{"id":19917,"date":"2022-11-21T07:07:50","date_gmt":"2022-11-21T06:07:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=19917"},"modified":"2022-11-21T10:38:45","modified_gmt":"2022-11-21T09:38:45","slug":"the-menu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/the-menu\/","title":{"rendered":"THE MENU"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/the-middle-man\/menu-copyright-20th-century-studios\/\" rel=\"attachment wp-att-19909\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-19909 size-full\" title=\"Menu - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Menu - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 258w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 17.11.2022<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Elf elit\u00e4re Personen der obersten Gesellschaft, eine einsame Insel, ein K\u00fcchenchef mit soldatisch unterw\u00fcrfigen K\u00f6chen, und eine snobistische Atmosph\u00e4re, wie sie nicht verhei\u00dfungsvoller sein k\u00f6nnte. Es ist wie die erwachsenen Version von FANTASY ISLAND, mit einer Vorahnung von EINE LEICHE ZUM DESERT. Das Mysterium beginnt schon damit, dass wir vom aufziehenden Unheil wissen. Aber wir haben nicht die geringste Vorstellung von dem, was passieren k\u00f6nnte. Die Autoren Seth Reiss und Will Tracy haben sich bei der Arbeit f\u00fcr das Satiremagazin THE ONION kennengelernt. Tracy hat aber auch f\u00fcr die bitterb\u00f6se Familienchronik SUCCESSION geschrieben, f\u00fcr die Regisseur Mark Mylod einige Folgen inszenierte. Ein weitergesponnenes Produkt aus diesen pers\u00f6nlichen Verbindungen ist THE MENU. Eine bei\u00dfende Satire, eine rabenschwarze Kom\u00f6die, und ein nervenaufreibender Thriller.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese G\u00e4ste werden keine einfachen sein, erfahren wir bereits am Pier, vor der Abfahrt zur Insel, wo wir fl\u00fcchtig mit ihnen vertraut gemacht werden. Diese G\u00e4ste unternehmen diesen Tag nicht wegen des s\u00fcndhaft teuren, aber extravaganten Men\u00fcs, sondern weil sie in ihrer \u00dcberheblichkeit ihren Wohlstand zur Schau stellen m\u00fcssen. Nur Margot sticht aus der Gruppe heraus, die spontan den \u00fcberschw\u00e4nglich begeisterten Tyler begleitet. Margot bleibt ein R\u00e4tsel, genau wie die Absicht von Chef Julian Slowik, der ein mehrg\u00e4ngiges Men\u00fc vorbereitet hat, das weit \u00fcber essen und genie\u00dfen hinausgeht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was etwas entt\u00e4uscht, sind Peter Demings Bilder, die dem \u00fcberspitzten Rahmen der Geschichte keine besondere Note geben. Da hat Deming bei CABIN IN THE WOODS die R\u00e4umlichkeiten thematisch angemessener hervorgehoben, oder f\u00fcr NOW YOU SEE ME 2 das Erlebnis der Zaubershow zum optischen Spektakel gemacht. Allerdings kommt auch das B\u00fchnenbild von Ethan Tobman nicht \u00fcber den Standard eines gehobenen Restaurants hinaus. Die Spielst\u00e4tte ist lediglich Kulisse, wo sie eigentlich wie ein eigenst\u00e4ndiger Charakter funktionieren\u00a0 sollte.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was Peter Demings allerdings hervorragend gelingt, ist das Einfangen subtiler Charakter-Momente. Was Mark Mylod mit den Figuren inszeniert, verst\u00e4rkt Deming mit eleganten, meist fl\u00fcchtigen Einstellungen von Interaktionen zwischen den Darstellern. Genau diese Bilder mit ihren mysteri\u00f6sen Deutungsm\u00f6glichkeiten, unterst\u00fctzen noch die von Mylod angedachte Spannungssteigerung. Was in erster Linie auf Anya Taylor Joy und Ralph Fiennes angewandt wird, die sich erstklassige Duelle in Spiel und Dialog liefern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bilden Taylor-Joy und Fiennes den dramaturgischen Mittelpunkt, ist dieser aber eher flie\u00dfend zum Rest des Ensembles. Denn jede Person, ob Gast oder Angestellter, hat eine Bedeutung die f\u00fcr das Konzept dieses sehr speziellen Men\u00fcs wichtig ist. Reiss und Tracy haben dabei nicht einfach Schachfiguren entworfen, sondern sehr individuelle Charaktere. Zusammengenommen verk\u00f6rpern sie alle jene Wesensz\u00fcge, die Menschen in diesen gehobenen Gefilden so unangenehm und manchmal sogar verachtenswert machen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/the-middle-man\/the-menu\/\" rel=\"attachment wp-att-19911\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-19911 size-full\" title=\"Menu 1 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Menu 1 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"640\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-200x122.