{"id":2548,"date":"2012-02-16T14:16:30","date_gmt":"2012-02-16T13:16:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=2548"},"modified":"2012-02-17T18:01:06","modified_gmt":"2012-02-17T17:01:06","slug":"war-horse-gefaehrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/war-horse-gefaehrten\/","title":{"rendered":"Spielberg und gro\u00dfe Gef\u00fchle sind GEF\u00c4HRTEN"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-2550\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/war-horse-gefaehrten\/war-horse-1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2550\" title=\"war-horse-1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/war-horse-1.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"262\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/war-horse-1.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/war-horse-1-152x200.jpg 152w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Die Welt von Steven Spielberg ist eine Welt der Emotionen. Keinem Regisseur gesteht man im Kino so viel \u00fcberh\u00f6htes Sentiment zu wie dem Mann, der in jedem Genre zu Hause ist. Und wenn er emotional \u00fcber das Ziel hinausschie\u00dft, dann nimmt man ihn das nicht \u00fcbel. Bereits mit \u201ePrivate Ryan\u201c verband er in einem Film wechselwirkend brutalste Bildsprache und die Leichtigkeit von unbeschwerter Inszenierung. Bei \u201eWar Horse\u201c war ein Kinderbuch die Vorlage, so bleibt das, was an Bildern m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, auf das N\u00f6tigste beschr\u00e4nkt. Aber Steven Spielberg ist ein Regisseur der Emotionen, somit kann er auf das N\u00f6tigste beschr\u00e4nkt bleiben und dennoch gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Wirkung erzielen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Die Geschichte von einem Jungen und seinem Pferd, die wegen der Wirren des ersten Weltkrieges voneinander getrennt werden, schreit ja f\u00f6rmlich nach wilder Romantik, Herzschmerz und den ganz gro\u00dfen Gef\u00fchlen. Michael Morpurgo hat das Buch 1982 aus der Sicht des Pferdes erz\u00e4hlt. Filmisch ist das sehr schwer umzusetzen, so orientierten sich die Autoren Hall und Curtis an der erfolgreichen B\u00fchneninszenierung von Nick Stafford. Ein Junge und sein Pferd, beobachtet und in Szene gesetzt vom erfolgreichsten Regisseur der Welt, wird dann genau das, was der Stoff vermuten l\u00e4sst: Wilde Romantik, Herzschmerz und ganz gro\u00dfe Gef\u00fchle. Eine obskure Mischung aus \u201eBlack Beauty\u201c und \u201eIm Westen nichts Neues\u201c. Nur eben nicht aus der Sicht des Pferdes erz\u00e4hlt. Und daran krankt der Film letztendlich, weil er keine besondere Ebene auftut, sondern sich klar an das h\u00e4lt, was man von ihm erwartet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bildgestalter Janusz Kaminski ist weg von der kompromisslosen Grobk\u00f6rnigkeit, die \u201eM\u00fcnchen\u201c und \u201eWar of the Worlds\u201c so bildgewaltig dramatisierten. In den ersten 45 Minuten inszenierte Spielberg einen gef\u00e4lligen Familienfilm, der in satten, haupts\u00e4chlich gr\u00fcnen Farben erstrahlt. Dazu steter goldener Schein der untergehenden Sonne in den Gesichtern der Figuren. Das karge Leben eines vom Grundbesitzer gedem\u00fctigten Bauern wirkt nicht hart, sondern idealisiert. Dazu immer die untergehende Sonne im Hintergrund, egal, in welche Richtung die Kamera sieht. Es ist die Zeit, in der sich das Pferd Joey und der Junge Albert kennenlernen und anfreunden. Man ist wieder bereit, Spielberg diese emotionale \u00dcberh\u00f6hung zu verzeihen. Doch dabei darf man es ihm nicht so einfach machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Da die Geschichte eben nicht aus der Sicht des Pferdes erz\u00e4hlt wird, fungiert Joey lediglich als verbindendes Glied zwischen den Einzelschicksalen, die er auf seiner leidvollen Odyssee kennenlernt. Engl\u00e4nder, Deutsche, Franzosen, wieder die Deutschen. Die Schrecken des Krieges vermittelt Spielberg nicht wirklich, da trotz allem sein emotionaler Fokus auf dem Pferd liegt und weniger bei den agierenden Menschen. Im Zuge dessen passiert bei \u201eWar Horse\u201c etwas, das der Gro\u00dfmeister der Regie eigentlich nicht machen d\u00fcrfte. Er bedient sich der ganz gro\u00dfen Klischees. Die Deutschen desertieren, der Engl\u00e4nder k\u00e4mpft tapfer weiter. Es ist \u00e4rgerlich, wie bestimmte Figuren stereotyp stilisiert wurden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Erst nach zwei Stunden findet der Film seine Stimme, die alle \u00c4rgernisse und Unzul\u00e4nglichkeiten vergessen macht. Die Szene im Niemandsland zeigt, dass Steven Spielberg tats\u00e4chlich in der Lage ist, sich selbst immer wieder einmal zu \u00fcbertreffen. Die Niemandsland-Szenen werden in einigen Jahren zu den Ikonen der gro\u00dfen Kino-Momente gez\u00e4hlt werden. Die Dramatik, die Spannung, und die Aufl\u00f6sung in einem absurd anmutenden, aber emotional grandiosen Geschehen rei\u00dfen den Zuschauer f\u00f6rmlich aus dem Sessel. Hier beschr\u00e4nkt sich der Regisseur schlie\u00dflich nicht mehr auf das N\u00f6tigste, sondern bietet alles auf, was die Magie des Kinos ausmacht, was Kino immer noch rechtfertigt und demonstriert, warum Spielberg immer noch der Gr\u00f6\u00dfte im Mainstream ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">\u201eWar Horse\u201c ist kein wirklich gro\u00dfer Ausritt, aber man muss ihm zugestehen, dass er genau das bringt, was man von ihm erwartet. Ein Pferd und sein Junge, das sind eben wilde Romantik, Herzschmerz und das ganz gro\u00dfe Gef\u00fchl. Und wenn der Film einige Male \u00fcber das Ziel hinausschie\u00dft, dann ist man bereit durchaus zu verzeihen. Denn man hat wissen m\u00fcssen, was einen erwarten kann \u2013 und von wem.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><a rel=\"attachment wp-att-2549\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/war-horse-gefaehrten\/war-horse-3\/\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2549\" title=\"war-horse-3\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/war-horse-3.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/war-horse-3.jpg 550w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/war-horse-3-200x126.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/war-horse-3-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/span><\/a><em>Darsteller: <strong>Jeremy Irvine, Peter Mullan, Emily Watson, David Thewlis, Niels Arestrup, Tom Hiddleston, Toby Kebbell<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie:<strong> Steven Spielberg<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Drehbuch:<strong> Lee Hall, Richard Curtis<\/strong> \u2013 nach dem St\u00fcck von <strong>Nick Stafford<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Kamera: <strong>Janusz Kaminski<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: <strong>Michael Khan<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Musik: <strong>John Williams<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign: <strong>Rick Carter<\/strong><\/em><br \/>\n<em>USA \/ 2011<\/em><br \/>\n<em>zirka <strong>146<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Walt Disney Studios<\/strong><em><br \/>\n<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Welt von Steven Spielberg ist eine Welt der Emotionen. 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