{"id":14,"date":"2010-12-01T00:00:52","date_gmt":"2010-11-30T23:00:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=14"},"modified":"2013-01-15T12:55:16","modified_gmt":"2013-01-15T11:55:16","slug":"the-walking-dead-die-komplette-erste-staffel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2010\/the-walking-dead-die-komplette-erste-staffel\/","title":{"rendered":"THE WALKING DEAD &#8211; die komplette erste Staffel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2010\/the-walking-dead-die-komplette-erste-staffel\/andrew-lincoln-wm-560\/\" rel=\"attachment wp-att-27\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27 alignleft\" title=\"copyright AMC Scott Garfield\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Abge-WalkingD.jpg\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"200\" \/><\/a><strong>THE WALKING DEAD<\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\">seziert und gespoilert <\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Was ist der Zombie in unserer Gesellschaft? Dem Zombie fehlt schlichtweg die Aura des Mysteri\u00f6sen, des Unnahbaren, des Interessanten. Jekyll und Hyde, der Werwolf oder die Katzenmenschen. Sei es Buffy oder alles, was an Vampiren durch die Nacht schleicht. Ein Mensch, erschaffen aus vielen Teilen anderer Menschen. Der Au\u00dferirdische, der im Wandschrank wohnt, oder Invasoren aus f\u00fcr uns unvorstellbaren, anderen Welten. Der Zombie ist einfach nur h\u00e4sslich. Er ist nicht von inneren D\u00e4monen getrieben und er hat auch keine wirklichen Ambitionen. Er riecht schlecht und es wird mit der Zeit auch nicht besser. <!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Jedes Monster aus Buch, Film und Fernsehen versucht einen phantastischen Bezug zu der inneren Zerrissenheit eines Menschen herzustellen. Der sichere Platz Erde gegen die unerforschten Welten unseres Universums. Der ehrbare Mensch gegen das Ignorieren aller Etiketten. Das biedere Leben gegen die Verdammnis der Nacht und der Unsterblichkeit. Der Zombie hingegen hat nur dein Bestes im Sinn, bietet dabei aber keinerlei Faszination. Er ist nichts weiter als der erhobene Zeigefinger f\u00fcr unsere Sterblichkeit. Und diese Sterblichkeit ist wirklich bitter. Niemand m\u00f6chte so durch die Welt wandern, zerrissene Kleidung und abfallende Hautfetzen, Mundgeruch und spr\u00f6des Haar. Nat\u00fcrlich fragt man sich, wie so ein Ph\u00e4nomen m\u00f6glich ist, aber das ist es dann auch schon. Der Rest nervt nur, weil sie sich dann auch noch \u00fcberall herumtreiben. Deswegen werden sie ja auch Walking Dead genannt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Frank Darabont jedenfalls fragt sich nicht, wie dieses Ph\u00e4nomen m\u00f6glich ist. Rick Grimes hei\u00dft der Deputy Sheriff, der nach dem Erwachen aus dem Koma in die untote Welt gesto\u00dfen wird. Es ist die Welt von Robert Kirkman, der mit den Zeichnern Tony Moore und Charlie Adlard den kl\u00e4glichen Rest der Menschheit der Zombie-Apocalypse aussetzte. Obwohl es sich in den vergangenen Monaten regelrecht aufgedr\u00e4ngt hat, die Comic-Reihe zu lesen oder zumindest anzurei\u00dfen, w\u00e4re jeder Versuch eines Vergleichs sowieso ein sinnloses und absurdes Anliegen. Sind die Comics gut? Wer wei\u00df. Wie stehen die Comics zu der begonnenen Serie? Interessiert das denn? Ist die Serie gut? Der Pilot jedenfalls ist brillant. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Frank Darabont ist dieser geniale Kopf hinter den besten Stephen-King-Verfilmungen SHAWSHANK REDEMPTION und GREEN MILE, aber auch dem zu Unrecht gefloppten THE MAJESTIC. Darabont auf dem Regiesessel bedeutet, dass ein intimes, zwischenmenschliches Drama zum Epos wird, und weltliche Dimensionen auf ein ber\u00fchrendes Kammerspiel heruntergebrochen werden. Darabont ist Schauspieler-Regisseur, der dabei immer das gro\u00dfe Ganze zu ber\u00fccksichtigen versteht. An seine Seite gesellte sich Gale Anne Hurd, dieses zerbrechliche Frauenwesen, das von seiner Produzenten-Position aus Knaller wie ALIENS, TERMINATOR oder ARMAGEDDON zu verantworten hat. Dank des Bezahlsenders HBO und seiner Bereitwilligkeit, gute Programme auch entsprechend finanziell aufzupeppen, haben sich amerikanische Fernsehformate mittlerweile an gehobenes Kinoniveau angen\u00e4hert. Der Sender AMC hat die Strategie begriffen und mit MAD MEN vor vier Jahren ein Fernseh-Ereignis kreiert. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Frank Darabont war von Anfang an von Kirkmans Comic-Welt THE WALKING DEAD angetan. Schrieb ein Drehbuch f\u00fcr die erste Episode, holte Gale Anne Hurd an seine Seite und wollte das Ganze auch noch produzieren. Und damit auch wirklich niemand nein sagen konnte, bot Darabont an, bei Folge eins auch noch Regie zu f\u00fchren. Und AMC, mit dem wachsenden Erfolg von MAD MEN gest\u00e4rkt, griff Anfang des Jahres 2010 begeistert zu. Was folgte, war eine beispiellose Werbe-Kampagne, die mit allem Angriff, was die moderne Kommunikation m\u00f6glich macht, ausf\u00fchrlicherer Ausschnitt auf der Comic-Con in San Diego inklusive. Mit einem bisher einmaligen Publicity-Stunt geisterten am Tag vor der Sonntagspremiere zeitgleich in s\u00e4mtlichen Metropolen der Welt Flash-Mob-artig ganze Zombie-Horden durch die Innenst\u00e4dte. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Frank Darabont fragt sich nicht, wie dieses Ph\u00e4nomen der auferstandenen Toten m\u00f6glich ist. Darabont fragt in erster Linie, wie ein rationaler Mensch mit so einer Situation fertig werden kann. Seinen Protagonisten schickt er traumwandlerisch durch die ver\u00e4nderte Welt, wo der nicht in der Lage ist, die Ereignisse rational zu erfassen. Der Provinz-Deputy Rick Grimes wird ebenso traumwandlerisch hervorragend verk\u00f6rpert von Andrew Lincoln. Mit ihm wird der blutige Horror auf eine schmerzliche Trag\u00f6die heruntergebrochen. Erkl\u00e4rungen werden kommen, kein Zweifel, aber Deputy Sheriff Rick Grimes muss erst einmal zu \u00fcberleben verstehen. \u00c4hnlich wie der Zuschauer die Situation zu begreifen lernen muss. Und man begreift diese absurde Welt als ebenso absurden Fakt, weil sich die Geschichte trotz aller Brutalit\u00e4t auf die Menschen fixiert. Die Pilotfolge beginnt mit drei verschiedenen Einstiegen. Der Erste bereits in der Zeit nach der Apokalypse und mit einem kurzen Ausblick auf die unsch\u00f6nen Seiten des Lebens. Der Zweite skizziert kurz das Leben von Deputy Grimes und seinem Freund und Partner Shane vor dem Ausbruch in ihrer Kleinstadt, in einem nur scheinbar willk\u00fcrlichen Dialog. Schlie\u00dflich beginnt die Folge, als Grimes nach einem Unfall aus dem Koma erwacht. Das Krankenhaus wirkt verlassen. Dem nach Erkl\u00e4rungen suchenden Rick Grimes strecken sich durch eine mit Ketten gesicherte T\u00fcr nur unnat\u00fcrlich bleiche und knochige Finger entgegen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Schlaumeier unter den Lesern schreit nat\u00fcrlich sofort nach Plagiat. Allerdings ist das v\u00f6llig unangebracht. Den aus dem Koma in eine f\u00fcr ihn katastrophal ver\u00e4nderte Welt erwachende Helden gab es auch schon vor 28 DAYS LATER. Also, Ruhe bewahren. Es ist ein hervorragendes Stilmittel, den richtigen Ton der Serie zu gestalten, ohne sich mit der lauten und chaotischen Szenerie der vorausgegangenen Ver\u00e4nderung auseinandersetzen zu m\u00fcssen. Der Zuschauer muss die Umst\u00e4nde nicht zwingend erfahren, nicht sofort. Warum auch, der vom Zuschauer begleitete Protagonist findet seine Erkl\u00e4rungen auch erst sp\u00e4ter. Es wird eine Folge geben, oder zumindest Szenen in einer Folge, wo Erkl\u00e4rungsversuche f\u00fcr die Apokalypse unternommen werden. Davon muss man einfach ausgehen, und sicherlich wird das auch sehr spannend umgesetzt. Doch f\u00fcr den zuschauerbindenden Einstieg bleibt es noch irrelevant. