{"id":21093,"date":"2023-06-03T06:06:22","date_gmt":"2023-06-03T04:06:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=21093"},"modified":"2023-06-02T14:04:03","modified_gmt":"2023-06-02T12:04:03","slug":"das-raetsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/das-raetsel\/","title":{"rendered":"DAS R\u00c4TSEL"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=21094\" rel=\"attachment wp-att-21094\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21094 size-full\" title=\"Translators - Courtesy of 24 BILDER\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-Courtesy-of-24-BILDER.jpg\" alt=\"Translators - Courtesy of 24 BILDER\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-Courtesy-of-24-BILDER.jpg 258w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-Courtesy-of-24-BILDER-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-Courtesy-of-24-BILDER-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>LES TRADUCTEURS<\/strong><br \/>\na.k.a. THE TRANSLATORS<br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 01.06.2023<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dreieinhalb Jahre nach der Kinopremiere und drei Jahre nach der ersten Ver\u00f6ffentlichung f\u00fcrs Heimkino, wagt sich die 24 Bilder Filmagentur doch noch an eine Kinoauswertung f\u00fcr DIE \u00dcBERSETZER. In all den Monaten sind sie Dank eines nicht gegebenen Marketings,\u00a0 ein unbeschriebenes Blatt geblieben. Aber auch der deutsche Titel DAS R\u00c4TSEL wird\u00a0 hierzulande nicht viel f\u00fcr R\u00e9gis Roinsard zweiten Spielfilm bewegen k\u00f6nnen. Denn hier fehlt ebenfalls die zwingend notwendige Werbung, um \u00fcberhaupt das Interesse eines geneigten Publikums f\u00fcr den Film zu wecken. Und der handelt von neun der inernational renommiertesten \u00dcbersetzern, die in der Isolation eines oligarchischen Luxus-Bunkers zeitgleich den abschlie\u00dfenden Band einer extrem erfolgreichen Roman-Trilogie \u00fcbersetzen m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Geschichte von Regisseur Roinsard, mit Daniel Presley und Romain Compingt als Drehbuch verfasst, gl\u00e4nzt mit raffinierten T\u00e4uschungsman\u00f6vern und ausgekl\u00fcgelten Wendungen. Aber die Umsetzung stolpert immer wieder \u00fcber diverse Unzul\u00e4nglichkeiten. F\u00fcr den strauchelnden Verleger Eric Angstrom sind die millionenschweren &#8218;Dedalus&#8216;-Romane von Oscar Brach die letzte Rettung, weswegen er den abschlie\u00dfenden Teil mit gro\u00dfem Medienrummel und exzessiven Sicherheitsma\u00dfnahmen \u00fcbersetzen lassen will. Der Inhalt soll vor der Ver\u00f6ffentlichung streng geheim bleiben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Idee hinter dieser Geschichte ist vielversprechend, und auch in Teilen hervorragend gestaltet. Der Titelvorspann zeigt eine brennende B\u00fccherladen, allerdings anders als man solche Bilder\u00a0 erwarten w\u00fcrde. Es ist ein vorausschauendes Zeichen das Roinsard hier setzt. Was dann aber schnell irritiert sind die \u00fcberzogenen Sicherheitsma\u00dfnahmen und der gigantische Bunker unter einem Schloss angebliche von einem russischen Oligarchen angemietet. Das Personal besteht aus russischen Wachleuten, die schlichtweg \u00fcbertrieben und unglaubw\u00fcrdig dem Stereotyp nach inszeniert sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das die neun \u00dcbersetzter alle elektronischen Ger\u00e4te abgeben m\u00fcssen, ist nachvollziehbar. Der weitr\u00e4umige Luxus des Bunkers ist es nicht.\u00a0 Da hat sich Julien Tesseraud mit seinem Set-Design viel zu weit Richtung Super-Schurken-Festung aus Super-Agenten-Filmen begeben. W\u00e4hrend die \u00fcbrigen Drehorte realistisch sind, irritiert der Bunker nur. Er generiert in gewissen Spannungsmomenten eine komplett falsche Erwartung. Allerdings braucht die Regie auch dieses Instrument dringend, um bequemer und dadurch schneller zum Kern der Erz\u00e4hlung zu kommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Alle Beteiligten \u00fcbersetzen in ihrer jeweiligen Sprache im hermetisch abgeriegelten Bunker immer nur\u00a0 zwanzig Seiten am St\u00fcck. Unter den strengen Augen der Wachen. Dennoch werden die ersten zehn Seiten des Romans Online geleakt. Und nur nach der Zahlung von 80 Millionen Dollar bleiben weiter 100 Seiten unter Verschluss. Angstrom vermutet den Erpresser unter den \u00dcbersetzern, weil sie die einzigen mit Zugang zum Manuskript sind. Die Frage ist nur wie, denn die Sicherheitsma\u00dfnahmen machen es eigentlich unm\u00f6glich. Und an dieser Stelle beginnt auch der Thriller voll zu greifen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=21096\" rel=\"attachment wp-att-21096\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21096 size-full\" title=\"Translators 2 - Courtesy of 24 BILDER\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-2-Courtesy-of-24-BILDER.jpg\" alt=\"Translators 2 - Courtesy of 24 BILDER\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-2-Courtesy-of-24-BILDER.