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mark Mylod ist es gelungen einen sehr extravaganten Thriller zu inszenieren, der zuerst mehr Fragen aufwirft, anstatt Spannung zu erzeugen. Der Entwurf h\u00e4tte sehr leicht seinen Geschmack verlieren k\u00f6nnen. Aber Mylod l\u00e4sst das Gericht sehr behutsam aufkochen, erg\u00e4nzt das Ganze mit immer neuen Zutaten, und verfeinert nach und nach mit immer raffinierteren Gew\u00fcrzen. Aus der absurd wirkenden Ausgangssituation entwickelt Mylod mit sehr viel Fingerspitzengef\u00fchl f\u00fcr Timing und das Wesentliche seiner Geschichte, einen immer wieder \u00fcberraschenden Thriller mit unerwarteten Einsch\u00fcben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zwei Generationen an exzellenten Darstellern, Taylor-Joy und Fiennes, bereiten mit fast schon obligatorischer Selbverst\u00e4ndlichkeit eine erwartungsgem\u00e4\u00dfe Leistungsschau von packendem Talent. Die eine herrlich expressiv und provokant, der andere fabelhaft stoisch introvertiert. Man darf beide als Hauptgang bezeichnen, die dieses Rezept gerade wegen seiner satirischen Gemeinheiten und zynischer Sozialstudien zu einem \u00fcberzeugenden, gleichsam faszinierenden Psychothriller machen. Und damit funktionieren auch die wenigen Schockmomente so hervorragend.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">THE MENU ist trotz seiner wirklich fabelhaften Einf\u00e4lle und rabenschwarzen Kommentare nicht jedermanns Sache. Es ist kein Film bei dem wir einfach so in herzhaftes Gel\u00e4chter verfallen, auch wenn ein grandioser Nicholas Hoult als devoter Verehrer des Chefkochs, aus Begeisterung \u00fcber das servierte Men\u00fc jeden noch so blutigen Zwischenfall einfach ignoriert. Und trotz gelungener, weil plausibler Gewaltszenen ist es auch kein Film f\u00fcr Horror-Fans.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ob THE MENU eine Antwort auf die immense Anzahl von Fernsehk\u00f6chen, Kochsendungen, ausrangierte Filmstars, Investment-Banker oder soziales Ungleichgewicht sein soll, \u00fcberl\u00e4sst uns Mark Mylod zum Gl\u00fcck selbst. Und darin besteht ein sehr gro\u00dfer Anspruch, den der Film auch erf\u00fcllt. Wir sollten eventuell aufgeworfene Fragen auch wirklich selbst interpretieren. Und seine \u00fcberraschende Aufl\u00f6sung, dieses \u00fcberragende, \u00fcberraschende Aufl\u00f6sung bringt nicht alles, aber vieles auf den Punkt. Hut ab, wie exzellent der Film zu Ende gedacht ist.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/the-middle-man\/menu-1-copyright-20th-century-studios\/\" rel=\"attachment wp-att-19910\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-19910 size-full\" title=\"Menu 2 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-1-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Menu 2 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"640\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-1-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-1-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Menu-1-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-200x109.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Darsteller: <strong>Ralph Fiennes, Anya Taylor-Joy, Nicholas Hoult, Janet McTeer, John Leguizamo Judith Light<\/strong> u.a.<br \/>\nRegie: <strong>Mark Mylod<\/strong><br \/>\nDrehbuch: <strong>Seth Reiss, Will Tracy<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Peter Deming<\/strong><br \/>\nBildschnitt: <strong>Christopher Tellefsen<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Colin Stetson<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign: <strong>Ethan Tobman<\/strong><br \/>\n<strong>USA \/ 2022<\/strong><br \/>\n<strong>106<\/strong> Minuten<\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>20th CENTURY STUDIOS<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 17.11.2022 Elf elit\u00e4re Personen der obersten Gesellschaft, eine einsame Insel, ein K\u00fcchenchef mit soldatisch unterw\u00fcrfigen K\u00f6chen, und eine snobistische Atmosph\u00e4re, wie sie nicht verhei\u00dfungsvoller sein k\u00f6nnte. 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