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als guter Ermittler vermutet Rick Grimes nach wenigen Hinweisen, dass seine Frau und der gemeinsame Sohn in Atlanta Schutz gesucht haben m\u00fcssen. Weil Sprit Mangelware geworden ist, steigt Grimes vom Polizeiwagen aufs Pferd um und macht sich auf den Weg in die Gro\u00dfstadt. Sein vorher abgesetzter Hilferuf \u00fcber CB-Funk wird in einem Zeltlager au\u00dferhalb Atlantas geh\u00f6rt, die R\u00fcckrufe kann Grimes allerdings nicht empfangen. An diesem sp\u00e4ten Punkt der Episode schl\u00e4gt die Handlung einen (ersten) Bogen f\u00fcr den weiteren Verlauf, als man Grimes Frau das erste Mal auf einem Foto zu Gesicht bekommt. Grimes Foto seiner Frau, in Bezug auf die Ereignisse im Zeltlager au\u00dferhalb Atlantas, werden einige Zuschauer sehr leicht missverstehen. Es kann durchaus passieren, dass man diesem Wendepunkt eine ganz billige Dramaturgie unterstellen wird. Doch Darabonts Drehbuch offenbart dabei seine eigentliche Genialit\u00e4t. Der Anfangs bereits erw\u00e4hnte, scheinbar willk\u00fcrliche Dialog, entpuppt sich als sehr wichtige Klammer f\u00fcr die sich sp\u00e4ter offenbarende Situation. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrenddessen reitet Grimes in das sprichw\u00f6rtlich ausgestorbene Atlanta. Und da muss er umgehend feststellen, dass das Stadtleben eben doch nicht so beschaulich ist, wie auf dem Land. Ausgestorben hei\u00dft eben in dieser neuen Welt, Unmengen von wandelnden Toten. Mit einem erdr\u00fcckenden Cliffhanger endet dieser in allem \u00fcberzeugende Pilotfilm. Und umgehend schreit der Zuschauer nach mehr. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Sp\u00e4rliche Musikuntermalung, elegische Kamerafahrten und exzellente Darsteller. Dass es schwer sein muss, dieses Niveau zu halten, steht au\u00dfer Frage. Aber es sind Zombies, da ist alles drin. Das Genre ist alles andere als neu, also gibt es Szenen, die man schon einmal gesehen hat, und es wird im Verlauf der Serie noch einige Szenen geben, die man andernorts schon besser inszeniert gesehen hat. M\u00f6glich. Aber gerade mit diesem Pilotfilm ist es durchaus m\u00f6glich, dass diese Toten auf vollkommen neuen Wegen wandeln werden. Es wird sich zeigen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Schon jetzt kann man sagen, dass AMC mit diesem Programm eine Vorreiterrolle \u00fcbernommen hat, wo Nacheiferer nicht sehr lange auf sich warten lassen d\u00fcrften. Die Freiz\u00fcgigkeit, mit der Gewalt mittlerweile im Fernsehen vermittelt wird, hat f\u00fcr das Horror-Genre ein sehr weites Feld ge\u00f6ffnet. Und gerade f\u00fcr den gemeinen Zombie ist das Fallen der restriktiven Grenzen von graphischer Gewalt von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit. Denn was hat der Zombie schon zu bieten?\u00a0 Ihm fehlt ja die Magie eines Vampirs, oder die Faszination \u00fcber die derbe M\u00e4nnlichkeit von Werw\u00f6lfen. Der Zombie fault, stinkt und bei\u00dft sich so durchs Leben. Gregory Nicotero hat sich als neuer Hohepriester f\u00fcr Special-Makeup einiges f\u00fcr WALKING DEAD einfallen lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Selbstverst\u00e4ndlich explodieren da die einen oder anderen K\u00f6pfe, die Sache will es. Aber Nicoteros Konzept des wandelnden Toten sieht gleichzeitig eine Ann\u00e4herung der eigentlichen Fressmaschinen an einen eigenst\u00e4ndigen Charakter vor.\u00a0 In den Massenszenen mit hunderten und mehr Zombies werden die Statisten in drei Kategorien von unterschiedlich ausf\u00fchrlichem Make-up und Kost\u00fcm eingeteilt, um den Aufwand im finanziell vertretbaren Rahmen zu halten. Im Bildhintergrund die kaum erkennbaren Figuren, ohne prothetische Ver\u00e4nderungen. Im Mittelbereich des Kamerabildes tummeln sich die schon etwas differenzierteren Kollegen mit gr\u00f6\u00dferen, aber noch nicht aufw\u00e4ndig geschminkten Verwundungen und Abnutzungserscheinungen. Der gruselige Clou liegt in den gut ins Bild gesetzten Zombies, wo jede Figur als \u00dcberrest eines tats\u00e4chlich menschlichen Individuums erkennbar sein muss. Dieses verwesende B\u00fcndel des erhobenen Zeigefingers der Sterblichkeit als eigenst\u00e4ndiger Charakter. Das verfehlt nicht seine Wirkung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Einstieg der sechsteiligen Staffel ist jedenfalls gelungen. Die ungew\u00f6hnliche Laufzeit von 65 Minuten verdeutlicht, wie viel R\u00fccksicht auf die Atmosph\u00e4re und das richtige Tempo genommen wurde. Weder wollte man diesen Appetithappen in die 45-Minuten-Schablone pressen, noch mit Unsinnigkeiten auf 90 Minuten aufblasen. Auf vielen Seiten kann man eine Laufzeit von 90 Minuten nachlesen. Das ist aber dem eigenartigen Umstand zu verdanken, dass in Amerika stets die Programml\u00e4nge angegeben wird, die Werbung also mit eingerechnet wird. Die restlichen Folgen werden mit einer regul\u00e4ren Laufzeit von zirka 45 Minuten angek\u00fcndigt. Aber man kann es wirklich verkraften, sollte sich die Macher f\u00fcr eine l\u00e4ngere Laufzeit entscheiden. Wenn sie qualitativ halten k\u00f6nnen, was sie mit dem Pilotfilm versprochen haben, kann es nicht lange genug gehen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Man denke nur an diese eine Szene: Deputy-Sheriff Rick Grimes mit einem Zombie im Park. Ein wahrliches G\u00e4nsehaut-Erlebnis, wie es Fernsehen nur ganz selten gelingt. Da hat sich wirklich etwas eingebrannt.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>THE WALKING DEAD:\u00a0 01&#215;01 &#8211; Days Gone Bye<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\"><em>Darsteller: Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun, Chandler Riggs u.a.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\"><em>Regie und Teleplay: Frank Darabont nach den Comics von Robert Kirkman (auch Produzent) \u2013 Kamera: David Tattersall \u2013 Originalmusik: Bear McCreary \u2013 Bildschnitt: Hunter M. Via \u2013 Produktionsdesign: Gregory Melton \u2013 Special-Makeup-Effects: Greg Nicotero<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\"><em>USA \/ 2010 \u2013 zirka 65 Minuten<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">The Walking Dead &#8211; Guts<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\">ausgeweitet und gespoilert <\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Deutschlandstart zu dieser Serie verlief entt\u00e4uschend. Der \u00fcber das Paket von Sky empfangbare FOX-Channel strahlte die Pilotfolge im falschen Bildformat aus, was nur durch experimentelle Einstellungsversuche an Decoder und Bildschirm in den Griff zu bekommen war. Zudem fehlte die angek\u00fcndigte englische Tonspur. Doch bleibt die Hoffnung, dass die Fehler im Format und Ton vielleicht nur regional bedingt waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wesentlich schlimmer: Die erste Folge war um 20 Minuten k\u00fcrzer als in der amerikanischen Erstaustrahlung. Nicht etwa, dass man dem Zuschauer die Grausamkeiten ersparen wollte, ganz im Gegenteil, man k\u00fcrzte an Dialogen und innerhalb der Szenenabl\u00e4ufe. Allein die viereinhalbmin\u00fctige Einstiegssequenz war um zwei Minuten gestrafft. Erkl\u00e4rungen findet man weder bei Fox noch in irgendwelchen Foren. Kein guter Start, wenn man sich ein Publikum schaffen will. Noch dazu ein sehr begieriges Publikum, das in den letzten sechs Monaten richtig hei\u00df gemacht wurde. Sehr, sehr \u00e4rgerlich. Ein Mensch wie Frank Darabont hat seinen guten Ruf nicht von ungef\u00e4hr, deswegen sollte man annehmen, dass er sich vielleicht etwas dabei denkt, Szenen auf gewisse L\u00e4ngen hin zu konzipieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Im herk\u00f6mmlichen Serienformat von 45 Minuten geht es bei WALKING DEAD in die zweite von sechs Runden, allerdings in diesem Sinne auch so angedacht. War Episode eins eine episch ruhige Erfassung von Exposition und Status quo, flie\u00dft die zweite Episode in gew\u00f6hnlicheren Serienwassern. Wobei die Wortwahl \u201egew\u00f6hnlich\u201c mit \u00e4u\u00dferster Vorsicht zu genie\u00dfen ist. Was man bei GUTS sieht, hat man so noch nicht in einer Fernsehserie gesehen. Das englische Guts im Titel steht dabei f\u00fcr alle seine verschiedenen Bedeutungen im Deutschen, aber am auff\u00e4lligsten f\u00fcr das Ged\u00e4rm.