{"id":25287,"date":"2024-11-07T06:06:48","date_gmt":"2024-11-07T05:06:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=25287"},"modified":"2024-11-07T18:08:16","modified_gmt":"2024-11-07T17:08:16","slug":"die-witwe-clicquot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2024\/die-witwe-clicquot\/","title":{"rendered":"DIE WITWE CLICQUOT"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2024\/die-witwe-clicquot\/widow-clicquot-copyright-capelight\/\" rel=\"attachment wp-att-25284\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-25284 \" title=\"Widow Clicquot - Copyright CAPELIGHT\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-Copyright-CAPELIGHT.jpg\" alt=\"Widow Clicquot - Copyright CAPELIGHT\" width=\"258\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-Copyright-CAPELIGHT.jpg 354w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-Copyright-CAPELIGHT-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-Copyright-CAPELIGHT-142x200.jpg 142w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>WIDOW CLICQUOT<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 07.11.2024<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 19.08.2024 (CAN)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man w\u00fcnschte, die Biografie \u00fcber Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin w\u00e4re ein prickelndes Vergn\u00fcgen, wie der Champagner dem diese Geschichte zu verdanken ist &#8211; aber genug des Kalauers, versprochen. Wobei sich dieser ja f\u00f6rmlich aufdr\u00e4ngt, wer des franz\u00f6sischem auch nur ein klein bisschen m\u00e4chtig ist. Dem hier schreibenden Verfasser wurde erst mit diesem Film tats\u00e4chlich bewusst, das &#8218;Veuve&#8216; \u00fcbersetzt Witwe bedeutet. Was auch erkl\u00e4rt warum im Originaltitel der Artikel fehlt, die Verbindung von Film und Getr\u00e4nk ist damit viel eindringlicher. Nur Deutschland muss wieder sein eigenes dummes Ding machen. Barbe-Nicole ist 27 wenn sie das Champagnerhaus ihres gerade verstorbenen Mannes Fran\u00e7ois \u00fcbernimmt. Die Leidenschaft und Hingabe zum Wein hat sie von Fran\u00e7ois erlernt und geerbt, aber daraus sind eigene Ideen f\u00fcr den Wein, und andere Vorstellungen f\u00fcr das Gesch\u00e4ft erwachsen. Aber es ist 1805, da liegen die Probleme wirklich auf der Hand.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ja, es gibt ein paar sehr interessante Fakten \u00fcber Barbe-Nicole, \u00fcber den Weinbau, und \u00fcber die Gesch\u00e4ftsgebaren, oder die gesellschaftliche Ordnung. Und es gibt eine sehr anmutige, sehr zur\u00fcckhaltende Haley Bennett. Sie muss sich nicht theatralisch verausgaben, um eine zeitgem\u00e4\u00dfe Verletzlichkeit mit ihrer erstarkenden Dominanz glaubw\u00fcrdig zu vereinbaren. Viel Respekt verdient sich dabei Noa Yehonatan mit ihren Make-up-K\u00fcnsten. Die Wandlung einer unbedarften Barbe-Nicole zur ehrgeizigen Gesch\u00e4ftsfrau spiegelt sich auch sehr feinf\u00fchlig und dezent im \u00c4u\u00dferen von Haley Bennett wieder, ohne wirklich als Maske wahrgenommen zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Gesch\u00e4ft hat sich Thomas Napper als Regisseur der Second Unit bei Produktionen wie DARKEST HOUR, ABBITTE oder MARY POPPINS RETURN einen guten Namen gemacht. Und auf gewisse Weise erweckt WITWE CLICQUOT genau eben jenen Eindruck einer Second Unit, die unterst\u00fctzendes Material f\u00fcr die eigentliche Handlung dreht. Es ist traurig, ja sogar etwas \u00e4rgerlich, was WITWE CLICQUOT alles sein k\u00f6nnte, aber nie umsetzt. Das Drehbuch von Erin Digman, zusammen mit Christopher Monger nach dem Roman von Tilar Mazzeo entworfen, erz\u00e4hlt nicht linear. Das Handeln und die Entscheidungen der Witwe, werden immer wieder durch R\u00fcckblenden verst\u00e4ndlich gemacht, als ihr Fran\u00e7ois noch lebte. Trotz seines stetigen Abgleitens in den Wahnsinn kann er Barbe-Nicole seine Liebe entgegenbringen, und sie f\u00fcr das Weingut Feuer fangen lassen. Gefolgt von unz\u00e4hligen Experimenten f\u00fcr das perfekte Produkt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Napper unterscheidet in seiner Inszenierung nicht zwischen den zwei Zeitebenen, die hier st\u00e4ndig nahtlos wechseln. Und Caroline Champetier an der Kamera tut auch nicht viel daf\u00fcr, den Film bildlich interessanter zu gestalten. Die Liebesszenen zwischen Barbe-Nicole und Fran\u00e7ois sind genauso in n\u00fcchterner Beleuchtung und Kameraf\u00fchrung gehalten, wie die die Sequenz mit dem Buchhalter, oder die Auseinandersetzung mit Weinbergbesitzer Moet [!]. Der Film hat eine schlichte, allgemeine Atmosph\u00e4re, ohne besondere Reize, Hervorhebungen oder sonstiger erz\u00e4hlerischer Unterst\u00fctzung.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2024\/die-witwe-clicquot\/widow-clicquot-2-copyright-capelight\/\" rel=\"attachment wp-att-25286\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-25286 size-full\" title=\"Widow Clicquot 2 - Copyright CAPELIGHT\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-2-Copyright-CAPELIGHT.jpg\" alt=\"Widow Clicquot 2 - Copyright CAPELIGHT\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-2-Copyright-CAPELIGHT.