{"id":25669,"date":"2025-01-13T06:06:43","date_gmt":"2025-01-13T05:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=25669"},"modified":"2025-01-01T23:07:00","modified_gmt":"2025-01-01T22:07:00","slug":"fast-verpasst-apartment-7a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/fast-verpasst-apartment-7a\/","title":{"rendered":"Fast verpasst: APARTMENT 7A"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=25671\" rel=\"attachment wp-att-25671\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-25671\" title=\"Apartment 7A - Copyright PARAMOUNT PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES.jpg\" alt=\"Apartment 7A - Copyright PARAMOUNT PICTURES\" width=\"247\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES.jpg 447w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES-203x300.jpg 203w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES-135x200.jpg 135w\" sizes=\"auto, (max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a><strong>&#8211; PARAMOUNT+\u00a0<\/strong><strong> seit 27.09.2024<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Natalie Erika James 2020 ihren Geisterhorror RELIC auf den Markt brachte, versauerte dieser auf den Festivals, ohne einen Kinoverleiher zu finden. Es war eine gruselige Spukgeschichte, die durchaus beeindruckte. Inszenatorische Schw\u00e4chen wurden durch die starken Darstellerinnen sehr gut aufgefangen. Eine Geschichte, die sich f\u00fcr die nicht gerade umtriebige Filmemacherin James jetzt vier Jahre sp\u00e4ter, bei ihrem j\u00fcngsten Film erstaunlich getreu wiederholt. APARTMENT 7A macht seine Runden im Festival-Zirkus, um dann wider Erwarten direkt vom H\u00f6llenschlund des Streaming verschlungen zu werden. Und auch die Erz\u00e4hlung \u00fcber die aufstrebende T\u00e4nzerin Terry Gionoffrio hat in der Umsetzung ihre Schw\u00e4chen, was aber auch hier Dank exzellenter Darsteller nicht so stark dem Teufel der Belanglosigkeit in die H\u00e4nde spielt. Da ist zum einen Kevin McNally, der mit freundlichem Nachdruck und kultivierter Gelassenheit, seinen Roman Castevet zu einem bemerkenswert sympathischen Handlanger des B\u00f6sen macht.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und dann ist da auf der anderen Seite der B\u00fchne die fantastische Julia Garner, von der man dachte bereits alles gesehen zu haben. Als Spielball einer teuflischen Verschw\u00f6rung legt sie aber noch einmal ordentlich nach. Es ist 1965, und T\u00e4nzerin Terry Gionoffrio erleidet bei den Proben f\u00fcr ein St\u00fcck einen Unfall, der ihre Karriere am Broadway beendet bevor diese beginnen konnte. K\u00f6rperlich und mental am Ende, und von Schmerzmitteln berauscht, landet sie buchst\u00e4blich in den Armen des \u00e4lteren Paares Minnie und Roman Castevet. Sie nehmen Terry bei sich im Bramford-Haus auf, und stellen ihr sogar eine Wohnung zur Verf\u00fcgung, bis sie gesundheitlich wieder obenauf ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Regisseurin wei\u00df ihre Gruselgeschichte gut ausbalanciert zwischen Psychogramm und Horror in Szene zu setzen. Die Spannungsb\u00f6gen werden sehr behutsam, daf\u00fcr umso straffer gespannt. Da ist zum einen Terrys Leidensweg, psychisch und noch viel schlimmer, auch physisch, als ihr Traum vom Broadway zu platzen droht. Und dann im zweiten Teil, wenn sich das zuerst wunderbare Leben im Bramford-Haus zum unausweichlichen Alptraum entwickelt. Es geh\u00f6rt nicht viel dazu, die Handlung vorher zu sehen. Das Schicksal von Terry Gionoffrio erkl\u00e4rt sich sehr schnell. Aber entscheidend ist, wie James ihre Geschichte erz\u00e4hlt. Endlich einmal ein Film, der Jump Scares richtig gut und effektiv zu nutzen versteht, ohne das sie zum reinen Selbstzweck verkommen. Und James l\u00e4sst ihre Figuren in allen Situationen nat\u00fcrlich, ohne ihnen die \u00fcblichen, unheilvollen Vorahnungen aufzuzwingen, welche die Spannung beeinflussen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Absolut sehenswert wird der Film allerdings durch Julia Garner. Ihre unglaubliche Tiefe an Emotionalit\u00e4t und Spektrum im Ausdruck ist hypnotisierend. Wer sie bei OZARK und\/oder INVENTING ANNA sch\u00e4tzen und lieben gelernt hat, w\u00fcrde hier eine teuflisch guten Sprung nach oben verpassen. Julia Garner macht aus dem nicht sehr \u00fcberraschenden, aber solide und \u00fcberdurchschnittlich inszenierten Spuk eine emotionale Achterbahnfahrt erster G\u00fcte. Allerdings ergibt sich f\u00fcr James&#8216; APARTMENT 7A ein durchaus h\u00f6llisches Problem. Es ist ein Prequel zu Roman Polanskis ROSEMARY&#8217;S BABY.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=25672\" rel=\"attachment wp-att-25672\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-25672 size-full\" title=\"Apartment 7A 1 - Copyright PARAMOUNT PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-1-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES.jpg\" alt=\"Apartment 7A 1 - Copyright PARAMOUNT PICTURES\" width=\"640\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-1-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-1-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-1-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES-200x132.