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In einer Art sanften \u00dcbergangs hat Frank Darabont auch f\u00fcr diese Episode das Drehbuch verfasst, den Regiestuhl aber Michelle MacLaren \u00fcberlassen. MacLaren hat schon in verschiedenen Spannungsserien Regie gef\u00fchrt, ist aber eher als Produzentin f\u00fcr HARSH REALM, den X-AKTEN, etlichen Fernsehfilmen und der ebenfalls von AMC gemachten Serie BREAKING BAD aufgefallen. Ihre bisherige Arbeit mit Thriller- und Horrorelementen ist ganz offensichtlich und h\u00f6rbar f\u00fcr WALKING DEAD von unsch\u00e4tzbarem Wert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Aber welch trauriger Schnitzer schleicht sich da gleich zu Beginn ein? Mit einer vom Handlungsverlauf losgel\u00f6sten Sequenz beginnt auch diese Episode. Aber muss es denn unbedingt eine Frau sein, die alleine zum Pilzesuchen in den Wald geht? Noch dazu handelt es sich um die Angetraute unseres Helden Rick Grimes. Welcher Drehbuchschreiber schickt nach einem Zombie-Ausbruch eine Frau alleine in den Wald und erschreckt sie dann auch noch mit knackenden Zweigen? Und wer glaubt, dass Lori Grimes wirklich in Gefahr ist, wenn sie ihrem Mann noch nicht begegnet ist? Beide haben da ja noch einiges zu kl\u00e4ren. Es ist ein lausiger Spannungsmoment, der ziemlich billig wirkt und deshalb mehr ver\u00e4rgert, als dass er unterh\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Um ein Vielfaches spannender ist Deputy Grimes\u2018 Flucht aus dem Panzer, in den er sich vor den Menschenfleisch fressenden Horden retten musste. Er trifft auf eine Gruppe, die zu dem Lager au\u00dferhalb der Stadt geh\u00f6rt, in dem sich Lori und Ricks Kumpel und Kollege Shane befinden. Ach nein, Lori und Shane befinden sich ja nicht im Lager, sondern in verf\u00e4nglichen Positionen auf dem Waldboden. Durch Grimes unvorsichtiges Verhalten am Panzer werden die wandelnden Toten auch auf die Gruppe aufmerksam, die sich bisher unauff\u00e4llig in der Stadt aufhielt, um sich mit Proviant zu versorgen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Oberfl\u00e4chlich betrachtet ist Folge zwei eine einfache Cut-and-run-Episode, wobei auch hier das Cut in seiner eigentlichen Bedeutung zu verstehen ist. Doch die Folge zeigt auch behutsam Rick Grimes\u2018 Entwicklung in dieser f\u00fcr ihn neuen Welt. Aus dem lethargisch seinem Ziel folgenden Familienvater bricht langsam die F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit heraus, die er als Deputy-Sheriff auch haben sollte. Doch in einer aus den Fugen geratenen Welt die Oberhand zu behalten ist sehr schwer. Es gibt eben nicht mehr viele Menschen, die sich Typen wie Merle Dixon entgegenstellen, einem rassistischen und r\u00fccksichtslosen Proleten direkt aus dem Redneck-Handbuch. Michael Rooker verk\u00f6rpert diesen fiesen Sack mit fieser Finesse. Noch bevor er seine Tiraden beendet hat, m\u00f6chte man ihn schnellstens vom Dach schubsen. Grimes hingegen fesselt ihn mit Handschellen an ein Stahlgestell. Ungl\u00fcckliche Umst\u00e4nde f\u00fchren dazu, dass er dort auch noch eine ganze Weile gefesselt bleiben wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Zombie der Woche ist William Dunlap. Dunlap nimmt hier die Stellung des sogenannten Bike-Girls aus dem Pilotfilm ein. Es ist dieser emotionale Faustschlag, den man in einer absolut ekelerregenden Sequenz einfach nicht erwartet. Um an einen entfernt stehenden LKW zu kommen, m\u00f6chte sich Grimes mit Blut und Innereien eines Zombies eindecken, um von den Wandlern auf der Stra\u00dfe nicht als lebende Beute gerochen zu werden. Sein neuer Kumpel Glenn muss ihn dabei unterst\u00fctzen, damit die sechsk\u00f6pfige Gruppe endlich aus der Stadt verschwinden kann. Um sich notwendiges Verschleierungsmaterial zu besorgen, muss man nat\u00fcrlich einen Zombie erst mal zerlegen, und das geschieht hier nicht fachgerecht. Aber bevor der erste Axthieb niedergeht, beugt sich Grimes unvermittelt nach unten, greift nach der Geldb\u00f6rse des vermeintlichen Lieferanten von Todfleisch und liest der Gruppe den Namen auf dem F\u00fchrerschein vor. Rick Grimes gibt den vormals wandelnden Toten seine W\u00fcrde zur\u00fcck, er verdeutlicht ihn selbst als Opfer dieser unglaublichen Ereignisse. William Dunlap wird wieder zu einem Menschen, auch wenn er anschlie\u00dfend weniger sch\u00f6nen Dingen zum Opfer fallen wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Blutgehalt in dieser Folge ist enorm und kein Vergleich zu der nun als milde anzusehenden Pilotfolge. Dabei arbeiten die Effekte-Leute nicht einfach nur mit extrem grafischen Darstellungen, sondern leisten auch auf der Ton-Ebene einen extrem schaurigen Beitrag. Wenngleich Musik sehr selten und nur unterschwellig eingesetzt wird, sind Baseballschl\u00e4ger auf Sch\u00e4deldecken und \u00c4xte in Kinnladen wunderbar zu h\u00f6ren. Da wird an Volumen nicht gespart. Auf diese Art verdoppelt man leicht die Zahl der Grausamkeiten, ohne diese wirklich alle zeigen zu m\u00fcssen. Wobei man eigentlich auch nicht an dem gespart hat, was der Zuschauer zu sehen bekommt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Oberfl\u00e4chlich betrachtet, ist Folge zwei also tats\u00e4chlich nur eine einfache Cut-and-run-Episode. Aber was die Macher alles mit hineingepackt haben, ist erstaunlich. Da bedarf es keiner philosophischen Ausschm\u00fcckungen oder des moralischen Zeigefingers. Bis auf den leidlichen Anfang werden auch weitgehend Serien-Standards und Inszenierungsklischees umgangen. Trotzdem oder vielleicht auch deswegen, transportiert auch diese zweite Folge sehr viel an emotionalem Gehalt. Und der ergibt sich aus den kleinen Gesten und unaufdringlichen Dialogen, die sich dieser grausam kalten Welt entgegenstellen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ganz gro\u00dfes Kino f\u00fcr den kleinen Bildschirm.