{"id":227,"date":"2008-08-17T00:00:09","date_gmt":"2008-08-16T23:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=227"},"modified":"2011-03-26T14:20:34","modified_gmt":"2011-03-26T13:20:34","slug":"the-dark-knight","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2008\/the-dark-knight\/","title":{"rendered":"The Dark Knight"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-228\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=228\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-228\" title=\"DarkKnight1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/DarkKnight1.jpg\" alt=\"\" width=\"145\" height=\"200\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Nat\u00fcrlich kann ein Film mit derart grandiosen Vorschusslorbeeren seinen Erwartungen nicht gerecht werden. Aber die Zweifler k\u00f6nnen sich entspannen und zur\u00fcck lehnen. Christopher Nolans \u201aDark Knight\u2018 kann zweifellos f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, das Genre des Superhelden-Filmes auf ein ganz neues Level gehoben zu haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">In Bezug auf Batman, beh\u00e4lt Tim Burtons filmische Version durchaus seine G\u00fcltigkeit. Keiner hat bisher die Seele des Comics, die Welt gezeichneter Bilder und \u00fcbersetzter Sprechblasen so genau getroffen, wie Burton. Und er hat trotz des mitunter zirkusreifen Spektakels, die d\u00fcsteren Phantasien und gequ\u00e4lten Charaktere bewahrt. Burton ist Bob Kanes Zeichnung von Gotham City gerecht geworden und Christopher Nolan baut meisterlich darauf auf. <\/span><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Zusammen mit seinem Bruder Jonathan, hat Chris Nolan die Grundlage von \u201aBatman Begins\u2018 gefestigt und den nur allzu menschlichen Helden endg\u00fcltig in eine Zeit gehoben, die unserer Wirklichkeit in nichts nachsteht. Dabei ist \u201aDark Knight\u2018 ein zutiefst amerikanischer Film, als Reflexion auf ein Land mit seinen k\u00fcnstlich gesch\u00fcrten \u00c4ngsten, mit all seiner Zerrissenheit und den starren Grenzen zwischen weltlichem Liberalismus und radikalem Patriotismus. Der Held als erkl\u00e4rter Verbrecher, der B\u00f6sewicht als Spiegel einer von Perspektivlosigkeit zerfressenen Ordnung und eine zerr\u00fcttete Gesellschaft, die zum passiven Zuschauer verkommt. Von Burtons zu Nolans Vision ist es eine logische Entwicklung, gleichzeitig aber ein riesiger Sprung. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Realismus wird bei Nolan gro\u00df geschrieben. Selbst die Ninja-Ausbildung Bruce Waynes, die ihn so \u00fcbermenschlich wirken l\u00e4sst, st\u00fctzt sich auf eine real erscheinende Basis. All die gespaltenen Pers\u00f6nlichkeiten, die Monster unter den Menschen, das B\u00f6se \u00fcber und in Gotham hat einen realen Ursprung, gest\u00e4rkt ohne jede Art von \u00fcberirdischen Einfl\u00fcssen. Keine k\u00fcnstlich erzeugten \u00dcbermenschen, keine mutierten Gegner. K\u00e4mpfe finden nicht mit Superkr\u00e4ften statt, sondern werden ausgetragen durch Prinzipien und Wertvorstellungen. Mutiert ist einzig die Gesellschaft, verhaftet in ihren \u00c4ngsten, in ihrer Ohnmacht. Der Eine n\u00fctzt dies aus, der Andere will sie daraus befreien. Noble Gesten, wie es scheint, doch die Rollen vertauschen sich w\u00e4hrend des Filmes st\u00e4ndig. Da wird der Heilsbringer durchaus mal zum Schreckgespenst und das personifizierte B\u00f6se freut sich \u00fcber soviel Anteilnahme.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Technisch gesehen, ist \u201aDark Knight\u2018 seinem direkten Vorg\u00e4nger um einiges voraus. In Zimmers und Howards gemeinsam komponierten Soundtrack finden sich wesentlich differenziertere St\u00fccke und Variationen. Lee Smith\u2018 Bildschnitt ist ausgefeilter und erlaubt dem Zuschauer den Geschehnissen, speziell in den Action-Sequenzen, auch logistisch zu folgen. Das Set- und Produktionsdesign verzichtet merklich auf Eins\u00e4tze Computer generierter Hintergr\u00fcnde und Szenenbilder, was Kamermann Wally Pfister die M\u00f6glichkeit einr\u00e4umt, atemberaubende Einstellungen zu kreieren, die noch durch Handwerk definiert sind. Das Drehbuch der Nolan-Br\u00fcder ist st\u00e4ndig damit besch\u00e4ftigt dem Film keinen Leerlauf zuzugestehen, selbst die Charakter bezogenen Szenen und Dialoge f\u00fcgen dem steten Fluss weitere Elemente an Spannung hin zu. Viele Szenen und Situationen sind direkt aus den ersten Batman Comics \u00fcbernommen, was viele lesende Anh\u00e4nger erfreuen d\u00fcrfte. Doch auch der verw\u00f6hnteste Fan d\u00fcrften \u00fcberrascht sein, was \u201aDark Knight\u2018 alles bietet, denn hier ist alles m\u00f6glich und gestorben wird sehr schnell und viel. