{"id":1258,"date":"2011-07-12T13:51:27","date_gmt":"2011-07-12T12:51:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=1258"},"modified":"2011-07-12T14:01:44","modified_gmt":"2011-07-12T13:01:44","slug":"company-men","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/company-men\/","title":{"rendered":"COMPANY MEN schliesst mit Plus im Erl\u00f6s"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-1260\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/company-men\/company-men-1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1260\" title=\"Company-Men-1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-1.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"200\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Es ist einer der unscheinbarsten Filme dieses Jahres. Und es ist einer der ehrlichsten Filme dieses Jahres. Denkt man an eine filmische Umsetzung in Bezug auf die vergangene weltweite Finanzkrise, dann scheint unweigerlich nur ein Name damit in Verbindung zu stehen. Es ist Oliver Stone, der mit \u201aMoney Never Sleeps\u2018 einen todsicheren \u201aWall Street\u2018-Nachfolger an der Hand hatte. Doch was als Antwort auf die Finanzkrise gelten wollte, war eher der B\u00f6rsensturz des sonst gerne so kontroversen Filmemachers. Da kommt nun unerwartet Fernsehveteran John Wells mit seinem Kinodeb\u00fct angeschlichen und sichert sich die Aktienmehrheit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Bobby Walker hat einen \u00e4u\u00dferst lukrativen Job bei GTX. Aber nur noch ganz kurze Zeit. Bobby Walker (Affleck) und seine Familie leben weit \u00fcber dem gehobenen Mittelstand. Und nach Bobby Walkers unvermittelter Entlassung ist sein gesellschaftliches Umfeld mit gen\u00fcgend Vernunft gesegnet, um sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Au\u00dfer Bobby Walker selbst.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1261\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-1261\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/company-men\/company-men-3\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1261\" class=\"size-full wp-image-1261\" title=\"Company-Men-3\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-3.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-3.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-3-200x142.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1261\" class=\"wp-caption-text\">John Wells mit Legende Roger Deakins an der Kamera<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">John Wells hat ein sehr starkes Charakter-St\u00fcck geschrieben. Selten war es so spannend, Figuren kennenzulernen und ihre Entwicklung mitzuerleben. Gleichzeitig ist \u201aCompany Men\u2018 auch eine intensive und intime Bestandsaufnahme eines Gesellschaftssystems, das sich selbst auffrisst. John Wells\u2018 ausgekl\u00fcgeltes und eindringliches Drehbuch l\u00e4sst Bobby Walker nicht allein die \u00dcbel der B\u00f6rsenwelt erleiden. Er stellt der Geschichte vier weitere Charaktere zur Seite und intensiviert das Spektrum globaler Ereignisse, die sich in pers\u00f6nlichen Schicksalen spiegeln.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1262\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-1262\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/company-men\/company-men-2\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1262\" class=\"size-full wp-image-1262\" title=\"Company-Men-2\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-2.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-2.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-2-200x131.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1262\" class=\"wp-caption-text\">Chris Cooper als Phil Woodward,frustiert und verletzt (zweiter v. r.)<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Da ist Phil Woodward (Cooper), der an seine Entlassung nicht glaubt, weil er sich zu lange im Gesch\u00e4ft w\u00e4hnt. Bobby Walker hingegen kann nicht an seine Entlassung glauben, weil er sich selbst so dynamisch, so unersetzlich findet. Zudem h\u00e4lt Bobby sich f\u00fcr so wichtig, dass er nach seiner Entlassung direkt in die oberste Etage geht, um ein f\u00fcr ihn offensichtliches Missverst\u00e4ndnis zu bereinigen. Dabei wird ihm schnell bewusst gemacht, dass er \u00fcberhaupt nicht so unersetzlich ist, wie er sich gef\u00fchlt hatte. Dann ist da GTX-Mitbegr\u00fcnder Gene McClary (Jones), der nicht wahrhaben will, wie sich die