{"id":17340,"date":"2021-09-07T07:15:47","date_gmt":"2021-09-07T06:15:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=17340"},"modified":"2021-09-07T19:18:20","modified_gmt":"2021-09-07T18:18:20","slug":"candyman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/candyman\/","title":{"rendered":"CANDYMAN"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/candyman\/candyman-copyright-univesral-studios\/\" rel=\"attachment wp-att-17341\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17341 size-full\" title=\"Candyman - Copyright UNIVERSAL STUDIO\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS.jpg\" alt=\"Candyman - Copyright UNIVERSAL STUDIO\" width=\"250\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS-142x200.jpg 142w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 26.08.2021<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es gibt immer wieder diese Art von Film, die zuerst wenig Eindruck machen, eher gew\u00f6hnlich wirken. Erst sp\u00e4ter ver\u00e4ndert sich dann die Wahrnehmung. Sei es wegen seiner k\u00fcnstlerischen Umsetzung, mit einer genialen thematischen Aufl\u00f6sung, oder bei einer nachfolgenden Reflexion, beginnt sich dieser Film richtig zu entfalten und zu erschlie\u00dfen. So ein Film ist Nia DaCostas CANDYMAN. Seine offenkundige Metaphorik und gesellschaftskulturellen Anspielungen stellt er tats\u00e4chlich so raffiniert neben die eigentliche Handlung, dass sie kaum als Kritik, sondern eher als notwendige Basis wahrgenommen werden. 1992 war Cabrini-Green im Norden Chicagos bereits eines der \u00e4rmsten und gewaltt\u00e4tigsten Stadtviertel. Es war ein Novum, dass sich seinerzeit ein massentauglicher Horrorfilm trotz seines Genres ernsthaft mit der sozialen Problematik seines Handlungsortes auseinandersetzt. 29 Jahre sp\u00e4ter kann Jordan Peele, dessen eindeutige Handschrift als Produzent erkennbar ist, dem Schreckgespenst von damals, einige Facetten hinzuf\u00fcgen.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer f\u00fcnfmal seinen Namen in einen Spiegel spricht, dem erscheint der Candyman und t\u00f6tet denjenigen, der ihn gerufen hat. Vielmehr als an der Legende, ist Maler Anthony McCoy an den realen Vorf\u00e4llen interessiert, die in seinem Viertel von Carbini-Green in Zusammenhang mit der Legende geschehen sind. Wie zuvor bei seinem Auftritt in TRIAL OF THE CHICAGO 7, besticht Yahya Abdul-Mateen wieder mit einer beeindruckenden physischen Pr\u00e4senz. Seine Darstellung eines aufstrebenden K\u00fcnstlers, der sich mit manischer Begeisterung in seiner j\u00fcngsten Inspiration verliert, bildet eine glaubhaft realistische Basis f\u00fcr einen Horrorfilm.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn Anthony seine Auseinandersetzung mit dem Mythos des mordenden Candyman \u00fcber seine Gem\u00e4lde \u00f6ffentlich macht, kann er die Konsequenzen \u00fcberhaupt nicht erahnen. F\u00fcr ihn ist der unwirkliche Geist nur ein Sinnbild f\u00fcr eine vergangene Zeit. Aus dem Appartement in dem baulich extrem aufgewerteten abrini-Green heraus, kann er kaum den Bezug zu damals entwickeln. Als andere den Fehler begehen, Anthonys Kunstwerke als das zu erkennen, was diese wirklich verk\u00f6rpern, kann er nur noch handeln, aber nichts mehr aufhalten.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/candyman\/candyman-1-copyright-univesral-studios\/\" rel=\"attachment wp-att-17342\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17342 size-full\" title=\"Candyman 1 - Copyright UNIVERSAL STUDIO\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-1-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS.jpg\" alt=\"Candyman 1 - Copyright UNIVERSAL STUDIO\" width=\"640\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-1-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-1-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS-300x202.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-1-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS-200x135.