{"id":13258,"date":"2020-01-03T19:44:04","date_gmt":"2020-01-03T18:44:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=13258"},"modified":"2020-01-04T00:05:25","modified_gmt":"2020-01-03T23:05:25","slug":"editorial-cats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/editorial-cats\/","title":{"rendered":"Editorial: CATS"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/editorial-cats\/cats-1\/\" rel=\"attachment wp-att-13251\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-13251 alignright\" title=\"Copyright UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL\" alt=\"Copyright UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-1.jpg\" width=\"234\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-1.jpg 260w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-1-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a><em><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/filmfestival-cannes-2013-paul-newman\/mainstream\/\" rel=\"attachment wp-att-5227\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5227\" alt=\"Mainstream\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mainstream.jpg\" width=\"100\" height=\"132\" \/><\/a>CATS &#8211; Bundesstart 25.12.2019<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Jon Favreau sich entschloss, sich f\u00fcr die Neuauflage von DSCHUNGELBUCH bei Disney durch zu bei\u00dfen, wollte er das als 95 Prozent am Computer generierten Live-Action-Film machen. Seine Intention war ziemlich einfach, wenngleich tollk\u00fchn. Er wollte wissen, wie weit man gehen konnte. Was man letztendlich konnte, war der ganze Weg. Das Ergebnis \u00fcberragend, und jeden Cent wert. Vielleicht h\u00e4tte Amblins Animationsstudio Amblimation den gleichen Weg eingeschlagen, wenn sie nicht in der Phase der Vorproduktion die Pforten geschlossen h\u00e4tten. Schlie\u00dflich ging es um singende und tanzende Katzen. Das Musical &#8218;Cats&#8216;, eines der erfolgreichsten Musicals weltweit, war eigenartigerweise in seinen 38 Jahren bisher nur einmal auf die Leinwand gebracht worden. Und das war, salopp gesprochen, nur eine etwas aufwendiger abgefilmte B\u00fchnenshow.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/editorial-cats\/cats-3\/\" rel=\"attachment wp-att-13254\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-13254\" title=\"Copyright UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL\" alt=\"Copyright UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-4.jpg\" width=\"300\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-4.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-4-167x200.jpg 167w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-4-251x300.jpg 251w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/span><\/a>Der urspr\u00fcngliche Produktionsgedanke verfl\u00fcchtigte sich, als sich zu dem gesungenen Reigen der Jellicle Cats Regisseur Tom Hooper gesellte. Seine filmische Interpretation von LES MISERABLES war eine gute Visitenkarte. Und Hooper hatte sogleich ganz gro\u00dfartiges vor, das setzte man auch so um, und hier sind sie nun. &#8218;<strong>You will believe<\/strong>&#8218; oder auch &#8218;<strong>the most joyful event of the holiday season<\/strong>&#8218; lauten die Schlagzeilen. Unbeirrt der katastrophalen Resonanzen welche die vorgeschobenen Trailer ein halbes Jahr vorher herauf beschworen hatten. Doch der kluge Kinog\u00e4nger ist stets gewappnet, man soll den Film nicht wegen des Trailers verteufeln. Aber man bef\u00fcrchtete Schlimmes, und es kam schlimmer. Und wer sich noch immer in Unwissenheit ob diesem omin\u00f6sen Geplappers wiegt, der muss die Tage nach der Premiere im Heaviside Layer verbracht haben <em>(ein eherner Beweis, dass sich der Autor dieser Zeilen mit dem Film auseinander gesetzt hat)<\/em>.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nur weil man den ganzen Weg gehen kann, hei\u00dft das nicht, dass man diesen Weg auch gehen muss. Und erst recht nicht, wenn man versucht ist, dabei durch unbekannte Gassen zu streunern. Ja, wie \u00fcberall anders auch, geht es einzig und allein um Visuelle Effekte und ein verqueres Konzept. Solche Zeilen m\u00f6gen bitter und mit der Zeit auch erm\u00fcdend sein, aber damit muss Tom Hooper einfach fertig werden. Jetzt ist CATS ohnehin ein extrem mageres St\u00fcck an Inhalt und Aussage. F\u00fcr 105 Minuten Film <em>(ohne Abspann)<\/em> ist eigentlich keine Handlung vorhanden. Im Grunde ist CATS weniger Musical als Nummernrevue. Im Zentrum steht die ausgesetzte Victoria, der sich viele Katzen namentlich und mit Hintergrundgeschichte in Liedform vorstellen. Noch bevor der neue Morgen anbricht gibt es dann soetwas wie einen obskuren Gewinner, der in den Heaviside Layer aufsteigen darf um wiedergeboren zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist eine sehr merkw\u00fcrdige Pr\u00e4misse, sich die Seele aus dem Leib zu singen um sterben zu d\u00fcrfen. Auch wenn man sich pudelwohl f\u00fchlt <em>(Hundebezug ohne Hintergedanken)<\/em>. Daf\u00fcr stehen auch die Musiknummern im Vordergrund, mal peppig, mal schnulzig, aber im typischen Musical-Modus, wo nur ganz wenig Lieder eigenst\u00e4ndig h\u00f6rbar sind. Am bekanntesten nat\u00fcrlich &#8218;Memory&#8216;, auf das man entgegenfiebert und auch den H\u00f6hepunkt der Show markiert. Jennifer Hudson wird in dieser Fassung die Aufgabe zuteil, was sie stimmlich sehr eindringlich meistert. Allerdings schauspielert sie mehr im Gesang und l\u00e4sst dabei ein wenig den emotionalen Pathos vermissen, der bei anderen S\u00e4ngerinnen so schaurig sch\u00f6n \u00fcbertrieben wird. Das ist CATS.