{"id":2562,"date":"2012-02-21T14:54:27","date_gmt":"2012-02-21T13:54:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=2562"},"modified":"2012-02-21T17:45:30","modified_gmt":"2012-02-21T16:45:30","slug":"extremely-loud-incredibly-close","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/extremely-loud-incredibly-close\/","title":{"rendered":"EXTREM LAUT will unglaublich viel"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-2563\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/extremely-loud-incredibly-close\/extremely-loud-01\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2563\" title=\"extremely-loud-01\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/extremely-loud-01.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/extremely-loud-01.jpg 550w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/extremely-loud-01-200x68.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/extremely-loud-01-300x103.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Der Schl\u00fcssel als allm\u00e4chtiges Symbol. Geheimnisse, R\u00e4tsel, Selbstfindung. Doch damit l\u00e4ngst nicht genug. R\u00e4tselhafte Orte, stumme Wegbegleiter, der schlimme Tag. Und die Vision eines fallenden Mannes. Wenn man dieses Bild auf den Kopf stellt, scheint er nach oben zu schweben. Jonathan Safran Foer hat alles in seinen zweiten Roman gepackt, was die Symbolik hergibt und als Metapher benutzt werden kann. Das macht die Geschichte \u00fcberschaubar, an manchen Stellen etwas einfach, und auch nicht sonderlich tiefgr\u00fcndig. Was dem Autor auch herbe Kritik einbrachte, weil er seinen Diskurs \u00fcber das Leben und \u00dcberleben ausgerechnet an dem Tag festmacht, der gerade in Amerika nur sehr sensibel behandelt werden kann. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Oskar Schells Vater ist am Morgen des \u201eschlimmen Tages\u201c im Nordturm. Oskar ist Autist und begreift nur ansatzweise, was dabei eigentlich passiert ist. Es ist eine Odyssee, die Oskar schlie\u00dflich aus sich selbst herausf\u00fchren soll. Heraus aus einer in sich geschlossenen Welt, die kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Gef\u00fchle zeigt und soziale Kompetenzen ausklammert. Oskar liebt R\u00e4tsel, und sein allzu verst\u00e4ndiger, \u00fcber alle Ma\u00dfen f\u00fcrsorglicher Vater hat immer die besten R\u00e4tsel f\u00fcr ihn arrangiert. Zu Lebzeiten war es die bisher ungel\u00f6ste Suche nach dem verschollenen sechsten Stadtbezirk, von denen es in New York aber bekanntlich nur f\u00fcnf gibt. Und nach dem Tod des Vaters kommt das R\u00e4tsel um einen wegweisenden Schl\u00fcssel hinzu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Stephen Daldry ist ein fantastischer Regisseur, der es versteht, Akzente zu setzen, mit kleinen Augenblicken gro\u00dfe Momente zu machen und die emotionale Balance auf dem richtigen Niveau zu halten. Das schafft er auch in diesem Film, allerdings ist \u201eExtrem laut\u201c die falsche Geschichte daf\u00fcr. Allzu offensichtlich sind die Absichten hinter den verschiedenen Spuren, R\u00e4tselstellungen und Ereignissen bei Oskars Reise. Es ist keine Geschichte, welche versucht, sich mit ihren Sinnbildern und Gleichnissen Oskar und seiner St\u00f6rung anzun\u00e4hern. Vielmehr wird die Person selbst als Puzzle-Teil der Handlung untergeordnet. Wenngleich nicht vorhersehbar, so ist die Handlung allerdings mit ihrem \u00fcberladenen Symbolismus nicht ausreichend originell und erst recht nicht fokussiert genug.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Im Grunde bestehen das Buch, und somit auch der Film, aus zwei vollkommen verschiedenen Geschichten. Zum einen ist da die Trag\u00f6die des \u201eschlimmen Tages\u201c und die Auswirkungen auf eine intakte Familie. Diese Familie sollte eigentlich stellvertretend sein f\u00fcr das gesamte Ausma\u00df der menschlichen Katastrophe. Auf der anderen Seite ist da Oskar im Speziellen, dem mit dem Tod des Vaters die bisher einzige M\u00f6glichkeit genommen wurde, aus seiner ihn isolierenden St\u00f6rung auszubrechen. Jeder Teil f\u00fcr sich schon ein thematisch sehenswertes Vorhaben, schafft das Drehbuch eine homogene Verschmelzung einfach nicht. Stephen Daldry schafft glaubw\u00fcrdige Momente emotionaler Tragik, aber auch Augenblicke liebenswerter Gel\u00f6stheit. Die mit Oskars Verhaltensst\u00f6rung einhergehenden Verhaltensmuster und Absonderlichkeiten, sowie die Reaktion seines gesellschaftlichen Umfelds h\u00e4tten dabei etwas differenzierter, etwas realer ausfallen k\u00f6nnen. Doch letztendlich scheitert Daldrys Inszenierung an der \u00fcberambitionierten Unentschlossenheit der Vorlage.