{"id":17853,"date":"2021-11-25T08:00:47","date_gmt":"2021-11-25T07:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=17853"},"modified":"2021-11-25T20:01:48","modified_gmt":"2021-11-25T19:01:48","slug":"perfect","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/perfect\/","title":{"rendered":"PERFECT"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/perfect\/respect-copyright-metr-goldwyn-mayer\/\" rel=\"attachment wp-att-17858\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17858 size-full\" title=\"Copyright METRO-GOLDWYN-MAYER\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER.jpg\" alt=\"Respect - Copyright METRO-GOLDWYN-MAYER\" width=\"256\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER.jpg 256w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER-140x200.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\"><strong>&#8211; Bundesstart 25.11.2021<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eigentlich fehlt, dass RESPECT mit jenem Konzert anf\u00e4ngt, in welches der Film am Ende m\u00fcnden wird. Der lange, steinige Weg des Superstars Aretha Franklin, eingebettet in den gr\u00f6\u00dften Erfolg ihrer bis dahin hart erk\u00e4mpften Karriere. Das haben so viele andere Musik-Biografien auch schon zelebriert, um das ikonografische ihrer Figuren zu untermauern. Und weil genau dieses Element abgedroschen und vor allem unoriginell weil einfallslos ist, hat wohl Liesl Tommy in ihrem Film darauf verzichtet. Aber viel besser l\u00e4sst dies dann RESPECT auch nicht aussehen. Geschweige denn anf\u00fchlen. Eine Biografie \u00fcber eine derartige Pers\u00f6nlichkeit, mit einem relativ bekannten Werdegang, muss gerade die unbekannten Facetten freilegen, was Liesl Tommy nicht gelingt. Denn RESPECT ist eine Katastrophe, die keinerlei Beziehung zu ihren Figuren, und erst recht nicht zu der Geschichte aufbaut.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zehn Jahre ist Aretha, von allen nur Re genannt, wenn der Film beginnt, und die kleine in der Nacht aus dem Bett geholt wird, um f\u00fcr die Freunde ihres Vaters zu singen. Man merkt, dass sich Re bei soviel Aufmerksamkeit sehr wohlf\u00fchlt. Es macht ihr auch viel Spa\u00df in der Kirche zu singen, weclher ihr Vater als Baptisten-Pastor vorsteht. F\u00fcr Aretha ist der Weg damit vorgegeben. Unter dem Deckmantel von Gott und einer Bestimmung, beginnt der herrschs\u00fcchtige Vater \u00fcber die Karriere und das Leben der jungen Frau zu bestimmen. Aretha akzeptiert das, weil ihr ein Hit wichtiger ist, als Selbstbestimmung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">147 Minuten inklusive ausgedehnten Abspann, sind f\u00fcr eine Biografie keine ungew\u00f6hnliche Laufzeit. Aber daf\u00fcr hat das Drehbuch von Tracey Scott Wilson sehr wenig zu erz\u00e4hlen. Einzelne Stationen von Arethas Karriere oder privatem Leben werden abgehandelt oder nur angerissen, in die Tiefe geht Liesl Tommys Inszenierung dabei sehr selten. Zudem werden manche Verbindungen oder aufgeworfene Fragen erst viel sp\u00e4ter in der Handlung aufgezeigt. Da beginnen die Zuschauenden zu r\u00e4tseln, anstatt eine Bindung aufzubauen. Was sehr oft vom Thema wegf\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/perfect\/respect\/\" rel=\"attachment wp-att-17859\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17859 size-full\" title=\"Copyright METRO-GOLDWYN-MAYER\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-1-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER.jpg\" alt=\"Respect 1 - Copyright METRO-GOLDWYN-MAYER\" width=\"640\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-1-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-1-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-1-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER-200x109.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Beziehungen von Aretha zu den M\u00e4nnern in ihrem Leben sind immer toxisch. Als es ihr endlich gelingt, sich von ihrem manipulativen Vater zu l\u00f6sen, f\u00e4llt sie auf den gro\u00dfspurigen Ted White herein, den sie zu lieben glaubt. Aber auch Ted ist nur daran interessiert sie zu unterwerfen, um \u00fcber Arethas Talent zu Geld und Ehren zu kommen. Als K\u00fcnstlerin gewinnt sie Anerkennung, sie will aber unbedingt Hits, wobei ihr auch der Narzisst Ted White nicht behilflich ist. Dennoch braucht es noch einige Jahre, bis Re endlich ihre Selbstachtung findet, und ihre Selbstbestimmung forciert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Handlung kann man durchaus folgen und den Weg der schnell als Queen of Soul gepriesenen S\u00e4ngerin nachvollziehen. Aber der Film erkl\u00e4rt kaum die Person Aretha Franklin, ihre Motivation ist St\u00fcckwerk, welches man sich spekulativ selbst zusammensetzen muss. Entweder wird keiner der Charaktere mit hilfreichem Hintergrund dargestellt, oder die Regie versucht scheinbar absichtlich in die Irre zu f\u00fchren, was weitgehend kontraproduktiv ist. Was zum Beispiel ist mit Arethas Kindern? Warum wird diese Frau nie als Mutter thematisiert, deren Verantwortung sie ja nie nachzukommen scheint.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein exzellent hassenswerter Forest Whitaker als Reverend C.L. Franklin, dessen Leben durchaus auch eine eigenst\u00e4ndige Verfilmung vertragen w\u00fcrde, wird durchweg herrisch und negativ inszeniert. Erst gegen Ende gewinnt er \u00fcberraschend den Habitus einer erl\u00f6senden Figur f\u00fcr seine Re. Das ist schwer nachvollziehbar und greift kaum noch, weil der Reverend den ganzen Film \u00fcber keinen Spielraum bekam, f\u00fcr den Zuschauer weitere charakterliche Facetten aufzuzeigen. Darunter leiden aber auch alle anderen Darsteller, besonders Marlon Wayans als Ted White, der im Film nichts weiter sein darf, als ein viel zu offensichtlicher Aufschneider ohne Charisma.