{"id":22712,"date":"2024-01-13T06:06:14","date_gmt":"2024-01-13T05:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=22712"},"modified":"2024-01-09T23:23:26","modified_gmt":"2024-01-09T22:23:26","slug":"the-royal-hotel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2024\/the-royal-hotel\/","title":{"rendered":"THE ROYAL HOTEL"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=22714\" rel=\"attachment wp-att-22714\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-22714 \" title=\"Royal Hotel 1 - Copyright UNIVERSAL PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-1-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1.jpg\" alt=\"Royal Hotel 1 - Copyright UNIVERSAL PICTURES\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-1-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1.jpg 353w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-1-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-1-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 11.01.2024<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 06.10.2023 (Can)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als den Rucksacktouristinnen Hanna und Liv in Australien unvermittelt das Geld ausgeht, finden beide \u00fcber ein offizielle Arbeitsagentur zwei Teilzeitstellen als Bedienungen in einer Bar im Outback. Und hier bedeutet Outback tats\u00e4chlich ganz weit hinten drau\u00dfen. In Pete Gleesons Doku HOTEL COOLGARDIE hei\u00dfen sie Stephanie und Nicolina. Und sie sind aus Finnland, nicht aus Kanada wie Hanna und Liv. Der markanteste Unterschied zwischen beiden Filmen ist Pete Gleesons Ansatz, seine Doku brachial mit den unvereinbaren, und aus der Zeit gefallenen Gegens\u00e4tzen zu beginnen, die Regisseurin Kitty Green in ihrer Spielfilm-Adaption erst langsam aufbaut. Green hat zusammen mit Oscar Redding das Drehbuch zu THE ROYAL HOTEL geschrieben. Oberfl\u00e4chlich betrachtet ist es verst\u00e4ndlich, wenn die gerne verwendeten Beschreibungen &#8218;Horrorfilm&#8216; oder &#8218;Psychothriller&#8216; f\u00fcr starke Irritationen sorgen. Aber genau das trifft auf den Film zu.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Hanna und Liv kommen in ein Kaff, das nicht einmal die Bezeichnung Kaff verdienen d\u00fcrfte. In der Bar &#8218;The Hotel Royal&#8216; wechseln die Bedienungen alle drei Monate, selbstredend gutaussehende Rucksacktouristinnen. Die G\u00e4ste sind in erster Linie unbefriedigte Arbeiter der nahe Mine, die jeden Abend Frust und Einsamkeit mit jeder Menge Bier und Schnaps wegtrinken. Der alkoholkranke Besitzer Billy nennt sie Fotzen, was Hanna und Liv zuerst f\u00fcr ein lokales Jargon-Kuriosum halten. Und mit den unentwegt sexistischen Spr\u00fcche der G\u00e4ste k\u00f6nnen sie Anfangs noch gut umgehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer mit dem realen Hintergrund der Ereignisse nicht vertraut ist, tut sich mit Kitty Greens Inszenierung wirklich schwer. Es wird f\u00fcr mindestens die H\u00e4lfte der Laufzeit nicht deutlich, worauf die Geschichte hinauslaufen soll. Das beginnt schon mit Michael Lathans erstklassig photographierten Landschaften, und der starken Bildern von wilder Urspr\u00fcnglichkeit die gleichsam bedrohlich, aber auch unglaublich faszinierend wirkt. Lathan schafft postkartenartige Bilder, die gerade in australischen Horrorfilmen oft f\u00fcr tr\u00fcgerische, und irreleitende Stimmungen sorgen. Was auch hier perfekt passt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch die Zuschauenden k\u00f6nnten anderes erwarten. Bei einem fiktiven Thriller w\u00fcrden die Beleidigungen und Bel\u00e4stigungen als atmosph\u00e4rische Einleitung f\u00fcr einen effektvollen Showdown sehr gut funktionieren. Hier sind sie befremdliche Episoden, die sich erst im letzten Drittel als schmerzlicher Alptraum zeigen. Es gibt auch den vermeintlich guten Verb\u00fcndeten, der sich bei anderen Filmen als \u00fcberraschender B\u00f6sewicht entpuppen w\u00fcrde. Man wartet also vergebens auf die furchtbare Wendung. Bis man als unbedarfter Beobachter feststellt, dass man sich schon mittendrin im realen Grauen befindet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00fcrde man schon vorher ein Vorstellung \u00fcber die Art der Erz\u00e4hlung haben, w\u00e4re ROYAL HOTEL zug\u00e4nglicher, und auch eindringlicher. Was aber Kitty Green letztendlich f\u00fcr ihr wichtiges und verst\u00f6rendes Thema entgegenkommt, ist die unglaublich gute Besetzung. Man sieht diesen Talenten einfach unheimlich gerne zu, auch wenn es schmerzt und Unbehagen bereitet. Mit starkem Feingef\u00fchl f\u00fcr jede Szene, vermitteln Jessica Hennwick und Julia Garner regelrecht sp\u00fcrbar, die ganze Bandbreite an Gef\u00fchlen dieser Frauen. Schutzlos im \u00e4u\u00dfersten Nirgendwo einer erschreckenden Welt ausgeliefert.