{"id":24918,"date":"2024-09-26T06:06:50","date_gmt":"2024-09-26T04:06:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=24918"},"modified":"2024-09-25T14:09:35","modified_gmt":"2024-09-25T12:09:35","slug":"lee-die-fotografin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2024\/lee-die-fotografin\/","title":{"rendered":"LEE &#8211; DIE FOTOGRAFIN"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=24914\" rel=\"attachment wp-att-24914\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-24914 \" title=\"Lee - Copyright STUDIOCANAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-Copyright-STUDIOCANAL.jpg\" alt=\"Lee - Copyright STUDIOCANAL\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-Copyright-STUDIOCANAL.jpg 389w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-Copyright-STUDIOCANAL-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-Copyright-STUDIOCANAL-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>LEE<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 19.09.2024<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 12.09.2024 (GB)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Erst wenige Monate vorher, hat Andrew Garland in seinem Film CIVIL WAR die von Kirsten Dunst dargestellte Kriegsfotografin Lee genannt, im Film selbst aber auch auf die echte Lee Miller Bezug genommen. Das ist w\u00fcrdig und recht f\u00fcr eine Ikone, die allerdings den wenigsten wirklich ein Begriff ist. Erst wenn man verschiedene Bausteine der Geschichte zusammenf\u00fcgt ergibt sich ein Bild, das sich Lee Miller nennt. Sie war nicht die erste oder einzige Frau als Milit\u00e4rkorrespondentin, aber die mit dem eindringlichsten, verst\u00f6rendsten und wichtigsten Bildern. Das Selbstbildnis vor ihr in Hitlers Badewanne gilt in der Kriegsfotografie als Symbol f\u00fcr den Niedergang des Naziregimes. Aber Lee Miller war zuvor erst einmal Model, mit anschlie\u00dfender Karriere als wegweisende Modefotografin. Mehr oder weniger erfolgreich versucht Ellen Kuras das alles mit ihrem Spielfilmdeb\u00fct den Zuschauenden nahezubringen.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Lee Miller ist eine Frau die nicht etwa von falschem Ehrgeiz getrieben ist, sondern einfach das gegebene Geschlechterbild nicht akzeptiert. Sie k\u00e4mpft nicht um das was ihr zusteht, sie nimmt es sich. Der Erfolg als Model 1925 gibt ihr recht, ihre Intuition bei der Modefotografie ab 1929 best\u00e4tigt sie, der Einbruch in die M\u00e4nnerdom\u00e4ne der Milit\u00e4rkorrespondenten 1942 scheint logisch. Zuvor lernt sie ihren Mann Roland Penrose kennen, dem Alexander Skarsg\u00e5rd so viel Eleganz und Liebensw\u00fcrdigkeit verleihen kann, um die sehr kurze Leinwandzeit der Figur immer noch einpr\u00e4gsam zu gestalten. Im Kriegsgebiet von Frankreich wird Lee von &#8218;Life&#8216;-Photojournalist David Sherman begleitet, mit dem sie auch eine kurze, nur zur Ablenkung ausgerichteten Aff\u00e4re beginnt. Andy Samberg ist hier wohl auch die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung in der Besetzungsliste, der in seinem zur\u00fcckhaltenden Spiel so unglaublich viel auszudr\u00fccken versteht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Kate Winselt derart \u00fcberw\u00e4ltigend in diesem Drama aufgeht, ist durchaus auch auf sein fabelhaftes Ensemble zur\u00fcckzuf\u00fchren. Eigentlich kam die Idee f\u00fcr eine Biografie von Regisseurin Ellen Kuras, die als Kamerafrau mit Kate Winslet bei ETERNAL SUNSHINE und DIE G\u00c4RTNERIN VON VERSAILLES arbeitete. Aus den Augen verloren, wollte Winslet sp\u00e4ter selbst eine Biografie in Angriff nehmen, erinnerte sich aber an Kuras&#8216; Ambitionen. Herausgekommen ist ein Film der au\u00dfer exzellentes Schauspiel und pr\u00e4zisierender Kameraf\u00fchrung wenig k\u00fcnstlerischen oder narrativen Anspruch besitzt. Die Struktur ist bestenfalls als bekannt konventionell zu bezeichnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Uninteressant ist der Film deswegen aber noch lange nicht. Allein schon das Make-up von Kate Winslet als Lee in sp\u00e4teren Jahren ist eine atemberaubende Meisterleistung. Die Handlung ist im Wechsel mit der Neuzeit, in der sich eine gealterte Lee Miller mit einem vermeintlichen Interviewer \u00fcber ihre in R\u00fcckblenden erz\u00e4hlte Geschichte in den 30ern und 40er austauscht. Allerdings folgt der Handlungsverlauf einer altbew\u00e4hrten, hinl\u00e4nglich bekannten Struktur, die nur darauf ausgerichtet scheint bekannte, unbekannte, interessante und \u00fcberraschende Fakten mehr oder weniger abzuarbeiten. Ellen Kuras fehlt eine gewisse Originalit\u00e4t, durch inszenatorische Ideen, unerwartete Details, oder dem Denken au\u00dferhalb der Box. Es sind allein die starken Darsteller mit ihren faszinierenden Figuren, die dem Film einen wirklichen Fokus geben.