{"id":13464,"date":"2020-01-27T20:00:12","date_gmt":"2020-01-27T19:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=13464"},"modified":"2020-01-27T20:01:31","modified_gmt":"2020-01-27T19:01:31","slug":"hank-moody-god-hates-us-all","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/hank-moody-god-hates-us-all\/","title":{"rendered":"Hank Moody: GOD HATES US ALL"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/hank-moody-god-hates-us-all\/hankmoody\/\" rel=\"attachment wp-att-13465\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-13465\" alt=\"hankmoody\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/hankmoody.jpg\" width=\"1600\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/hankmoody.jpg 1600w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/hankmoody-200x112.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/hankmoody-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/hankmoody-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Als Hank Moody seinen gefeierten Roman GOD HATES US ALL geschrieben hat, befand er sich bereits in einem Seelenzustand der ihn lange nicht loslassen wollte. Der Erfolg f\u00fchrte bei dem Mann ohne Lebensplan umgehend zu einer Schreibblockade. Moody hatte mit SOUTH OF HEAVEN und SEASONS OF THE ABYSS bereits zwei Romane ver\u00f6ffentlicht, einschlie\u00dflich GOD HATES US ALL nach Alben der Trash-Metal-Band Slayer benannt. Der unerwartete Erfolg stellte ihn auf eine H\u00f6he mit dem Generationenverst\u00e4ndnis eines Douglas Coupland und man betrachtete Moodys dritten Roman als moderne Variante von J.D. Salingers F\u00c4NGER IM ROGGEN. Tief im Herzen ist Hank Moody ein von den M\u00f6glichkeiten des Lebens sehr eingesch\u00fcchterter Mensch, dessen er sich auch bewusst ist. Genau deswegen geht er keinen Schwierigkeiten aus dem Weg, kann keiner Versuchung widerstehen, und verweigert sich gerne seinen Verantwortungen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><br class=\" wp-image-13466 \" title=\"Copyright MARCO MANNONE\" \/><span style=\"color: #000000;\">Das es GOD HATES US ALL zu lesen gibt, ist nat\u00fcrlich Moody zu verdanken. Aber Hank Moody hat GOD HATES US ALL eben nicht in Buchform gebracht. Genauso wenig wie FUCKING AND PUNCHING von Mia Lewis geschrieben wurde, das war n\u00e4mlich Hank Moody. Wer verwirrt ist, sollte zumindest die erste Staffel von CALIFORNICATION mit David Duchovny sehen. Eine 84 Teile umfassende Serie um einen selbstbezogenen, verantwortungslosen Lebemann, den der Erfolg weniger interessiert, als irgendeine Frau irgendeines Alters. Lediglich die Ex-Freundin genie\u00dft seine Zuneigung, mehr noch die gemeinsame Tochter. In dieser Welt von ungez\u00fcgeltem Sex, ungehemmten Trinkexzessen und der Leidenschaft f\u00fcr seine verpasste Familie, gibt es den gefeierten Roman GOD HATES US ALL. Als CALIFORNICATION wider Erwarten ein gr\u00f6\u00dferer Erfolg wurde, gr\u00f6\u00dfer als Sch\u00f6pfer Tom Kapinos selbst glauben wollte, gab es einen Mythos, der lediglich als Titel existierte. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00dcber kurze Umweg fand man einen willigen Autor f\u00fcr die gew\u00fcnschte Auftragsarbeit. Jonathan Grotenstein ist eigentlich professioneller Poker-Spieler, und hat zuvor gerade einmal mit einem befreundeten Profi-Spieler einen Leitfaden \u00fcber Poker als Buch verfasst. Grotenstein hatte beim Schreiben alle Freiheiten, weil in keiner Folge irgendetwas \u00fcber einen eventuellen Inhalt von GOD HATES US ALL bekannt wird. Ihm blieben vier Monate Zeit, eine Geschichte zu entwerfen, die man mit einem Hank Moody tats\u00e4chlich in Verbindung bringen k\u00f6nnte. