{"id":2475,"date":"2012-02-02T05:49:28","date_gmt":"2012-02-02T04:49:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=2475"},"modified":"2012-02-02T06:55:36","modified_gmt":"2012-02-02T05:55:36","slug":"moneyball-die-kunst-zu-gewinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/moneyball-die-kunst-zu-gewinnen\/","title":{"rendered":"MONEYBALL &#8211; guter Abschlag, kein Home Run"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-2478\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/moneyball-die-kunst-zu-gewinnen\/moneyball-04\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2478\" title=\"moneyball-04\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/moneyball-04.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/moneyball-04.jpg 550w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/moneyball-04-200x52.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/moneyball-04-300x78.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Dieser Film ist typisches Oscar-Futter. Oh, wie dieser Film nach Oscars schreit. \u201eMoneyball\u201c hat \u00dcberl\u00e4nge, es geht um Sport, die Handlung ist reduziert, die Darsteller sind nur sehr oberfl\u00e4chlich gesehen gegen ihren Typ besetzt, er f\u00fchrt den uramerikanischen Anspruch, dass der Glaube ans sich selbst zum Erfolg f\u00fchrt, und der Aufbau des Films ist so alt wie das Kino selbst. Das sind Kriterien f\u00fcr gute Chancen bei den Academy Awards, durchaus. Doch was macht ihn letztendlich auch noch zu einem wirklichen Gewinner-Kandidaten? Weil \u201eMoneyball\u201c trotz platter Produktions-Klischees, trotz seiner absehbaren Abhandlung oder vielleicht gerade wegen dieser Attribute sehr gut funktioniert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Wer trotz Robert Redford oder Kevin Costner noch immer nicht die Regeln von Baseball richtig verstanden hat, braucht sich nicht zu f\u00fcrchten. Zu keinem Zeitpunkt des Films wird ein sachliches oder emotionales Verst\u00e4ndnis f\u00fcr dieses Spiel vorausgesetzt. Und sollte bei dem einen oder anderen doch eine Frage aufkeimen, befreit das Drehbuch den Zuschauer mit pointierten Dialogen sofort von dieser m\u00f6glichen St\u00f6rung. Baseball ist nur durch Zufall der alles umschlie\u00dfende Mantel, welcher dann doch nur schm\u00fcckendes Beiwerk sein soll, denn \u201eMoneyball\u201c will eine Geschichte \u00fcber Menschen erz\u00e4hlen und \u00fcber grundlegende Ver\u00e4nderungen in deren Leben. Und mit allen voran Brad Pitt, Jonah Hill und Philip Seymour Hoffman gibt diese Geschichte weit mehr her, als man denken mag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Film beginnt mit dem Spiel der Oakland Athletics gegen die New York Yankees 2001. Eine Tafel zeigt, was die jeweiligen Teams f\u00fcr ihre Spieler bezahlt haben. Oakland 41 Millionen Dollar, die Yankees 125 Millionen Dollar. Die Athletics verlieren nicht nur das Spiel, sondern gleichzeitig ihre drei besten Spieler an die Yankees. Mit einem wesentlich geringeren Haushalt als die meisten Major League Vereine muss Billy Beane (Pitt) als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Athletics eine neue liga-f\u00e4hige Mannschaft zusammenstellen. Hier kommt Paul DePodesta ins Spiel, der im Film Peter Brand (Hill) hei\u00dfen muss, weil der echte DePodesta sich unsicher gegen\u00fcber der Produktion zeigte. Peter Brand ist alles andere als ein Sportler und hat selbst nie einen Baseballschl\u00e4ger geschwungen. Aber Brand hat eine alles umfassende Datenbank \u00fcber alle Liga-Spieler, sogar \u00fcber die Vereine und das jeweilige Management selbst. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Billy Beane ist zuerst misstrauisch, wurden Spieler bisher selbstverst\u00e4ndlich nach allgemeiner Leistung, Beliebtheit, moralischer Integrit\u00e4t und einen nach diesen Kriterien beurteilten finanziellen Wert eingekauft. Da die Athletics aber einfach nicht das Geld haben, um gegen Gr\u00f6\u00dfen wie die Yankees Spieler einzukaufen, setzt Beane alles auf Peter Brand. Er engagiert ihn als Assistent, vertraut auf dessen Statistiken und kauft Spieler, die im Allgemeinen nicht gut sind, aber daf\u00fcr auf bestimmten Positionen die besten Werte erzielen. Das w\u00fcrde bedeuten, dass die jeweiligen Positionen w\u00e4hrend des Spiels fest besetzt bleiben m\u00fcssten. Das ist allerdings dem Team-Manager Art Howe (Hoffman) ein Dorn im Auge, der weiterhin das Spiel im traditionellen Rotationsprinzip spielen l\u00e4sst, schon allein weil er eine pers\u00f6nliche Fehde gegen Beane f\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-2480\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/moneyball-die-kunst-zu-gewinnen\/moneyball-02\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2480\" title=\"Moneyball-02\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Moneyball-02.