{"id":20816,"date":"2023-04-03T06:06:00","date_gmt":"2023-04-03T04:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=20816"},"modified":"2023-04-02T15:22:56","modified_gmt":"2023-04-02T13:22:56","slug":"tetris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/tetris\/","title":{"rendered":"TETRIS"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20817\" rel=\"attachment wp-att-20817\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-20817 size-full alignright\" title=\"Tetris - Copyright APPLE TV\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-Copyright-APPLE-TV.jpg\" alt=\"Tetris - Copyright APPLE TV\" width=\"255\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-Copyright-APPLE-TV.jpg 255w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-Copyright-APPLE-TV-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-Copyright-APPLE-TV-140x200.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a><strong>&#8211; Start 31.03.2023 APPLE TV+<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Alexei Paschitnow hat ein Spiel erfunden. Robert Stein vermarktet die Rechte des Spiels ohne Legitimation. Robert Maxwell braucht die Rechte um veruntreute Gelder seines Medien-Imperiums zur\u00fcck zu zahlen. Kevin Maxwell glaubt mit diesen Rechten Vaters Imperium \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen. Henk Rogers will die Rechte, weil er leidenschaftlich an den Erfolg glaubt, und daf\u00fcr mit seinem pers\u00f6nlichen Verm\u00f6gen haftet. Und dann gibt es auf russischer Seite noch ein paar Figuren, die sich im Schatten des Zusammenbruchs der Sowjetunion noch schnell selbst bereichern m\u00f6chten. <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Die wirklichen Henk Rogers und Alexei Paschitnow hatten sich ja schon dar\u00fcber ausgelassen, dass sie das \u201eHollywood Zeug\u201c im Drehbuch nicht verhindern konnten, und genau danach sieht Jon S. Bairds Verfilmung der Ursprungsgeschichte auch aus.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">TETRIS k\u00f6nnte turbulenter Spa\u00df im Gewand von Agententhrillern sein, oder packende Zustandsbeschreibung jener kaum beleuchteten Zeit, kurz vor dem Zusammenbruch einer Weltmacht. Das Buch von Noah Pink will beides, und all diese Attribute sind auch vorhanden. Es beschr\u00e4nkt sich aber lediglich auf die Abarbeitung von Versatzst\u00fccken, mit denen Regisseur Jon S. Baird noch viel weniger anzufangen wei\u00df. Dabei beginnt die Geschichte viel versprechend dynamisch, im Ton unbeschwert bis ausgelassen. Die komplexe Verzahnung, wer \u00fcber welche Rechte des Spiels Tetris verf\u00fcgt, erz\u00e4hlt der Regisseur unkompliziert und verst\u00e4ndlich, und sehr turbulent.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der erfolglose Spieleentwickler Henk Rogers, geb\u00fcrtiger Niederl\u00e4nder in Amerika gro\u00df geworden, mit Wohnsitz in Japan, entdeckt 1988 auf einer Messe das Spiel Tetris. Von Programmierer Alexei Paschitnow mit Kommilitonen erfunden, ist Tetris unter der Hand verbreitet, in Russland bereits ein Ph\u00e4nomen. Aber die Beh\u00f6rden sahen bisher keine Veranlassung es zu lizenzieren. Auslandsgesch\u00e4fte d\u00fcrfen in der Sowjetunion nur vom Ministerium abgeschlossen werden. Die Spielehersteller SEGA und Atari glauben schon die Lizenzen f\u00fcr Konsole und Automaten zu haben. Nintendo hat aber mit dem noch unter Verschluss gehaltenen Game Boy den ersten Handheld kurz vor dem Start.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Viele Irrungen und noch mehr Verwirrungen lassen Henk Rogers direkt nach Moskau reisen, um f\u00fcr Ninentendo, und damit auch f\u00fcr sich selbst, das Rennen zu machen. Von da an ist aber auch alles andere im Rennen \u2013 Bestechung, \u00dcberheblichkeiten, Betrug, Verrat, KGB, jede Menge Verwechslungen, ein im taktischen Gewimmel \u00fcberstrapazierter Henk Rogers, und zwischen den Fronten der bedrohte und eingesch\u00fcchterte Alexei Paschitnow. Inszenatorisch ist das Ganze ansprechend umgesetzt. Die Regie ist aber auch mehr an Tempo interessiert als an ausufernden Erkl\u00e4rst\u00fccken, dennoch bleiben aber die Prinzipien der Verhandlungen und der Verwirrungen einigerma\u00dfen verst\u00e4ndlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Vorspann und die Szenen\u00fcberg\u00e4nge sind in 8-Bit-Grafiken erstellt, was anfangs noch einen origineller Anstrich hat, aber im weiteren Verlauf nicht mehr richtig zum atmosph\u00e4rischen Aufbau passen will. Denn wenn die Ausgangslage erst einmal gekl\u00e4rt ist, beginnt sich der Film und seine Muster zu wiederholen. Es gibt Szenen die so absurd sind, dass sie wirklich nur so passiert sein k\u00f6nnen. Wie Henks Betreten eines staatlichen Geb\u00e4udes mit einem Touristen-Visa, was eigentlich mit sofortiger Inhaftierung einhergehen w\u00fcrde. Und es gibt Szenen, die schlicht zu gef\u00e4llig sind, dass sie nur das benannte \u201eHollywood Zeug\u201c sein k\u00f6nnen. Wie der Running Gag mit Kevin Maxwells Vornamen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20818\" rel=\"attachment wp-att-20818\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20818 size-full\" title=\"Tetris 1 - Copyright APPLE TV+\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-1-Copyright-APPLE-TV.jpg\" alt=\"Tetris 1 - Copyright APPLE TV+\" width=\"640\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-1-Copyright-APPLE-TV.