{"id":17628,"date":"2021-10-23T07:03:05","date_gmt":"2021-10-23T06:03:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=17628"},"modified":"2021-10-23T08:19:25","modified_gmt":"2021-10-23T07:19:25","slug":"cry-macho","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/cry-macho\/","title":{"rendered":"CRY MACHO"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/cry-macho\/cry-macho-copyright-warner-bros\/\" rel=\"attachment wp-att-17631\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17631 size-full\" title=\" Copyright WARNER BROS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-Copyright-WARNER-BROS.jpeg\" alt=\"Cry Macho - Copyright WARNER BROS\" width=\"250\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-Copyright-WARNER-BROS.jpeg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-Copyright-WARNER-BROS-209x300.jpeg 209w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-Copyright-WARNER-BROS-140x200.jpeg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\"><strong>&#8211; Bundesstart 21.10.2021<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Clint Eastwood hat sich das letzte Mal f\u00fcr THE MULE selbst vor der Kamera inszeniert. Ein Film, der nicht gut aufgenommen wurde, weil Eastwood darin keine eindeutig Position zum Drogenhandel bezog. Aber es ist ein Film, der ganz nach der Ausdrucksform des Regisseurs und Schauspielers gelungen war. Davor und danach gab es noch die \u00fcberaus beindruckenden Regiearbeiten SULLY und RICHARD JUWELL, Portraits von zwei realen, aber fast vernachl\u00e4ssigten Pers\u00f6nlichkeiten. Ob jetzt N. Richard Nash 1975 &#8218;Cry Macho&#8216; tats\u00e4chlich zuerst als Drehbuch verfasst hatte, und es wegen Desinteresses schlie\u00dflich in Romanform ver\u00f6ffentlichte, sei einmal dahin gestellt. Der Roman jedenfalls stand auf alle F\u00e4lle erst die letzten drei\u00dfig Jahre im Fokus diverser Hollywood Produzenten, mit einer grandiosen Auswahl m\u00f6glicher Hauptdarsteller. Das sich letztendlich Eastwood diesen Stoff sicherte, scheint auf den ersten Blick als l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der ehemalige Rodeo-Reiter Michael Milo ist weit in die Jahre gekommen. Dennoch soll er f\u00fcr einen alten Bekannten dessen Sohn aus Mexiko nach Texas holen. Der vierzehnj\u00e4hrige Rafo h\u00e4lt sich mit Hahnenk\u00e4mpfen \u00fcber Wasser, um den gewaltt\u00e4tigen Amigos auf dem Anwesen seiner Alkohol abh\u00e4ngigen Mutter zu entkommen, die sich als Boss eines unbestimmten Kartells entpuppt. Damit beginnen f\u00fcr Milo die Probleme, denn die Mutter stellt Besitzanspr\u00fcche nur aus ihren Launen heraus, und Rafo glaubt unentwegt kl\u00fcger zu sein, als der alte Cowboy.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man kann sich gut vorstellen, dass dies der perfekte Stoff f\u00fcr eine altersweise Geschichte ganz im Sinne des altgedienten Haudegen Eastwood w\u00e4re. Nur das am Ende \u00fcberhaupt nichts in der Geschichte und auch in der filmischen Umsetzung zusammen passt. Das Ganze verschlimmert sich dadurch, dass man die bekannte \u00c4sthetik und Ruhe von Clint Eastwoods bisherigen Regiearbeiten sp\u00fcrt, die ihn als Filmemacher schon immer so interessant machte. Aber nichts davon setzt sich in irgend einer Form durch. In manchen Z\u00fcgen vermutet man einen erhellenden Roadmovie. Nur bei CRY MACHO funktioniert gar nichts. Es gibt keine glaubw\u00fcrdige Charakterzeichnung und die Inszenierung schwankt zwischen langweilig und peinlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr Eastwood braucht es selten eine ausschweifende, verschachtelte Erz\u00e4hlung. Aber was alleine die Dialoge angeht, gibt es keinerlei philosophische Ans\u00e4tze, nicht einmal altersweise Ansichten \u00fcber das Leben oder moralische Werte. Es ist keinerlei Anspruch zu erkennen, dem man diesem Stoff entlocken k\u00f6nnte, oder die man hier hinein interpretieren m\u00f6chte. Die Figuren sind so inkoh\u00e4rent, dass dem Zuschauenden keine Orientierung gegeben wird. Markigen Macho-Spr\u00fcchen folgen meist weinerliche Erkl\u00e4rungen. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Milo und Rafo passt sich jeweils den Situationen an, und nicht etwa ihren Pers\u00f6nlichkeiten. Eine Entwicklung in dieser Beziehung gibt es nicht, so als ob der Regisseur \u00fcberhaupt nichts mit diesen Figuren anzufangen wusste.