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><em>THE WALKING DEAD:\u00a0 01&#215;02 &#8211; Guts<\/em><br \/>\n<em>Darsteller: Andrew Lincoln, Laurie Holden, Michael Rooker, IroniE Singleton, Steven Yeun, Jeryl Prescott, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Emma Bell, Jeffrey DeMunn, Chandler Riggs u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: Michelle Maxwell MacLaren &#8211; Teleplay: Frank Darabont nach den Comics von Robert Kirkman (auch Produzent) \u2013 Kamera: David Boyd \u2013 Originalmusik: Bear McCreary \u2013 Bildschnitt: Julius Ramsay \u2013 Produktionsdesign: Gregory Melton \u2013 Special-Makeup-Effects: Greg Nicotero<\/em><br \/>\n<em>USA \/ 2010 \u2013 zirka 45 Minuten<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">The Walking Dead \u2013 Tell It To The Frogs<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\">zerfleddert und gespoilert <\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Episode drei, Tell It To The Frogs, l\u00e4uft seit dem 19.11. im Fox-Channel Deutschland. Erneut wird im Sky-Paket keine englische Tonspur angeboten. So macht das wirklich keinen Spa\u00df. Aber wenigstens hat Fox endlich mitgeteilt, dass der Pilotfilm f\u00fcr den gesamten Markt au\u00dferhalb Amerikas um 20 Minuten gek\u00fcrzt wurde, um \u00fcberall besser ins Programmschema zu passen. Kein Land hat aber stringentere Schemen als das amerikanische Fernsehen. Seltsame Argumentation. Da gehen Programmstrukturen eben \u00fcber Kunst. Eine Serie \u00fcber Zombies? Kunst?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Familienzusammenf\u00fchrung im Camp der \u00dcberlebenden au\u00dferhalb Atlantas. Deputy-Sheriff Rick Grimes trifft endlich auf seine Frau und den gemeinsamen Sohn. Rick ist ger\u00fchrt, Lori schockiert. Sein Kollege und Kumpel Shane, der sich k\u00f6rperlich bisher sehr gut um Lori k\u00fcmmerte, ist ratlos. So ist es zum Happy-End noch eine Weile hin, denn so viele Dinge sind liegengeblieben und m\u00fcssen erst ins Reine gebracht werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wirklich \u00fcberraschend war es nicht, dass man Michael Rooker als rassistisches Gro\u00dfmaul Merle Dixon noch einmal sehen w\u00fcrde, zu pr\u00e4gnant und einnehmend war seine Figur im Vorg\u00e4nger. W\u00e4re sein Ende mit dem Ende der zweiten Episode besiegelt gewesen, h\u00e4tte das einen zus\u00e4tzlichen, schockierenden Aspekt auf diese neue Welt der wandelnden Toten geworfen. So verpufft der Effekt ein wenig. Daf\u00fcr darf man im Teaser eine grandiose Darbietung aller Facetten menschlicher Verzweiflung erleben, die der mit Handschellen ans Hochhausdach gefesselte Dixon durchleben muss. Zudem klopfen schon die hungrigen M\u00e4uler begierig an die T\u00fcr, um auf das Dach zu gelangen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Tell It To The Frogs ist keine wirklich gute Folge. Ist inhaltlich Folge zwei schon im Vergleich zum Pilotfilm abgefallen, dominieren in Nummer drei ganz eindeutig starke Schw\u00e4chen die Inszenierung. Charakterzeichnungen und Dialoge bewegen sich im Rahmen einer handels\u00fcblichen, aber auch nicht sehr originellen Serie. Sarah Wayne Callies hat als Lori ihren \u2013 wenngleich tot geglaubten \u2013 Mann betrogen. Ihre Reaktion auf ihn und seine Pr\u00e4senz ist alles andere als herzlich. Grimes m\u00fcsste eigentlich sofort auffallen, dass dies nichts damit zu tun hat, dass er doch noch am Leben ist, sondern dass irgendetwas zwischen ihnen steht. Und dass etwas zwischen ihnen steht, versucht Wayne Callies in jeder Szene leider allzu offensichtlich zum Ausdruck zu bringen. Die Regie hat sie nicht daran gehindert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach drei Folgen ist noch immer nicht ersichtlich, wie gro\u00df die Zeltstadt eigentlich wirklich ist, wie viele \u00dcberlebende sich da versammelt haben und warum man sich ausgerechnet in einem un\u00fcbersichtlichen Waldst\u00fcck sicher f\u00fchlen sollte. Hier hat sich das Production-Design aus unerfindlichen Gr\u00fcnden zu sehr zur\u00fcckgehalten. Da fast die gesamte dritte Episode im Camp spielt, bleiben diese Fragen allgegenw\u00e4rtig. Es macht keinen Sinn. Oder vielleicht macht es den, aber es wird in keiner Weise vermittelt. Als treuer Zuschauer bin ich schlie\u00dflich an der Welt interessiert, die ich von meinem Sofa aus bewundern m\u00f6chte. Doch mangelt es an \u00dcberblick und Erkl\u00e4rungen, wo beides eigentlich angebracht w\u00e4re.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Frauen machen selbstverst\u00e4ndlich den Haushalt, waschen die W\u00e4sche im nahen Baggersee und b\u00fcgeln dank eines Stromgenerators die Blusen und Hosen. Ist das die Welt nach der Apokalypse, dass sich Frauen in Rollen wiederfinden, aus der sie hundert Jahre harten Kampfes zuvor ausgebrochen sind? Selbstredend sitzen die M\u00e4nner nichtstuend bei den arbeitenden Frauen oder vertreiben sich derweil ihre Zeit im See. Beim Aufbegehren gegen diesen Missstand werden umgehend altbekannte und weit \u00fcberholte Klischees freigesetzt. Maul halten und weiterarbeiten, oder die n\u00e4chste schallende Ohrfeige ist sofort verteilt. Es ist ein sehr billiges Szenario, mit dem Regisseurin Horder-Payton versucht, Ver\u00e4nderungen in den sozialen Strukturen zu verdeutlichen. Nat\u00fcrlich werden solche Szenen vom Drehbuch vorgegeben, doch in der Inszenierung muss man einfach sehen, dass sie bei einer realistischen Umsetzung nicht funktionieren. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Genauso wenig funktioniert Norman Reedus\u2018 Figur von Daryl Dixon, der sich nicht eine Nuance von seinem auf dem Dach zur\u00fcckgelassenen Bruder unterscheidet \u2013 weder in Aussehen und Sprache noch im Habitus. Mit Ausnahme von Rick und Shane brechen sich alle Charaktere auf Stereotypen herunter, die wenig \u00fcberzeugen und kaum Tiefe besitzen. Spannend ist das nicht anzuschauen, weil die Personen weder interessant sind noch zu \u00fcberraschen verm\u00f6gen. Selbst Leinwand-Urgesteine wie Jeffrey DeMunn oder Laurie Holden halten nicht im Geringsten, was ihre Namen versprechen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Gwyneth Horder-Payton hat durch ihre fehlenden Regieeinf\u00e4lle und ein mangelndes Gesp\u00fcr f\u00fcr das Besondere in dieser Ausnahmeserie The Walking Dead noch mal eine Stufe nach unten Richtung Standard-Fernsehen gedr\u00fcckt. Sollten sich Drehbuch und Inszenierung am Ende wirklich nahe an der Comic-Vorlage halten, dann ist das nur ein Zeichen, dass sich zwei verschiedene Medien eben nicht im selben Stil umsetzen lassen, weil sie jeweils anderen Gesetzen unterliegen. Sollte man hat sich aber so weit von der Vorlage entfernt haben, dass die angef\u00fchrten Schw\u00e4chen darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren w\u00e4ren, dann ist grunds\u00e4tzlich etwas im Argen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In einer Szene tut sich ein Zombie in der N\u00e4he des Camps an einem Hirsch g\u00fctlich, was die ihn entdeckenden Kinder sofort zur Hilfe schreien l\u00e4sst. Abgesehen von der Best\u00e4tigung der Frage, warum man ein Camp in der un\u00fcbersichtlichen Lage eines Waldst\u00fcckes aufschl\u00e4gt, beherbergt das Szenario einen ganz anderen Aspekt. Die gesamte herbeieilende M\u00e4nnerschaft schl\u00e4gt mit Stangen und Kn\u00fcppeln auf den ungebetenen Gast ein, bis dieser schlie\u00dflich von einer Axt gek\u00f6pft und der noch zuckende Kopf von einem Pfeil durchbohrt wird. Im Ansatz hat diese Szene etwas radikal Archaisches. Diese im stummen Einvernehmen auf den Eindringling einschlagende Meute ist wesentlich n\u00e4her an Neandertal als an Atlanta. Im Sumpf des Serieneinerleis, in den diese Sequenz eingebettet ist, verpufft aber beinahe die Wirkung dieses R\u00fcckfalls in die Zeit von Sammler und J\u00e4ger. Das Geschehen h\u00e4tte zu einem emotionalen H\u00f6hepunkt gereicht, wenn es wesentlich bewusster inszeniert worden w\u00e4re. