{"id":15149,"date":"2020-10-28T10:26:41","date_gmt":"2020-10-28T09:26:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=15149"},"modified":"2020-10-28T15:26:09","modified_gmt":"2020-10-28T14:26:09","slug":"the-mortuary-jeder-tod-hat-eine-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2020\/the-mortuary-jeder-tod-hat-eine-geschichte\/","title":{"rendered":"THE MORTUARY  &#8211; Jeder Tod hat eine Geschichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/mortuary-collection-1-copyright-capelight-pictures\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-15126 size-full\" title=\"Mortuary-Collection-1-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-1-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES.jpg\" alt=\"Mortuary-Collection-1-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-1-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES.jpg 258w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-1-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-1-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><em>THE MORTUARY COLLECTION<\/em><br \/>\n<em>&#8211; Bundesstart 29.10.2020<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Schlechte gleich einmal vorne weg. Mit seinem ersten Langfilm wollte es Ryan Spindell wohl jedem Recht machen. Das kann funktionieren, kann aber auch Fragen aufwerfen. Zum Beispiel diese: Musste ein derart hoher Blutgehalt unbedingt sein? Nichts zwangsl\u00e4ufig. Denn die durchaus sehr expliziten Szenen sind d\u00fcnn ges\u00e4t, und k\u00f6nnen ein unvorbelastetes Gem\u00fct leicht aus der Komfortzone der angenehm schaurigen Gruselstimmung rei\u00dfen. Spindell h\u00e4tte gut daran getan, den Splatter-Faktor entweder behutsam anzuheben, oder in gleichm\u00e4\u00dfigen, kontinuierlichen Dosen zu verabreichen. So setzen die Blutszenen immer sehr unvermittelt ein und verebben sofort wieder, um sp\u00e4ter erneut unerwartet zuzuschlagen. Den versierten Anh\u00e4nger wird es begeistern, aber nicht gen\u00fcgen. Zartbesaitete werden irritiert und abgeschreckt sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine Trauergesellschaft hat gerade das Beerdigungsinstitut von Raven&#8217;s End verlassen, als Bestatter Montgomery Dark die junge Sam am Sarg des k\u00fcrzlich Verblichenen entdeckt. Das vorlaute M\u00e4dchen m\u00f6chte sich um eine Stelle bewerben. Das verl\u00e4uft allerdings anders, als andere Vorstellungsgespr\u00e4che. In dessen Verlauf muss der unheimliche Mister Dark der Aspirantin einige Geschichten erz\u00e4hlen. Denn jeder Leichnam hat so seine Geschichte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Da ist die Trickbetr\u00fcgerin Emma, die sich in einem Badezimmer eingeschlossen, selber eine Falle gestellt hat. Oder der M\u00e4dchenschwarm Jake, der Sandra als die Neue an seiner Universit\u00e4t gleich zu einer Party einl\u00e4dt, und am eigenen Leib erfahren muss, das Kondome wirklich sch\u00fctzen. Nicht zu vergessen Wendell, der daran verzweifelt sich um seine komat\u00f6se Frau zu k\u00fcmmern, w\u00e4hrend er deswegen in Schulden zu ersticken droht. Sam zeigt sich sehr beeindruckt von Montgomery Darks Erz\u00e4hlungen, kann aber selbst mit einer Geschichte kontern. Denn die moderne Legende vom Babysitter-M\u00f6rder wird niemals alt, und wird immer wieder gern erz\u00e4hlt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es gibt ganz wenige Jump-Scares, und selbst die sind so angelegt, dass sie mehr die Protagonisten erschrecken sollen, als den Beobachter. Spindell scheint es auch nicht n\u00f6tig zu haben, den einfachen, billigen Gel\u00fcsten nachgehen zu wollen. Offensichtlich und sp\u00fcrbar setzt er ganz auf die selten gelungene Kunst von Atmosph\u00e4re. Ganz sicher ist der Regiedeb\u00fctant keiner vom schnellen Erfolg durch unoriginelles Plagiat, in irriger Meinung besser zu sein. THE MORTUARY reiht sich ein in eine sehr kurze Liste von modernen Gruselstreifen die ihr Handwerk nicht einfach nur verstehen, sondern mit innovativer Variation wirklich Laune ins Genre bringen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film \u00fcberzeugt erst einmal mit einer ganzen Reihe gr\u00f6\u00dftenteils frischer Gesichter, die perfekt nach dem Stereotyp der zu erz\u00e4hlenden Geschichte besetzt sind. Die forsch vorlaute Caitlin Custer f\u00fchrt dabei nat\u00fcrlich mit ihrem einnehmenden Wesen die Riege an. Den besten Eindruck hinterl\u00e4sst allerdings Mike C. Nelson als unter extremen emotionalen Druck stehender Ehemann, der immer tiefer in die Misere rutscht, je verzweifelter er versucht daraus zu entkommen. Man leidet richtig gehend mit diesem Mann, den man am liebsten nur dr\u00fccken m\u00f6chte, egal welch schrecklichen Dinge er tut.