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Moneyball-02.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Moneyball-02-200x172.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/span><\/a><span style=\"color: #000000;\">Werden die Oakland Athletics trotzdem eine Chance haben? K\u00f6nnen sie am Ende sogar \u2026? Ruhe bewahren, denn dies ist, wie schon erw\u00e4hnt, ein typischer Oscar-Kandidat. Bennett Miller kann als Regisseur dem Film keine besondere Dramaturgie verleihen, nichts, was ihn von \u00e4hnlich angelegten Filmen wirklich unterscheiden k\u00f6nnte. Aber Miller arbeitet mit einen erstklassigen Ensemble, das bis in die kleinsten Nebenrollen echte Spielfreude beweist. Dass Brad Pitt und ein umwerfender Jonah Hill so gut beim Publikum ankommen, ist eben auch dem gesamten Umfeld geschuldet, welches einen greifbar realistischen Rahmen bildet. Und dazu ein Philip Seymour Hoffman, der nicht einmal Dialog braucht, damit man ihn nicht mag. Herrlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Was Hoffman weniger an Dialog hat, bekommen die anderen Darsteller in geschliffenen, pointierten Zeilen, die dem gesamten Film erst die richtige Dramaturgie verleihen. Steven Zailian hat das Drehbuch geschrieben, allerdings merkt man sofort, wo Aaron Sorkin mit seiner Art Dialog zu verfassen unterst\u00fctzend eingegriffen hat. Da l\u00e4sst das oscar-pr\u00e4mierte Buch von Sorkin gr\u00fc\u00dfen, mit dem er \u201eSocial Network\u201c zu einem der spannendsten Filme der letzten Jahre machte. Nebenher erf\u00e4hrt man noch einige Besonderheiten aus dem amerikanischen Liga-Betrieb, was zumindest in Deutschland beim Publikum vielleicht Ungl\u00e4ubigkeit hervorrufen kann. Diese Absonderlichkeiten werden dem vermeintlichen Zuschauer sofort auffallen, deswegen an dieser Stelle gleich der Hinweis, dass hier weder \u00fcbertrieben noch erfunden wurde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201eMoneyball\u201c ist genau der Film, von dem man bekommt, was man von ihm erwartet. Er ist weit von einem Meisterwerk entfernt, schon allein weil er die Dramatik im Sportfilm nicht neu zu ordnen versteht oder gar auf den Kopf stellt. Bennett Miller inszenierte diesen Film mit der gleichen traditionellen Sturheit, mit der Art Howe sein Team spielen l\u00e4sst. Aber in jedem Spiel gibt es eben Spielf\u00fchrer, und die hei\u00dfen hier Sorkin, Pitt und Hill. Und sollte man auch nur mit einem knappen Sieg vom Platz gehen, dann ist der Sieg den Home Runs von Sorkin, Pitt und Hill zu verdanken.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><a rel=\"attachment wp-att-2479\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/moneyball-die-kunst-zu-gewinnen\/moneyball-01\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2479\" title=\"Moneyball-01\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Moneyball-01.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"289\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Moneyball-01.jpg 550w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Moneyball-01-200x105.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Moneyball-01-300x157.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><em>Darsteller: <strong>Brad Pitt, Jonah Hill, Philip Seymour Hoffman, Robin Wright, Spike Jonze, Chris Pratt, Stephen Bishop, Kerris Dorsey<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Bennett Miller<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Steven Zailian, Aaron Sorkin<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Wally Pfister<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Christopher Tellefsen<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>Mychael Danna<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Jess Gonchor<\/strong><\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2011<\/em><br \/>\n<em> zirka <strong>133<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Bildquelle: <strong>Sony Pictures Releasing<\/strong><\/span><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Film ist typisches Oscar-Futter. 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