Welt in Bezug auf pers\u00f6nliche Integrit\u00e4t ver\u00e4ndert hat. Auf der anderen Seite will Bobby Walker nicht wahrhaben, dass selbst in Zeiten pers\u00f6nlich finanzieller Abh\u00e4ngigkeiten die Welt vollkommen unpers\u00f6nlich funktioniert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Jeder Situation und jeder Figur ist ein gegenl\u00e4ufiges Ereignis gegen\u00fcbergestellt. Gene McClary zum Beispiel k\u00e4mpft aufgrund seiner sozialen Verantwortung gegen die Entlassungen. Privat allerdings hat er keine Scheu, seine Frau zu betr\u00fcgen. Bobby Walker hat mit Zahlenschieberei sehr viel Geld verdient und steht unvermittelt vor dem Aus. Sein Schwager Jack (Costner) hingegen kann sich als Bauunternehmer vor Auftr\u00e4gen kaum retten. Hat Bobby vor nicht allzu langer Zeit noch ver\u00e4chtlich auf die harte, ehrliche und k\u00f6rperliche Arbeit von Jack hinabgesehen, muss er nun schmerzlich erfahren, dass er sich auf das von ihm geschm\u00e4hte Niveau von Arbeit begeben muss, um seine Familie zu ern\u00e4hren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">GTX war einmal eine kleine Werft, die im Laufe der Jahrzehnte zu einem weltumspannenden Konglomerat von diversen Firmen im Transportsektor expandierte. \u201aCompany Men\u2018 verdeutlicht anhand seiner Figuren, dass pers\u00f6nliches Engagement und Globalisierung, beruflicher Ehrgeiz und Aktien-Verantwortung keine Chance mehr haben, sozial vertr\u00e4glich ineinander zu greifen. Die zwei Entlassungswellen bei GTX sind Reaktionen auf die Verantwortung gegen\u00fcber dem Firmenkapital. \u201eWir haben fr\u00fcher f\u00fcr uns arbeiten lassen. Nun arbeiten wir f\u00fcr die Aktieninhaber,\u201c meint Vorstandvorsitzender James Salinger unger\u00fchrt. Mit Craig T. Nelson besetzt leider der schw\u00e4chste Charakter in einem sonst ausgezeichneten Ensemble. Bildet Ben Afflecks Walker Dreh- und Angelpunkt der Erz\u00e4hlung, sind Tommy Lee Jones, Chris Cooper und sogar Kevin Costner, dieser mit sehr viel weniger Leinwandzeit, stets gleichgestellte und gleichgewichtige Figuren.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1263\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-1263\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/company-men\/company-men-4\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1263\" class=\"size-full wp-image-1263\" title=\"Company-Men-4\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-4.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-4.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Company-Men-4-200x140.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1263\" class=\"wp-caption-text\">Klassenunterschiede durch Stolz und Vorurteil<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Am Ende wirkt die Aufl\u00f6sung der Geschichte wie ein vers\u00f6hnliches Happy End. Jeder findet zur\u00fcck in seine alte Bahn, dabei wirken die Charaktere gereifter. Auf den ersten Blick wird es entt\u00e4uschen, weil es scheint, als h\u00e4tte John Wells f\u00fcr das Ende eine heile Welt inszeniert. Doch wer tiefer blickt, erkennt das Problem dieser auf Gewinnmaximierung ausgelegten Welt. Das ist in Amerika noch schlimmer als im Rest der Welt, weil durch die soziale Arroganz der sich unschlagbar f\u00fchlenden Oberschicht finanzielle R\u00fccklagen \u00fcberhaupt keine Rolle spielen. Wer m\u00f6chte, kann im Ende von \u201aCompany Men\u2018 einen Hoffnungsschimmer erkennen. Aber eigentlich ist dies keine weiterf\u00fchrende Geschichte, sondern eine einnehmende und treffsichere Zustandsbeschreibung eines aufgebrochenen sozialen Gef\u00fcges. In Wirklichkeit hat sich nichts ge\u00e4ndert, wenn alle H\u00fcrden genommen sind. Bobby Walker kann wieder ver\u00e4chtlich auf seinen sich bei der Arbeit schmutzig machenden Schwager Jack herabblicken.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Ben Affleck, Tommy Lee Jones, Chris Cooper, Rosemarie DeWitt, Adrianne Krstansky, Maria Bello, Kevin Costner, Craig T. Nelson u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie &amp; Drehbuch: John Wells \u2013 Kamera: Roger Deakins \u2013 Bildschnitt: Robert Frazen \u2013 Musik: Aaron Zigman<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2010 \u2013 zirka 104 Minuten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist einer der unscheinbarsten Filme dieses Jahres. Und es ist einer der ehrlichsten Filme dieses Jahres. 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