{"id":21760,"date":"2023-09-11T06:06:11","date_gmt":"2023-09-11T04:06:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=21760"},"modified":"2023-09-05T22:04:39","modified_gmt":"2023-09-05T20:04:39","slug":"daliland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/daliland\/","title":{"rendered":"DAL\u00edLAND"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/daliland-copyright-squareone-entertainment\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21741 \" title=\"Daliland - Copyright SQUAREONE Entertainment\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-Copyright-SQUAREONE-Entertainment.jpg\" alt=\"Daliland - Copyright SQUAREONE Entertainment\" width=\"275\" height=\"388\" \/><\/a><strong>&#8211; Deutschlandstart 07.09.2023<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Release 21.04.2023<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">2011 brachte Simon Curtis MY WEEK WITH MARILYN in die Kinos. Es geht um die kurze Phase, in der Filmstudent Colin Clarke zum\u00a0 pers\u00f6nlichen Assisstenten von Marilyn Monroe erkoren wurde. Die Zuschauenden erfahren und beobachten den Star durch die Augen eines unbedarften Au\u00dfenstehenden. Dieses clevere Konstrukt nutzt auch Mary Harron in ihrer Biografie \u00fcber den Surrealisten Salvador Dal\u00ed. Mit dem Unterschied, dass Colin Clarke eine reale Person war, und die Geschichte mit Marilyn auf seinem Buch basiert. Kunstgalerie Assistent James Linton ist eine fiktive Person, die sich Drehbuchautor John Walsh ausgedacht hat, und mit er sehr wenig anzufangen wei\u00df. Anders als Clarke bei Marilyn, ist James f\u00fcr Dal\u00ed lediglich ein Werkzeug, um den spanischen Maler mit Abstand betrachten zu k\u00f6nnen. Somit vermeidet DALILAND auch jede emotionale Sicht des K\u00fcnstlers selbst. Weitere Vergleiche mit Curtis&#8216; Film w\u00e4re an dieser Stelle nicht zielf\u00fchrend. Am Ende stellt sich dann heraus, welcher der beiden Filme der wirklich bessere ist. Inhaltlich und technisch.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist Anfang der Siebzigerjahre in New York. Der alternde Maler Salvador Dal\u00ed hat nur noch drei Wochen Zeit, gen\u00fcgend Gem\u00e4lde zu schaffen, um die Ausstellung einer New Yorker Galerie zu f\u00fcllen. Der Galerie-Assistent James Linton soll dem Surrealisten nicht mehr von der Seite weichen, und ihn am arbeiten halten. Doch der Exzentriker Dal\u00ed l\u00e4sst sich immer wieder nur allzu leicht ablenken. Auf der einen Seite sind es seine legend\u00e4r gewordenen, verschwenderischen Parties. Auf der anderen Seite seine sexhungrige Gattin Gala, die wesentlich j\u00fcngere M\u00e4nner bevorzugt, mit Einverst\u00e4ndnis des K\u00fcnstlers.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es gibt sehr viel Punkte in Mary Harrons Film, die faktisch und belegt sind. Und die f\u00fchrt sie auch vor Augen, und arbeitet sie ab. Wirklich neue Erkenntnisse ergeben sich aus dem Film aber nicht. Jedenfalls keine, die bisher unbedarfte Besucher nicht ganz schnell und ohne lange zu suchen nachschlagen k\u00f6nnten. Dann ist da aber immer noch Ben Kingsley, der einfach fantastisch ist. Wie immer. Und das ist das Problem, weil Harron viel mehr eine Variation von Ben Kingsley inszeniert. Oftmals \u00fcberkommt einen des Gef\u00fchl, als w\u00e4re der portr\u00e4tierte K\u00fcnstler lediglich in Namen und Schnurrbart anwesend.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00c4hnlich problematisch verh\u00e4lt es sich mit Salvadors Ehefrau Gala. Barbara Sukowa hat sich die Figur hervorragend einverleibt. Sie \u00fcberzeugt mit herrischer Egozentrik in ihrer eigenen Auslegung der Rolle. Von dem verbrieften Verlangen nach j\u00fcngeren M\u00e4nnern, dass von Dal\u00ed geduldet wurde, ist kaum etwas vorhanden. Der Film ist viel zu konzentriert auf ihre Beziehung zu dem kaum bekannten Broadway-S\u00e4nger Jeff Fenholt, den sie wie ein euphorischer Teenager mit allen zur Verf\u00fcgung stehenden, finanziellen Mitteln zu protegieren versucht. Von der sexbesessenen Grand Dame ist kaum noch etwas \u00fcbrig.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Daf\u00fcr hat der wirklich \u00fcberzeugend \u00fcberhebliche Zachary Nachbar-Seckel als Fenholt, eine der besseren Szenen. Er, der lediglich Jesus in &#8218;Jesus Christ Superstar&#8216; gesungen hat, erkl\u00e4rt dem aufstrebenden Schockrocker Alice Cooper, warum Cooper mit seiner Art von Musik nie Erfolg haben wird. Was auch \u00fcber Christopher Briney gesagt werden kann. Jedenfalls wird dem Neueinsteiger mit diesem Film kaum Erfolg beschert sein. Sein James Linton ist lediglich darauf beschr\u00e4nkt zu beobachten und zu gehorchen. Buch und Regie geben dem Charakter weder Eigenst\u00e4ndigkeit, noch die M\u00f6glichkeit zur Entwicklung.