{"id":20444,"date":"2023-04-20T06:06:05","date_gmt":"2023-04-20T04:06:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=20444"},"modified":"2023-04-16T10:45:34","modified_gmt":"2023-04-16T08:45:34","slug":"empire-of-light","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/empire-of-light\/","title":{"rendered":"EMPIRE OF LIGHT"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20446\" rel=\"attachment wp-att-20446\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20446 size-full\" title=\"Empire Light - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Empire Light - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 258w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 20.04.2023<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sam Mendes beginnt seinen Film wie eine herzzerrei\u00dfende Ode an das Kino. Ein Filmpalast aus l\u00e4ngst vergangenen Tagen erwacht zum Leben. Die Bilder sind exakt kadriert. Keine Menschen, nur Interieur. Eingangsfassade, Kassenbereich, Stufenaufg\u00e4nge, Zug\u00e4nge zu den zwei Kinos\u00e4len. Die Neonbeleuchtung bringt nach und nach die R\u00e4umlichkeiten in gelb-orangen Farben zum erstrahlen, bis alles fast schon golden anmutet. Das Dreamland wurde 1923 erbaut. Ein atemberaubendes Art-Deco Gebilde, dass im Film Empire hei\u00dft. Diese l\u00e4ngst vergangenen Tage sind gerade einmal 40 Jahre her. Der Film spielt 1981 in Margate, England, und scheint zuerst drei verschiedenen Themen zu behandeln, die es schwer haben sich zu finden. Aber Sam Mendes ist kein Filmemacher, der tats\u00e4chlich den Kern seiner Geschichten aus den Augen verlieren w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Empire ist Hilary Small die leitende Angestellte, und sorgt freudlos, aber gewissenhaft f\u00fcr den reibungslosen Ablauf im Theater. Zuhause geht sie ihrer t\u00e4glichen Routine mit der selben Melancholie nach. Und wenn sie von Theaterbesitzer Donald Ellis ins B\u00fcro gebeten wird, um sich sexuell abzureagieren, nimmt Hilary das mit stoischer Gelassenheit. Sie ist eine zutiefst traurige Frau, und es dauert, bis wir hinter ihre Fassade blicken d\u00fcrfen. W\u00e4hrenddessen st\u00f6\u00dft Stephen als Platzanweiser zu der kleinen Kino-Gruppe. Er findet schnell Zugang, und pflegt eine verletzte Taube, die er in einem gesperrten Bereich des Empires gefunden hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was Sam Mendes hier zusammen mischt, ist unverhohlen das, was man Oscar-K\u00f6der nennt. Aber vorweg \u2013 das ist nicht abwertend gemeint. Eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Frauenfigur, ein historisches Zeitgem\u00e4lde, das Kino als mystisches Seelenheil, die kameratechnische Extravaganz, und ein wieder erstarkender Fremdenhass. Denn Stephen ist schwarz, und das im angebrochenen Thatcher-Zeitalter, wo sich Frust auf Politik und \u00d6konomie in irrationaler Weise entl\u00e4dt. Selbstreden ist das eine Mixtur von thematischer Avance an den massentauglichen Geschmack, die in versnobten Arthouse-Kreisen streng verp\u00f6nt ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn, dann ist es Sam Mendes der aus absehbaren, gew\u00f6hnlichen, oder abgedroschenen Versatzst\u00fccken eine fesselnde, sehr vielschichtige Geschichte zaubern kann. Als intensiver Darsteller-Regisseur muss er sehr wohl gewusst haben, was er sich als sein eigener Autor aufl\u00e4dt, und hat das auch souver\u00e4n und sehr ansprechend umgesetzt. Selbst wenn er sich in der ersten H\u00e4lfte viel zu lange mit der Exposition von den Figuren aufh\u00e4lt. Doch dann laufen die scheinbar losen F\u00e4den nach und nach zusammen und entsteht ein imposantes Psychogramm von Charakteren, die erst an den richtigen Stellen zusammengef\u00fchrt, die Erz\u00e4hlung als Einheit formen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20448\" rel=\"attachment wp-att-20448\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20448 size-full\" title=\"Empire Light 3 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-3-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Empire Light 3 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"640\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-3-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-3-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-300x125.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-3-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-200x83.