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=24915\" rel=\"attachment wp-att-24915\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-24915 size-full\" title=\"Lee 2 - Copyright STUDIOCANAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-1-Copyright-STUDIOCANAL.jpg\" alt=\"Lee 2 - Copyright STUDIOCANAL\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-1-Copyright-STUDIOCANAL.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-1-Copyright-STUDIOCANAL-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-1-Copyright-STUDIOCANAL-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Strapazieren manche Biografien mit \u00dcberl\u00e4ngen, gewinnt man bei LEE immer den Eindruck, dass etwas zu kurz kommen w\u00fcrde. So wird das st\u00e4ndige Improvisieren von Dunkelkammern quer durch das Kriegsgebiet vollkommen ausgeblendet, oder Ehemann Roland tritt nur nach Belieben als Pausenf\u00fcller auf. Polanskis Stammkameramann Pawel Edelman l\u00e4sst sich leider erstaunlich wenig einfallen, um den Film optisch aufzuwerten. Nur das herk\u00f6mmliche Stilmittel der differenzierten Farbstimmungen f\u00fcr die zwei Zeitebenen f\u00e4llt auf. Daf\u00fcr hat aber Alexandre Desplat f\u00fcr den Score auch zwei Ebenen geschaffen, die er musikalisch ineinander verschr\u00e4nkt. Auf diese Weise erzeugt die Musik oftmals zugleich eine abenteuerliche und eine dramaturgisch be\u00e4ngstigende Atmosph\u00e4re, was auch den Charakter von Lee Miller sehr gut wiederspiegelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr das Ende hat sich der Film eine \u00fcberraschende Wendung einfallen lassen, die so nicht wirklich zur Stimmung passen will. Es ist n\u00e4mlich genau diese Art von inszenatorischem Kniff, der LEE die gesamte Laufzeit \u00fcber gefehlt hat. Auch wenn sich diese Aufl\u00f6sung stark an den wirklichen Ereignissen orientiert, die zur Entstehung der von Lee Millers Sohn Antony Penrose geschriebenen Biografie f\u00fchrte. LEE ist keine vergebene Liebesm\u00fch&#8216; per se, aber ein Film der st\u00e4ndig an seinen M\u00f6glichkeiten vorbeiinszeniert ist. W\u00e4re da nicht dieses einnehmende Schauspieler-Ensemble, und die Bekanntschaft mit einer Frau die es verdient hat, dass man sie n\u00e4her kennenlernt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=24916\" rel=\"attachment wp-att-24916\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-24916 size-full\" title=\"Lee 1 - Copyright STUDIOCANAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-2-Copyright-STUDIOCANAL.jpg\" alt=\"Lee 1 - Copyright STUDIOCANAL\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-2-Copyright-STUDIOCANAL.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-2-Copyright-STUDIOCANAL-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lee-2-Copyright-STUDIOCANAL-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><em>Darsteller: <strong>Kate Winslet, Andy Samberg, Andrea Riseborough, Alexander Skarsg\u00e5rd, Marion Cotillard, Josh O\u2019Connor<\/strong> u.a.<\/em><\/p>\n<p><em>Regie: <strong>Ellen Kuras<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Drehbuch: <strong>Liz Hannah, Marion Hume, John Collee<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Nach der Biographie von <strong>Antony Penrose<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Kamera: <strong>Pawel Edelman<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: <strong>Mikkel E.G. Nielsen<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Musik: <strong>Alexandre Desplat<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign: <strong>Gemma Jackson<\/strong><\/em><br \/>\n<strong><em>Gro\u00dfbritannien, USA, Australien, Norwegen, Singapur<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>2023<\/em><\/strong><br \/>\n<em><strong>116<\/strong> Minuten<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>STUDIOCANAL<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LEE &#8211; Bundesstart 19.09.2024 &#8211; Release 12.09.2024 (GB) Erst wenige Monate vorher, hat Andrew Garland in seinem Film CIVIL WAR die von Kirsten Dunst dargestellte Kriegsfotografin Lee genannt, im Film selbst aber auch auf die echte Lee Miller Bezug genommen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2024\/lee-die-fotografin\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[3500,3299,443,4888,171,3642,332,4889,334],"class_list":["post-24918","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-im-kino-gesehen","tag-alexander-skarsgard","tag-andrea-riseborough","tag-biografie","tag-die-fotografin","tag-drama","tag-josh-oconnor","tag-kate-winslet","tag-lee","tag-marion-cotillard"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24918"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24934,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24918\/revisions\/24934"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}