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/daliland-2-copyright-squareone-entertainment\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21743 size-full\" title=\"Daliland 2 - Copyright SQUAREONE Entertainment\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-2-Copyright-SQUAREONE-Entertainment.jpg\" alt=\"Daliland 2 - Copyright SQUAREONE Entertainment\" width=\"640\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-2-Copyright-SQUAREONE-Entertainment.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-2-Copyright-SQUAREONE-Entertainment-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-2-Copyright-SQUAREONE-Entertainment-200x126.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Salvador Dal\u00ed ist in die Jahre gekommen. Vergn\u00fcgen bringen dem Exzentriker nur gleichbedeutend schrille Feiern. Gemalt wird nicht mehr aus Inspiration, sondern f\u00fcr den Erhalt des Image. Der luxuri\u00f6se Lebensstil wird mit gef\u00e4lschten Lithographien unterhalten. Doch nichts davon inszeniert Harron spannend, oder auch nicht als skurrile Farce, was der Aura und der Reputation von Dal\u00ed angemessen w\u00e4re. Und das \u00fcbertr\u00e4gt sich auch auf die Bilder. Zumindest in kleinen Dramen kann Kameramann Marcel Zyskind angemessene Stimmung schaffen, wie zuletzt im Vater-Sohn-Psychogramm FALLING.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei DALILAND ist die optische Atmosph\u00e4re einfach nicht stimmig zum ausschweifenden Lebensstil. Selbst wenn es Harrons Absicht gewesen sein mag, diesen schmalen Auszug eines Lebens als intimes Portrait zu inszenieren, fehlt in bestimmten Sequenzen einfach der Bezug zwischen Sein und Schein. Zyskind hat sich auf unterk\u00fchlte Farben festgelegt. Was schon einmal im Gegensatz zu den Werken des K\u00fcnstlers steht. Die Drehorte sind sp\u00e4rlich ausgestattet, und lassen besonders in den Partyszenen eine ansprechende R\u00e4umlichkeit vermissen. Opulenz gibt es im Film nur, wenn davon gesprochen wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">G\u00e4ste bei den Parties sind mit langer Brennweite gedreht, was lediglich den optischen Eindruck von mehr Personen erweckt als Statisten am Set waren. Das entt\u00e4uscht insofern, weil die Geschichte ohnehin nicht wagt anders, oder etwas Neues zu erz\u00e4hlen. Harron h\u00e4tte mutiger sein m\u00fcssen, um Salvador Dal\u00ed \u00fcber das Ma\u00df der bekannten Verschrobenheit interessanter zu machen. Mehr visuelle Ideen, oder die fiktive Ebene mit James Linton st\u00e4rker ausbauen. Das Amanda Lear mit Andreja Pejic von einer wirklichen Transgender Person dargestellt wird, ist schon einmal ein sehr koketter Entschluss.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Den Maler mit dem Betrug der Lithografien zu konfrontieren, oder seine vermeintlich schwindende Inspiration und Schaffenskraft in den Vordergrund zu stellen, anstatt es in Kontrast zu seiner Laufbahn als K\u00fcnstler zustellen, ist eher destruktiv. Es ist auch nicht skandal\u00f6s oder emotional aufreibend. Daf\u00fcr darf sich der Maler \u00fcberhaupt nicht angemessen in eigenen Worten \u00e4u\u00dfern. Ben Kingsley wird der Gestalt Dal\u00ed absolut gerecht, dem Wesen des Surrealisten aber keineswegs. Mary Harron hat bekanntlich auch AMERICAN PSYCHO inszeniert, dass l\u00e4sst f\u00fcr ihre zuk\u00fcnftigen Projekte wieder hoffen. Bis dahin w\u00e4re vielleicht MY WEEK WITH MARILYN auch einmal wieder interessant.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/daliland-1-copyright-squareone-entertainment\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21742 size-full\" title=\"Daliland 1 - Copyright SQUAREONE Entertainment\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-1-Copyright-SQUAREONE-Entertainment.jpg\" alt=\"Daliland 1 - Copyright SQUAREONE Entertainment\" width=\"640\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-1-Copyright-SQUAREONE-Entertainment.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-1-Copyright-SQUAREONE-Entertainment-300x170.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Daliland-1-Copyright-SQUAREONE-Entertainment-200x113.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Darsteller: <strong>Ben Kingsley, Christopher Birney, Barbara Sukowa, Rupert Graves, Andreja Pejic, Suki Waterhouse, Zachary Nachbar-Seckel, Alexander Beyer <\/strong>mit <strong>Ezra Miller, Avital Lvova<\/strong> u.a.<br \/>\nRegie: <strong>Mary Harron<\/strong><br \/>\nDrehbuch: <strong>John Walsh<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Marcel Zyskind<\/strong><br \/>\nBildschnitt: <strong>Alex Mackie<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Edmund Butt<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign: <strong>Isona Rigau<\/strong><br \/>\n<strong>Gro\u00dfbritannien, Frankreich, USA \/ 2022<\/strong><br \/>\n<strong>97<\/strong> Minuten<\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>SQUAREONE<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Deutschlandstart 07.09.2023 &#8211; Release 21.04.2023 2011 brachte Simon Curtis MY WEEK WITH MARILYN in die Kinos. 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