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend des Films wird schnell deutlich, was die harsche Kritik an Jonathan Safran Foer rechtfertigt. Sich mit dem elften September auseinanderzusetzen, darf nicht aus kommerziellen Absichten geschehen. Und schon gar nicht darf dies in einer f\u00fcr den Leser\/Zuschauer simplifizierten Form umgesetzt sein. Spike Lee hat bereits ein Jahr nach den Anschl\u00e4gen die gesellschaftlichen und mentalen Auswirkungen des elften September in \u201e25th Hour\u201c einflie\u00dfen lassen, ohne das Ereignis \u00fcberhaupt thematisieren oder zeigen zu m\u00fcssen. Das war feinf\u00fchlig und spannend zugleich. Und sehr ehrlich. Zumindest nach der Filmversion von \u201eExtrem laut\u201c hat man das unweigerliche Gef\u00fchl, dass \u201eder schlimme Tag\u201c, wie Oskar ihn nennt, ziemlich willk\u00fcrlich gew\u00e4hlt ist. Jonathan Safran Foer hat mit der Wahl dieses Datums seinen Roman ganz sicher interessanter und aktueller gestalten wollen. Der Vorwurf der respektlosen Vermarktung des Schreckens ist aber stark \u00fcbertrieben. Der Autor hat es thematisch einfach nicht ad\u00e4quat umsetzen k\u00f6nnen. Leider hat dies Drehbuchautor Eric Roth nicht auffangen k\u00f6nnen und blieb im selben Dilemma h\u00e4ngen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Oskar beschwert sich einmal bei seinem Vater, dass das R\u00e4tsel um den sechsten Bezirk zu schwer sei. Tom Hanks, als der beste Dad der Welt durch die geringe Leinwand-Zeit zu \u00fcberzeichnet, entgegnet nur hintergr\u00fcndig, \u201ewenn Dinge einfach zu finden sind, sind sie es nicht wert, gefunden zu werden\u201c. Dabei schreit der sechste Bezirk geradezu von der Leinwand. Das ist nur bedingt spannend und sehr leicht zu durchschauen. Sehr gute Schauspieler, tolle Inszenierung, fabelhafte technische Umsetzung. Aber man wird mit der Frage entlassen, ob es dieser Film wert war, gefunden zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><a rel=\"attachment wp-att-2564\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/extremely-loud-incredibly-close\/extremely-loud-incredibly-close\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2564\" title=\"EXTREMELY LOUD &amp; INCREDIBLY CLOSE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Extremely-Loud-02.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Extremely-Loud-02.jpg 550w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Extremely-Loud-02-200x116.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Extremely-Loud-02-300x174.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><br \/>\n<em><strong>Extremely Loud &amp; Incredibly Close<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Darsteller: <strong>Thomas Horn, Sandra Bullock, Tom Hanks, Viola Davis, John Goodman, Jeffrey Wright <\/strong>und<strong> Max von Sydow<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Regie: <strong>Stephen Daldry<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Drehbuch: <strong>Eric Roth<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Kamera: <strong>Chris Menges<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: <strong>Claire Simpson<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Musik: <strong>Alexandre Desplat<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign: <strong>K. K. Barrett<\/strong><\/em><br \/>\n<em>USA \/ 2011<\/em><br \/>\n<em>zirka<strong> 129<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schl\u00fcssel als allm\u00e4chtiges Symbol. Geheimnisse, R\u00e4tsel, Selbstfindung. Doch damit l\u00e4ngst nicht genug. R\u00e4tselhafte Orte, stumme Wegbegleiter, der schlimme Tag. Und die Vision eines fallenden Mannes. 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