{"id":20681,"date":"2023-04-29T06:06:02","date_gmt":"2023-04-29T04:06:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=20681"},"modified":"2023-05-02T11:38:03","modified_gmt":"2023-05-02T09:38:03","slug":"the-whale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/the-whale\/","title":{"rendered":"THE WHALE"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/whale-courtesy-of-a24\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20683 size-full\" title=\"Whale - Courtesy of A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-Courtesy-of-A24.jpg\" alt=\"Whale - Courtesy of A24\" width=\"257\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-Courtesy-of-A24.jpg 257w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-Courtesy-of-A24-211x300.jpg 211w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-Courtesy-of-A24-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/><\/a><strong>THE WHALE<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 27.04.2023<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist verwunderlich, dass sich mit Plaion derart sp\u00e4t ein Verleih dazu durchgerungen hat, einen der meist diskutierten Filme des letzten Jahres endlich auch in Deutschland zug\u00e4nglich zu machen. Vielleicht sollte das durch den gesamten Preisverleihungszirkus entstandene Aufheben bis zu dessen Ende voll und ganz ausgesch\u00f6pft werden, um nach dem Einheimsen prestige-tr\u00e4chtiger Troph\u00e4en, die Massen geb\u00fcndelt ins Kino zu locken. Da machten dann aber die Preisverleihungen nicht wirklich mit. Oder man wollte vielleicht wohlweislich schon im Vorfeld eine eventuelle Schmach weiter in die Vergangenheit r\u00fccken lassen. Was durchaus naheliegender w\u00e4re. THE WHALE ist die atemberaubend beeindruckende Leistungsschau eines Mannes, der im wahren Leben seine eigenen D\u00e4monen grandios ausgetrieben hat. Nur dieser Film, in dem Brendan Fraser alles an k\u00f6rperlicher und emotionaler Kraft aufbringt, was Schauspieler leisten k\u00f6nnen, dieser Film wird seinem Hauptdarsteller nicht gerecht.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Web-Cam bleibt bei den Online-Kursen von Englischprofessor Charlie aus. Mit fast 300 Kilogramm, ist Charlie eine ungew\u00f6hnliche Erscheinung, und m\u00f6chte aus Scham so nicht in der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen werden. Warum Charlie zum krankhaften Esser mit Hang zu Kentucky Fried Chicken und Schokoriegeln wurde, erfahren wir sp\u00e4ter. Krankenschwester Liz ist seine beste Freundin, und beim aktuellen Blutdruck prophezeit sie ihm eine Lebenserwartung von gerade noch einer Woche. Hong Chau spielt Liz, die Amerikanerin mit vietnamesischen Wurzeln brillierte unter anderem in DRIVEWAYS oder zuletzt in THE MENU.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Hong Chau und Fraser bestreiten ihre Paarung, wie aus einem Guss. H\u00e4tte Samuel D. Hunter sein B\u00fchnenwerk als Zwei-Personen-St\u00fcck verfasst, w\u00e4re THE WHALE in seiner filmischen Adaption zu einer sensationellen Achterbahnfahrt der Gef\u00fchle herangewachsen. Aber Hunter hatte gr\u00f6\u00dferes im Sinn, was Ausnahmeregisseur Darren Aronofsky bereits vor zehn Jahren dazu verleitete, \u201aThe Whale\u2018 f\u00fcrs Kino zu adaptieren, aber lange an der richtigen Besetzung scheiterte. Aronofsky hatte mit THE WRESTLER schon Mickey Rourke zur\u00fcck ins Rampenlicht gebracht. Die Besetzung von Brendan Fraser beweist erneut sein empathisches Gesp\u00fcr.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Leider kann der Rest des Ensembles der St\u00e4rke von Chau und Fraser nichts entgegensetzen, oder die emotionale Leistungsschau erweitern. Nicht einmal die vielschichtige Pr\u00e4senz einer Samantha Morton als Charlies Ex-Frau, deren Auftritt in dem d\u00fcsteren Appartement-Zimmer nichts tiefgr\u00fcndigeres zur allgemeinen Situation beitr\u00e4gt, sondern lediglich Konflikte versch\u00e4rfen soll. Wohl aus Gr\u00fcnden des Respekt zur Vorlage, hat sich Aronofsky dazu entschieden, THE WHALE auch wie ein Theaterst\u00fcck zu inszenieren. Und da wird ausgerechnet Sadie Sink zu einer echten Herausforderung f\u00fcr die Akzeptanz der Zuschauenden.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/whale-1-courtesy-of-a24\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20684 size-full\" title=\"Whale 1 - Courtesy of A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-1-Courtesy-of-A24.jpg\" alt=\"Whale 1 - Courtesy of A24\" width=\"640\" height=\"481\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-1-Courtesy-of-A24.