{"id":12705,"date":"2019-09-04T23:38:14","date_gmt":"2019-09-04T22:38:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=12705"},"modified":"2019-09-04T23:38:48","modified_gmt":"2019-09-04T22:38:48","slug":"i-am-mother","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/i-am-mother\/","title":{"rendered":"I AM MOTHER &#8211; von Netflix"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/i-am-mother\/i-am-mother-c\/\" rel=\"attachment wp-att-12709\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12709\" title=\"Copyright CONCORDE FILMVERLEIH\" alt=\"I am Mother c, Copyright CONCORDE FILMVERLEIH\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-c.jpg\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-c.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-c-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-c-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>I AM MOTHER &#8211; Bundesstart 22.08.2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Fluch und gleichzeitig Segen, das nennt man unter Filmfreunden Netflix. Der Segen ist die sofortige Verf\u00fcgbarkeit vom Fernsehsessel aus. Dass es passieren kann, sich doch einmal ins Kino bewegen zu m\u00fcssen, um einen Film zeitnah erleben zu d\u00fcrfen, k\u00f6nnte man als Fluch ansehen. Und doch ist es ein enormer Vorteil, dass einem in manchen L\u00e4ndern doch die M\u00f6glichkeit gegeben wird, bestimmte Filme im Vorfeld doch im Kino pr\u00e4sentiert zu bekommen. Und in Deutschland ist es bei I AM MOTHER der Fall. Vielleicht nicht bewusst nach diesen Kriterien erkoren, rechtfertigt ausgerechnet das reduzierte Umfeld der Filmhandlung, ein gro\u00dfes Bild, den maximal besten Raumklang und die Weite eines Auditoriums. Eigentlich ist I AM MOTHER etwas, das man Kammerspiel nennen k\u00f6nnte, weil sich eben die Reduktion auf alle Ebenen auswirkt. Das Set-Design, die Anzahl der Darsteller, selbst die Musikuntermalung. Aber alles zusammen ist stimmig und effizient.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Science-Fiction ist ein Genre welches sich kaum, oder sehr schwer definieren l\u00e4sst. Ob KRIEG DER STERNE, das man als M\u00e4rchen betiteln k\u00f6nnte, oder INTERSTELLAR als intellektueller Mindf**k (englisch macht es eine Spur weniger obsz\u00f6n). Die gro\u00dfen Schauwerte verbinden wesentlich einfacher die Wissenschaft mit der Fiktion.\u00a0 Wo schlie\u00dflich Science-Fiction bei Zuschauern aus allen Interessengruppen \u00fcbergreifend funktioniert, ist bei psychologischen Gedankenspielen. Viel besser noch, wenn die Fiktion weit in den Hintergrund ger\u00fcckt wird. Wie bei Spike Jonze&#8216; leider kaum beachteten HER, wo Mensch und k\u00fcnstliche Intelligenz unter Missachtung jeder Norm interagieren. Eine Charakterisierung dieser scheinbar nicht allzu fernen Zukunft wird weitgehend au\u00dfer Acht gelassen, weil irrelvant. Der ebenso verschm\u00e4hte, aber ebenso geniale EX MACHINA verlegt die Zukunft in ein greifbares Ambiente von heute. Daf\u00fcr sprengt er die physischen Grenzen zwischen Mensch und Maschine. Was w\u00e4re wenn, wird zum psychologischen Verwirrspiel, weil niemand es wirklich zu l\u00f6sen vermag, aber die Faszination dar\u00fcber h\u00e4lt einen fest.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">All diese Gedankenspiele f\u00fchren unweigerlich zu der Frage, wie man die Begrifflichkeit von k\u00fcnstlicher Intelligenz tats\u00e4chlich definieren muss, und welcher Spielraum darin gegeben sein kann. In I AM MOTHER zieht ein Roboter mit k\u00fcnstlicher Intelligenz ein menschliches Kind gro\u00df. Ziel ist es, die Erde neu zu besiedeln. Unmerklich r\u00fcckt die Ursache dieser Grundlage in den Hintergrund. Vorne an steht die Frage, wie ein artifizieller Geist ein menschliches Wesen zu einem solchen erziehen kann. Im Umkehrschluss bleibt die Ungewissheit, ob dieser Mensch wirklich als vollwertig in allen St\u00e4rken, aber erst recht auch Schw\u00e4chen, heranwachsen kann. Und m\u00fcsste dann nicht der Mensch die \u00fcberlegenere Spezies werden, indem er sich allerdings weit \u00fcber die Grenzen hinaus entwickelt, wo jenseits davon eine k\u00fcnstliche Intelligenz \u00fcberhaupt keinen Einfluss mehr haben kann. Was den Zuschauer als Frage bewegt, hat &#8218;Mutter&#8216; im Film l\u00e4ngst bedacht und vorbereitet. Am Ende wird mit logischer Rationalit\u00e4t, ein intuitiver Lern- und Denkprozess angesto\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/i-am-mother\/i-am-mother-a\/\" rel=\"attachment wp-att-12707\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12707\" title=\"Copyright CONCORDE FILMVERLEIH\" alt=\"I am Mother a, Copyright CONCORDE FILMVERLEIH\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-a.jpg\" width=\"640\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-a.