{"id":18415,"date":"2022-03-03T00:10:48","date_gmt":"2022-03-02T23:10:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=18415"},"modified":"2022-03-03T10:43:55","modified_gmt":"2022-03-03T09:43:55","slug":"the-card-counter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/the-card-counter\/","title":{"rendered":"THE CARD COUNTER"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/__trashed-3\/card-counter-2-copyright-focus-features\/\" rel=\"attachment wp-att-18419\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-18419 size-full\" title=\"Copyright FOCUS FEATURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-2-Copyright-FOCUS-FEATURES.jpg\" alt=\"Card Counter 2 - Copyright FOCUS FEATURES\" width=\"248\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-2-Copyright-FOCUS-FEATURES.jpg 248w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-2-Copyright-FOCUS-FEATURES-204x300.jpg 204w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-2-Copyright-FOCUS-FEATURES-136x200.jpg 136w\" sizes=\"auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\"><strong>&#8211; Bundesstart 03.03.2022<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #940000;\">Besprechung basierend auf der britischen Blu-ray Fassung<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">William war 8 Jahre im Gef\u00e4ngnis. Erst sp\u00e4ter werden wir erfahren, wof\u00fcr er gesessen hat. Im Gef\u00e4ngnis hat er gelernt beim spielen Karten zu z\u00e4hlen. In Freiheit verdient William damit seinen Unterhalt, diese hohe Kunst, die Casino-Betreiber in den Wahnsinn treibt. Sp\u00e4ter werden wir erfahren, warum man William bei Kartenz\u00e4hlen nicht erwischt. Wir erfahren alles irgendwie sp\u00e4ter. Langsam baut sich der Charakter f\u00fcr einen auf. Wir lernen ihn kenne, wie man einen neuen Bekannten kennenlernt. Und dann entt\u00e4uscht er auch nicht diese zarte Freundschaft, die zwischen Auditorium und Leinwand entstanden ist. Keine von Paul Schraders Figuren entt\u00e4uscht. Niemand entpuppt sich \u00fcberraschend als Gegenspion, keiner zaubert pl\u00f6tzlich Unwahrscheinlichkeiten aus dem Zylinder. Das hat der Filmautor nie gemocht, nie gebraucht, und h\u00e4tte er auch nicht n\u00f6tig.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">William zieht durchs Land von Casino zu Casino, und gewinnt Summen, die keine Aufmerksamkeit erregen. AberTalente wie er wecken Begehrlichkeiten. Eine alte Bekannte, LaLinda, vertritt Investoren, die gute Spieler mit hohen Betr\u00e4gen sponsern. Hohe Gewinne werden geteilt, Verluste muss der Spieler selbst tragen. Es ist ein gewagtes Gesch\u00e4ft, dass nur selbstbewusste Spieler eingehen. William will das nicht, bleibt lieber unter dem Radar. Doch dann trifft er auf Cirk, mit dem William einiges verbindet. Cirk verfolgt ein selbstm\u00f6rderisches Ziel, dass William glaubt mit viel Geld abwenden zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film beginnt mit einem auffallenden Titelvorspann. Er orientiert sich an den Titeln, von Filmen vor den 1980ern, als alle Hauptbeteiligten bereits am Anfang des Film erw\u00e4hnt wurden. Diese, wie so viele Kleinigkeiten und unbedeutend erscheinende Details bei CARD COUNTER, ist das Paul Schraders Ehrerbietung an die Kunst des Filmemachens und seine gro\u00dfen Vorbilder im Gesch\u00e4ft, die in all seine Arbeiten einflie\u00dft. Wie zum Beispiel das im Film nie erkl\u00e4rte, aber von William zelebrierte Verh\u00fcllen aller M\u00f6belst\u00fccke in einem Motelzimmer.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">CARD COUNTER baut sofort eine vibrierende Spannung auf, die kaum nachl\u00e4sst. Der Handlungsverlauf ver\u00e4ndert st\u00e4ndig seine Gewichtung, weil sich erst durch den Aufbau der Figuren deren Motivationen erschlie\u00dfen. Aber selbst dann, \u00fcberkreuzen sich immer wieder die Handlungsweisen der diversen Mitspieler. Im sich stetig steigernden letzten Akt wird klar, dass nicht jeder Charakter seinen dem Zuschauer bekannten Prinzipien treu bleiben kann, ansonsten m\u00fcssten andere darunter leiden. Am Ende fordert die Geschichte eine Opferrolle, es bleibt aber ungewiss wem sie letztendlich zufallen wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn sich im zweiten Akt eine erweiterte Erz\u00e4hlebene er\u00f6ffnet, tritt man erst einmal einen Schritt zur\u00fcck. Im ersten Moment will das Sujet des mysteri\u00f6sen Pokerspielers einfach nicht mit der Komponente von William Tells wahren Verbrechen zusammen passen. Aber Schraders unbeirrt geradlinige Inszenierung, l\u00e4sst das sehr schnell wie selbstverst\u00e4ndlich ineinandergreifen, und macht es auch stimmig. Und, ja, auch das selbsterw\u00e4hnte Pseudonym William Tell ist eine von Schrader beabsichtigte Anlehnung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Vorfeld haben viele Kritiker den CARD COUNTER mit Schraders Drehbuch von TAXI DRIVER verglichen. Wobei es viel leichter w\u00e4re diesen Film neben Schraders verkannten Meisterwerk AMERICAN GIGOLO zu stellen. In GIGOLO fragt die Kundin ihren Escort-Service, woher er k\u00e4me, worauf er erwidert, &#8222;hier aus diesem Bett&#8220;. Genau so ein Mann ist auch William Tell, der aus dem Moment kommt, der gar nicht viel mehr sein kann, als die Person in diesem Augenblick.