{"id":20375,"date":"2023-02-16T06:06:49","date_gmt":"2023-02-16T05:06:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=20375"},"modified":"2023-02-13T23:38:53","modified_gmt":"2023-02-13T22:38:53","slug":"final-cut-of-the-dead","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/final-cut-of-the-dead\/","title":{"rendered":"FINAL CUT OF THE DEAD"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20377\" rel=\"attachment wp-att-20377\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20377 size-full\" title=\"Final Cut - Copyright WELTKINO FILMVERLEIH\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-Copyright-WELTKINO-FILMVERLEIH.jpg\" alt=\"Final Cut - Copyright WELTKINO FILMVERLEIH\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-Copyright-WELTKINO-FILMVERLEIH.jpg 258w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-Copyright-WELTKINO-FILMVERLEIH-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-Copyright-WELTKINO-FILMVERLEIH-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>COUPEZ!<\/strong><br \/>\n<strong>a.k.a FINAL CUT<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 17.02.2023<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Besprechung basiert auf der franz\u00f6sischen Originalfassung mit englischen Untertiteln.<\/em><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Vorweg: Es kann, muss aber nicht, jedem gewahr sein, dass FINAL CUT ein Remake des 2017 gedrehten ONE CUT OF THE DEAD von Shin&#8217;ichir\u00f4 Ueda ist. Wenn jemand eine Rechtfertigung verlangt, warum dies denn unbedingt notwendig war, wird sie &#8211; oder er &#8211; diese Begr\u00fcndung auch nicht in Michel Hazanavicius\u2019 Adaption finden. Nicht ohne einen direkten Vergleich. Denn das japanische Original basiert selbst auf einer Vorlage, n\u00e4mlich dem Theaterst\u00fcck \u201aGhost In The Box\u2018. Und daran hat sich Hazanavicius nach eigenen Worten orientiert, als er seine Version der Geschichte verfasste. Wer aber mit dem franz\u00f6sischen Ausnahmeregisseur vertraut ist, der Cineast und \u00c4sthet von h\u00f6chstem Rang ist, kann erahnen, dass er diesen Stoff zwar zu seinem eigenen machen wird, aber das Vorbild niemals verleugnen w\u00fcrde. Das Ergebnis wird zu einer Verbeugung und einem eigenst\u00e4ndigen Spektakel gleicherma\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn der Begriff Spektakel \u00fcberhaupt angemessen ist, denn diesen Begriff besetzt man in der Regel positiv. Doch in diesem Sinne macht es Michel Hazanavicius seinen Zuschauerinnen und Zuschauern wirklich nicht leicht. Es geht um ein kleines Filmteam, dass in einem aufgelassenen Einkaufzentrum einen Zombiefilm dreht. Der Regisseur ist hysterisch, die Darsteller untalentiert, der Kameramann unf\u00e4hig. Wie sich im Verlauf herausstellt, sind im zweiten Weltkrieg unter dem Geb\u00e4ude die Opfer von furchtbaren Experimenten verscharrt worden. Durch schlampige Arbeit bei den Spezialeffekten, werden just diese Toten wieder erweckt. Die menschenfressenden Zombies beginnen das an einem Zombiefilm arbeitende Filmteam zu jagen. Der Regisseur ist begeistert, und l\u00e4sst die Kamera weiter laufen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">An dieser Stelle sollte man nicht viel weiter auf die Handlung eingehen. Nat\u00fcrlich entspinnt sich ein haltloses Chaos, und die Szenerie wird immer absurder. Aber w\u00fcrde man sich weitergehend damit auseinandersetzen, n\u00e4hme man dem Film seine essenzielle Eigenschaft, inhaltlich und inszenatorisch. Was man aber anf\u00fchren kann und muss, ist Michel Hazanavicius\u2019 mitrei\u00dfende Leidenschaft f\u00fcrs Kino. Und die geht soweit, dass er mit seinem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Mechanismen von Genrefilmen und Filmtheorie diese auch explizit so einsetzt. Der als Low-Budget-Produktion angepriesene Film, ist auch mit entsprechenden Elementen umgesetzt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bis zur Schmerzgrenze des vom stilistischen Arthouse-Kinos verw\u00f6hnten Publikums, strapaziert der Regisseur die Sehgewohnheiten. Wie mit der dilettantischen Kameraf\u00fchrung, der man allerdings zugestehen muss, dass der als Z betitelte Zombiefilm in einer einzigen Einstellung gedreht wird. Die Bem\u00fchungen von Kameramann Jonathan Ricqueborg, das Flair von wirklich schlechten B-Movies zu gestalten, gehen vollends auf. Die unwirklich \u00fcberzogenen Farben tun das \u00fcbrige. Dar\u00fcber hinaus enth\u00fcllen die vermeintlichen Schauspieler mit offensichtlichen Reaktionen auf die Kamera ihre sp\u00e4rliche Filmerfahrung. Der einzige Profi im Ensemble erweist sich beim improvisieren als v\u00f6llig untalentiert.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20379\" rel=\"attachment wp-att-20379\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20379 size-full\" title=\"Final Cut 2 - Copyright WELTKINO FILMVERLEIH\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-2-Copyright-WELTKINO-FILMVERLEIH.jpg\" alt=\"Final Cut 2 - Copyright WELTKINO FILMVERLEIH\" width=\"640\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-2-Copyright-WELTKINO-FILMVERLEIH.