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auf 208 Seiten der englischen, und 256 Seiten der deutsche Fassung wird aufgezeichnet, was wie ein Abriss aus Hank Moodys pr\u00e4genden Weg aus der Jugendphase wirkt. Episodenhaft, ohne eine wirkliche Handlung erz\u00e4hlt der Roman vom jungen Moody, der auch hier noch wenig Ahnung vom Leben hat und keinen Plan f\u00fcr die Zukunft. Obwohl aus gut situiertem Haus, verschl\u00e4gt es ihn in ein heruntergekommenes Hotel, umgeben von allerlei schr\u00e4gen Typen. Kaum \u00fcberraschend. Sein Geld verdient er sich als Drogenkurier und zu seiner destruktiven, impulsiv gef\u00e4hrlichen Ziehschwester unterh\u00e4lt er eine unzerst\u00f6rbare Freundschaft. Es ist ein Sammelsurium an eigenwilligen Figuren und absurden wie abstrusen Erlebnissen. Jonathan Grotenstein hat Charaktere und Ereignisse aus seiner eigenen Vergangenheit, oder nach H\u00f6rensagen verarbeitet. Alles bunt gemischt, manchmal eins zu eins, dann wieder diverse Wesensz\u00fcge auf eine Person vereint. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Tats\u00e4chlich lie\u00dft sich Grotensteins Buch wie von Coupland inspiriert, allerdings ohne den Zeitgeist zu treffen. Allerdings muss man auch sehr nachsichtig sein, weil man nicht einfach aus der Hand gesch\u00fcttelt einen Roman schreiben kann, der auf der Pr\u00e4misse aufgebaut ist Kult zu sein. Wahrscheinlich auch ein Grund, warum man in der Serie darauf verzichtet hat, irgendetwas \u00fcber Form und Inhalt von Moodys Erfolg zu verlautbaren. In der Absicht, der Serie mit diesem Buch eine zus\u00e4tzliche Ebene \u00fcber den filmischen Charakter hinaus zu verleihen, ist dieses Anliegen selbstredend verpufft. Aber Grotenstein ist kein Douglas Coupland, und auch kein J.D. Salinger. Selbst die lesbaren Anleihen an Bukowski hinterlassen keinen Eindruck. Was sp\u00fcrbar bleibt, ist die Bem\u00fchung den Geist von CALIFORNICATION und das Wesen von Hank Moody zu erfassen. <\/span><\/p>\n<div style=\"width: 334px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Copyright MARCO MANNONE\" alt=\"HankMoody4\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/HankMoody4.jpg\" width=\"324\" height=\"243\" \/><p class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #000000;\">JONATHAN GROTENSTEIN, photographiert von MARCO MANNONE<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wo die Serie durchweg unbefangen und unkonventionell bleibt, liest sich GOD HATES US ALL eher bem\u00fcht und verkrampft, wirkt also der Erwartung eines m\u00f6glichen Fans entgegen. Aber auch ein unvoreingenommener Leser wird darin kaum tiefgreifende Literatur finden. Allzu gerne und allzu oft wird v\u00f6geln und blasen geschrieben, kaum ein Dialog der ohne angestrengt sexuelle Anspielung auskommt, auch wenn es um ganz andere belanglose Themen geht. Dazu wird allen Figuren die exakt gleiche Sprech- und Ausdrucksweise in den Mund gelegt. So absurd, aber vielleicht auch real einzelne Szenen sein m\u00f6gen, es fehlt ihnen an origineller Aufl\u00f6sung, so wie den Personen einnehmender Tiefgang verwehrt bleibt. Zudem bringt man den abgekl\u00e4rten Hauptprotagonisten und seine gerade einmal 21 Jahre einfach nicht zusammen. Es mag ein harsches Urteil sein, aber GOD HATES US ALL ist wenigstens lesbare Strandlekt\u00fcre, oder angenehmer Zeitvertreib bis der Pizzalieferdienst klingelt.<\/span><\/p>\n<h5><em>Buch und Serie sind mit moderaten Preisen im Fachhandel oder Internet zu haben. Weitere Angaben erh\u00e4lt man bei Eingabe der jeweiligen Titel in die Suchmaschine. Ruck-Zuck, alles da.<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Hank Moody seinen gefeierten Roman GOD HATES US ALL geschrieben hat, befand er sich bereits in einem Seelenzustand der ihn lange nicht loslassen wollte. Der Erfolg f\u00fchrte bei dem Mann ohne Lebensplan umgehend zu einer Schreibblockade. 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