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/mortuary-collection-3-copyright-capelight-pictures\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-15128 size-full\" title=\"Mortuary-Collection-3-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-3-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES.jpg\" alt=\"Mortuary-Collection-3-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES\" width=\"640\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-3-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-3-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES-300x155.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-3-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES-200x103.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zeit seiner Karriere ist Clancy Brown auf den Widerling festgelegt. Hier darf er endlich einmal, mit sichtlichem Genuss und spielerischer Freude mit seinem Typus brechen. In bester Tradition des klassischen Horrorfilms gibt er den undurchsichtigen und mit allem Formaldehyd gedr\u00e4ngten Bestatter, der den Spagat zwischen gestrengem Freund und abgr\u00fcndigen Fiesling mit Esprit meistert. Brown und Custer spielen die Rahmenhandlung zu den drei geschichtlich voneinander getrennten Episoden. Wobei die vierte und letzte Geschichte ebenso eigenst\u00e4ndig gesehen werden kann, aber als Br\u00fccke zum abschlie\u00dfenden Teil der Rahmenhandlung dient.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine wesentlicher Teil der Besonderheiten nimmt das Produktionsdesign f\u00fcr sich in Anspruch. Mit Bravour mischt es anachronistisch Set Design, Ausstattung und sogar gesellschaftliche Normen zwischen den 1950er und &#8217;80ern. Dieser wilde Mix tr\u00e4gt auch einiges zur schaurig, gruseligen Atmosph\u00e4re bei. Denn der begierige Betrachter kann sich anhand der optischen Einfl\u00fcsse mit seinen Gef\u00fchlen nie richtig beh\u00fctet f\u00fchlen. Dazu z\u00e4hlt nat\u00fcrlich auch das hervorragend schr\u00e4ge Farbkonzept, bei dem die Kolorierungen immer etwas leicht von den normalen Grundt\u00f6nen abweichen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch wenn MORTUARY viel mehr bietet, machen diese k\u00fcnstlerischen Entscheidungen schon sehr viel Freude. Da alle Geschichten in dem K\u00fcstenst\u00e4dtchen Raven&#8217;s End spielen, gibt es auch hin und wieder Figuren, die au\u00dfer in ihrer eigenen Geschichte, auch Statistenrollen in den anderen, unabh\u00e4ngig voneinander handelten Episoden inne haben. Ryan Spindell hat tats\u00e4chlich einen der ganz wenigen, kaum noch inszenierten Horrorfilme geschaffen, der mit seiner verspielten Lust am Genre jeden Fan Spa\u00df bereiten d\u00fcrfte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie sein Produktionsdesign, deckt auch die Inszenierung weitgehend die ganze Palette an Klischees, Innovationsfreude, Grusel- und Schreckensmomenten ab. Einschlie\u00dflich vom absehbaren bis \u00fcberraschenden Entsetzen, zwischen grausamer Ironie und vergn\u00fcglichen Horror. Das sollte an g\u00f6nnerhaften Worten genug sein, denn da ist immer noch die Frage nach dem Splatter-Faktor, und ob der so explizit sein musste. &#8211; Mal ehrlich, es tut arg weh hinzusehen, aber auch das findet seine Berechtigung.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/mortuary-collection-2-copyright-capelight-pictures\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-15127 size-full\" title=\"Mortuary-Collection-2-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-2-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES.jpg\" alt=\"Mortuary-Collection-2-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES\" width=\"640\" height=\"332\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-2-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-2-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES-300x156.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mortuary-Collection-2-Copyright-CAPELIGHT-PICTURES-200x104.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Darsteller:\u00a0<strong>Clancy Brown, Caitlin Custer, Mike C. Nelson, Christine Kilmer, Jacob Elordi, Barak Hardley, Ema Horvath, Sarah Hay, Jennifer Irwin, James Bachman<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie &amp; Drehbuch: <strong>Ryan Spindell<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Kamera: <strong>Caleb Heymann, Elie Smolkin<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt:<strong> Eric Ekman, Joseph Shahood<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Musik: <strong>Mondo Boys<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign:<strong> Lauren Fitzsimmons<\/strong><\/em><br \/>\n<strong><em>USA \/ 2019<\/em><\/strong><br \/>\n<em><strong>109<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>CAPELIGHT PICTURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE MORTUARY COLLECTION &#8211; Bundesstart 29.10.2020 Das Schlechte gleich einmal vorne weg. Mit seinem ersten Langfilm wollte es Ryan Spindell wohl jedem Recht machen. Das kann funktionieren, kann aber auch Fragen aufwerfen. 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