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-1-Copyright-APPLE-TV-300x167.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-1-Copyright-APPLE-TV-200x112.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das entscheidende Problem sind die Figuren selbst, von denen keine eine tiefer Betrachtung zugestanden bekommt. Taron Egerton ist ein fantastischer Henk Rogers, der seine \u00fcberdrehte Freude am Spiel auf das Publikum \u00fcbertr\u00e4gt. Er ist und bleibt aber der unersch\u00fctterliche Sunnyboy, der im Narrativ der Rechte-Vermarktung verhaftet bleibt und sich nicht weiter entwickelt. Mit Sofia Lebedeva als Dolmetscherin Sasha glaubt man zuerst an einen unerwarteten Sidekick mit viel Potential, aber die Figur verschwindet unvermittelt ohne Erkl\u00e4rung. Ansonsten gibt es Abziehbilder handels\u00fcblicher Gef\u00e4lligkeitskom\u00f6dien, wobei die russischen Figuren besonders banal abgehandelt werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Deswegen ist TETRIS kein schlechter Film, er ist nur sehr gew\u00f6hnlich. Es herrscht eine Phase, in der die Industrie davon abr\u00fcckt Spiele, Spielzeug oder Freizeitpark-Attraktionen, filmisch umzusetzen, und lieber deren Entstehungsgeschichte nachzeichnet (selbst die Entstehung der Air Jordans l\u00e4uft eine Woche sp\u00e4ter im Kino). In diesem Sinne kommt das Spiel als solches einfach zu kurz. Nat\u00fcrlich ist es schwer die irrationale Faszination f\u00fcr sieben Tetrominos und den einhergehenden Puzzle-Charakter plausibel zu vermitteln. Doch dies sollte der grunds\u00e4tzliche Kunstkniff bei einem Projekt wie diesem sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Technisch kann man TETRIS \u00fcberhaupt nichts absprechen. Im Gegenteil. Dem Produktionsdesign gelingt es ausgezeichnet mit wenigen Settings und minimalen Aufwand den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Effekt eines tristen, ungem\u00fctlichen Moskaus zu erreichen. Und Alwin K\u00fcchler versteht dies mit seinen Bildkompositionen zu realistischer, aber auch bedrohlich wirkender Gr\u00f6\u00dfe aufzubauen. Wobei sich das hierbei gezeichnete Bild von Moskau auch wieder den westlichen Klischee-Vorstellungen anpasst. K\u00fcchler kann bestimmte Reaktionen der Darsteller optisch gut fokussieren. Im Gesamten unterstreicht aber die Kamera letztendlich auch nur die beabsichtigten Stimmung der jeweiligen Szene.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Einmal schwelgt Taron Egerton davon, wie er nach seinem ersten Tetris-Spiel Nachts von den Vierer-Bl\u00f6cken tr\u00e4umte, und im Bild fallen um ihn herum grafisch eingef\u00fcgte Bl\u00f6cke. Das ist ein beispielhafter Ansatz, wie der Film eigentlich an Ideen und technischen Finessen aufgebaut sein m\u00fcsste, damit die Euphorie um das \u201ebeliebteste Computerspiel der Welt\u201c &#8211; laut Abspann erst 2009 von Minecraft abgel\u00f6st &#8211; ad\u00e4quat umgesetzt w\u00e4re. Aber TETRIS ist viel mehr darauf fixiert, eine absurde Geschichte noch viel absurder zu erz\u00e4hlen. Was durchaus in Ordnung sein kann, aber selbst damit kommt Jon S. Baird nicht sehr gut zurecht, und beginnt sich schon nach kurzer Zeit im Szenenaufbau zu wiederholen. Am Ende hat man wirklich nicht das Gef\u00fchl, unbedingt noch einmal spielen zu m\u00fcssen, um vielleicht einen besseren Unterhaltungsscore zu erreichen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=20819\" rel=\"attachment wp-att-20819\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20819 size-full\" title=\"Tetris 2 - Copyright APPLE TV+\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-2-Copyright-APPLE-TV.jpg\" alt=\"Tetris 2 - Copyright APPLE TV+\" width=\"640\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-2-Copyright-APPLE-TV.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-2-Copyright-APPLE-TV-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Tetris-2-Copyright-APPLE-TV-200x112.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Darsteller: <strong>Taron Egerton, Mara Huf, Toby Jones, Nikita Yefremov, Roger Allem, Anthony Boyle, Oleg Shtefanko<\/strong> u.a.<br \/>\nRegie: <strong>Jon S. Baird<\/strong><br \/>\nDrehbuch: <strong>Noah Pink<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Alwin K\u00fcchler<\/strong><br \/>\nBildschnitt: <strong>Colin Goudie, Ben Mills, Martin Walsh<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Lorne Balfe<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign: <strong>Daniel Taylor <\/strong><br \/>\n<strong>Gro\u00dfbritannien, USA \/ 2023<\/strong><br \/>\n<strong>118<\/strong> Minuten<\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>APPLE TV+<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Start 31.03.2023 APPLE TV+ Alexei Paschitnow hat ein Spiel erfunden. Robert Stein vermarktet die Rechte des Spiels ohne Legitimation. Robert Maxwell braucht die Rechte um veruntreute Gelder seines Medien-Imperiums zur\u00fcck zu zahlen. 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