{"id":26335,"date":"2025-02-22T06:06:04","date_gmt":"2025-02-22T05:06:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=26335"},"modified":"2025-02-21T22:47:08","modified_gmt":"2025-02-21T21:47:08","slug":"the-monkey","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/the-monkey\/","title":{"rendered":"THE MONKEY"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26339\" rel=\"attachment wp-att-26339\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26339 \" title=\"\u00a9 PLAION PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-b-\u00a9-PLAION-PICTURES.jpg\" alt=\"Monkey b - \u00a9 PLAION PICTURES\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-b-\u00a9-PLAION-PICTURES.jpg 353w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-b-\u00a9-PLAION-PICTURES-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-b-\u00a9-PLAION-PICTURES-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><strong>&#8211; Release 19.02.2024 (world)<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr jede Weltenbildung gibt es Regeln und Gesetze. Sonst funktioniert diese Welt nicht, weil man kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr entwickeln kann. Ob Fantasy, Horror, Science Fiction, und selbst die absehbarste Romanze. Diese in sich geschlossenen Welten haben gewisse Regeln, um in ihrer Realit\u00e4tsferne nachvollziehbar zu werden. Das muss f\u00fcr Osgood Perkins, gerne auch mal Oz genannt, der Anlass gewesen sein, genau diese metaphysische Regel vollkommen aufzul\u00f6sen. Vielleicht um daraus wiederum eine ganz eigene Blase von Form und Inhalt zu kreieren. Anders ist die katastrophale Beliebigkeit in seiner Inszenierung von THE MONKEY nicht zu erkl\u00e4ren, in der nichts stimmig ist, und kaum eine Szene in sich einen Sinn ergibt. Die einzige Konsistenz ist der beharrliche Bezug auf Stephen King. Dessen schon mehrfach verfilmte Kurzgeschichte hat zu Osgoods aufgeblasenem Script so marginale Bezugspunkte, dass Vergleiche schon irrelevant werden. Im Grunde ist Kings Name arglistige T\u00e4uschung.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Hal und Bill sind Zwillinge. Hal, ein ver\u00e4ngstigter und gemobbter Verlierer. Bill, ein \u00fcberheblicher und missbr\u00e4uchlicher Kotzbrocken. Nach einem spektakul\u00e4r blutigen Prolog verschwindet deren Vater auf Nimmerwiedersehen, gespielt von Adam Scott. Das ausgerechnet Adam Scott dieses Cameo spielt ist erfreulich, bleibt aber ein Mysterium, wie auch der sp\u00e4tere Kurzauftritt von Elijah Wood. Beide Rollen erfreuen h\u00f6chstens Kinofreunde, aber der Regisseur wei\u00df nichts mit ihnen anzufangen, was die Figuren beliebig werden l\u00e4sst. Beim Ausmisten von Vaters Habseligkeiten, finden die Zwillinge einen \u00fcberdimensionierten, aufziehbaren Trommel-Affen. Und jedes Mal, wenn die Jungs den Affen aufziehen und trommeln lassen, stirbt auf bizarre Weise ein Mensch.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Von der ersten, \u00fcberzogenen Blut-Groteske an, steht fest, dass die unangefochtenen Stars des Films seine bizarren Todesarten sind. Vielleicht mag es nicht beabsichtigt gewesen sein, aber die raffiniert choreografierten Sterbeszenen wecken starke Erinnerungen an FINAL DESTINATION. Mit dem feinen Unterschied von Osgood Perkins&#8216; immer wieder \u00fcbereiltem, viel zu schnellen Aufbau und der Aufl\u00f6sung dieser Splatter-Sequenzen. Tats\u00e4chlich l\u00e4uft man extrem leicht Gefahr, den Kill zu vers\u00e4umen. Die Geschwindigkeit in der Inszenierung birgt durchaus viel Satire, und gewinnt manchmal sogar etwas Slapstick-haftes. In diesem Sinne k\u00f6nnte das m\u00f6rderische Spielzeug (es ist kein Spielzeug, wird in Bezug auf die Situation st\u00e4ndig betont) durchaus ein vergn\u00fcglich ungez\u00fcgelter Splatter-Spa\u00df sein. Doch hier bei\u00dft sich der Affe immer wieder selbst in den Schwanz.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Hal und Bill versenken den Affen in einem Brunnen, nachdem sie seine fiesen, und noch dazu wahllosen F\u00e4higkeiten erkannt haben. Zeitsprung 25 Jahre ins Heute, die Zwillinge sind ungebrochen eine duckm\u00e4userischer Pfeife und ein psychopathischer Egomane. Da taucht der Trommel-Affe wieder auf, und mordet munter vor sich hin. Es liegt ausgerechnet an Verlierer Hal, mit seinem entfremdeten Sohn das mechanische Monster zu zerst\u00f6ren. Das erzeugt keine Spannung, sondern treibt unentwegt die Frage vor sich her, wie Hal \u00fcberhaupt Vater werden konnte. Aber das ist nicht etwa eines der Probleme, sondern Teil des ganzheitlichen Problems, und das ist Osgood Perkins.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26338\" rel=\"attachment wp-att-26338\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26338 size-full\" title=\"\u00a9 2025 C2 Motion Picture Group LLC\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-b-\u00a9-2025-C2-Motion-Picture-Group-LLC.jpg\" alt=\"Monkey b - \u00a9 2025 C2 Motion Picture Group LLC\" width=\"640\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-b-\u00a9-2025-C2-Motion-Picture-Group-LLC.