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Wertmutstropfen erweist sich dabei allerdings, das ein kompletter Handlungsstrang um eine der Hauptfiguren schon ein thematischer Komplex f\u00fcr einen eigenen Film bilden k\u00f6nnte. Und um genau diese Sequenzen, f\u00fchlt sich der Film auch zu lange an. Keineswegs l\u00e4sst Nolans gespannte Regie irgendwelche L\u00e4ngen aufkommen, doch mit der Figur des unberechenbaren Jokers und dem gebrochenen Heldentum des Batman ist der Zuschauer ausreichend bedient und k\u00f6nnte sich mit diesem einen, weiteren Handlungsfaden schnell \u00fcberfordert f\u00fchlen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Aber wo Licht, da auch Schatten, wie beim dunkle Ritter Batman, dem der strahlende Held Arthur Dent gegen\u00fcber steht. Doch die F\u00fcr und Wieder sind \u00e4u\u00dferst gering und \u201aDark Knight\u2018 erweist sich als grandioser Film, der schnell seinen Rhythmus findet und sein Tempo gem\u00e4chlich, aber stetig anzieht. Er ist zweifellos bedrohlicher und d\u00fcsterer, als all seine Vorg\u00e4nger und das hat letztlich wohl auch damit zu tun, dass er politischer ist, als es bisher ein Film um irgendwelche Superhelden gewesen ist. Gotham City ist \u00fcberall, mit seinen undurchsichtigen Machenschaften, mit den Unsicherheiten in seiner Bev\u00f6lkerung, das Gut und B\u00f6se, wo sich die Grenzen nicht nur verwischen, sondern durchaus auch mal kippen. Kameramann Wally Pfister zeigt in seinen Bildern wesentlich deutlicher die Stadt Chicago als Stand-In f\u00fcr Gotham, welches sonst gerne mit New York gleichgesetzt wird. So verwischen auch hier die Grenzen, wenn die Macher mit den Wahrnehmungen des Zuschauers spielen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201aDark Knight\u2018 hat das Genre der Comic-Verfilmungen tats\u00e4chlich auf eine h\u00f6here Ebene gestellt. Hart, ehrlich, brutal und \u00fcberraschend realistisch. Und er bleibt ein durch und durch amerikanischer Film, mit seiner Abhandlung von durch und durch amerikanischen Psychosen. Sein Erfolg ist unbestritten verdient, doch au\u00dferhalb Amerikas fraglich. Zweifellos einer der besten Filme aus dem Mainstream der letzten Jahre, aber auch verst\u00f6rend und ungewohnt. Das nach der Neuorientierung in Bezug auf Realismus von \u201aBatman Begins\u2018, Story-Kollaborateur David S. Goyer und Nolan die Schrauben der Glaubw\u00fcrdigkeit noch einmal nachziehen konnten,\u00a0 passt nur schwer ins Bild der sommerlichen Popcorn-Unterhaltung. Im politisch und intellektuell beweglicheren Europa, verliert die emotionale Bestandsaufnahme schon deutlich an Wirkung. Aber zur\u00fcck bleibt ein Film er trotz allem f\u00fcr einige \u00dcberraschungen sorgt, zu unterhalten versteht und das Publikum hart am Gem\u00fct packt. Der weltweite finanzielle Erfolg ist fraglich, aber durch seine filmtechnische Qualit\u00e4t durchaus m\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Michael Caine, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman, Morgan Freeman u.a.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em> Regie: Christopher Nolan; Drehbuch: Christopher und Jonathan Nolan;  Kamera: Wally Pfister; Bildschnitt: Lee Smith; Musik: Hans Zimmer, James  Newton Howard<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em> USA \/ 2008; ca. 152 Minuten<\/em><\/p>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Bildquelle: Warner Bros.<\/span><em><br \/>\n<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich kann ein Film mit derart grandiosen Vorschusslorbeeren seinen Erwartungen nicht gerecht werden. Aber die Zweifler k\u00f6nnen sich entspannen und zur\u00fcck lehnen. 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