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/__trashed-3\/card-counter-copyright-focus-features\/\" rel=\"attachment wp-att-18417\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-18417 size-full\" title=\"Copyright FOCUS FEATURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-Copyright-FOCUS-FEATURES.jpg\" alt=\"Card Counter - Copyright FOCUS FEATURES\" width=\"640\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-Copyright-FOCUS-FEATURES.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-Copyright-FOCUS-FEATURES-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-Copyright-FOCUS-FEATURES-200x120.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">G\u00e4nsehaut verursacht die Vorstellung, dass Shia LaBeouf und Nicholas Cage zuerst f\u00fcr die Rolle des stoischen Spielers vorgesehen waren. Was sich, wenngleich ohne wirkliche Vergleichsm\u00f6glichkeit, mit Oscar Issac wohl zum Besten gewandt hat. William Tell ist f\u00fcr Isaac ein weiterer Charakter in einer mittlerweile langen Liste von Figuren, die ihn als einen der st\u00e4rksten und vielseitigsten Darsteller dieser Tage beweist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Isaac ist zweifellos das Kernelement der Erz\u00e4hlung. Der Film w\u00e4re aber ziemlich einsam ohne Tiffany Haddish, in ihrer unerwartet ernsten, und bravour\u00f6s gespielten Rolle der LaLinda. In ihr findet der Film eine nicht zu untersch\u00e4tzende, tragende S\u00e4ule. Und um dem noch einmal eines drauf zu setzen, muss man noch Tye Sheridan erw\u00e4hnen. Als orientierungsloser Cirk mit naiver Weltvorstellung, muss sich Sheridan gar nicht gegen seine Mitspieler behaupten, vielmehr vervollst\u00e4ndigt er stimmig und mit sehr ausgepr\u00e4gter, individueller Pr\u00e4senz das \u00fcberzeugende Ensemble.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Atmosph\u00e4re ist n\u00fcchtern, aber nie unterk\u00fchlt. Die musikalische Untermalung von Robert Levon Been und Giancarlo Vulcano wecken angenehme Erinnerungen an den l\u00e4ngst vergangenen Film Noir. Die melancholischen Kl\u00e4nge halten einen stets in einem wachsamen Zustand, weil eben die tonale Ebene die eigentliche Atmosph\u00e4re wiedergibt. Wenn sich dann noch w\u00e4hrend einer Autofahrt Bilder des Fahrers und Aufnahmen aus der Sicht des Fahrers immer wieder \u00fcberblenden, hat Paul Schrader das moderne Kino endg\u00fcltig hinter sich gelassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nicht das dieser sehr eigensinnige Regisseur sich in den alten Tagen festgesetzt h\u00e4tte. Ganz im Gegenteil, er beweist sehr gut sein Gesp\u00fcr f\u00fcr den aktuellen Standard des Spannungskinos, in dem er so manche Versatzst\u00fccke sehr geschickt und bewusst umgeht. Er zeigt mit CARD COUNTER, wie spannend man einen Film inszenieren kann, ohne mit verzwickten Wendungen und blutigen Exzessen spielen zu m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/__trashed-3\/card-counter-1-copyright-focus-features\/\" rel=\"attachment wp-att-18418\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-18418 size-full\" title=\"Copyright FOCUS FEATURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-1-Copyright-FOCUS-FEATURES.jpg\" alt=\"Card Counter 1 - Copyright FOCUS FEATURES\" width=\"640\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-1-Copyright-FOCUS-FEATURES.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-1-Copyright-FOCUS-FEATURES-300x179.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Card-Counter-1-Copyright-FOCUS-FEATURES-200x119.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #000000;\">Darsteller: <strong>Oscar Isaac, Tye Sheridan, Tiffany Haddish, Willem Dafoe<\/strong> u.a.<\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Regie &amp; Drehbuch: <strong>Paul Schrader<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Kamera: <strong>Alexander Dynan<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Bildschnitt: <strong>Benjamin Rodriguez Jr.<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Musik:<strong> Robert Levon Been <\/strong>&amp;<strong> Giancarlo Vulcano<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Produktionsdesign:<strong> Ashley Fenton<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">USA &#8211; Gro\u00dfbritannien &#8211; Schweden &#8211; China<\/span><\/em><strong><em><span style=\"color: #000000;\"> \/ 2021<\/span><\/em><\/strong><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\"><strong>111<\/strong> Minuten<\/span><\/em><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>FOCUS FEATURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 03.03.2022 Besprechung basierend auf der britischen Blu-ray Fassung William war 8 Jahre im Gef\u00e4ngnis. 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