{"id":20086,"date":"2022-12-22T07:07:39","date_gmt":"2022-12-22T06:07:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=20086"},"modified":"2022-12-20T23:12:39","modified_gmt":"2022-12-20T22:12:39","slug":"ennio-morricone-the-maestro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/ennio-morricone-the-maestro\/","title":{"rendered":"Ennio Morricone &#8211; THE MAESTRO"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20087\" rel=\"attachment wp-att-20087\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20087 size-full\" title=\"Ennio - Copyright PLAION PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-Copyright-PLAION-PICTURES-1.jpg\" alt=\"Ennio - Copyright PLAION PICTURES\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-Copyright-PLAION-PICTURES-1.jpg 258w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-Copyright-PLAION-PICTURES-1-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-Copyright-PLAION-PICTURES-1-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>ENNIO &#8211; THE MAESTRO<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 16.12.2022<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Jahr 1988 drehte Filmemacher Guiseppe Tornatore CINEMA PARADISO, der umgehend zu einem sogenannten Instant-Klassiker avancierte. Erst zwei Jahre sp\u00e4ter wurde der Film f\u00fcr die Academy Awards, den Oscar, als bester ausl\u00e4ndischer Film nominiert. Die Regeln lie\u00dfen das nur f\u00fcr die Kategorie Auslandsfilm zu, wonach andere Branchen nicht mehr ber\u00fccksichtigt werden konnten. Ma\u00dfgebliche Stimmen bem\u00e4ngelten, dass Ennio Morricones Musik f\u00fcr CINEMA PARADISO nicht mehr gew\u00fcrdigt werden konnte. Es war ein Soundtrack, f\u00fcr den auch Ausz\u00fcge aus Morricones Musik von THE UNTOUCHABLES zwei Jahre vorher verwendet wurde. Ironischerweise eine Vorgehensweise, die Ennio Morricone strikt ablehnte, genauso wie er sich kategorisch weigerte Melodien oder St\u00fccke nachzuahmen oder zu kopieren. Immer und immer wieder betont der Komponist seine Abscheu gegen\u00fcber solcher Wiederholungen oder Kopien, wie man in der Dokumentation ENNIO \u2013 THE MAESTRO h\u00f6ren kann. Ein Film von CINEMA PARADISO-Regisseur Guiseppe Tornatore.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Um es gleich vorweg zu nehmen, ENNIO ist keine Dokumentation im klassischen Sinne. Auch wenn Tornatores Film daf\u00fcr alle Anforderungen erf\u00fcllt. ENNIO ist ein Film f\u00fcr alle unkritischen Cineasten und kompromisslosen Liebhaber des Maestros. Das h\u00f6rt sich hart an, tr\u00e4gt einen bitteren Geschmack mit sich, ist aber nicht negativ zu verstehen. Nur sollten unbedarfte Interessierte damit klar kommen, dass es keine intimen Details oder skandal\u00f6se Enth\u00fcllungen geben wird. Guiseppe Tornatore hat Annio Morricone ein Denkmal gesetzt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie alle anderen in jedweder Form auch, ist dieses Denkmal frei von Kritik \u00fcber die geehrte Person. Daf\u00fcr ist der Sockel umso h\u00f6her, daran l\u00e4sst der Regisseur keine Zweifel aufkommen. Es ist eine Reise von Morricones Jugend als Trompeter, \u00fcber die Musikhochschule, hin zum Fernsehen und schlie\u00dflich zur Filmmusik, mit der er eigentlich nie etwas zu tun haben wollte. Erz\u00e4hlt von meist vom Maestro selber. Es sind manchmal bittere Erinnerung, manchmal witzige Episoden, oft rationale Erkenntnisse, oder sehr leidenschaftliche Erkl\u00e4rungen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Aber Ennio redet nie etwas sch\u00f6n, auch wenn er selbstkritische Reflexionen gerne vermeidet. Man hat immer das Gef\u00fchl eines offenen und ehrlichen Morricones, selbst wenn er sich auch einmal widerspricht. So behaart er darauf, dass er immer abgelehnt habe Musik zu komponiert \u201adie so klingt wie\u2026\u2018, was Regisseure gerne einmal forderten. Dennoch gibt er des \u00d6fteren an wie er zum Beispiel Bach oder andere alte Meister f\u00fcr seine Themen verwendete. Solche Dinge kann man dem Maestro nachsehen, ist ohnehin schnell klar, dass dieser Film keine Enth\u00fcllungsgeschichte sein soll.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es wird viel geredet in ENNIO, sehr viel. Wenn es nicht Morricone selbst ist, kommen Regisseure, Filmkomponisten, Musiker, Wegbegleiter, Lehrer, Analysten oder Historiker zu Wort. Was zu kurz kommt, sind ausf\u00fchrlichere Musikbeispiele. Etwas intensiver wird sich mit den Themen zu Roland Joffes THE MISSION besch\u00e4ftigt, wo wunderbar eindringlich erkl\u00e4rt und geh\u00f6rt wird, wie diese St\u00fccke f\u00fcr sich stehen, gleichzeitig aber auch zusammen \u00fcbereinander gelagert harmonieren.