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Daf\u00fcr gibt es einen stimmungsvollen und Mut machenden Cliffhanger. Denn unser Held Rick Grimes muss nat\u00fcrlich noch einmal zur\u00fcck in die von wandelnden Toten \u00fcberf\u00fcllte Stadt, um unerledigte Gesch\u00e4fte zu Ende zu bringen. Doch zu seinem und dem Entsetzen der ihn begleitenden Gef\u00e4hrten muss er feststellen, dass die Zombies nicht zwangsl\u00e4ufig das gr\u00f6\u00dfte Problem in dieser vollkommen auf den Kopf gestellten Zivilisation sein m\u00fcssen. Denn der gemeine Zombie will ja nur was zum Knabbern. Genauer betrachtet stellt der gew\u00f6hnliche Tote keine gro\u00dfen Anspr\u00fcche und bleibt dabei berechenbar. Und dieser Cliffhanger hat das Potenzial, das Pferd wieder am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. M\u00f6ge dieser Akt gelingen, denn Folge drei bringt erworbene Reputationen erheblich ins Wanken.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><em>THE WALKING DEAD:\u00a0 01&#215;03 \u2013 Tell It To The Frogs<\/em><br \/>\n<em>Darsteller: Andrew Lincoln, Laurie Holden, Jon Bernthal, Andrew Rothenberg, Michael Rooker, Norman Reedus, Juan Pareja, IroniE Singleton, Steven Yeun, Jeryl Prescott, Sarah Wayne Callies, Emma Bell, Jeffrey DeMunn, Melissa McBride, Adam Minarovich, Madison Lintz, Maddie Lomax u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: Gwyneth Horder-Payton &#8211; Teleplay: Charles H. Eglee, Jack LoGiudice, Frank Darabont &#8211; nach den Comics von Robert Kirkman (auch Produzent) \u2013 Kamera: David Boyd \u2013 Originalmusik: Bear McCreary \u2013 Bildschnitt: Hunter M. Via \u2013 Produktionsdesign: Gregory Melton \u2013 Special-Makeup-Effects: Greg Nicotero<\/em><br \/>\n<em>USA \/ 2010 \u2013 zirka 45 Minuten<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">The Walking Dead \u2013 Vatos<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\">durchgekaut und gespoilert<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine wahrlich offenbarende Folge. Sie best\u00e4tigt endlich einmal den Verdacht, dass es eine sehr bl\u00f6de Idee sein kann, in einer Welt voller Zombies mitten im Wald ein Camp von \u00dcberlebenden einzurichten. Wie \u00fcbersichtlich soll das denn sein? Wie sicher kann das werden? Sicher ist da was anderes, aber da w\u00fcrde man dem Ende vorgreifen. Zuerst gibt es lange Gespr\u00e4che zwischen Andrea und ihrer um zw\u00f6lf Jahre j\u00fcngeren Schwester Amy, philosophische Abhandlungen am Lagerfeuer und einige \u00dcberraschungen mit einer Bande Chicanos. Mit einigen sehr gelungenen Kniffen wird verdeutlicht, wie verwirrend das Leben zwischen den Lebenden geworden ist. Meister Kirkman selbst hat sich um das Schreiben des Drehbuchs bem\u00fcht. Robert Kirkman kennt seine Welt ja wohl am besten, und das merkt man auch an den verschiedenen Ebenen der Erz\u00e4hlung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dies ist keine Welt mehr, in der es um den Konflikt Mensch gegen wandelnde Tote geht. Vielmehr sind die sozialen Strukturen so weit aufgebrochen, dass es immerfort zu Auseinandersetzungen unter den \u00dcberlebenden kommen kann und meist auch kommt. Andrea und Amy stellen zum Beispiel fest, dass sie gar nicht so gut miteinander harmonieren, wie man eigentlich von Geschwistern in einer solchen Situation erwarten w\u00fcrde. Und das Team um Deputy-Sheriff Rick Grimes muss einen \u00fcberlebenden Mexikaner als Geisel nehmen, dessen Gang im Gegenzug Kumpel Glenn entf\u00fchrt. Die Lage zwischen den beiden Gruppen eskaliert, weil die Mexikaner auf Grimes Waffentasche beharren, welche dieser nat\u00fcrlich nicht hergeben kann. Ein Gefangenenaustausch wird dabei unwahrscheinlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie verdreht und aus den Fugen geraten diese Welt ist zeigt sich, als dann die wahren Absichten der Gruppe Mexikaner aufgedeckt werden. Es ist absurd, aber es ist auch sehr real und nachvollziehbar. Autor Kirkman gelingt es mit diesem Handlungsstrang sehr gut, sein Publikum zu \u00fcberraschen. Zumindest die, die seine Vorlage nicht gelesen haben. Er zeigt auf, wie selbstverst\u00e4ndlich sich Zivilisation selbstregulierend ihren Gegebenheiten anzupassen versteht und dabei ihre urspr\u00fcngliche Bedeutung verliert. Auf der einen Seite geben sich die Chicos als knallharte Gangster, auf der anderen entpuppen sie sich dann doch als gebrochene Samariter. Diese Sequenz steht als letzte aber doch in einer Reihe mit dem \u201eBike-Girl\u201c aus dem Pilotfilm und dem Geschehen um William Dunlap in der zweiten Folge.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nichts ist mehr so, wie es scheint. Und nichts ist so, wie es sein k\u00f6nnte. Zu allem \u00dcberfluss ist auch noch Merle Dixon irgendwo in Atlanta unterwegs, der sich anscheinend selbst aus seiner misslichen Lage auf dem Dach befreien konnte. Und Merle allein unterwegs kann nur bedeuten, dass er sehr viel gegen das Camp gerichteten Zorn mit sich herumschleppt. Jim, ein \u00dcberlebender im Camp, dreht durch und muss von Shane gefesselt werden, um ihn vor einem Hitzschlag zu sch\u00fctzen. Und der von Shane in der letzten Episode ebenfalls gema\u00dfregelte Ed schmollt seine herausgepr\u00fcgelte Ehre im Zelt aus und verweigert den Kontakt zu den anderen. Der Mensch ist als \u00dcberlebender sich selbst sein \u00e4rgster Feind geworden. Das Ende des Zusammenhalts scheint nahe zu sein. Aber so ist das in Zeiten der Anarchie.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Stimme der Vernunft darf Jeffrey DeMunn als Dale am Lagerfeuer altbekannte, aber dennoch stimmungs- und wirkungsvolle Weisheiten vom Stapel lassen. Jeden Tag, exakt um dieselbe Zeit, zieht er seine Uhr auf. Ein Ritual, das f\u00fcr ihn sehr wichtig ist, denn die Uhr dient ihm nicht dazu, sich an die Zeit zu erinnern. Vielmehr erm\u00f6glicht ihm die Uhr, die Zeit auch einmal vergessen zu k\u00f6nnen. Das ist sehr sch\u00f6n ausgespielt, und dieses Ritual wirkt wie ein letzter Funke in einem erl\u00f6schenden Feuer. Und w\u00e4hrend Dale die Geschichte zu seiner Uhr erz\u00e4hlt, k\u00f6nnen auch seine Zuh\u00f6rer die Zeit f\u00fcr einen Augenblick vergessen. Diese Sequenz wirkt zuerst wie ein tr\u00f6stlicher Appell an die Vernunft und vermittelt Zuversicht f\u00fcr die Menschlichkeit.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch dies ist eine Welt, in der sich die Toten erheben und auf Erden wandeln. Schmutzige, verwesende Wesen, die schlecht riechen und denen jede Aura des Mysteri\u00f6sen abgeht. Man wird ihrer nicht Herr, sie sind nur h\u00e4ssliches Sinnbild f\u00fcr die Verrohung eines ohnehin instabilen Systems, in dem sich eine vernunftorientierte Welt bewegt. Der nach frischem Menschenfleisch gierende Tote ist die Verk\u00f6rperung von Instinkt in reinster Form. Hier wird Dales romantisierende Lagerfeuerweisheit von einer erw\u00fcnschten Zustandsbeschreibung in eine Grabrede verkehrt. Was bleibt, ist lediglich die Vorstellung einer Welt, die man vermisst, die aber aufgeh\u00f6rt hat zu existieren. Mit einer \u00fcberraschenden und sehr blutigen Attacke endet die vierte Episode. Ein grausames Folgenfinale, das Dales Worte als fiktiv gewordenes Ideal entlarven wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Robert Kirkmans Drehbuch kann noch nicht ganz wettmachen, was die dritte Folge dem Zuschauer an Entt\u00e4uschungen gebracht hat. Aber \u201eVatos\u201c zeigt wieder eindeutig das Potenzial, das diese morbide Welt so faszinierend macht. Unheimlich, d\u00fcster und unvorhersehbar. Kleine Logikl\u00f6cher haben sich eingeschlichen, aber die sind zu verschmerzen, denn wenn erst einmal die Zombies Rambazamba machen, bleibt kein Knochen auf dem anderen. Wenn die Protagonisten dann am Ende im Blut stehen, war der wandelnde Tote vielleicht die Form der Exekutive. Doch man wei\u00df selbst im Chaos des Entsetzens, dass die Recht sprechende Gewalt woanders lag. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Ist das Gemetzel noch so gro\u00df, bleibt kein Zweifel, dass die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr den \u00fcberlebenden Menschen immer noch von den anderen \u00fcberlebenden Menschen ausgeht.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><em>THE WALKING DEAD: 01&#215;04 \u2013 Vatos<\/em><br \/>\n<em>Darsteller: Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Laurie Holden, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun, Emma Bell, Chandler Riggs, IroniE Singleton, Andrew Rothenberg, Norman Reedus, Neil Brown Jr., Nopel Gugliemi, Anthony Guajardo u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: Johan Renck &#8211; Teleplay: Robert Kirkman &#8211; nach seiner Comic-Serie (auch Produzent) \u2013 Kamera: David Boyd \u2013 Originalmusik: Bear McCreary \u2013<\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: Sidney Wolinsky \u2013 Produktionsdesign: Alex Hajdu \u2013 Special-Makeup-Effects \/Consulting Producer: Greg Nicotero USA \/ 2010 \u2013 zirka 45 Minuten<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">THE WALKING DEAD &#8211; WILDFIRE<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\">ausgeschlachtet und gespoilert<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Deputy-Sheriff Rick Grimes ist verzweifelt. Als einzig vern\u00fcnftige Instanz im Land von Blut und Tod konnte er ein Massaker im Camp nicht verhindern. Ein Verbiss, der am Ende mehr Opfer fordern wird, als es anfangs den Anschein hat. Zu allem \u00dcberfluss kann er auch Morgan und seinen Sohn nicht erreichen, jene Menschen, die ihm im Pilotfilm das Leben gerettet haben. Ausgemacht war ein steter Kontakt \u00fcber Funkger\u00e4t, aber Morgan antwortet nicht. Rick bef\u00fcrchtet, dass die von ihm angefunkten Vater und Sohn bereits auf den Weg nach Atlanta sind. Nicht nur als Polizist, sondern auch als Freund muss er Morgan davor warnen, dass die Stadt \u00fcberrannt wurde und nicht sicher ist. Die Verzweiflung misst sich nicht allein darin, nicht helfen zu k\u00f6nnen, sondern vor allem darin, in absoluter Unsicherheit zu bleiben. Es ist eben keine Welt mehr, die mit Text-Nachrichten oder einem Anruf beim freundlichen Nachbarn geregelt werden kann. Allein mit einem Funkger\u00e4t in der Hand spielt Andrew Lincoln die Szene perfekt aus. Er definiert sich damit nicht nur als Herzst\u00fcck der Serie, sondern beweist erneut, dass er sie auch zu tragen versteht. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der diesmal zweigeteilte Teaser ist ein raffiniertes Expos\u00e9 \u00fcber den Verlust von Zwischenmenschlichkeit. W\u00e4hrend Rick den Kontakt zu den Lebenden sucht, die bereits schon tot sein k\u00f6nnten, kniet Andrea \u00fcber ihrer toten Schwester Amy, in der absurden Hoffnung, der Zustand k\u00f6nne sich umkehren. Ein ansprechender Einstieg, der regelrecht in diese Folge hineinzieht. &gt;Wildfire&lt; ist eine Episode, die nach der gelungenen Abhandlung von sozialer Struktur und Verantwortung in &gt;Vatos&lt; in einen absoluten Charakter-Modus hochschaltet. Hatte &gt;Tell It To The Frogs&lt; noch mit Schw\u00e4chen im fehlenden Zusammenspiel von Dialog und Charakter, Regie und Zuschauererwartung zu k\u00e4mpfen, \u00fcbertr\u00e4gt Glen Mazzaras Buch in &gt;Wildfire&lt; die emotionale Betroffenheit der einzelnen Figuren wesentlich gefasster auf die vom Chaos beherrschte Gesamtsituation.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend Rick und Andrea weder von ihrer Hoffnung ablassen k\u00f6nnen noch ihrer Verzweiflung wirklich Herr werden, schlie\u00dft Carol sehr pr\u00e4zise mit der Ursache ihres bisher widrigen Lebens ab. Auch ihr pr\u00fcgelnder Gatte Ed fiel der vorangegangenen Attacke zum Opfer. Doch w\u00e4hrend andere im Lager mit einer Spitzhacke daf\u00fcr sorgen, dass die Toten sich auch wirklich nicht mehr erheben, besteht Carol darauf, ihrem verblichenen Mann diesen Dienst pers\u00f6nlich schuldig zu sein. Aber mit nur drei Schl\u00e4gen wird sehr deutlich, dass Carol hier keine erl\u00f6sende Handlung vornimmt, sondern einen f\u00fcr sich befreienden Akt vollzieht. Diese kurze Sequenz h\u00e4tte sehr plakativ geraten k\u00f6nnen, w\u00e4ren da nicht Melissa Suzanne McBrides zur\u00fcckhaltendes Spiel und das ideale Timing im Schnitt. Anstatt, wie f\u00fcr das Fernsehen \u00fcblich, Emotionen \u00fcberproportional zu inszenieren, setzt man auf die Wirkung subtiler Zwischent\u00f6ne. Hier findet selbst das verw\u00f6hnteste Publikum seinen gelungenen Schauer. Zudem ist genau das die kleine W\u00fcrzmischung, die &gt;Walking Dead&lt; so schmackhaft macht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Zusammenhalt der Gruppe bricht auseinander. W\u00e4hrend die einen das Zeltlager nicht mehr f\u00fcr sicher halten, glauben die anderen nur an einen einmaligen Zwischenfall. Die Gemeinschaft bew\u00e4hrt sich nicht mehr. Rick Grimes entgeht dabei allerdings, dass sein \u00e4rgster Feind ihm st\u00e4ndig gegen\u00fcbersteht. Glaubt Rick in seinem Kumpel Shane ein ihn erg\u00e4nzendes Element zu haben, weil dieser st\u00e4ndig Entscheidungen oder Meinungen in Frage oder zur Diskussion stellt, hat Shane l\u00e4ngst seine Fronten f\u00fcr sich gekl\u00e4rt. Er m\u00f6chte in dieser ohnehin traurigen Welt nicht auf Lori verzichten, die selbstredend in die Arme ihres zur\u00fcckgekehrten Rick gefallen ist. Um dieses Umstand zu \u00e4ndern, spielt Shane sogar mit dem Gedanken der wirklich letzten Konsequenz. Dass ihm dabei ausgerechnet der altersweise Dale auf die Schliche kommen muss, erh\u00f6ht noch das Konfliktpotenzial. Und es erh\u00f6ht ungemein die Spannung f\u00fcr den Zuschauer. Denn was hier im Argen ist, muss aufgel\u00f6st werden, das muss heraus. Und es wird auf kurz oder lang zur Konfrontation kommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Da ein Mitglied der Gruppe w\u00e4hrend des vorangegangenen Angriffes gebissen wurde, besteht Rick darauf, endlich das Zentrum f\u00fcr Seuchenkontrolle CDC aufzusuchen. Die Gruppe spaltet sich, das Camp wird aufgel\u00f6st. Der gebissene Jim allerdings schafft die Reise nicht mehr. Zu gro\u00df ist die Gefahr, er k\u00f6nnte jemanden verletzen. Anstatt ihn gezielt zu t\u00f6ten, l\u00e4sst er sich an einer sch\u00f6nen Stelle am Waldweg aussetzen. Eine sch\u00f6ne Stelle, von der er bald nichts mehr haben wird, wenn seine Augen tr\u00fcbe werden und das Fieber nachl\u00e4sst. Wenn er schlurfend durch den Wald wandelt, nur von der Lust getrieben, etwas Warmes zwischen die Z\u00e4hne zu bekommen. Anders als bei Amy, bei der man die Verwandlung erlebt und ihren Kopfschuss gesehen hat, wird Jim am Ende eine jener anonymen Kreaturen sein, die niemand aus ihrer Misere befreien wird. Seine Angst, vorzeitig aus dem Leben zu scheiden, solange dies noch in seinem menschlichen Bewusstsein geschieht, birgt ein grausames, f\u00fcr den Zuschauer nachvollziehbares Dilemma. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In den letzten zehn Minuten erf\u00e4hrt die Serie einen radikalen Schnitt. Einen sehr positiven Schnitt, der die gesamte Handlung in eine ganz neue Richtung bringen wird. Die Geschichte wird unvermittelt im CDC fortgesetzt. Ein armer, verzweifelter Wissenschaftler, der bislang unerm\u00fcdlich am Projekt Wildfire arbeitete, beschlie\u00dft, seine Arbeit zu beenden und sein Leben mit einem sauberen Selbstmord. Offensichtlich ist &gt;Wildfire&lt; der Codename f\u00fcr die Seuche, welche sinnbildlich die Gr\u00e4ber ge\u00f6ffnet hat. Dass Noah Emmerich als Wissenschaftler allein im CDC ist und sich entschlossen hat, das Zeitliche zu segnen, l\u00e4sst den leisen Verdacht aufkommen, dass gegen Wildfire kein Serum gewachsen ist. Dann klingelt es auch noch an den hermetisch abgeriegelten Toren, und es sind nicht die Zeugen Jehovas.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit relativ wenigen Haarspaltereien ist diese Episode der bisher unblutigste Ausflug in die Zombiewelt. Und dennoch ist auch hier &gt;Walking Dead&lt; am st\u00e4rksten, wenn der Zombie nicht blo\u00df zur plumpen Gefahr wird, sondern als abstrakt zu begreifender Hintergrund fungiert. In der nur sechs Episoden umfassenden Staffel werden mit &gt;Wildfire&lt; die \u00fcberlebenden Charaktere endg\u00fcltig definiert. Rick Grimes hat sogar seinen Sheriff-Hut gefunden, den er in der ersten Folge zur\u00fccklassen musste. Das hat keineswegs etwas von Indiana Jones, sondern zeigt und best\u00e4tigt den Charakter als Gesetzesh\u00fcter, ohne sein Wesen totquatschen zu m\u00fcssen. Regisseur Dickerson versteht es sehr gut, die Figuren in Szenen zu setzen und ihnen \u00fcber ihre Dialoge hinaus mehr Tiefe zu verleihen. Es wirkt, als w\u00fcrden die Macher gro\u00df ausholen f\u00fcr den emotionalen Paukenschlag, der die erste Staffel nicht einfach nur zum Abschluss bringen soll, sondern die menschliche Ebene f\u00fcr die Zukunft festigen wird. Das apokalyptische Szenario von Tod und Verderben wird nicht etwa in den Hintergrund gedr\u00e4ngt, sondern gewinnt an Intensit\u00e4t. Denn im allgegenw\u00e4rtigen Alptraum von Ungewissheit, Misstrauen und dem Ende der Zivilisation wird Menschlichkeit zu einem ganz besonderen Faktor des Horrors.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der erste Eindruck bei der Ankunft in Atlanta ist d\u00fcster und unheilvoll. Tote \u00fcberall, die die Stra\u00dfen und Wege bedecken. Allesamt Opfer und T\u00e4ter zugleich. Das CDC scheint keine Rettung. Die Hoffnung verschwindet mit den Unmengen an vermoderndem Fleisch, das die kleine Gruppe \u00dcberlebender umgibt. Und doch endet die Episode mit einer strahlenden Lichtflut, in die Rick und seine Mitstreiter getaucht werden. Das k\u00f6nnte Hoffnung signalisieren, die mit diesem einen Bild pl\u00f6tzlich \u00fcberm\u00e4chtig pr\u00e4sent wird. Das macht das Warten auf die n\u00e4chste Folge zu einer Tortur. Allerdings ist danach aber auch die Staffel beendet, und das machte es nur noch schlimmer.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><em>Darsteller: Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Laurie Holden, Sarah Wayne Callies, Jeffrey DeMunn, Steven Yeun, Melissa Suzanne McBride, Chandler Riggs, IroniE Singleton, Andrew Rothenberg u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: Ernest R. Dickerson<\/em><br \/>\n<em>Teleplay: Glen Mazzara\u00a0 &#8211; nach den Comics von Robert Kirkman<\/em><br \/>\n<em>Kamera: David Boyd<\/em><br \/>\n<em>Originalmusik: Bear McCreary<\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: Julius Ramsay<\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign: Alex Hajdu<\/em><br \/>\n<em>Special-Makeup-Effects &amp; Consulting Producer: Grec Nicotero<\/em><br \/>\n<em>USA 2010 \u2013 zirka 45 Minuten<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">THE WALKING DEAD \u2013 TS-19<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\">obduziert und gespoilert<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als sich in der vorangegangenen Episode die Tore des Center for Disease Control \u00f6ffneten, h\u00fcllten sie unsere Helden in das glei\u00dfende Licht der Hoffnung. Wenn die sozialen Strukturen auseinanderbrechen, dann bleibt als letzte Bastion der Normalit\u00e4t eine staatliche Einrichtung. Doktor Jenner als engelsgleiche Figur, der wei\u00df gewandet den Bed\u00fcrftigen Einlass gew\u00e4hrt. Nat\u00fcrlich stirbt die Hoffnung zuletzt, und sie erhebt sich immer und immer wieder, wenn man ihr nicht das Hirn rausbl\u00e4st. <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Und die T\u00fccken des Fortschritts setzen der Hoffnung immer und immer wieder zu. Wenn es keine Gesellschaft mehr gibt, welche die selbige aufrecht erh\u00e4lt, dann ist dieser Fortschritt wie einer der wandelnden Toten, die rastlos getrieben werden, aber am Ende doch einfach verwesen und zerfallen. Wenn sich die Toten erheben, bleibt der bestm\u00f6gliche Ansatz auf Hilfe ganz sicher beim CDC. Er sei sehr dankbar, sagt Rick zu Jenner, dass dieser der kleinen Gruppe Einlass gew\u00e4hre. \u201eDer Tag wird kommen, an dem Sie es nicht mehr sind\u201c, entgegnet Jenner.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">TS-19 ist ph\u00e4nomenaler Br\u00fcckenschlag zur ersten Episode, wenngleich weniger verst\u00f6rend und eindringlich. Doch TS-19 bringt mit einem wortw\u00f6rtlichen Knall diese viel zu kurz geratene erste Staffel zu einem Ende, wie man es erwartete, aber nicht erhoffte. Mit extrem geschickten und verdammt clever gesetzten Werbekampagnen hat sich THE WALKING DEAD schon von der ersten Folge an zu einem Ph\u00e4nomen mit gro\u00dfer Zuschauerpr\u00e4senz und treuer Fangemeinde erhoben. Und dieses Ph\u00e4nomen hat sich im Laufe der sechs Wochen nicht etwa relativiert, sondern gefestigt. Man hat von jener ersten Folge an erwartet, dass die Serie den Nagel auf den Kopf treffen w\u00fcrde. Der wahre Fan hatte allerdings gehofft, dass sie weniger spektakul\u00e4r enden w\u00fcrde. Nur so ein bisschen weniger packend. Denn niemand, der die letzten sechs Wochen vor dem Fernseher zitterte, m\u00f6chte nun elf Monate warten, bis man zur\u00fcck in diese Welt entf\u00fchrt wird. Elf sehr lange Monate, die durch diese letzte Folge nicht einfacher gemacht werden, hat sie die Erwartungshaltung doch noch weiter nach oben geschraubt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Dass Jenner, hervorragend und sehr eindringlich von Noah Emmerich verk\u00f6rpert, der letzte \u00dcberlebende im CDC ist, wirft nat\u00fcrlich Fragen auf. Eine Frage, die ausgerechnet von Shane gestellt wird. \u201eWas ist hier passiert?\u201c, ist die Frage, welche die Folge bestimmt. Im Teaser haben wir erfahren, dass Shane w\u00e4hrend des Ausbruchs der Apokalypse tats\u00e4chlich versucht hat, den Koma-Patienten Rick aus dem Krankenhaus zu retten. Es schmerzt umso mehr, weil man als Zuschauer Shane stets schlechte Eigenschaften in Bezug auf Lori und seine Beziehung zu ihr unterstellt hat. Dass er in einer anderen Episode mit dem Gewehr auf Rick gezielt hat, wird mit einem Mal nicht akzeptabel, aber verst\u00e4ndlich. Die Beziehung zu Lori w\u00e4re nicht auseinandergegangen, w\u00e4re Rick tats\u00e4chlich im Krankenhaus gestorben. Und dass Rick der Aufr\u00e4um-Aktion des Milit\u00e4rs zum Opfer gefallen sein m\u00fcsste, davon musste Shane einfach ausgehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nun sitzt die kleine Gruppe im Schutz des undurchdringlichen Sicherheitsnetzes des CDC. Party-Laune in jener Institution, die daf\u00fcr verantwortlich ist, dass Milit\u00e4rtrupps alle Krankenh\u00e4user von vermeintlich Infizierten s\u00e4uberten. Wobei das Wort s\u00e4ubern im Zusammenhang mit zerfetzten Sch\u00e4deldecken etwas makaber wirken kann. Party-Laune in jener Institution, die daf\u00fcr verantwortlich war, dass Shane seinen Kumpel und Kollegen Rick f\u00fcr tot halten musste. Die ausgelassene Stimmung bei etwas Essen, aber viel Wein, wird von Shanes Frage gekippt: \u201eWas ist hier passiert?