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/editorial-cats\/cats\/\" rel=\"attachment wp-att-13252\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-13252 aligncenter\" title=\"Copyright UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL\" alt=\"Copyright UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-2.jpg\" width=\"640\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-2-200x91.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-2-300x136.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/span><\/a>Es ist schwer nachzuvollziehen, woran die Optik mit den Kulissen scheitert. M\u00f6glich w\u00e4re mangelnde Kooperation zwischen Kamera-Department und dem Set Design. Bei n\u00e4herer Betrachtung bleiben die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse von den Darstellern zu den einzelnen Settings konstant im Ma\u00dfstab. Nur in der Dynamik von Schnitt und Kamerabewegung bekam der Autor dieser Zeilen den irritierenden Eindruck, dass die Gr\u00f6\u00dfe der &#8218;Katzen&#8216; zu ihrem menschlichen Umfeld immer wieder stark variiert. Vorstellbar w\u00e4re eine intensivere Absprache der zwei Gewerke gewesen, was die perspektivischen Winkel im Kulissenbau auf der einen Seite angeht, und anderseits eventuell die verschiedenen Kamera-Brennweiten in den einzelnen Takes betrifft.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und da man gerade das Wort Dynamik verwendete, das kann einen Film mit viel Tanz und Musik durchaus positiv aufwerten. Auch wenn es im Grunde darum geht, welche Katze sterben darf. Doch wenn sich die Produktion damit br\u00fcstet, und das Marketing nicht m\u00fcde wird zu betonen, Francesca Hayward die erste Ballerina des Royal Ballet zwischen all den wesentlichen bekannteren Darstellern als Hauptdarstellerin besetzt zu haben, dann will man diese auch tanzen sehen. Aber die wenngleich sehr treibende Inszenierung l\u00e4sst nur in ganz wenigen, eigentlich viel zu wenigen Szenen einen l\u00e4ngeren und im Ausschnitt weiteren Blick auf Haywards Kunst zu. Ein Katzenjammer, wenn das Talent weniger zur Geltung kommt, wie es dem Zuschauer geg\u00f6nnt sein sollte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch was nutzt das kratzen und scharren, wenn ohnehin die denkbar schlechteste Idee war, menschliche Darsteller mit Computer generierten Fellen zu verkleiden, ihre Gesichter allerdings lediglich mit Makeup beizubehalten. Ja, es ist schon \u00fcberall auf und nieder bem\u00e4ngelt worden, es verst\u00f6rt aber weiterhin ungebrochen, die menschlichen Geschlechtsmerkmale zu sehen. Und es hat auch nichts verspieltes, oder erst recht nichts k\u00fcnstlerisches, wenn Victoria und Mistofelees ihre Gesichter katzen\u00e4hnlich aneinander reiben, geschweige denn mit realen Stimmen gefaucht und geknurrt wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8218;<strong>You will believe<\/strong>&#8218; und &#8218;<strong>the most joyful event of the holiday season<\/strong>&#8218; wurde jedem Ticketk\u00e4ufer versprochen. Aber es ist so, dass man nicht glauben kann was einem da geboten wird, und das freudigste Ereignis der Feiertage bleibt dann doch eher der betrunkene Onkel, der in den Weihnachtsbaum st\u00fcrzt. Nur weil man jetzt wirklich alles machen kann, muss man es nicht zwangsl\u00e4ufig machen. Irgendjemand mit Verantwortung muss das doch gesehen haben, noch bevor man diesen Film in die Kinos brachte. Aber auch die meisten Katzen erkennen nicht ihr Spiegelbild.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/editorial-cats\/cats-2\/\" rel=\"attachment wp-att-13253\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-13253\" title=\"Copyright UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL\" alt=\"Copyright UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-3.jpg\" width=\"640\" height=\"289\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-3.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-3-200x90.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cats-3-300x135.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: <strong>Francesca Hayward, Taylor Swift, Idris Elba, Laurie Davidson, Rebel Wilson, Ian McKellen, Dame Judi Dench, Jennifer Hudson, Ray Winston<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Tom Hooper<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch:<strong> Lee Hall, Tom Hooper<\/strong><\/em><br \/>\n<em> nach <strong>T.S. Eliot<\/strong> und <strong>Andrew Lloyd Webber<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Christopher Ross<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Melanie Oliver<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik:<strong> Andrew Lloyd Webber<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Eve Stewart<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Special Effects Supervisor: <strong>Paul Dimmer<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> USA &#8211; Gro\u00dfbritannien<\/strong> \/ 2019<\/em><br \/>\n<em><strong> 110<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CATS &#8211; Bundesstart 25.12.2019 Als Jon Favreau sich entschloss, sich f\u00fcr die Neuauflage von DSCHUNGELBUCH bei Disney durch zu bei\u00dfen, wollte er das als 95 Prozent am Computer generierten Live-Action-Film machen. Seine Intention war ziemlich einfach, wenngleich tollk\u00fchn. 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