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-2-Courtesy-of-24-BILDER-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-2-Courtesy-of-24-BILDER-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Geschichte macht clevere Zeitspr\u00fcnge vor und zur\u00fcck, spielt mit dem vermeintlichen Wissen des Zuschauers, und legt st\u00e4ndig neue F\u00e4hrten. Aber im Unterton will DAS R\u00c4TSEL auch in gewisser Weise als Huldigung an die Magie des Schreibens verstanden werden. Einer der \u00dcbersetzer bezeichnet die \u201aDedalus\u2018-Romane als exzellente Verquickung von englischer und franz\u00f6sischer Hochliteratur. Aber wirklich \u00fcberzeugend ist diese Verbeugung nicht, auch wenn man zum Beispiel die Frankfurter Buchmesse als Kulisse nutzt. Der Film hat sich einfach mit zu viel Ballast beladen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ballast ist unter normalen Umst\u00e4nden kein Negativ. In diesem Beispiel aber fast erschlagend. Verleger Armstrong dreht durch, als er den finanziellen Erfolg des Buches schwinden sieht. Die Erpresser-Nachrichten enthalten unumst\u00f6\u00dfliche Hinweise, dass der Verr\u00e4ter nur im Bunker sein kann. Jeder ist verd\u00e4chtig, die daraus resultierenen Konsequenzen sind allerdings drastisch \u00fcberzogen. Es soll aber die Spannung erh\u00f6hen. Und mit elf Sprechrollen kann sich kaum ein Charakter richtig entfalten. Olka Kurylenko bleibt als fanatische Liebhaberin der Romane zu unausgegoren. Sidse Babett Knudsen hasst ihre Familie und trinkt, tiefer geht es aber nicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und dem Briten Alex Lawther fehlt einfach das Charisma um als aufsteigende Hauptfigur glaubhaft zu werden. Die interessanteste Figur unter den \u00dcbersetzern ist Grieche Manolis Mavromatakis, der mit vagen Spr\u00fcchen und dubiosen Reaktionen viel Aufmerksamkeit erregt, aber als Staffage abgehandelt wird. Sowie die scheue Sara Giraudeau als unterw\u00fcrfige Rose-Marie Erwartungen weckt, die weder dramaturgisch noch inhaltlich erf\u00fcllt werden. Dann \u00fcberzeugt wieder Lambert Wilson, wie gewohnt, der eine herrliche Palette an psychotischen Fehlverhalten zur Schau stellt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">R\u00e9gis Roinsard hat knackig und ohne Pausen inszeniert. Das Verwirrspiel mit seinen unabl\u00e4ssigen Wendungen und \u00dcberraschungen funktioniert im Grunde ausgezeichnet. Doch die Geschichte selbst kann sich nicht entscheiden, auf was sie sich fokussieren soll. Eine stimmige Balance zwischen Thriller und starken Schauspielkino misslingt, und genau dazwischen wird diese kleine Hommage an den Literatur-Zirkus fast bedeutungslos. Eine intensiver Ausarbeitung h\u00e4tte dem Film ein Alleinstellungsmerkmal gegeben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Insgesamt wurde der Krimi-Aspekt viel zu aufdringlich in den Vordergrund gedr\u00fcckt. Und das erstickt dann auch noch den soziopolitischen Kommentar \u00fcber die Freiheiten und Gefahren des weltweiten Netzes. DAS R\u00c4TSEL ist einer dieser Filme, die sehr viel Freude bereiten, wenn man sie ein zweites Mal ansieht, um all die versteckten Hinweise und irref\u00fchrenden Fallen zu erkunden und nachzuvollziehen. Dabei w\u00e4re allerdings der gravierende Nachteil, dass die inszenatorischen und inhaltlichen Unzul\u00e4nglichkeiten noch viel st\u00e4rker ins Bewusstsein r\u00fccken.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=21095\" rel=\"attachment wp-att-21095\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21095 size-full\" title=\"Translators 1 - Courtesy of 24 BILDER\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-1-Courtesy-of-24-BILDER.jpg\" alt=\"Translators 1 - Courtesy of 24 BILDER\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-1-Courtesy-of-24-BILDER.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-1-Courtesy-of-24-BILDER-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Translators-1-Courtesy-of-24-BILDER-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Darsteller:<strong> Lambert Wilson, Olka Kurylenko, Riccardo Scamarcio, Sidse Babett Knudsen, Eduardo Noriega, Fr\u00e9d\u00e9ric Chau, Maria Leite<\/strong> u.a.<br \/>\nRegie: <strong>R\u00e9gis Roinsard<\/strong><br \/>\nDrehbuch: <strong>R\u00e9gis Roinsard, Daniel Presley, Romain Compingt<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Guillaume Schiffman<\/strong><br \/>\nBildschnitt: <strong>Loic Lallemand<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Jun Miyake<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign: <strong>Sylvie Oliv\u00e9<\/strong><br \/>\n<strong>Frankreich, Belgien \/ 2019<\/strong><br \/>\n<strong>104<\/strong> Minuten<\/p>\n<h6>Bildrechte:<strong> Courtesy of 24 BILDER<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LES TRADUCTEURS a.k.a. 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