{"id":1578,"date":"2011-09-14T17:34:24","date_gmt":"2011-09-14T16:34:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=1578"},"modified":"2023-07-31T13:29:14","modified_gmt":"2023-07-31T11:29:14","slug":"george-clooney-filmfestival","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/george-clooney-filmfestival\/","title":{"rendered":"EDITORIAL zum Festival-Zirkus &#8230;"},"content":{"rendered":"<h3><strong><span style=\"color: #000000;\">&#8230; oder: Die gro\u00dfe Clooney-Show<\/span><\/strong><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/george-clooney-filmfestival\/bandit-2\/\" rel=\"attachment wp-att-1580\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1580\" title=\"Bandit\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bandit1.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"132\" \/><\/span><\/a><\/h3>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Als Alexander Sokurov seinen Goldenen L\u00f6wen entgegennahm, war George Clooney bereits in Toronto. George Clooney hat keinen Preis f\u00fcr einen seiner zwei Filme bei den Filmfestspielen in Venedig gewonnen. Sokurov hingegen den Goldenen L\u00f6wen f\u00fcr \u201eFaust\u201c, seine Version eines bekannten deutschen St\u00fcckes. Interessieren wirklich die weiteren Gewinner von Venedig? Interessiert tats\u00e4chlich der Gewinner des Goldenen L\u00f6wen Alexander Sokurov? George Clooney war der gro\u00dfe Schatten, als Madonna mit ihrer Wallis Simpson Biografie \u201eW.E.\u201c katastrophal scheiterte. Eigentlich eine sch\u00f6ne Schlagzeile wert, w\u00e4re eben George nicht gewesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/george-clooney-filmfestival\/festival-zirkus-1\/\" rel=\"attachment wp-att-1581\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1581\" title=\"Festival-Zirkus-1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Festival-Zirkus-1.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Festival-Zirkus-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Festival-Zirkus-1-145x200.jpg 145w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Festival-Zirkus-1-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Wer immer diesen Publicity-Stunt tats\u00e4chlich inszenierte, sollte auch Preise bekommen. Oder war alles nur ein irrwitziger Zufall? George Clooney h\u00e4lt 2011 zwei Filme f\u00fcr sein Publikum parat. Einer nennt sich \u201eDie Iden des M\u00e4rz\u201c und wird den Interessierten vorl\u00e4ufig ab dem 22.12.2011 zur Verf\u00fcgung stehen, wahrscheinlich unter einem vollkommen anderen, daf\u00fcr idiotischen Titel. Und dann ist da \u201eThe Descendants\u201c, der im Januar anlaufen wird und auch noch keinen deutschen Verleihtitel hat, aber auch da werden sie uns bestimmt nicht entt\u00e4uschen. Die Ironie sah vor, dass der von Kritikern wesentlich besser aufgenommene Film \u201eThe Descendants\u201c au\u00dfer Konkurrenz lief.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->\u201eDescendants\u201c konnte keinen Preis gewinnen, und \u201eIdes of March\u201c war dazu vielleicht nicht gut genug. Schon gut, aber nicht gut genug. Und bei diesem ganzen Hin und Her muss die ganz einfache Frage gestellt werden: Hat George Clooneys reine Anwesenheit auf dem Lido nicht sowieso alles relevant gemacht? Hat es. Er kam, strahlte und siegte. Mit den Filmfestspielen in Venedig begann der ganze Festivals-Zirkus. Es folgen Telluride, Toronto und so weiter, und so weiter. Das bunte Werben um die artistisch und intellektuell anspruchsvollsten Kinofilme des Jahres 2011 hatte begonnen. Bei diesen Festivals laufen die Filme, die im Blockbuster-Sommer-Programm kaum eine Chance haben, durch eine aufwendige und aggressive Berichterstattung aber genug Aufmerksamkeit entwickeln k\u00f6nnen, um w\u00e4hrend der Saison der Preisverleihungen wahrgenommen zu werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ob BAFTA, Golden Globe oder der Academy Award. Wer hier Aufmerksamkeit erregt, wer hier eine Nominierung ergattert, der lockt auch Publikum ins Kino. Mit einem politischen Drama wie \u201eIdes of March\u201c oder einer Familien-Zusammenf\u00fchrung wie \u201eThe Descendants\u201c lockt man nicht wirklich das zahlungskr\u00e4ftige Publikum. Wenn man im Vorfeld allerdings genug in den Schlagzeilen war, weil man sehr viel Aufmerksamkeit in Venedig, Telluride, oder Toronto erregte, dann ist der entsprechende Film auf einem guten Weg. Selbstverst\u00e4ndlich ist das alles von den produzierenden Studios her sehr manipulativ, genauso wie von der schreibenden Kritiker-Zunft. Doch man darf sich nicht \u00fcber die scheinbare Manipulation der Gunst des Publikums st\u00f6ren. Denn es ist unbestritten, dass diese scheinbare Manipulation einem unbedarften Publikum Filme n\u00e4herbringen kann, welche dieses sonst \u00fcberhaupt nicht wahrgenommen