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Seamus McGarvey<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Nick Emerson<\/em><br \/>\n<em> Musik: Javier Navarrete<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Anna Rackard<\/em><br \/>\n<em> Irland &#8211; USA \/ 2018<\/em><br \/>\n<em> 98 Minuten<\/em><\/p>\n<h6>Bildrechte:<strong> FOCUS FEATURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GRETA &#8211; Bundesstart 16.05.2019 Neil Jordan war nie ein Filmemacher, der sich richtig einordnen lie\u00df. 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