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-1-Courtesy-of-A24-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-1-Courtesy-of-A24-200x150.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Charlie will vor seinem Lebensende noch mit seiner Tochter Ellie ins Reine kommen, die er mit ihrer Mutter acht Jahre vorher im Stich gelassen hat. Schon als eine der gro\u00dfen Hoffnungen aus dem Pool der STRANGER THINGS-Talente erkoren, stampft Sink lautstark durch die Kulisse, spricht \u00fcberdeutlich und gestikuliert, als ob sie auch von Zuschauern in der allerletzten Reihe des Theaters klar wahrgenommen werden muss. Aber Sadie Sink spielt nicht Drama, sondern erinnert unpassenderweise an Boulevard-Kom\u00f6die. Ihr Charakter ist auch vollkommen unausgereift, und kann sich nie zwischen Isolation oder Aggressivit\u00e4t entscheiden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Kameramann Matthew Libatique hat sein Gef\u00fchl f\u00fcr d\u00fcstere, unbequeme Bilder schon des \u00f6fteren f\u00fcr Aronofsky genutzt. Charlies Wohnraum ist nur von nat\u00fcrlichen Lichtquellen erhellt, wobei das Wort \u201aHell\u2018 nicht ganz zutreffend w\u00e4re. Aber wirkliche Akzente in der r\u00e4umlichen Struktur gibt es nicht, dazu ist auch noch die Farbintensit\u00e4t zur\u00fcckgenommen. Libatique h\u00e4lt die Atmosph\u00e4re durchweg ungem\u00fctlich. Freundlich strahlende Farben sind den Verpackungen der S\u00fc\u00dfigkeiten und dem Logo von Pizzaschachtel oder Kentucky Fried Chicken vorbehalten. Und es schmerzt wortw\u00f6rtlich, wenn man diese Farben sieht, denn dann beginnt wieder eine von Charlies Fressattacken.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die meist brutale Radikalit\u00e4t von Darren Aronofskys Werken schafft sich hier keinen Weg. Fettleibigkeit, krankhafte Esssucht, Homosexualit\u00e4t, Selbstmord, Elternschaft, religi\u00f6se Wiedererweckung. Jedes f\u00fcr sich schon das Thema eines eigenen Films wert, wird bei Hunters THE WHALE zu einem unbefriedigenden Durcheinander. Vieles wird angerissen, aber nichts davon angemessen zu Ende gebracht. Da muss Aronofskys kreativer Ehrgeiz gr\u00f6\u00dfer gewesen sein, als das Ursprungsmaterial bereit ist herzugeben. Wahllos springt die Inszenierung thematisch von einem Problem zum anderen und wieder zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Immer wieder verliert sich der Film in dramaturgischen Standards und oberfl\u00e4chlichen Aussagen, weil er letztendlich einfach zu viel will. Von anspruchsvollen Provokationen, oder explizite Konfrontationen des Regisseurs ist nur im Ansatz etwas zu sp\u00fcren, wenngleich jedes der einzelnen Themen f\u00fcr Aronofsky sonst unverbl\u00fcmte Offenheit eine Herausforderung w\u00e4re. Schonungslos ist lediglich Brendan Fraser, dessen schmerzerf\u00fcllte Leidenschaft die narrativen Unzul\u00e4nglichkeiten immer wieder vergessen l\u00e4sst. Die vergangene Saison im Preisverleihungszirkus blieb wirklich einmal stimmig zu den Leistungen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/whale-2-courtesy-of-a24\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20685 size-full\" title=\"Whale 2 - Courtesy of A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-2-Courtesy-of-A24.jpg\" alt=\"Whale 2 - Courtesy of A24\" width=\"640\" height=\"481\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-2-Courtesy-of-A24.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-2-Courtesy-of-A24-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whale-2-Courtesy-of-A24-200x150.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Darsteller: <strong>Brendan Fraser, Hong Chau, Sadie Sink, Ty Simpkins, Samantha Morton, Sathya Sridharan <\/strong>und<strong> Jacey Sink<\/strong><br \/>\nRegie: <strong>Darren Aronofsky<\/strong><br \/>\nDrehbuch: <strong>Samuel D Hunter<\/strong>, nach seinem B\u00fchnenst\u00fcck<br \/>\nKamera: <strong>Matthew Libatique<\/strong><br \/>\nBildschnitt: <strong>Andrew Weisblum<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Rob Simonsen<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign: <strong>Mark Friedberg, Robert Pyzocha<\/strong><br \/>\n<strong>USA \/ 2022<\/strong><br \/>\n<strong>117<\/strong> Minuten<\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>Courtesy of A24<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE WHALE &#8211; Bundesstart 27.04.2023 Es ist verwunderlich, dass sich mit Plaion derart sp\u00e4t ein Verleih dazu durchgerungen hat, einen der meist diskutierten Filme des letzten Jahres endlich auch in Deutschland zug\u00e4nglich zu machen. 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