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was man heute als Klassiker bezeichnet, waren seinerzeit keine kalkulierten Erfolge. Schon der gesunde Menschenverstand diktiert, dass die Versuche scheitern m\u00fcssen, solche Erfolge zu replizieren. Diesen Verstand gibt es bei Filmstudios ebenso wenig, wie bei einem gewissen Schlag von Filmemachern. W\u00e4hrend OMENs Prequel DAS ERSTE OMEN noch mit ziemlich derben Knochenbr\u00fcchen davon kam, verstarb die Fortsetzung EXORZIST &#8211; BEGINNING bereits im Krankenwagen. Kann sich jemand daran erinnern, dass es sogar ein Prequel zu BUTCH CASSIDY &amp; THE SUNDANCE KID gab? Ja, und eine Fortsetzung zu ROSEMARY&#8217;S BABY. Was diese sogenannten Klassiker in jener Zeit ausmachte, waren ihre individuell progressiven Ans\u00e4tze. Und diese neuartigen Ans\u00e4tze sind durch unz\u00e4hlige Epigonen zu abgedroschenen Klischees geworden, bevor ihre heutigen Sequels oder Prequels \u00fcberhaupt in Produktionsphase gingen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei ROSEMARY&#8217;S BABY gab es keine Erl\u00f6sung von dem B\u00f6sen, dazu kam die ausufernde Paranoia, die den wuchernden Vietnamkrieg und die Kommunistenhatz reflektierte. Es war und ist eine Kombination, die heute reiner Unterhaltungsstandard geworden ist. Was Natalie Erika James in APARTMENT 7A versucht, und das nur leidlich, ist Stilmittel des aktuellen Horrorfilms mit einzubinden. Mit dem Wissen \u00fcber die Prequel-Absicht und der Kenntnis \u00fcber Roman Polanskis Film, wird das APARTMENT 7A zu einer losen Abfolge von vorhersehbaren Versatzst\u00fccken mit unver\u00e4nderlichem Ausgang.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">War bei ROSEMARY&#8217;S BABY das Bramford-Haus noch wie ein eigenst\u00e4ndiger Organismus inszeniert, verzichtet James vollkommen auf die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Besonderheiten der Wohnanlage. Trotz seines Geb\u00e4ude bezogenen Titels. Schlimmer noch, der Film nutzt eine wirklich schlecht am Computer nachgebesserte Aufnahme eines \u00dcberfluges aus dem Originalfilm. W\u00e4hrend ein Apartment erstaunlich detailgetreu nachgebaut und dekoriert wurde, bleiben die meisten anderen Kulissen ohne Wiedererkennungseffekt zu 1968. Diese allein m\u00f6gen nicht entscheidend sein, aber ma\u00dfgeblich. Denn die Macher verlieren trotz strikter Handlungsvorgabe, auch in anderen Produktionsdetails immer wieder gerne den rechtfertigenden Bezug zum Klassiker. APARTMENT 7A ist kein ehrw\u00fcrdiger Nachkomme von ROSEMARY&#8217;S BABY, der ja aus heutiger Sicht selbst inszenatorische Schw\u00e4chen hat. Aber neben den Castevets ist in Apartment 7G Julia Garner eingezogen, und die sollte man unbedingt einmal mit dem Teufel tanzen gesehen haben.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=25673\" rel=\"attachment wp-att-25673\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-25673 size-full\" title=\"Apartment 7A 2 - Copyright PARAMOUNT PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-2-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES.jpg\" alt=\"Apartment 7A 2 - Copyright PARAMOUNT PICTURES\" width=\"640\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-2-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-2-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES-300x162.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Apartmen-7A-2-Copyright-PARAMOUNT-PICTURES-200x108.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><em>Darsteller: <strong>Julia Garner, Dianne Wiest, Kevin McNally, Jim Sturgess, Marli Siu, Rosy McEwen<\/strong> u.a.<\/em><\/p>\n<p><em>Regie:<strong> Natalie Erika James<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Drehbuch: <strong>Natalie Erika James, Christian White, Skylar James<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Nach dem Roman von <strong>Ira Levin<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Kamera: <strong>Arnau Valls Colomer<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: <strong>Andy Canny<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Musik: <strong>Peter Gregson, Adam Price<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign: <strong>Simon Bowles<\/strong><\/em><br \/>\n<em>USA, Australien, Gro\u00dfbritannien \/ <strong>2024<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>107<\/strong> Minuten<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h5>Bildrechte:<strong> PARAMOUNT PICTURES<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; PARAMOUNT+\u00a0 seit 27.09.2024 Als Natalie Erika James 2020 ihren Geisterhorror RELIC auf den Markt brachte, versauerte dieser auf den Festivals, ohne einen Kinoverleiher zu finden. 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