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-b-\u00a9-2025-C2-Motion-Picture-Group-LLC-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-b-\u00a9-2025-C2-Motion-Picture-Group-LLC-200x100.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nicht das der Filmemacher phantasielos w\u00e4re, oder keine Ideen haben w\u00fcrde. Ganz im Gegenteil. THE MONKEY spr\u00fcht vor Einf\u00e4llen, inhaltlich und inszenatorisch. Nur passt dabei nichts zusammen, und ergibt auch selten Sinn. Besonderes Merkmal sind die haneb\u00fcchenen Dialoge, die wie von Terry Gilliam beginnen, und sich wie bei Monty Python aufl\u00f6sen. Glaubt man endlich einmal eine vern\u00fcnftige, sinnstiftende Unterhaltung zwischen den Protagonisten zu erfahren, zerst\u00f6rt sie Perkins mit einer absurden Gr\u00e4tsche ins Groteske. Die Beziehungen unter den Figuren sind kein bisschen nachvollziehbar. Nicht einmal im Sinne der Satire, oder gar einer Farce, kann man ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr deren Verh\u00e4ltnisse und f\u00fcr die Charakterstrukturen entwickeln.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Niemand m\u00f6chte eine Mutter wie Tatiana Meslanys Lois, die wirklich ausgezeichnet spielt, aber nicht einmal im gegebenen Rahmen real oder greifbar wird. In einer undankbar stereotypen Doppelrolle, stolpert Theo James unbeholfen hinterher, die weder lustig noch tragisch ist. Man ist sich nur sicher, dass so eine Type die ersten zehn Minuten des Films eigentlich nicht \u00fcberleben d\u00fcrfte. Aber wenn es ums Morden geht, ist die Motivation des Affen ohnehin beliebig nach Bedarf, und \u00fcber die Handlung hinweg nicht stimmig. W\u00e4hrend Stephen King, auf den das Marketing vehement setzt, den Affen als Metapher beschrieben hat, macht Perkins aus dem Trommler ein williges Werkzeug. Die letzte Hoffnung auf eine technisch raffinierte Umsetzung ist da vergeblich. Denn selbst hier erweisen sich Nico Aguilars Bildgestaltung und Graham Fortin mit Greg Ng im Schnitt als blo\u00dfe Handwerker, die zweckm\u00e4\u00dfig, aber nicht k\u00fcnstlerisch arbeiten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und so bei\u00dft sich der Affe eben selbst in den Schwanz. Denn die einzig interessanten Momente des Films sind viel zu \u00fcberhastet abgefeiert, w\u00e4hrend das was man anderorts Handlung nennen w\u00fcrde, hier von uninteressant bis nervt\u00f6tend aufgebl\u00e4ht und uninspiriert inszeniert ist. Perkins hat wiederholt von gewissen Aspekten im Film gesprochen, die er seinem eigenen Leben entnommen hat. Diese vereinzelten Momente sind dann erkennbar, wenn man davon im Presseheft gelesen hat. So verschwimmen sie aber unbemerkt in der Kakophonie von inkoh\u00e4renten Einf\u00e4llen. Es gibt wirklich gute, urkomische und herrlich b\u00f6sartige Splatter-Orgien im Kino. THE MONKEY, aber nicht der von Stephen King, sondern von Osgood Perkins, geh\u00f6rt leider nicht dazu.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26337\" rel=\"attachment wp-att-26337\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26337 size-full\" title=\"\u00a9 2025 C2 Motion Picture Group LLC\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-a-\u00a9-2025-C2-Motion-Picture-Group-LLC.jpg\" alt=\"Monkey a - \u00a9 2025 C2 Motion Picture Group LLC\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-a-\u00a9-2025-C2-Motion-Picture-Group-LLC.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-a-\u00a9-2025-C2-Motion-Picture-Group-LLC-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monkey-a-\u00a9-2025-C2-Motion-Picture-Group-LLC-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #575757;\"><em>Darsteller: <strong>Theo James, Tatiana Maslany, Christian Convry, Colin O\u2019Brien, Elijah Wood, Sarah Levy, Tess Degenstein<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #575757;\"><em>Regie &amp; Drehbuch: <strong>Osgood Perkins<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #575757;\"><em>nach der Kurzgeschichte von <strong>Stephen King<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #575757;\"><em>Kamera: <strong>Nico Aguilar<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #575757;\"><em>Bildschnitt: <strong>Graham Fortin, Greg Ng<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #575757;\"><em>Musik: <strong>Edo Van Breemen<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #575757;\"><em>Produktionsdesign: <strong>Danny Vermette<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #575757;\"><strong><em>Gro\u00dfbritannien, USA \/ 2025<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #575757;\"><em><strong>98<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h5>Bildrechte: <strong>PLAION \/ 2025 C2 Motion Picture Group LLC<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Release 19.02.2024 (world) F\u00fcr jede Weltenbildung gibt es Regeln und Gesetze. 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