{"id":1417,"date":"2011-08-20T19:01:48","date_gmt":"2011-08-20T18:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=1417"},"modified":"2011-08-20T19:07:20","modified_gmt":"2011-08-20T18:07:20","slug":"midnight-in-paris-wood-allen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/midnight-in-paris-wood-allen\/","title":{"rendered":"Enlightenment at MIDNIGHT IN PARIS"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a rel=\"attachment wp-att-1422\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/midnight-in-paris-wood-allen\/midnight-in-paris-1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1422 alignleft\" title=\"midnight-in-paris-1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/midnight-in-paris-1.jpg\" alt=\"\" width=\"149\" height=\"200\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Owen Wilson als Woody Allen? Dieses nerv\u00f6se Stottern, das hektische Zappeln. Bei Woody Allen ist das Programm, er ist schlie\u00dflich der Stadtneurotiker. Da ist Owen Wilson eine ganz andere Preisklasse, egal in welcher Richtung man das sehen mag. Aber keiner kann eine Woody-Allen-Rolle so ausf\u00fcllen, wie es der Regisseur selbst vermag. Man erinnere sich mit Grausen an Kenneth Branaghs Versuch in Allens \u201eCelebrity\u201c diese typischen Macken des schnellen Sprechens und der st\u00e4ndigen Bewegung zu imitieren. F\u00fcrchterlich. Und dann kommt Owen Wilson. Schwer vorstellbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Man sp\u00fcrt f\u00f6rmlich, dass Allen die Rolle des Gil am liebsten selbst gespielt h\u00e4tte, dass er sich selbst dabei sah, als er das Buch verfasste. Dieser angehende Schriftsteller ohne fertiges Buch, der mit Frau und Schwiegereltern in Paris verweilt, und doch sehr einsam dabei ist. Er findet Paris im Regen wundersch\u00f6n, die anderen halten das f\u00fcr hirnverbrannt. Er m\u00f6chte genie\u00dfen, die anderen nur sehr viel Geld ausgeben. F\u00fcr den unverstandenen Gil ist es das Jahr 2010, bis er bei einer n\u00e4chtlichen Tour Ernest Hemingway und dem Schriftsteller P\u00e4rchen Fitzgerald \u00fcber den Weg l\u00e4uft. An anderen Abenden trifft er Cole Porter, und lernt Matisse, Picasso und Dali kennen. Eine Welt, die Gils Frau Inez vorenthalten bleibt. Es ist seine Welt, es ist sein Traum. Und in diesem Traum findet Gil den ihm zustehenden Respekt und Anerkennung. Nicht nur als Schriftsteller, sondern besonders als Mensch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Woody Allen hat etwas seine Gewohnheiten variiert. So beginnt er nicht mit den \u00fcblichen schwarzwei\u00df Titeln, sondern mit einer Collage von verkl\u00e4renden Paris-Motiven. Im Vorspann schlie\u00dflich, sind nicht die \u00fcblichen Jazz-Noten zu vernehmen, sondern Gils Erl\u00e4uterungen, was Paris so besonders macht, w\u00e4hrend seine Frau Inez st\u00e4ndig versucht zu wiedersprechen. Tats\u00e4chlich zeigt Allen die Stadt wie aus einem Werbeprospekt. Immer und immer wieder. Und wenn Gil mit einem alten Taxi in die 20er Jahre gebracht wird, dann ist das kein bunter Zauber, sondern wie das Prickeln eines Glases Champagner. Gil selbst nimmt die Ereignisse gelassen, und staunt eher \u00fcber die illustre Gesellschaft, die sich seiner annimmt. Wie schon bei \u201ePurple Rose of Cairo\u201c, als der Darsteller aus der Leinwand stieg, inszeniert Allen das eigentlich Unm\u00f6gliche wieder mit einer gelassenen Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Es ist ein sehr witziger, aber auch nachdenklicher Film, daf\u00fcr zu keinem Zeitpunkt schwerm\u00fctig. Er beweist, das Woody Allen immer dann am besten ist, wenn er seine Handlung auf das Notwendigste reduziert und seinen Charakteren freien Lauf l\u00e4sst. Nat\u00fcrlich ist dieser \u201efreie Lauf\u201c das Resultat der Einf\u00fchlsamkeit des Meisters, aus dessen Windungen diese Figuren auch entsprungen sind. Und man kann sich durchaus auch vorstellen, dass Allen diese Rolle des vertr\u00e4umten Gil selbst gut dargestellt h\u00e4tte. Gil, der nicht etwa Zuflucht in den vergangenen Tagen sucht, oder das Hier und Jetzt hinter sich lassen will. Paris in seinem Postkarten-Idyll und all die pr\u00e4genden Figuren, welche die 20er Jahre bereicherten, sind lediglich Aufforderung zu Gils Selbstbestimmung und dem Finden des eigenen Weges. Aber das in einer Leichtigkeit, die einfach gl\u00fccklich macht. Da muss nicht so viel gezappelt, nicht zu hektisch gesprochen, oder mit jedem Satz absurde Lebensweisheiten ausgesto\u00dfen werden. Das Ensemble ist tadellos, aber Owen Wilson? Schwer vorstellbar, aber es funktioniert, und das perfekt.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_1425\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-1425\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/midnight-in-paris-wood-allen\/midnight-in-paris-2\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1425\" class=\"size-full wp-image-1425\" title=\"midnight-in-paris-2\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/midnight-in-paris-2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/midnight-in-paris-2.jpg 600w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/midnight-in-paris-2-200x128.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/midnight-in-paris-2-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/span><\/a><p id=\"caption-attachment-1425\" class=\"wp-caption-text\">Marion Cotillard, Alison Pill, Owen Wilson und Woody Allen<\/p><\/div>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Owen Wilson, Rachel McAdams, Kathy Bates, Adrien Brody, Carla Bruni, Marion Cotillard, Lea Sydoux, Michael Sheen u.v.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie &amp; Drehbuch: Woody Allen \u2013 Kamera: Darius Khondji \u2013 Bildschnitt: Alisa Lepselter &#8211; Produktionsdesign: Anne Seibel<\/em><br \/>\n<em>USA-Spanien \/ 2011 \u2013 zirka 94 Minuten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Owen Wilson als Woody Allen? 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