\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nicht die Seuche hat das CDC geleert, sondern das Resultat der Seuche. Wissenschaftler, die mangels Erfolg bei der Bek\u00e4mpfung der Epidemie einfach aufgaben, woanders Schutz suchten, sich das Leben nahmen oder den Verstand verloren. Jenner ist aus einem Versprechen heraus der letzte im CDC. Er kann den Neuank\u00f6mmlingen anhand einer Computer-Tomographie zeigen, was im Kopf eines Infizierten passiert. <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Allerdings fehlt ihm nach wie vor jede Erkl\u00e4rung daf\u00fcr. Was also ist hier passiert? Man muss nicht lange r\u00e4tseln, um darauf zu kommen, wen Doktor Jenner als Test-Subjekt Nummer 19 auf dem Tisch liegen hatte, als das CT aufgenommen und mit einem Kopfschuss beendet wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In dieser verdrehten Weltordnung liegen Feiern und Frust eben ganz nah beieinander. Als die Gruppe ins CDC Einlass gew\u00e4hrt bekommt, meint Rick noch, dass sie hier sicher sind. Doch wei\u00df man l\u00e4ngst, dass dies nur zu einem gewissen Grad der Wirklichkeit entspricht. Denn es sind die T\u00fccken des Fortschritts, die der Hoffnung immer und immer wieder zusetzen. Oder warum l\u00e4uft das CDC noch, wo \u00fcberall sonst die Welt zusammengebrochen ist? Und was passiert, wenn es nicht mehr laufen sollte? Fortschritt kann nur mit Aufwand betrieben werden. Welcher Aufwand ist notwendig, um das CDC am Leben zu erhalten? Einer, der nicht mehr geleistet werden kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch dem Verlangen der Gruppe, das CDC wieder verlassen zu wollen, muss widersprochen werden. Die Schleusen sind nun einmal versiegelt. In einem flammenden Appell muss Jenner seine nach Freiheit schreienden G\u00e4ste daran erinnern, wo sie sich befinden. \u201eIhr wisst, was dies f\u00fcr ein Ort ist. Wir besch\u00fctzen die \u00d6ffentlichkeit vor wirklich \u00fcblem Zeug.\u201c Die Zombie-Apokalypse ist sicherlich das schlimmste Ereignis in j\u00fcngster Vergangenheit, aber man kann sich dennoch vorstellen, was man unter dem anderen \u201a\u00fcblen Zeug\u2018 zu verstehen hat. Und man kann sich vorstellen, was mit dem \u201a\u00fcblen Zeug\u2018 passiert, sollten die Sicherheitsmechanismen nicht mehr greifen. Zum Beispiel bei einem Stromausfall k\u00f6nnte \u00fcbles Zeug entweichen, das \u00fcberhaupt nicht gut f\u00fcr die Umwelt ist.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">In diesem Fall w\u00fcrden Aerosolbomben den Sauerstoffgehalt der Luft auf bis zu 3000 Grad erhitzen. Die Luft w\u00fcrde brennen und kein sonst wie gearteter Virus entweichen k\u00f6nnen, geschweige denn, dass \u00fcberhaupt etwas \u00fcberleben w\u00fcrde. \u201eDort drau\u00dfen wartet ein kurzes, brutales Leben mit einem qualvollen Tod.\u201c Jenner versucht, die Gruppe auf das Sterben vorzubereiten, es schmackhaft zu machen. Ein sehr schneller, schmerzloser Tod, wenn sich die Luft entz\u00fcndet und das CDC in einem gigantischen Feuerball aufh\u00f6rt zu existieren. Das sind eben Sicherheitsma\u00dfnahmen, die wirklich greifen, denn das Notstromaggregat l\u00e4uft nur noch 30 Minuten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In den nur scheinbar sicheren W\u00e4nden des CDC g\u00f6nnt sich jeder der Neuank\u00f6mmlinge erst einmal eine warme Dusche. Ein Privileg, das schon lange aufgeben werden musste. Damit schlie\u00dft sich der Kreis zur ersten Episode, als Morgan und sein Sohn von Rick mit auf die Polizeistation genommen wurden, um dort den Luxus einer warmen Dusche zu genie\u00dfen. Wenn die sozialen Strukturen auseinanderbrechen, dann bleibt eben als letzte Bastion der Normalit\u00e4t einfach nur eine staatliche Einrichtung. <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Zumindest verf\u00fcgen diese Einrichtungen \u00fcber den gr\u00f6\u00dften Vorrat an Treibstoff f\u00fcr die Notstromaggregate. So einfach kann die Welt funktionieren. Und so einfach kann sie letztendlich dann auch auseinanderbrechen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Macher haben, mit leicht zu verschmerzenden Ausnahmen, rundherum \u00fcberzeugt. Mit dieser intensiv menschlichen und dramaturgisch packenden Folge haben sie die gesamte Staffel zu einer in sich geschlossenen Einheit verschmolzen. Sie haben offene Fragen beantwortet und dabei Wege f\u00fcr die d\u00fcstere Zukunft aufgezeigt. Aber am wichtigsten war, ein funktionierendes Konzept stimmig zu Ende zu f\u00fchren. Leider war Merle Dixon scheinbar doch nicht verantwortlich f\u00fcr die Zombie-Attacke aus Episode 4, reine Spekulation, die jetzt die Innereien auch nicht nach au\u00dfen gest\u00fclpt h\u00e4tte. Und dass Kameramann David Boyd doch noch so stark auf die verwackelten Bilder einer Schulterkamera setzte, die David Tattersall im Pilotfilm noch sehr erfolgreich zu vermeiden wusste, ist am Ende doch nur Kopf- und Haarspalterei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eIch bin sehr dankbar\u201c, meint Rick noch am Anfang, und spricht damit im Namen seiner Gruppe. Es sind seine Leute geworden, seine Verantwortung. <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Die Uniform zu tragen, ist kein eitles Gehabe, sondern es ist der letzte Versuch, die Normalit\u00e4t im Schatten der Widrigkeiten zu bewahren. Nicht die technischen Fortschritte, keine neuzeitliche Erfindungen, weder gro\u00dfer Spritvorrat noch Unmengen an Munition bewahren die letzten Menschen vor ihrem zu fr\u00fchen Ende, sondern das Festhalten an Werten, die man in anderen Zeiten f\u00fcr \u00fcbersch\u00e4tzt und sinnlos erachtet hatte. Ja, es wird der Tag kommen, an dem Rick nicht mehr dankbar sein wird. Denn diese 305 Minuten Exposition einer von Zombies verseuchten Welt hat dem Zuschauer schon zu oft gezeigt, dass wirklich alles m\u00f6glich und niemand sicher ist. Rick Grimes wird irgendwann nicht mehr dankbar sein, weil seine Wertvorstellung es nicht zulassen kann, aufzugeben. Er wird daran verzweifeln, retten zu wollen, was vielleicht nicht zu retten ist. Diese 305 Minuten in sechs Episoden haben gezeigt, dass sich die Welt aber nur mit Menschen wie Deputy-Sheriff Rick Grimes weiterdrehen kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Laurie Holden, Sarah Wayne Callies, Jeffrey DeMunn, Noah Emmerich, Steven Yeun, Melissa Suzanne McBride, Chandler Riggs, IroniE Singleton, Norman Reedus u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: Guy Ferland<\/em><br \/>\n<em>Teleplay: Adam Fierro &amp; Frank Darabont &#8211; nach den Comics von Robert Kirkman<\/em><br \/>\n<em>Kamera: David Boyd<\/em><br \/>\n<em>Originalmusik: Bear McCreary<\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: Hunter M. Via<\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign: Alex Hajdu<\/em><br \/>\n<em>Special-Makeup-Effects &amp; Consulting Producer: Grec Nicotero<\/em><br \/>\n<em>USA 2010 \u2013 zirka 45 Minuten<\/em><br \/>\n<em>AMC<\/em><\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Bildquelle: <\/em>AMC Scott Garfield<\/span><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE WALKING DEAD seziert und gespoilert Was ist der Zombie in unserer Gesellschaft? Dem Zombie fehlt schlichtweg die Aura des Mysteri\u00f6sen, des Unnahbaren, des Interessanten. Jekyll und Hyde, der Werwolf oder die Katzenmenschen. 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