{"id":18629,"date":"2022-03-29T12:00:22","date_gmt":"2022-03-29T10:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=18629"},"modified":"2022-03-29T20:45:22","modified_gmt":"2022-03-29T18:45:22","slug":"come-on-come-on-cmon-cmon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/come-on-come-on-cmon-cmon\/","title":{"rendered":"COME ON, COME ON"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/come-on-come-on-cmon-cmon\/dcm_220128_comeon-comeon_plakate_a1_rz-indd\/\" rel=\"attachment wp-att-18631\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-18631 size-full\" title=\"Copyright DCM Film Distribution\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-Copyright-DCM-Film-Distribution.jpg\" alt=\"C'mon - Copyright DCM Film Distribution\" width=\"251\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-Copyright-DCM-Film-Distribution.jpg 251w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-Copyright-DCM-Film-Distribution-206x300.jpg 206w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-Copyright-DCM-Film-Distribution-138x200.jpg 138w\" sizes=\"auto, (max-width: 251px) 100vw, 251px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\"><strong>C&#8217;MON C&#8217;MON<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><strong>&#8211; Bundesstart 24.03.2022<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es hat auch f\u00fcr den Zuschauer etwas befriedigendes, wenn ein Regisseur seinen Film dramaturgisch richtig einsch\u00e4tzt. Noch dazu, wenn er ihn selbst verfasst hat. Es gibt wenige Filmemacher, die sich bei ihren Stoffen zur\u00fccknehmen k\u00f6nnen. Dies macht ihr Werk dann allerdings greifbarer, und vor allem ehrlicher. Dabei ist COME ON COME ON voller Momente die f\u00f6rmlich die M\u00f6glichkeit der gro\u00dfen Emotionen vor sich hertragen. Der Radiojournalist Johnny soll sich ein paar Tage um den neunj\u00e4hrigen Jesse k\u00fcmmern, den Sohn seiner entfremdeten Schwester Viv. Sie muss kurzzeitig die Stadt verlassen, um ihren getrennt lebenden Mann zu versorgen, der unter extremen bipolaren St\u00f6rungen leidet. Entzweit haben sich Johnny und Viv, als es um die Betreuung der Demenz kranken Mutter ging.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mike Mills verankert seinen Film im Hier und Jetzt, und auf seine drei Hauptdarsteller fixiert. Der Film scheint vorzugeben, dass es eine Geschichte zwischen Onkel und Neffe ist. Aber in COME ON ist jeder auf jeden in irgendeiner Form angewiesen, und das Johnny der einzig Charakter mit freiem Geist w\u00e4re, erweist sich schnell als Trugschluss. Dadurch das Viv ihren Bruder um Hilfe anfleht, welche er auch bereit ist zu geben, wird dieser l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig aus seiner selbstsch\u00fctzenden Isolierungen gerissen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ohne Zweifel ist Joaquin Phoenix die zentrale Figur in dieser Erz\u00e4hlung. Die Auswirkungen aller Unwegsamkeiten im Verlauf f\u00fchren auf Johnny zur\u00fcck. \u00dcber Phoenix&#8216; darstellerisches Verm\u00f6gen braucht man kaum noch Worte verlieren. Dennoch erstaunt es, um wie viel effektiver seine einnehmende Ausdrucksweise ist, je mehr er sich im Spiel zur\u00fcck nimmt. Durch seine unbefangene Pr\u00e4senz nimmt man Phoenix nicht als schauspielernde Figur wahr, sondern er definiert die Atmosph\u00e4re des Films mit seiner ansprechende Nat\u00fcrlichkeit.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Obwohl die Entwicklung der Beziehung zwischen Jesse und Johnny einen ganz authentischen, sehr unaufgeregten und nachvollziehbaren Gang nimmt, gewinnt der Zuschauer keinen wirklich realen Eindruck. Was im Sinne einer inszenierten Filmerz\u00e4hlung \u00fcberhaupt nicht widerspr\u00fcchlich ist. Es ist der Verzicht auf dramaturgische \u00dcberh\u00f6hungen, im Spiel, in den einzelnen Settings, oder in der Erz\u00e4hlstruktur. Das vermag durchaus das Leben zu reflektieren, spricht aber nicht zwangsl\u00e4ufig die tieferen Wahrnehmungen an, welche Zuschauer mit den Erfahrungen und der Atmosph\u00e4re von Kino unterbewusst verbinden.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/come-on-come-on-cmon-cmon\/cmon-cmon-2021-2\/\" rel=\"attachment wp-att-18633\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-18633 size-full\" title=\"Copyright DCM Film Distribution\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-3-Copyright-DCM-Film-Distribution.jpg\" alt=\"C'mon 1 - Copyright DCM Film Distribution\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-3-Copyright-DCM-Film-Distribution.