{"id":21818,"date":"2023-09-16T00:30:18","date_gmt":"2023-09-15T22:30:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=21818"},"modified":"2023-09-16T00:45:37","modified_gmt":"2023-09-15T22:45:37","slug":"a-haunting-in-venice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/a-haunting-in-venice\/","title":{"rendered":"A HAUNTING IN VENICE"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/a-haunting-in-venice\/haunting-venice-copyright-20th-century-studios-2\/\" rel=\"attachment wp-att-21820\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21820\" title=\"Haunting Venice - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-1.jpg\" alt=\"Haunting Venice - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"276\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-1.jpg 354w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-1-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-1-142x200.jpg 142w\" sizes=\"auto, (max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 14.09.2023<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Release 13.09.2023<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was zuerst auff\u00e4llt, ist die Bildgestaltung, sprich das Bildformat. Kenneth Branaghs Stammkameramann Haris Zambarloukos hat sich hier f\u00fcr das digital fotografierte 1,85:1 Format entschieden. Dabei hat Branagh noch zu MORD IM ORIENT-EXPRESS angek\u00fcndigt, ein in sich geschlossenen Hercule Poirot Universum entstehen zu lassen. Nat\u00fcrlich ein Universum, was sonst. Nur zwei Filme sp\u00e4ter, nach TOD AUF DEM NIL, wird dann schon mit einer k\u00fcnstlerischen Kontinuit\u00e4t gebrochen. HAUNTING IN VENICE verzichtet auf die kraftvolle Opulenz des 65 mm Filmmaterials im 2,39:1 Format. Und das ausgerechnet an einem Ort wie Venedig, wo der Regisseur darauf bestand, an so vielen Original Schaupl\u00e4tze wie m\u00f6glich zu drehen. Wie man diese Drehorte von Touristen und anachronistischen St\u00f6rmitteln befreite, ist \u00fcberw\u00e4ltigend. Besonders die letzte Einstellung zeigt ein Venedig, wie es die meisten in dieser puren Pracht wirklich noch nicht gesehen haben d\u00fcrften. Dorthin hat es den Meisterdetektiv Poirot verschlagen. Durch die Schrecken des Krieges verbittert, hat er sogar seiner meist selbstgef\u00e4lligen Enth\u00fcllungsaffinit\u00e4t entsagt.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Poirots alte Freundin und Schriftstellerin Ariadne Oliver, Stammgast in den Romanen, aber ihr erste Auftritt in der Branagh-Reihe, kann den m\u00fcden Detektiv dann doch locken. Er soll der S\u00e9ance des weltber\u00fchmten Mediums Mrs. Reynolds beiwohnen, und deren F\u00e4higkeiten best\u00e4tigen, mit dem Jenseits in Verbindung treten zu k\u00f6nnen. Denn wenn ein Hercule Poirot das Medium nicht widerlegen kann, muss ihr K\u00f6nnen real sein. Von Anfang an herrscht eine getragene, sehr melancholische Stimmung, die Regisseur Branagh bis auf die letzten Minuten aufrecht erh\u00e4lt. Bei ihm wird Venedig zu einem traurigen Ort.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Selbst die Heerschar der tobenden Kinder w\u00e4hrend der Halloween Party im Palazzo der Gastgeberin Rowena Drake, sind auf der Tonebene merklich unterdr\u00fcckt. Die Farben sind lange nicht so kraftvoll wie bei ORIENT-EXPRESS oder NIL. Die Absicht starke Anleihen beim Horrorfilm zu nehmen, erkennt man umgehend. Allerdings zeigt der eigentlich pragmatische Regisseur mit der Dualit\u00e4t der Geschichte kein zufriedenstellendes Feingef\u00fchl. Der von Agatha Christie bekannte, und von Branagh gesch\u00e4tzte R\u00e4tselspa\u00df, will sich nicht organisch mit den stark ausgepr\u00e4gten Horrorelementen verschr\u00e4nken.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Poirot gelingt es nicht, Mrs. Reynolds als Betr\u00fcgerin zu entlarven. Was im Umkehrschluss bedeuten m\u00fcsste, dass das \u00dcbersinnliche real w\u00e4re. Das l\u00e4sst den Meisterdetektiv an seinem Weltbild zweifeln. Doch dann kommt das Medium pl\u00f6tzlich zu Tode. Poirot verriegelt den Palazzo pers\u00f6nlich, denn ein M\u00f6rder muss entlarvt, und seine Ideologie wieder gerade ger\u00fcckt werden. Das betrifft nat\u00fcrlich das Christie-typische Panoptikum von zwielichtigen Figuren und unschuldig scheinenden Personen. Aber richtig mysteri\u00f6s ist keine von ihnen, damit sind die falschen F\u00e4hrten nicht allzu schwer zu durchschauen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/a-haunting-in-venice-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21813 size-full\" title=\"Haunting Venice 2 - Copyright 20th CENTURY \" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Haunting Venice 2 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"640\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-300x178.