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-2-Copyright-WELTKINO-FILMVERLEIH-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-2-Copyright-WELTKINO-FILMVERLEIH-200x125.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eigentlich der Romancier unter den Filmkomponisten, muss f\u00fcr Alexandre Desplat diese Arbeit eine spannende Abwechslung gewesen sein. Nervenzehrende Synthesizer-Kl\u00e4nge h\u00f6ren sich bei manchen Passagen einfach sinnbefreit an und erklingen oftmals auch v\u00f6llig kontr\u00e4r zum Bild. Desplat schafft damit genau die Atmosph\u00e4re, wie der Film auch erfahren werden will. Man muss es einfach so beschreiben, dass die Raupe auch nicht das sch\u00f6nste Stadium des werdenden Schmetterlings ist. FINAL CUT hat tats\u00e4chlich unter den schmutzigen Bildern und improvisierten Dialogen eine zuerst nicht wahrnehmbare Ebene, die sich erst entpuppen muss.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer ONE CUT OF THE DEAD von Shin&#8217;ichir\u00f4 Ueda gesehen hat, wird ohnehin das Lesen an dieser Stelle aufgegeben haben. Wer unbedarft bis hierher gekommen ist, darf nur noch soviel erfahren: Michel Hazanavicius hat eine hinrei\u00dfende Liebeserkl\u00e4rung an die Leidenschaft f\u00fcr das Kino und die Kraft der Filmschaffenden inszeniert. Wie er es mit den zwei OSS-Filmen getan hat, oder THE ARTIST, nicht zu vergessen GODARD MON AMOUR, aber auch mit dem immer wieder geschm\u00e4hten DER VERLORENE PRINZ. Man muss FINAL CUT nur Zeit zugestehen, dann schl\u00fcpft der Schmetterling. Und im letzten Akt beginnt er dann wunderbar zu fliegen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Darsteller entwickeln sich zu greifbaren Charakteren und die Handlung bekommt Tiefe. Romain Duris profitiert besonders von der wechselnden Dynamik, wo er sich vom durchgeknallten Idioten zum sympathischen Regisseur mit Leidensf\u00e4higkeit wandeln kann, und schlie\u00dflich an den Rand des Nervenzusammenbruchs gelangt. Im Nachhinein ist man einfach davon \u00fcberzeugt, dass kaum ein anderer diese drei Stadien eines Filmemachers besser verk\u00f6rpert h\u00e4tte. Aber FINAL CUT ist ein Film \u00fcber das Filmemachen, und so wird auch der Rest des fabelhaften Ensembles selbstverst\u00e4ndlich zu einem essenziellen Bestandteil der raffiniert durchdachten Handlungsstruktur.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In seiner eigenen Welt, ist FINAL CUT OF THE DEAD ein beinahe perfekter Film. Er \u00fcberzeugt mit einem Handlungsverlauf, der kaum \u00fcberfl\u00fcssige Momente hat, auch wenn es einige Zeit braucht sich dessen bewusst zu werden. Fast jede Szene hat Dialog oder Handlung, die Auswirkungen auf die folgenden Sequenzen hat. FINAL CUT ist ein in sich geschlossenes Konzept, wo alles verbunden ist und ineinander greift. Man sollte sich nur bewusst sein, dass er dennoch kein massentauglicher Film ist. Daf\u00fcr ist er schlichtweg zu speziell und konkret auf die gro\u00dfe Leidenschaft Kino ausgelegt. Dies beherrscht Michel Hazanavicius allerdings mit Scharfsinn und pr\u00e4zisem Blick f\u00fcr Details, und vor allem mit gro\u00dfer Begeisterung. Folgerichtig ist der Begriff Spektakel hier durchaus angemessen, und als Begriff bei FINAL CUT OF THE DEAD absolut positiv gesetzt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20378\" rel=\"attachment wp-att-20378\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20378 size-full\" title=\"Final Cut 1 - Copyright WELTKINO VERLEIH\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-1-Copyright-WELTKINO-VERLEIH.jpg\" alt=\"Final Cut 1 - Copyright WELTKINO VERLEIH\" width=\"640\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-1-Copyright-WELTKINO-VERLEIH.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-1-Copyright-WELTKINO-VERLEIH-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Final-Cut-1-Copyright-WELTKINO-VERLEIH-200x130.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Darsteller:<strong> Romain Duris, B\u00e9r\u00e9nice Bejo, Gr\u00e9gory Gadebois, Finnegan Oldfield, Matilda Lutz, S\u00e9bastian Chassagne, Lyes Salem, Simone Havanavicius<\/strong> u.a.<br \/>\nRegie: <strong>Michel Hazanavicius<\/strong><br \/>\nDrehbuch: <strong>Michel Hazanavicius <\/strong>nach<strong> Shin\u00edchiro Ueda, Ryoichi Wada<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Jonathan Ricquebourg<\/strong><br \/>\nBildschnitt:<strong> Michel Hazanavicius, Mickael Dumontier<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Alexandre Desplat<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign: <strong>Joan Le Boru<\/strong><br \/>\n<strong>Frankreich, USA, Gro\u00dfbritannien, Japan \/ 2023<\/strong><br \/>\n<strong>112<\/strong> Minuten<\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>WELTKINO FILMVERLEIH<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>COUPEZ! a.k.a FINAL CUT &#8211; Bundesstart 17.02.2023 Besprechung basiert auf der franz\u00f6sischen Originalfassung mit englischen Untertiteln. 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