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=22716\" rel=\"attachment wp-att-22716\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-22716 size-full\" title=\"Royal Hotel 3 - Copyright UNIVERSAL PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-3-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1.jpg\" alt=\"Royal Hotel 3 - Copyright UNIVERSAL PICTURES\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-3-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-3-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-3-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Erschreckend ist nicht unbedingt was k\u00f6rperlich passiert, sondern viel schlimmer das, was passieren k\u00f6nnte. Brutal ist, was es mental bei den Frauen anrichtet. Hennwicks Liv gibt die Unbek\u00fcmmerte, und versucht sich der toxischen M\u00e4nnerdom\u00e4ne anzupassen, um die Zeit einfacher zu \u00fcberstehen. W\u00e4hrend Garner als Hanna im Verlauf verschlossener, und mit wachsender Angst auch stoischer wird. Worte, Gesten, Blicke, alles k\u00f6nnte in dieser alkoholgeschw\u00e4ngerten Umgebung falsch interpretiert werden. Barbesitzer Billy sieht bei jedem negativen Vorfall die Schuld bei den unangepassten Ausl\u00e4nderinnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es muss nichts passieren, um zu begreifen, in was f\u00fcr einem Dilemma sich Hanna und Liv befinden. Das es doch noch Welten gibt, die weit von dem sind was man unter Respekt, und erst Recht unter Gleichberechtigung versteht. Wo selbst die ortsans\u00e4ssigen Frauen, in die Jahre gekommen und perspektivlos, f\u00fcr die Selbstst\u00e4ndigkeit der jungen Frauen kein Verst\u00e4ndnis haben. Die Inspiration von Kitty Green und ihrem Co-Autor Oscar Redding bezieht sich nicht nur inhaltlich auf Gleesons preisgekr\u00f6nte Dokumentation. Aber sie verzichten offensichtlich bewusst auf eine akkurate Wiedergabe der Geschichte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Namen, \u00d6rtlichkeiten, zeitlicher Ablauf wurden ge\u00e4ndert, womit die Erfahrungen von Stephanie und Nicolina, respektive Hanna und Liv, stellvertretende Geltung bekommen. F\u00fcr alle Frauen die diesen unbekannten Grad von Sexismus und Rassismus kennenlernen mussten. Aber Green zollt Gleeson Tribut, indem immer wieder einzelne, reale Dialoge aus der Doku \u00fcbernommen wurden. Einige Szenen sind nachgestellt, zum Beispiel die auf der Theke tanzenden Vorg\u00e4ngerinnen. Und einige Darsteller sind sogar nach der Physis der wirklichen Personen besetzt, wie Daniel Henshall als unberechenbarer Dolly.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Kitty Green schafft es wirklich ungemein spannend zu inszenieren. Sie versteht Szenen die richtige Gewichtung zu geben, das Timing perfekt auszutarieren, und gerade in der letzten halben Stunde die Nerven blank zu legen. Wie h\u00e4tten sie sich wehren k\u00f6nnen, wenn wirklich von niemanden aus diesem Mikrokosmos Hilfe zu erwarten war? Der unglaubliche Kontrast vom verst\u00f6renden Inhalt zu der exquisiten Bildgestaltung erzeugt G\u00e4nsehaut. Green l\u00e4sst ihr Publikum nur viel zu sp\u00e4t daran teilhaben, weil sie sich zu sehr auf die irref\u00fchrende Kampagne des unkonkreten Psycho-Horrors verl\u00e4sst. Was sich dann doch in der ersten Stunde erst einmal gegen den Film wendet. Mit etwas Vorkenntnis ist THE HOTEL ROYAL fantastisches albtraumhaftes Kino von Anfang an.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #000000;\">HOTEL COOLGARDIE ist in der Flatrate von Amazon Prime Video enthalten.<\/span><\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=22715\" rel=\"attachment wp-att-22715\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-22715 size-full\" title=\"Royal Hotel 2 - Copyright UNIVERSAL PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-2-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1.jpg\" alt=\"Royal Hotel 2 - Copyright UNIVERSAL PICTURES\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-2-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-2-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Royal-Hotel-2-Copyright-UNIVERSAL-PICTURES-1-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><em>Darsteller:<strong> Julia Garner, Jessica Henwick, Toby Wallace, Ursula Yovich, James Frecheville, Daniel Henshall, Adam Morgan <\/strong>und <strong>Hugo Weaving<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: <strong>Kitty Green<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Drehbuch: <strong>Kitty Green, Oscar Redding<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Kamera: <strong>Michael Latham<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: <strong>Kasra Rassoulzadegan<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Musik: <strong>Jed Palmer<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign:<strong> Leah Popple<\/strong><\/em><br \/>\n<strong><em>Australien, Gro\u00dfbritannien \/ 2023<\/em><\/strong><br \/>\n<em><strong>91<\/strong> Minuten<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>UNIVERSAL PICTURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 11.01.2024 &#8211; Release 06.10.2023 (Can) Als den Rucksacktouristinnen Hanna und Liv in Australien unvermittelt das Geld ausgeht, finden beide \u00fcber ein offizielle Arbeitsagentur zwei Teilzeitstellen als Bedienungen in einer Bar im Outback. 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