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der nervig neunmalkluge Platzanweiser entpuppt sich verst\u00e4ndnisvoller Freund, und Tom Brooke ist f\u00fcr diese Rolle des Neil wie geboren. Colin Firth kann als Chef Ellis endlich gemein und unberechenbar sein, und auch bleiben. Dabei strahlt er allerdings ein Selbstbewusstsein aus, dass er trotz seines Wesens weiterhin Respekt genie\u00dft. Was es aber mit Hilarys unendlicher Traurigkeit auf sich hat, kann man \u00fcber den Zeitraum der ersten H\u00e4lfte nur nur erahnen. Das w\u00e4re ein einschneidender Knackpunkt in Mendes\u2019 Inszenierung, aber daf\u00fcr gibt es Olivia Coleman, auf der letztendlich die ganze emotionale Strahlkraft von EMPIRE OF LIGHT ruht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Coleman hier in allen Stadien von geistiger Verfassung beobachten zu d\u00fcrfen, ist Kino par excellence. Mit ihr lacht man, weint man, hofft und ist oftmals auch peinlich ber\u00fchrt. Das macht es Michael Ward nicht einfach, der als Stephen eigentlich ein gleichwertiger Charakter sein sollte. Trotz seiner einnehmenden Leistung, einen starken Gegenpol f\u00fcr Colemans Figur zu bilden, wirkt er in einigen Szenen dann doch nur wie der Stichwortgeber. Das ist insofern bedauerlich, weil mit einem bewusster aufgebauten Stephen, dieses Drama eine wesentlich st\u00e4rkere Attraktivit\u00e4t gewonnen h\u00e4tte. Aber selbst die Szenen von gewaltsamen \u00dcbergriffen auf Stephen, werden von Colemans Pr\u00e4senz \u00fcberschattet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch auch inszenatorische Stolpersteine \u00e4ndern nichts daran, dass EMPIRE OF LIGHT eindrucksvolles Schauspielkino ist. Offen bleibt allerdings die homogenere Verquickung mit der Leidenschaft Film. Roger Deakins hat in seinen Bildern das Empire, sprich Dreamland, erwartungsgem\u00e4\u00df sehr beeindruckend inszeniert. Die Darsteller werden immer in den bestm\u00f6glichen Ausschnitt gesetzt, um das ausladende Art-Deco wirken zu lassen. Aber das Empire wird nicht wirklich Teil des Ensembles, obwohl Deakins es wie einen eigenst\u00e4ndigen Charakter darstellt. Deakins bringt den Film zum atmen, und das Empire zum strahlen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In Stellvertretung darf sich ein wunderbarer Toby Jones als griesgr\u00e4miger Vorf\u00fchrer mit \u00fcberzeugenden Worten von der Faszination von Film und Projektor schwelgen. Dazu haben Trent Reznor und Atticus Ross auf ihre sonst \u00fcblichen Trademark-Elektrokl\u00e4nge verzichtet, und einen herrlich integrativen Soundtrack geschrieben, der im positiven Sinne fast schon mit Thomas Newman verwechselt werden kann. Egal wie man es betrachten m\u00f6chte, ist EMPIRE OF LIGHT einfach ein wunderbarer Film &#8211; in dem fast alles stimmt, aber einiges viel stimmige sein k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20447\" rel=\"attachment wp-att-20447\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20447 size-full\" title=\"Empire Light 2 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Empire Light 2 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"640\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-300x125.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Empire-Light-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-200x83.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Darsteller: <strong>Olivia Coleman, Michael Ward, Colin Firth, Tom Brooke, Toby Jones, Tanya Moodie, Hannah Onslow<\/strong> u.a.<br \/>\nRegie &amp; Drehbuch: <strong>Sam Mendes<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Roger Deakins<\/strong><br \/>\nBildschnitt:<strong> Lee Smith<\/strong><br \/>\nMusik:<strong> Trent Reznor &amp; Atticus Ross<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign: <strong>Mark Tildesley<\/strong><br \/>\n<strong>USA, Gro\u00dfbritannien \/ 2022<\/strong><br \/>\n<strong>115<\/strong> Minuten<\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>20th CENTURY STUDIOS<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 20.04.2023 Sam Mendes beginnt seinen Film wie eine herzzerrei\u00dfende Ode an das Kino. Ein Filmpalast aus l\u00e4ngst vergangenen Tagen erwacht zum Leben. Die Bilder sind exakt kadriert. Keine Menschen, nur Interieur. Eingangsfassade, Kassenbereich, Stufenaufg\u00e4nge, Zug\u00e4nge zu den zwei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/empire-of-light\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[476,171,4241,4243,3668,40,4242,826],"class_list":["post-20444","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-im-kino-gesehen","tag-colin-firth","tag-drama","tag-empire-of-light","tag-historie","tag-olivia-coleman","tag-oscar","tag-roger-deakins","tag-toby-jones"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20444","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20444"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20444\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20880,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20444\/revisions\/20880"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20444"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20444"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20444"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}