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/aftersun\/ennio-2-copyright-plaion-pictures\/\" rel=\"attachment wp-att-20084\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20084 size-full\" title=\"Ennio 2 - Copyright PLAION PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-2-Copyright-PLAION-PICTURES.jpg\" alt=\"Ennio 2 - Copyright PLAION PICTURES\" width=\"640\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-2-Copyright-PLAION-PICTURES.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-2-Copyright-PLAION-PICTURES-300x207.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-2-Copyright-PLAION-PICTURES-200x138.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film vermittelt den Eindruck, als w\u00e4re dies eine Erfindung Morricones, was eigentlich g\u00e4ngige Praxis von vielen Komponisten ist, und schon vorher war. Aber auch das nimmt man hin, weil einem der Film vollkommen in einen Trance \u00e4hnlichen Zustand versetzt hat. Guiseppe Tornatore hat anstelle einer Dokumentation, \u00e4hnlich einem bildhauerischen Denkmal, mit ENNIO \u2013 THE MAESTRO ein geschlossenes Kunstwerk geschaffen. Das geht in erster Linie auf die Cutter Massimo Quaglia und Annalisa Schillaci zur\u00fcck, wobei Quaglia schon einige Male mit Tornatore gearbeitet hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In atemberaubender Geschwindigkeit fliegen die Bilder dahin, wobei kaum Zeit zum atmen bleibt. Die weit \u00fcber 50 Interview-G\u00e4ste erscheinen durchaus mehrmals, manchmal aber nur f\u00fcr einen Satz. Leider muss gesagt werden, dass die meisten Statements austauschbare Standardspr\u00fcche von wohlwollender Beliebigkeit sind. Die Kunst ist es, dass durch das perfekt austarierte Timing im Schnitt, f\u00fcr die Zuschauenden selten Denkpausen f\u00fcr eine genauere Reflexion bleiben. Ein wahrer Augenschmaus sind diverse Musikbeispiele bei denen man den Maestro beim dirigieren sieht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Material des selben St\u00fcckes, aber aus unterschiedlichen Jahrzehnten, ist so auf Takt geschnitten, dass Morricone in einem nahtlosen Fluss zu dirigieren scheint. Guiseppe Tornatore sollte dabei aber auch einen besonderen Dank an Luca Rea und sein Recherche-Team \u00f6ffentlich kundtun, die eine schier grenzenlose Materialflut an Originalaufnahmen gefunden haben. Besonders die Aufnahmen von Goffredo Petrassi, Ennios pr\u00e4genden Lehrer, bauen eine interessante Atmosph\u00e4re auf. Er und Ennio hatten sich wegen differenzierter Ansichten \u00fcberworfen, und erst in sp\u00e4ten Jahren den Weg zu Auss\u00f6hnung gefunden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Guiseppe Tornatore hat dem Maestro Ennio Morricone ein Denkmal gesetzt. Dessen Einseitigkeit findet dadurch Rechtfertigung, dass dieser Film ganz offensichtlich auch nie etwas anderes sein sollte. Aber daf\u00fcr ist der Film definitiv zu lang. Mit Ennio Morricones Ruhm und Bekanntheitsgrad geht es wohl einher, dass die erstaunliche Laufzeit von 156 Minuten legitim erscheinen mag, dass ist es aber nicht. Daf\u00fcr dringt ENNIO \u2013 THE MAESTRO in einigen Bereichen einfach nicht zu tief genug in die Materie ein. Aber seine erstaunliche Kunstfertigkeit in der inszenatorischen und technischen Umsetzung bleibt schlichtweg atemberaubend. Das ist dann eben die andere Seite.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2022\/aftersun\/ennio-1-copyright-plaion-pictures\/\" rel=\"attachment wp-att-20083\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20083 size-full\" title=\"Ennio 1 - Copyright PLAION PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-1-Copyright-PLAION-PICTURES.jpg\" alt=\"Ennio 1 - Copyright PLAION PICTURES\" width=\"640\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-1-Copyright-PLAION-PICTURES.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-1-Copyright-PLAION-PICTURES-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ennio-1-Copyright-PLAION-PICTURES-200x124.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Mit: <strong>Raffaella Leone, Vittorio Taviani, John Williams, Bernardo Bertolucci, Roland Joffe, Clint Eastwood, Kar-Wai Wong, Oliver Stone, Hans Zimmer, Nicola Piovani <\/strong>sowie<strong> Ennio Morricone<\/strong> und viele andere<br \/>\nRegie &amp; Drehbuch: <strong>Guiseppe Tornatore<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Giancarlo Leggeri, Fabio Zamarion<\/strong><br \/>\nBildschnitt: <strong>Massimo Quaglia, Annalisa Schillaci<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Ennio Morricone<\/strong><br \/>\nItalien, Belgien, Niederlande, Japan \/<strong> 2021<\/strong><br \/>\n<strong>156<\/strong> Minuten<\/p>\n<h6>Bildrechte:<strong> PLAION PICTURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ENNIO &#8211; THE MAESTRO &#8211; Bundesstart 16.12.2022 Im Jahr 1988 drehte Filmemacher Guiseppe Tornatore CINEMA PARADISO, der umgehend zu einem sogenannten Instant-Klassiker avancierte. 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