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/cry-macho\/cry-macho-2-copyright-warner-bros\/\" rel=\"attachment wp-att-17633\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17633 size-full\" title=\"Copyright WARNER BROS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-2-Copyright-WARNER-BROS.jpeg\" alt=\"Cry Macho 2 - Copyright WARNER BROS\" width=\"640\" height=\"387\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-2-Copyright-WARNER-BROS.jpeg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-2-Copyright-WARNER-BROS-300x181.jpeg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-2-Copyright-WARNER-BROS-200x121.jpeg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Rafos Kampfhahn Macho ein Sinnbild darstellen soll, scheint selbstverst\u00e4ndlich. Nur erschlie\u00dft sich nicht f\u00fcr wen oder was. Ein Interpretationsversuch scheitert am Unverm\u00f6gen der Inszenierung. Unentwegt fragt man sich, was hier eigentlich passiert. Manche Szenen sind so l\u00e4cherlich umgesetzt, dass die Ernsthaftigkeit des ganzen Films in Frage zu stellen ist. Die angedeutete Pr\u00fcgelei vor dem Restaurant, oder die seltsam gestaltete Razzia bei einem Hahnenkampf. Szenen, wie zum Beispiel Milos Grenz\u00fcbertritt, bauen eine Situation auf bei der jemand Spannung oder Eskalation vermuten w\u00fcrde, die sich aber vollkommen in Nichts aufl\u00f6sen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie sich Eastwood allerdings mit den zwei weiblichen Darstellerinnen in Szenen setzt, l\u00f6st unvermeidlich die st\u00e4rkste Verwunderung aus. In einem aufgekl\u00e4rten Zeitalter sollte ein Altersunterschied keine signifikante Rolle spielen. Doch in einer filmischen Dramaturgie sollten sich zwischenmenschliche Aspekte erschlie\u00dfen, und Mike Milo offenbart weder seinen Leinwandpartnerinnen noch den Zuschauenden irgendwelche herausragende Charakterz\u00fcge. \u00dcberhaupt baut sich zwischen all den Figuren nie ein wirkliches Verh\u00e4ltnis auf. Sie bleiben alle fremd zueinander. Das betrifft besonders den relativ unerfahrenen Eduardo Minett, der seinem Rafo keine greifbare Basis geben kann, und wenig \u00fcberzeugend eher an Laienschauspiel erinnert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In fast allen Bereichen ist CRY MACHO ein entt\u00e4uschender Film. Nick Schenk hat schon einige Male f\u00fcr Eastwoods Projekte geschrieben, die aber immer entweder einen moralischen Ansatz hatten oder philosophische Grundz\u00fcge aufwiesen. Deren Atmosph\u00e4re war geladen mit dem Charme des stoischen Einzelg\u00e4ngers, und ihren lebensnahen Eindr\u00fccken. Das CRY MACHO so leer, eigentlich uninteressant geworden ist, kann man in fast allen Szenen erfahren, nur l\u00e4sst es sich nicht erkl\u00e4ren, warum ein k\u00fcnstlerischen Gespann wie Schenk und Eastwood dem nichts entgegen setzen konnten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Daf\u00fcr kann man sich wenigstens an Ben Davies stimmungsvoller Bildgestaltung satt sehen. Davies nutzt den Raum tats\u00e4chlich nach der angedachten Atmosph\u00e4re, setzt die Darsteller stets in einer dramaturgische Relation zueinander, und \u00fcberzeugt mit sehr pointierten Licht- und Farbstimmungen. Und wenn Mike Milo in seinem Wagen neben einer Herde galoppierenden Pferde f\u00e4hrt, dann offenbart dieses Bild eine anmutige Atmosph\u00e4re, die dem Film in seinem Herzen fehlt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/cry-macho\/cry-macho-1-copyright-warner-bros\/\" rel=\"attachment wp-att-17632\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17632 size-full\" title=\"Copyright WARNER BROS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-1-Copyright-WARNER-BROS.jpeg\" alt=\"Cry Macho 1 - Copyright WARNER BROS\" width=\"640\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-1-Copyright-WARNER-BROS.jpeg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-1-Copyright-WARNER-BROS-300x175.jpeg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cry-Macho-1-Copyright-WARNER-BROS-200x117.jpeg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Darsteller: <strong>Clint Eastwood, Dwight Yoakam, Eduardo Minett, Natalia Traven, Fernanda Urrejola, Horacio Garcia Rojas<\/strong> u.a.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Regie: <strong>Clint Eastwood<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Drehbuch: <strong>Nick Schenk, N. Richard Nash<\/strong> (auch Novel)<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Kamera: <strong>Ben Davies<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Bildschnitt: <strong>David S. Cox <\/strong>&amp;<strong> Joel Cox<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Musik: <strong>Mark Mancina<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Produktionsdesign: <strong>Ronald R. Reiss<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\"><em>USA \/ 2021<\/em><\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>104<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>WARNER BROS.<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 21.10.2021 Clint Eastwood hat sich das letzte Mal f\u00fcr THE MULE selbst vor der Kamera inszeniert. 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