{"id":12618,"date":"2019-08-07T22:45:57","date_gmt":"2019-08-07T21:45:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=12618"},"modified":"2019-08-07T22:49:50","modified_gmt":"2019-08-07T21:49:50","slug":"editorial-von-bing-zu-bond","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/editorial-von-bing-zu-bond\/","title":{"rendered":"Editorial: VON BING ZU BOND"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>VON BING ZU BOND<\/strong><\/h2>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>unsachliches und subjektives von Mainstream<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/cannes-2013-paul-newman\/mainstream-2\/\" rel=\"attachment wp-att-5303\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"Mainstream\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mainstream1.jpg\" width=\"100\" height=\"132\" \/><\/a>Es begab sich um 1940, als Bing Crosby, Bob Hope und Dorothy Lamour zusammen DER WEG NACH SINGAPUR drehten. Es war einfache, nette Unterhaltung mit einem funktionierenden Dreiergespann. Eigentlich waren es Sechs. Regisseur Victor Schertzinger und die Autoren Don Hartman sowie Frank Butler m\u00fcssen dazu gez\u00e4hlt werden. Also ein erfolgreiches Sextett, welches sich nicht auf diesen einen Streifen ausruhen wollte. Sehr schnell folgte ebenso erfolgreich DER WEG NACH SANSIBAR, und so weiter und so weiter. Insgesamt umfasste die Der-Weg-nach-&#8230;-Reihe sieben Filme. Im Laufe wechselten mal die Regisseure und die Drehbuchschreiber, was f\u00fcr die Serie aber kein Schaden war. Sieben Filme, und keine war emp\u00f6rt, niemand beschwerte sich. Es war auch Bing Crosby, der seine Rolle des Priesters Chuck O&#8217;Malley 1944 und 1945 mit nur einem Jahr Abstand in zwei Filmen wiederholte. Erlosch der Ideenschmiede Hollywood schon so fr\u00fch die Glut?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Es gibt Erhebungen, wie viele Filme im heutigen Verleih Fortsetzungen, Neuauflagen und \/ oder Genre bezogene Inhalte sind. Der Prozentsatz ist nicht niedrig, aber vollkommen irrelevant. Das Publikum ist da, und das Publikum zahlt. Und Studios werden nicht m\u00fcde zu sagen, dass sie an den Film glauben. Dieser Glaube bezieht sich aber nicht auf die kreativen Ideen, oder k\u00fcnstlerischen Umsetzungen. Sie glauben an das Geld, es geht immer ums Geld. Kein Produzent finanziert einen Film, weil er seinen Geldbeutel ausd\u00fcnnen m\u00f6chte, oder vereinsamten Nerds einen Gefallen schuldig ist. Warum auch? Hat der Obsth\u00e4ndler etwa seinen Laden er\u00f6ffnet, um Passanten kostenlos Kiwis in den Beutel zu stecken? Und jetzt stellt man sich obendrein noch vor, dass der vier Jahre alte Flachbildschirm den Geist aufgibt, und im Laden gibt es einzig und allein exakt nur dieses vier Jahre alte Modell. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nat\u00fcrlich muss das eine mit dem anderen nichts zu tun haben. Und das die Vergleiche an den Haaren herbei gezogen sind, wird das an erster Stelle stehende Argument sein. Also, zur\u00fcck zum Thema. Jemand geht in den Laden und will die DVD von K\u00d6NIG DER L\u00d6WEN erwerben, welchen er schon einige Male gesehen hat. Jetzt steht direkt daneben die brandaktuelle BluRay der photorealistischen Neufassung. Man hat die Wahl. Einer m\u00f6chte dabei mit Sicherheit Geld verdienen, und ein anderer k\u00f6nnte vielleicht Interesse an etwas Neuem haben. Und nichts davon ist