h\u00e4tte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">George Clooney ist, wenn man Frauenstimmen glauben darf, ein ungeheuer attraktiver Mann. George Clooney ist der aufreizend l\u00e4chelnde Lebemann, zumindest in vielen seiner Filme. George Clooney ist aber auch der Mann, der zwischen zwei unbeschwerten \u201eOceans\u201c-Filmen ein Hirn-St\u00fcck wie \u201eSolaris\u201c ins Kino brachte. George Clooney verf\u00fcgt bei Auftritten, Werbefilmchen oder als Darsteller \u00fcber so viel Charisma, dass schnell vergessen wird, dass \u201eMichal Clayton\u201c, \u201eUp in the air\u201c und \u201eThe American\u201c ganz weit weg vom Mainstream und alles, nur keine Publikumsmagneten waren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">George Clooney ist derart positiv in der \u00d6ffentlichkeit verankert, dass seine schleichende Wandlung zum Mann mit politischer Motivation unreflektiert hingenommen wurde. Doch \u201eGood night, and good luck\u201c und \u201eSyriana\u201c spielten nicht wirklich eine Rolle, um seine Person einmal zwar nicht kritisch, aber daf\u00fcr differenzierter zu betrachten. George Clooney wird in der \u00d6ffentlichkeit ein sehr akzeptierter Mann bleiben, seinen filmischen Ambitionen kommt das sehr entgegen. \u201eIdes of March\u201c oder \u201eDescendantes\u201c sind Filme, die allein durch die Mitwirkung des Herren Clooney ein Vielfaches mehr Aufmerksamkeit erhalten. Allerdings verdienen sie diese Aufmerksamkeit auch. Und da ist der unlautere Wettbewerb mit dem hintersinnig l\u00e4chelnden Werbetr\u00e4ger Clooney allemal recht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Venedig ist das \u00e4lteste Filmfestival der Welt. Das wei\u00df kaum jemand, und genauso wei\u00df kaum jemand, dass es auf der Kippe steht, weitergef\u00fchrt zu werden. Der langj\u00e4hrige Leiter Marco M\u00fcller ist dieses Jahr das letzte Mal am Start gewesen, und wegen nicht n\u00e4her zu beschreibender politischer Aspekte m\u00f6chte die italienische Regierung keine Verl\u00e4ngerung f\u00fcr Marco M\u00fcller in Venedig, daf\u00fcr seinen Einstieg ins konkurrierende Festival von Rom. Das sind sehr dramatische Nachrichten, wenn man wei\u00df, dass sich das Filmfest nur mit Subventionsgeldern halten kann und diese Gelder mit dem Weggang von Marco M\u00fcller ebenfalls wegfallen sollen. Doch daf\u00fcr hat die \u00d6ffentlichkeit kein Ohr oder Auge. Denn George Clooney war am Lido.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Er kam, strahlte und siegte. W\u00e4hrend Madonna gnadenlos floppte und Glenn Close sich in einer neuen, aufsehenerregenden Rolle pr\u00e4sentierte, war er allgegenw\u00e4rtiger als alle anderen. Er wei\u00df, was er seinen Filmen schuldig ist, weil er wei\u00df, dass sie kaum eine Chance auf das ganz gro\u00dfe Publikum haben. Daf\u00fcr ist es auch nicht wichtig, dass \u201eIden des M\u00e4rz\u201c keinen Preis bekam und \u201eDescendants\u201c au\u00dfer Konkurrenz lief. Sie wurden zur Kenntnis genommen, und die Chance auf ein gr\u00f6\u00dferes Publikum ist ebenfalls gr\u00f6\u00dfer geworden. Und unerm\u00fcdlich taucht er dann werbend und winkend in Telluride auf, versch\u00fcchtert andere Festival-Teilnehmer, weil die um Georges wirksame Auftritte in Venedig wussten. Und ehe die Journalistenscharen berichten k\u00f6nnen, steht Herr Clooney schon l\u00e4chelnd auf dem Toronto International Film Fest, zeigt sich von seiner charmantesten Seite, gibt gerne Autogramme, beantwortet selbst l\u00e4stigste Fragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Festival-Zirkus ist im vollen Gange. Hier werden Oscar-Anw\u00e4rter geboren oder erkoren. Im Business ist es f\u00fcr die Kleinen das Gr\u00f6\u00dfte. Viele tolle Momente geschehen dort. Aufregende, beeindruckende Filme werden gezeigt, auf die man sich freuen darf, die man unbedingt gesehen haben sollte. Ob Venedig, Telluride, Toronto oder wo sie eben stattfinden, alle haben sie bisher ihre eigene Magie verspr\u00fcht, haben etwas Besonderes gehabt. Aber sie hatten eben auch George Clooney, der \u00fcber jede noch so magische Besonderheit einen leichten Schatten warf. Oder wei\u00df jemand, dass Michael Fassbender in Venedig als bester Schauspieler f\u00fcr seine Rolle in \u201eShame\u201c ausgezeichnet wurde? Interessiert das \u00fcberhaupt jemanden? Egal, \u201eShame\u201c ist jedenfalls auch ein Film, auf den man sich freuen darf, den man unbedingt gesehen haben sollte. Und nat\u00fcrlich die anderen zwei, die mit dem Clooney.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; oder: Die gro\u00dfe Clooney-Show Als Alexander Sokurov seinen Goldenen L\u00f6wen entgegennahm, war George Clooney bereits in Toronto. George Clooney hat keinen Preis f\u00fcr einen seiner zwei Filme bei den Filmfestspielen in Venedig gewonnen. 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