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-2-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-200x119.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Von der illustren Schar f\u00e4llt allerdings nur Jamie Dornan wirklich ins Gewicht, der als kriegsgesch\u00e4digter Vater die interessanteste Figur darstellt. Weder Kelly Reilly als trauernde Mutter, noch Michelle Yeoh in der Rolle des Mediums werden nach ihren M\u00f6glichkeiten gefordert. Und auch Kom\u00f6diantin Tina Fey, f\u00fcr die es nicht die erste ernste Rolle ist, wirkt als \u00fcberhebliche Schriftstellerin nicht wirklich so, als ob sie sich tats\u00e4chlich eines Hercule Poirot ebenb\u00fcrtig erweisen k\u00f6nnte. Der Regisseur f\u00fchrt seine eigene Tradition des opulenten Star-Vehikels fort, scheitert hier aber am eigenen Anspruch.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Branagh bringt die zwei Genre-Ebenen nicht in eine flie\u00dfende Struktur. Orts- und Szenenwechsel sind sprunghaft, genauso fehlt ein ansteigender Spannungsbogen. Dramatische Spitzen verlieren viel zu schnell ihre Wirkung. Das Drehbuch von Branagh und Michael Green (ORIENT-EXPRESS und NIL) l\u00e4sst das Publikum nie wirklich selbst sinnen und reflektieren, sondern wird von Poirot allein in Anspruch genommen. Allerdings wird jedes entr\u00e4tselte Mysterium\u00a0 eher beil\u00e4ufig abgehandelt, w\u00e4hrend sich die Spukmomente viel zu aufdringlich am modernen, uninspirierten Schocker bedienen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ohne Zweifel sind die Jump Scares sehr wirkungsvoll, doch muss die zweifelnde Frage gestattet sein, ob dies der Autorin, den B\u00fcchern und dem Genre gerecht wird. Orientiert an Branaghs bisherigen Arbeiten und an den Vorlagen von Christie, h\u00e4tte dem HAUNTING IN VENICE eine klassische, wundervoll schaurige Gruselatmosph\u00e4re richtig gut getan. Der Shakespeareianer Branagh hat mit seinen zwei Christie-Vorg\u00e4ngerfilmen den Geist der opulenten Epen mit Peter Ustinovs Poirot erfolgreich heraufbeschworen. Sich aber einen dieser Stoff so exzessiv anzueignen, ist dem Film nicht bekommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit der Romanvorlage hat HAUNTING IN VENICE nur vereinzelte Schlagworte gemein. Was ihn allerdings nicht zu einem grunds\u00e4tzlich schlechten Film macht. Fast m\u00f6chte man sagen, es ist ein guter Film. Aber er bleibt einfach weit hinter den M\u00f6glichkeit eines Charakter-Regisseurs wie Kenneth Branagh und einer raffinierten Erz\u00e4hlerin wie Agatha Christie. Daf\u00fcr macht die verk\u00fcndete Absicht eines ganzen Poirot Universums Hoffnung. Denn inszenieren kann der selbstbewusste Ire durchaus, eigentlich sogar verdammt gut.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2023\/a-haunting-in-venice\/a-haunting-in-venice-3\/\" rel=\"attachment wp-att-21821\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21821 size-full\" title=\"Haunting Venice 1 - Copyright 20th CENTURY \" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-1-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-1.jpg\" alt=\"Haunting Venice 1 - Copyright 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"640\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-1-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-1.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-1-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-1-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Haunting-Venice-1-Copyright-20th-CENTURY-STUDIOS-1-200x122.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 80px;\">Darsteller: <strong>Kenneth Branagh, Kyle Allen, Camille Cottin, Jamie Dornan, Tina Fey, Kelly Reilly, Michelle Yeoh, Emma Laird, Jude Hill Ali Khan, Riccardo Scamarcio<\/strong> u.a.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 160px;\">Regie: <strong>Kenneth Branagh<\/strong><br \/>\nDrehbuch: <strong>Michael Green<\/strong><br \/>\nnach dem Roman von <strong>Agatha Christie<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Haris Zambarloukos<\/strong><br \/>\nBildschnitt: <strong>Lucy Donaldson<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Hildur Gu\u00f0nad\u00f3ttir<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign: <strong>John Paul Kelly<\/strong><br \/>\n<strong>USA \/ 2023<\/strong><br \/>\n<strong>103<\/strong> Minuten<\/p>\n<h5>Bildrechte:<strong> 20th CENTURY STUDIOS<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 14.09.2023 &#8211; Release 13.09.2023 Was zuerst auff\u00e4llt, ist die Bildgestaltung, sprich das Bildformat. 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