verwerflich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zum einen gibt es die Phrase, &#8222;&#8230; ich kann diese Art von Filmen nicht mehr sehen&#8220;. Verst\u00e4ndlich, wenn man ins Multiplex geht, um den neuen Jim Jarmusch zu sehen, und mit Gewalt in das neueste Superhelden-Werk gezerrt wird. Oder schlaue S\u00e4tze wie, &#8222;denen f\u00e4llt \u00fcberhaupt nichts Neues ein&#8220;. Wie denn auch, es hei\u00dft doch seit Jahrzehnten, das alle Geschichten schon erz\u00e4hlt w\u00e4ren. Ganz reizend ist aber, &#8222;der geh\u00f6rt endlich weg&#8220;. Besonders gerne argumentiert bei einem bestimmten britischen Agenten, erdreistet sich eine einzelne Person, mit ihrer Meinung \u00fcber 80 Millionen zufriedener Zuschauer entscheiden zu k\u00f6nnen. Und dann gibt es ja noch die Fraktion, &#8222;das tu ich mir nicht an, da warte ich auf die DVD&#8220;. Warum das denn? Man kann es doch ganz bleiben lassen. Das Schlimmste daran ist, dass solche unsinnigen, selbstherrlichen Aussagen von Menschen kommen, die behaupten sich Cineasten zu nennen. Filmkenner, Filmversteher, wie auch immer. Und das tun sie selbstredend im Schutz der Anonymit\u00e4t, weil sie sich bei einer direkten Konfrontation nur l\u00e4cherlich machen w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ja, die Cineasten, deren gr\u00f6\u00dfte Furcht ist, dass man CASABLANCA neu verfilmen w\u00fcrde. Der beginnende Untergang der Zivilisation. Und auf der anderen Seite, die Mehrzahl, das ignorante Pack, die Freunde von Brutus, welche ein Remake von CASABLANCA wegen Desinteresse ohne ein Wort zu verlieren einfach nicht beachten. Es gibt tats\u00e4chlich Menschen, die noch nie einen erzkommerziellen Marvel-Film gesehen haben, und dennoch eine Sommergrippe bekamen. 2013 kam eine aufwendig restaurierte Fassung von DAS ZAUBERHAFTE LAND &#8211; THE WIZARD OF OZ in die Kinos. Atemberaubende Farben, mitrei\u00dfender Ton, eine perfekt 3D- Konvertierung. Der Film ist ein siebzig Jahre altes Juwel der Kinogeschichte, zweifelsfrei. Aber er ist nicht in W\u00fcrde gereift. Die Dialoge schrecken heute jeden Sechsj\u00e4hrigen. Die Inszenierung ist seit Jahrzehnten nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Die Darsteller sind kaum noch zu ertragen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ich darf das sagen, auch im Schutz der Anonymit\u00e4t, denn ich bin Cineast. Und als Cineast w\u00fcnsche ich mir konstruktive Auseinandersetzungen. Keine polemischen Verw\u00fcnschungen die ohne Grundlage getroffen werden, nur weil es schick ist und einen so erhaben \u00fcber den Dingen dastehen lassen sollen. 2017 waren von den 100 Topverdienern an den Kinokassen 30% Sequels oder Prequels, nur 4% Reboots und Remakes, 50 % waren Adaptionen, und fast 20 % basierend auf wahren Begebenheiten. Ehrlich, und bei dem ganzen Rest soll kein Film dabei sein, bei dem sich Kulturw\u00e4chter wohl f\u00fchlen? Ohne \u00fcberhebliche Kommentare, bevor sie den Film \u00fcberhaupt gesehen haben. Und damit kommen wir zur letzten dummen Phrase: &#8222;Wieso? Mir reicht schon, was ich dar\u00fcber gelesen habe.&#8220;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VON BING ZU BOND unsachliches und subjektives von Mainstream Es begab sich um 1940, als Bing Crosby, Bob Hope und Dorothy Lamour zusammen DER WEG NACH SINGAPUR drehten. Es war einfache, nette Unterhaltung mit einem funktionierenden Dreiergespann. 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