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-a-200x123.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-a-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/span><\/a>Aber ist &#8218;Mutter&#8216; deswegen die Gute? Wenn sie Nachts in den Auflademodus schaltet und angeblich nicht mehr ansprechbar ist, l\u00e4sst sich das damit vereinbaren, dass man f\u00fcr &#8218;Tochter&#8216; eigentlich jederzeit verf\u00fcgbar sein sollte? Die Macher lassen den Zuschauer im st\u00e4ndigen Zweifel. Sie spielen geschickt damit, einer k\u00fcnstlichen Intelligenz grunds\u00e4tzlich zu misstrauen. Und sie schaffen gen\u00fcgend Situationen, alle Variationen von Wendungen m\u00f6glich zu machen. Doch misstraut ihr &#8218;Tochter&#8216; auch? Letztendlich ist der Roboter der einzige soziale Kontakt den sie je kennen gelernt hat, mit dem sie aufwuchs. Was f\u00fcr &#8218;Tochter&#8216; selbstverst\u00e4ndlich ist, die dadurch eine ganz andere Beziehung zu der Situation hat, wirft vielerlei Fragen auf. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die ausgedehnten R\u00e4umlichkeiten, schlichte, fast kalte G\u00e4nge und Zimmer, lassen die zwei Protagonisten klein und unbedeutend wirken. Sie verlieren sich. Auf paradoxe Weise entfacht es ein bedr\u00fcckendes Gef\u00fchl. Die Kulissen bilden einen starken Kontrast, zu der innigen, aber ungew\u00f6hnlichen Bindung zwischen den Hauptcharakteren. Der Aspekt des Genres Science-Fiction wird nicht verdr\u00e4ngt, oder heruntergespielt. Es ist der Katalysator f\u00fcr die Geschichte, wo die Zukunft nur durch Selbstbestimmung und -findung Bestand haben wird. Science-Fiction, die ohne die gro\u00dfen Schauwerte funktioniert, die intellektuell anspricht, und die herausfordert. Wo die Wissenschaft verst\u00f6ren kann und die Fiktion mit Gedankenspielen lockt. Da ist es ein Segen, dass sich Netflix zumindest in Deutschland f\u00fcr eine Kinoauswertung entschieden hat. Ganz gro\u00dfes und gro\u00dfartiges Kino, das sein Publikum \u00fcber den Abspann hinaus im Sessel beh\u00e4lt, wo bereits die ersten Diskussionen entbrannt sind. Die fabelhaften Deb\u00fctanten Grant Sputore im Regiesessel und Michael Lloyd Green mit Drehbuch, liefern tats\u00e4chlich Antworten. Letztendlich ist die Aufl\u00f6sung rational wie menschlich. Das beste beider Welten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2019\/i-am-mother\/i-am-mother-b\/\" rel=\"attachment wp-att-12708\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12708\" title=\"Copyright CONCORDE FILMVERLEIH\" alt=\"I am Mother b, Copyright CONCORDE FILMVERLEIH\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-b.jpg\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-b.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-b-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/I-am-Mother-b-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller:<strong> Tahlia Sturzaker, Clara Rugaard, Hilary Swank<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Mutter: <strong>Luke Hawker<\/strong> &#8211; Stimme:<strong> Rose Byrne<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Grant Sputore<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Michael Lloyd Green<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Steven Annis<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Sean Lahiff<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>Dan Luscombe, Antony Partos<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Hugh Bateup<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> Australien \/<\/strong> 2019<\/em><br \/>\n<em><strong> 117<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>CONCORDE FILMVERLEIH<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I AM MOTHER &#8211; Bundesstart 22.08.2019 Fluch und gleichzeitig Segen, das nennt man unter Filmfreunden Netflix. 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