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Technisch ist der Film \u00fcberragend, besonders in seiner bildlichen Umsetzung. Kramer Morgenthau hat in diesem Jahr schon den MANY SAINTS OF NEWARK das perfekte Zeitkolorit verpasst, und bei RESPECT legt er ordentlich nach. Die leicht fahlen Bilder haben keinen sehr hohen Farbkontrast, was eine durchgehende Stimmung f\u00fcr Zeit, aber auch f\u00fcr Orte und Gesellschaft schafft. Wobei eine wirkliche Auseinandersetzung mit der gespaltenen Gesellschaft findet nicht statt. Das Re mit Dr. Martin Luther King als Freund der Familie aufgewachsen ist, wird erw\u00e4hnt, genau wie ihre wohlt\u00e4tigen Auftritte f\u00fcr die B\u00fcrgerrechtsbewegung. Doch ihre pers\u00f6nliche Einstellung findet genauso wenig Erw\u00e4hnung, wie der reale Einfluss der S\u00e4ngerin auf die antirassistische Bewegung.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/perfect\/respect-3\/\" rel=\"attachment wp-att-17872\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17872 size-full\" title=\"Copyright METRO-GOLDWYN-MAYER\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-3-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER.jpg\" alt=\"Respect 3 - Copyright METRO-GOLDWYN-MAYER\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-3-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-3-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-3-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit &#8218;Here I Am&#8216; gibt es nur einen neu komponierten Song, der nur im Abspann gespielt wird. Ein allzu auff\u00e4lliges Zeichen, um sich qualifizieren zu k\u00f6nnen, wenn man um einen Musik-Oscar buhlen m\u00f6chte. Aber Hauptdarstellerin Jennifer Hudson hat noch 17 Lieder als Aretha eingesungen, die allesamt w\u00e4hrend des Films zu h\u00f6ren sind. Das mag Fans der Queen of Soul begeistern. F\u00fcr einen an der Geschichte interessierten Zuschauenden wird es zur Belastung, weil Liesl Tommy es f\u00fcr eine gute Idee hielt, alle Songs auch in voller L\u00e4nge auszuspielen. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, und bremst merklich einen Fluss, in dessen Verlauf man auf diese besonderen Momente hofft, die den Film und seine Erz\u00e4hlweise einzigartig machen. Leider vergeblich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00dcberall ist zu lesen, dass Jennifer Hudson von Aretha Franklin als ihr Alter-Ego handverlesen war. Und w\u00e4hrend sich Hudson zumindest stimmlich als herausragende Wahl behaupten kann, kann man sich nur schwer vorstellen, dass Miss Franklin von der Verfilmung selbst begeistert gewesen w\u00e4re. Auch darstellerisch ist Hudson umwerfend. Nur dass dem Publikum in der Inszenierung kaum Punkte gegeben werden, an denen man Hudsons seelische und emotionale Aus- und Umbr\u00fcche fest machen kann. Der immerzu erw\u00e4hnte &#8218;D\u00e4mon&#8216; der gelegentlich aus ihr hervor bricht, erweckt den Eindruck einer fadenscheinigen Ausgestaltung, um Hudson ganz tief in die Tasche des emotionalen Facettenreichtums greifen zu lassen, damit RESPECT dramaturgisch mit anderen Musiker-Biografien mithalten kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn RESPECT mit der Aufzeichnung von Aretha Franklins erfolgreichsten Album &#8218;Amazing Grace&#8216; endet, schreibt man das Jahr 1972. Was bedeutet, dass gerade einmal 20 Jahre erz\u00e4hlt sind, von einer Karriere, die noch 40 Jahre anhalten soll. Aber die bleiben vielleicht f\u00fcr ein inspirierteres Drehbuch, mit eine innovativere Regie. Und dann verkneift man sich vielleicht auch das \u00fcberaus dumme Biografie-Versatzst\u00fcck, die portraitierte K\u00fcnstlerin selbst noch einmal ausgedehnt in Szene zu setzen. Eine direkte Gegen\u00fcberstellung ist respektlos und fragw\u00fcrdig in Bezug auf die herausragende Leistung einer Darstellerin, die uns 135 Minuten als eine andere Person \u00fcberzeugte.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2021\/perfect\/respect-2\/\" rel=\"attachment wp-att-17860\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17860 size-full\" title=\"Copyright METRO-GOLDWYN-MAYER\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-2-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER.jpg\" alt=\"Respect 2 - Copyright METRO-GOLDWYN-MAYER\" width=\"640\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-2-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-2-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER-300x163.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Respect-2-Copyright-METR-GOLDWYN-MAYER-200x109.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>Darsteller: <strong>Jennifer Hudson, Forest Whitaker, Marlon Wayans, Marc Maron, Audra McDonald, Gilbert Glenn Brown, Saycon Sengbloh, Hailey Kilgore<\/strong> u.a.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Regie: <strong>Liesl Tommy<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Drehbuch: <strong>Tracey Scott Wilson<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Kamera: <strong>Kramer Morgenthau<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Bildschnitt: <strong>Avril Beukes<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Musik: <strong>Kris Bowers<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Produktionsdesign:<strong> Ina Mayhew<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000;\"><em>Kanada &#8211; USA \/ 2021<\/em><\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em><strong>145<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>METRO-GOLDWYN-MAYER<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 25.11.2021 Eigentlich fehlt, dass RESPECT mit jenem Konzert anf\u00e4ngt, in welches der Film am Ende m\u00fcnden wird. 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