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-2-Copyright-CAPELIGHT-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-2-Copyright-CAPELIGHT-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es wird auch nie deutlich, welchen Fokus Regisseur Thomas Napper tats\u00e4chlich verfolgt. Er zeigt die Witwe durchaus als experimentierfreudige Getriebene, und auch als gerissene Gesch\u00e4ftsfrau. Der Film rei\u00dft aber auch die Stellung der Frau in der damaligen Gesellschaft an, macht aber nie richtig klar, welche Bedeutung dabei das Tun von Barbe-Nicole als Frau hat. Thomas Napper legt sich einfach nicht fest, oder versucht gar einen Schwerpunkt zu finden. Unstet m\u00e4andert der Film durch die gesellschaftlichen, pers\u00f6nlichen, und gesch\u00e4ftlichen Probleme von Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin. Er gibt aber kein Gesp\u00fcr daf\u00fcr weiter, wie bedeutungsvoll ihr Handeln und Streben letztendlich in der Geschichte des Feminismus und des Champagners einzuordnen ist. Die Verbindung Feminismus und Champagner h\u00f6rt sich zuerst flapsig an, aber der Regisseur will beide Punkte gleichberechtigt nebeneinander wissen. Und hier verliert der Film.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Letztendlich bekommt kein Aspekt der Geschichte die geb\u00fchrende Aufmerksamkeit, die er verdient, oder wird der volle Umfang der f\u00fcr sich stehenden Leistungen gew\u00fcrdigt. Napper will das Gesamtpaket als W\u00fcrdigung sehen, was sich aber in der Dramaturgie bei\u00dft. Und genau dabei verliert der Regisseur auch den speziellen Blick f\u00fcr Feinheiten. Was die Liebe zu Fran\u00e7ois ausmachte, die Hintergr\u00fcnde zu der Gr\u00f6\u00dfe der Champagner-Perlen, die wahren Ambitionen von Louis Bohne, die besondere Beziehung zur Bediensteten Anne, die Verbindung der Champagner-H\u00e4user untereinander. Das grunds\u00e4tzliche \u00c4rgernis ergibt sich aus der k\u00fcnstlerischen und technischen Umsetzung, die absolut uninteressant bleibt. Wobei Bryce Dressners uninspirierter, aber auch viel zu aufdringlicher Soundtrack eher dazu neigt, die Nerven zu strapazieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In den letzten Minuten schl\u00e4gt der Film unvermittelt eine andere Richtung ein, in der die Geschichte auch ihre verlorene Dramaturgie zu \u00e4ndern versucht. Hier kommen noch einmal die vorher schon viel besungenen napoleonischen Kriegsgesetze zum Einsatz. Alles was Napper bisher als selbstverst\u00e4ndlich etablierte, steht pl\u00f6tzlich auf dem Pr\u00fcfstand. In einer in die L\u00e4nge gezogenen Szene vor Gericht verzichtet der Film zum Gl\u00fcck auf die verf\u00fchrerische M\u00f6glichkeit eines gl\u00fchenden, aber abgedroschenen Pl\u00e4doyers f\u00fcr den Feminismus. Das komplette Ende verkommt daf\u00fcr zu einem etwas aufdringlichen Instrument die Geschichte von Barbe-Nicole, und damit die Legende des Veuve Clicquot, mit bequemlichem Bombast zu untermauern. Wenigstens bleibt eine starke Haley Bennett, der man wirklich gerne zusieht. Aber grunds\u00e4tzlich w\u00e4ren bei 90 Minuten Laufzeit, davon auch noch 6 Minuten Abspann, einige Minuten mehr durchaus m\u00f6glich gewesen, um wenigstens der Erz\u00e4hlung eine komplexere Tiefe zu geben.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2024\/die-witwe-clicquot\/widow-clicquot-1-copyright-capelight\/\" rel=\"attachment wp-att-25285\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-25285 size-full\" title=\"Widow Clicquot 1 - Copyright CAPELIGHT\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-1-Copyright-CAPELIGHT.jpg\" alt=\"Widow Clicquot 1 - Copyright CAPELIGHT\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-1-Copyright-CAPELIGHT.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-1-Copyright-CAPELIGHT-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Widow-Clicquot-1-Copyright-CAPELIGHT-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p><em>Darsteller: <strong>Haley Bennett, Sam Riley, Tom Sturridge, Anson Boon, Natasha O\u2019Keeffe, Ben Miles<\/strong> u.a.<\/em><\/p>\n<p><em>Regie: <strong>Thomas Napper<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Drehbuch: <strong>Erin Dignam<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Kamera: <strong>Caroline Champetier<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: <strong>Richard Marizy<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Musik: <strong>Bryce Dessner<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Art Director: <strong>St\u00e9phane Sartorius<\/strong><\/em><br \/>\n<strong><em>USA \/ 2023<\/em><\/strong><br \/>\n<em><strong>90<\/strong> Minuten<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>CAPELIGHT PICTURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WIDOW CLICQUOT &#8211; Bundesstart 07.11.2024 &#8211; Release 19.08.2024 (CAN) Man w\u00fcnschte, die Biografie \u00fcber Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin w\u00e4re ein prickelndes Vergn\u00fcgen, wie der Champagner dem diese Geschichte zu verdanken ist &#8211; aber genug des Kalauers, versprochen. 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