{"id":13641,"date":"2020-02-29T23:50:40","date_gmt":"2020-02-29T22:50:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=13641"},"modified":"2020-02-29T23:54:03","modified_gmt":"2020-02-29T22:54:03","slug":"just-mercy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/just-mercy\/","title":{"rendered":"JUST MERCY"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/brahms-the-boy-ii\/justmercy_mainart-indd\/\" rel=\"attachment wp-att-13635\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-13635\" title=\"Copyright WARNER BROS.\" alt=\"Just Merca 1, Copyright WARNER BROS.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-1.jpg\" width=\"260\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-1.jpg 260w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><em>JUST MERCY &#8211; Bundesstart 27.02.2020<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bryan Stevenson ist einer von vielen. Junger Anwalt, hungrig, enthusiastisch, optimistisch, und immer ein wenig naiv, aber mit den Hang die Welt zu retten. Er ist einer von vielen, doch wie man nicht nur anhand dieses Filmes feststellen kann, ist er einer von denen es noch lange nicht genug gibt. Der schwarze Havard Absolvent geht 1986 in den amerikanischen S\u00fcden, um kostenfrei f\u00fcr verurteilte M\u00f6rder im Todestrakt des Holman Staatsgef\u00e4ngnisses zu arbeiten. Nat\u00fcrlich begibt er sich als Schwarzer damit ganz bewusst in die H\u00f6hle des L\u00f6wen. Hier lernt er Walter McMillian kennen, verurteilt f\u00fcr ein Verbrechen welches er nicht begangen hat. Stevenson nimmt sich des Falles McMillian an, und in Verlauf dieser Zeit gr\u00fcndet der Anwalt die gemeinn\u00fctzige Initiative f\u00fcr Rechtsgleichheit. Im Bestreben Fehlverurteilungen, Justizwillk\u00fcr, und\/oder Rassendiskriminierung im Rechtssystem aufzudecken und Neuverhandlungen anzustreben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"> Regisseur Destin Daniel Cretton, der auch zusammen mit Andrew Lanham das Drehbuch nach Bryan Stevensons autobiografischen Buch verfasste, stellt ganz klar die Geschichte in den Vordergrund. In weiten Teilen der Inszenierung glaubt man sogar eine gewisse Vorsicht zu sp\u00fcren, um nicht Gefahr zu laufen Grundgedanken und Aussage zu verf\u00e4lschen. F\u00fcr das Kino ist so eine \u00e4hnlich konzipierte Geschichte wahrlich nicht fremd. Ein naiver Jurist, ein Todeskandidat, die Jagd nach der Wahrheit, die unverhohlene Kritik am System. Alles was JUST MERCY in seiner Dramaturgie anbietet, hat man schon dutzendfach gesehen. F\u00fcr viele Filme mit diesem altbekannten Thema war vielleicht auch schon Bryan Stevensons Buch um Walter McMillian die Inspiration. Selbst die Bilder und die Tonebene in JUST MERCY unterwerfen sich einer sehr geradlinigen und auf das Notwendigste reduzierten Erz\u00e4hlstruktur. Es gibt keine Spielereien, erweiterte Ebenen, oder gar Experimente. Cretton fixiert alle Komponenten auf das Schicksal von McMillian und dessen Hintergrund.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In seinem Rhythmus und der fast steril anmutenden Farbgebung wirkt JUST MERCY oft langweilig. Selbst die Nachbarschaft &#8222;Jenseits der Gleise&#8220;, in der die offensichtlich wesentlich \u00e4rmeren Schwarzen wohnen, hebt sich nicht optisch oder inszenatorisch von den aufdringlich konservativen Vierteln der Wei\u00dfen ab. Genau wie die dem\u00fctigende Willk\u00fcr, der sich sogar der eigentlich von Restriktionen befreite Anwalt unterwerfen muss, verliert durch seine n\u00fcchterne Darstellung an emotionaler Tiefe. Obwohl Destin Daniel Cretton kaum eine Gelegenheit ausl\u00e4sst ganz bewusst an die Gef\u00fchle des Zuschauers zu appellieren. Sei es bei dem Schicksal eines weiteren Klienten von Stevenson, die Geschlossenheit der schwarzen Gemeinschaft, die absehbaren rassistischen \u00dcbergriffe, der aussichtslos scheinende Kampf gegen die Windm\u00fchlen einer willk\u00fcrlichen Justiz. An vielen Stellen stellt sich der reale Ablauf der Ereignisse der filmischen Erz\u00e4hlung in den Weg, und der Film wirkt wie ein Leitfaden f\u00fcr das standardisierte Gerichtsdrama.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/brahms-the-boy-ii\/just-mercy-2\/\" rel=\"attachment wp-att-13636\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-13636\" title=\"Copyright WARNER BROS.\" alt=\"Just Mercy 2, Copyright WARNER BROS.