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-3-Copyright-DCM-Film-Distribution-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-3-Copyright-DCM-Film-Distribution-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mike Mills hat einen Film gemacht, in dem wir uns in den meisten Szenen wiedererkennen, wo wir auf der Leinwand gestellte Fragen im Zuschauerraum beantworten k\u00f6nnen. Und wir k\u00f6nnen von Situation zu Situation sagen, dass es die Figuren dort oben auch schaffen werden, sich zusammenrei\u00dfen, ihr Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander wieder ins Reine kommt. Da muss man f\u00fcr sich entscheiden, ob jemand vom Erlebnis Film nicht mehr erwartet als das unaufgeregt wirkliche Leben. Gerade weil sich die gesamte Produktion so zur\u00fcck nimmt, k\u00f6nnte C&#8217;MON C&#8217;MON nicht unbedingt jeden Geschmack treffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Fast schon gewohnheitsm\u00e4\u00dfig, ist Joaquin Phoenix sensationell. Aber man sp\u00fcrt auch, dass seine entspannte Erscheinung durch den Einklang mit seinem Co-Darsteller Woody Norman zum tragen kommt. Norman ist kein Fremder im Gesch\u00e4ft, aber es ist seine erste Rolle in der er einen Film auch mit verantworten muss. Und mit ebenb\u00fcrtigen Charme zu seinem Partner Phoenix stemmt er diese Verantwortung, mit l\u00e4ssiger Nat\u00fcrlichkeit.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In einer speziellen Szene, die selbstreden nicht vorweg genommen werden kann, kommen sich die beiden Darsteller so nah, wie es im richtigen Leben gew\u00f6hnlich, aber in filmischer Darstellung sehr ungew\u00f6hnlich ist. Hier bekr\u00e4ftigt sich nicht nur die Chemie zwischen Beiden, sondern fokussiert die Motivationen des Filmautoren Mike Mills.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist selbstverst\u00e4ndlich eine untersch\u00e4tzte Aufgabe f\u00fcr Johnny, dem die Erziehung von Kindern im eigenen Erfahrungsschatz fehlt. Obwohl er selbst f\u00fcr eine Radioreportage durchs Land reist, und Jugendliche nach ihren Hoffnungen, W\u00fcnschen und Zukunftsperspektiven befragt. Hier teilt sich der Film sogar etwas auf, weil viele Antworten f\u00fcr sich stehen, und aufzeigt wie leicht man Kinder untersch\u00e4tzt. Gleichzeitig wird es auch Leitfaden f\u00fcr Johnny in seiner reifenden Verantwortung f\u00fcr Jesse.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Johnny macht Fehler, ist manchmal ratlos, ist der perfekte Onkel, aber selten erwachsen genug. Jesse stellt viele Fragen, ist kaum konzentriert, und manchmal bockt er wie &#8211; ein kleines Kind. Aus den wenigen Tagen werden Wochen, Viv bekommt die Probleme mit ihrem mentalen Mann nicht geregelt. Daf\u00fcr schlie\u00dfen sich \u00fcber die Distanz langsam die Wunden zwischen den Geschwistern. Das Kameramann Robbie Ryan den Film im Academy Filmformat und in Schwarz-wei\u00df gedreht hat, mag als k\u00fcnstlerische Spielerei anmuten. Extrem auffallend ist allerdings der geringe Kontrast in den Bildern, wo Kontrast f\u00fcr gew\u00f6hnlich andere Filmemacher von Schwarz-wei\u00df begeistert. C&#8217;MON C&#8217;MON gewinnt dadurch so viele graue Abstufungen, dass er auch bildlich den Kern der Geschichte umsetzt. Egal aus welcher Perspektive, das Leben ist nie einfach nur schwarz-wei\u00df.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/come-on-come-on-cmon-cmon\/cmon-cmon-2021\/\" rel=\"attachment wp-att-18632\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-18632 size-full\" title=\"Copyright DCM Film Distribution\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-1-Copyright-DCM-Film-Distribution.jpg\" alt=\"C'mon 2 - Copyright DCM Film Distribution\" width=\"640\" height=\"439\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-1-Copyright-DCM-Film-Distribution.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-1-Copyright-DCM-Film-Distribution-300x206.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cmon-1-Copyright-DCM-Film-Distribution-200x137.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em><span style=\"color: #000000;\">Darsteller: <strong>Joaquin Phoenix, Woody Norman, Gaby Hoffmann, Scoot McNairy<\/strong> u.a.<\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Regie &amp; Drehbuch: <strong>Mike Mills<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Kamera: <strong>Robbie Ryan<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Bildschnitt:<strong> Jennifer Vecchiarello<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Musik: <strong>Aaron Dessner, Bryce Dessner<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\">Produktionsdesign: <strong>Katie Byron<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<strong><em><span style=\"color: #000000;\">USA \/ 2021<\/span><\/em><\/strong><br \/>\n<em><span style=\"color: #000000;\"><strong>109<\/strong> Minuten<\/span><\/em><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>DCM Film Distribution<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>C&#8217;MON C&#8217;MON &#8211; Bundesstart 24.03.2022 Es hat auch f\u00fcr den Zuschauer etwas befriedigendes, wenn ein Regisseur seinen Film dramaturgisch richtig einsch\u00e4tzt. 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