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Geist seines 29 Jahre alten Vorg\u00e4ngers ist bei CANDYMAN allgegenw\u00e4rtig. Nia DaCostas Version scheut nie den Vergleich oder die Referenz. Das zeugt nicht nur Respekt vor dem Ursprungsmaterial, sondern DaCosta nutzt dies zusammen mit Peele und Win Rosenfeld als Co-Autoren wirklich sehr geschickt. Dieser Film ist Remake, Neuinterpretation und stringente Fortsetzung in einem, wobei auch der soziale Kommentar aktualisiert wurde. Was dabei aber nicht gelungen ist, dass Gesellschaftskritik und die puren Horrorelemente symbiotisch verschmelzen. Beide Ebenen bauen aufeinander auf, aber sie sind nicht abh\u00e4ngig voneinander, oder resultieren nicht zwangsweise aus der jeweils anderen. Das mag beabsichtigt, oder als nicht notwendig erachtet worden sein, es w\u00e4re jedenfalls das oft zitierte Sahneh\u00e4ubchen gewesen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist erfreulich, wie die Regisseurin ihre Spannungsmomente ausspielt und aufl\u00f6st. Sie inszeniert keine billigen Splatter-Szenen nur um des Effektes willen, \u00fcberzeugt aber trotzdem ein Schock verw\u00f6hntes Publikum. Die Kamera vermittelt die Anmutung aus der Sicht eines ver\u00e4ngstigten Beobachters, der versucht die expliziten Taten nicht ansehen zu m\u00fcssen. In weiten Teilen vergeblich, doch es schm\u00e4lert die rei\u00dferische Effekthascherei, steigert aber den psychologischen Terror. Das Massaker auf einer Schultoilette beweist ein starkes Gesp\u00fcr f\u00fcr originelle Inszenierung. Wobei der H\u00f6hepunkt des Showdown in einem Polizeiauto noch einmal die M\u00f6glichkeiten des Begriffs von Horror innerhalb des Films neu zu gestalten versteht. Das Gef\u00fchl des Zuschauers sich bei entsprechenden Szenen wegzudrehen, wandelt sich zu einem eiskalten Schauer entlang der Wirbels\u00e4ule.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dies ist eine Jordan Peele Produktion, kein Zweifel. Aber bei CANDYMAN werden die soziopolitischen Themen bei weitem nicht so aufdringlich in den Vordergrund gedr\u00e4ngt, wie zum Beispiel bei der Neuauflage von TWILIGHT ZONE oder US &#8211; WIR. Man darf sogar sagen, dass Nia DaCosta dies sehr geschmeidig und unaufgeregt behandelt. Allerdings weit davon entfernt, als gef\u00e4llig bezeichnet zu werden. CANDYMAN ist in erster Linie Horror, und tr\u00e4gt keine Botschaft vor sich her. Aber daf\u00fcr k\u00f6nnte er zum nachdenken anregen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/candyman\/candyman-2-copyright-univesral-studios\/\" rel=\"attachment wp-att-17343\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17343 size-full\" title=\"Candyman 2 - Copyright UNIVERSAL STUDIO\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-2-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS.jpg\" alt=\"Candyman 2 - Copyright UNIVERSAL STUDIO\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-2-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-2-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Candyman-2-Copyright-UNIVESRAL-STUDIOS-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em><span style=\"color: #000000;\">Darsteller: <strong>Yaha Abdul-Mateen II, Teyonah Parris, Nathan Stewart-Jarrett, Colman Domingo, Kyle Kaminsky, Vanessa Williams<\/strong> und nat\u00fcrlich <strong>Tony Todd<\/strong> u.a.<\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Regie: <strong>Nia DaCosta<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Drehbuch: <strong>Nia DaCosta, Jordan Peele, Win Rosenfeld<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Kamera: <strong>John Guleserian<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Bildschnitt: <strong>Catrin Hedstr\u00f6m<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Musik: <strong>Robert Aiki Aubrey Lowe<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Produktionsdesign: <strong>Cara Brower<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<strong><em><span style=\"color: #000000;\">Kanada \u2013 USA \/ 2021<\/span><\/em><\/strong><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\"><strong>91<\/strong> Minuten<\/span><\/em><\/p>\n<h6><span style=\"color: #000000;\">Bildrechte: <strong>UNIVERSAL STUDIOS<\/strong><\/span><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 26.08.2021 Es gibt immer wieder diese Art von Film, die zuerst wenig Eindruck machen, eher gew\u00f6hnlich wirken. 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