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-2.jpg\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-2.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-2-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/span><\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">In seinem Rhythmus und der fast steril anmutenden Farbgebung wirkt JUST MERCY oft langweilig. Selbst die Nachbarschaft &#8222;Jenseits der Gleise&#8220;, in der die offensichtlich wesentlich \u00e4rmeren Schwarzen wohnen, hebt sich nicht optisch oder inszenatorisch von den aufdringlich konservativen Vierteln der Wei\u00dfen ab. Genau wie die dem\u00fctigende Willk\u00fcr, der sich sogar der eigentlich von Restriktionen befreite Anwalt unterwerfen muss, verliert durch seine n\u00fcchterne Darstellung an emotionaler Tiefe. Obwohl Destin Daniel Cretton kaum eine Gelegenheit ausl\u00e4sst ganz bewusst an die Gef\u00fchle des Zuschauers zu appellieren. Sei es bei dem Schicksal eines weiteren Klienten von Stevenson, die Geschlossenheit der schwarzen Gemeinschaft, die absehbaren rassistischen \u00dcbergriffe, der aussichtslos scheinende Kampf gegen die Windm\u00fchlen einer willk\u00fcrlichen Justiz. An vielen Stellen stellt sich der reale Ablauf der Ereignisse der filmischen Erz\u00e4hlung in den Weg, und der Film wirkt wie ein Leitfaden f\u00fcr das standardisierte Gerichtsdrama.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das JUST MERCY letztendlich doch nicht so langweilig, oder uninteressant wird, liegt in der Ungeheuerlichkeit einer wahren Geschichte, die wider Erwarten nicht aus dramaturgischen Gr\u00fcnden ver\u00e4ndert wurde. Auch wenn dieser Fall bereits fast 25 Jahre zur\u00fcck liegt. Es scheint sich nichts, aber auch gar nichts in der Rassenfrage getan zu haben. Das Szenario entfaltet sich wie ein Kaleidoskop voller Klischees, wie man gesellschaftliche Ungerechtigkeit und soziale Missst\u00e4nde am billigsten und manipulativsten anprangern kann. Was allerdings dramaturgisch unoriginell und simplifiziert aussieht, macht den eigentlichen Skandal aus, denn nach wie vor ist es genau so einfach, unverhohlen und perfide. Das macht w\u00fctend, das macht verbittert, man bleibt hilflos. Genau so spricht einen dieser Film auch an.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Seine Darsteller sind gut, doch allesamt bleiben sie weit hinter ihren schon oft demonstrierten M\u00f6glichkeiten. Auch hier stellt Destin Daniel Cretton den Inhalt \u00fcber die Kunst. In einem gewissen Grad sogar erstrebenswert und zweckdienlich, aber das macht JUST MERCY als Film nicht wirklich gut oder besser. Als Pl\u00e4doyer f\u00fcr Gerechtigkeit und Menschlichkeit hingegen, ist er unbestritten wichtig. Nicht nur bezogen auf schwarze Minderheiten oder ein willk\u00fcrliches Rechtssystem. Es betrifft alle, in allen Schichten und Lebensbereichen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/brahms-the-boy-ii\/just-mercy-3\/\" rel=\"attachment wp-att-13637\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-13637\" title=\"Copyright WARNER BROS.\" alt=\"Just Mercy 3, Copyright WARNER BROS.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-3.jpg\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-3.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-3-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Just-Mercy-3-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: <strong>Michael B. Jordan, Jamie Foxx, Brie Larson, Tim Blake Nelson, Rob Morgan, Rafe Spall<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Destin Daniel Cretton<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Destin Daniel Cretton, Andrew Lanham<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Brett Pawlak<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Nat Sanders<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik:<strong> Joel P. West<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Sharon Seymour<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong> USA<\/strong> \/ 2019<\/em><br \/>\n<em> <strong>137<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>WARNER BROS.<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>JUST MERCY &#8211; Bundesstart 27.02.2020 Bryan Stevenson ist einer von vielen. Junger Anwalt, hungrig, enthusiastisch, optimistisch, und immer ein wenig naiv, aber mit den Hang die Welt zu retten. 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