{"id":26414,"date":"2025-03-15T06:06:48","date_gmt":"2025-03-15T05:06:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=26414"},"modified":"2025-03-01T16:34:11","modified_gmt":"2025-03-01T15:34:11","slug":"the-critic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/the-critic\/","title":{"rendered":"THE CRITIC"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26416\" rel=\"attachment wp-att-26416\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26416 \" title=\"c UNIVERSAL STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-c-UNIVERSAL-STUDIOS.jpg\" alt=\"Critic - c UNIVERSAL STUDIOS\" width=\"247\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-c-UNIVERSAL-STUDIOS.jpg 372w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-c-UNIVERSAL-STUDIOS-203x300.jpg 203w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-c-UNIVERSAL-STUDIOS-135x200.jpg 135w\" sizes=\"auto, (max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 13.03.2025<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 13.09.2024 (CAN)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">1932: Jimmy Erskine ist Theaterkritiker \u2013 der beste, bekannteste und b\u00f6sartigste in England. Mit seinen scharfz\u00fcngigen, entweder lobpreisenden oder auch gnadenlos beleidigenden Bemerkungen kann er den Erfolg eines B\u00fchnenst\u00fccks bestimmen oder aufstrebende Darsteller zu Fall bringen. So wie die ambitionierte Nina Land, die er seit geraumer Zeit als sein auserw\u00e4hltes Opfer betrachtet. Nicht wegen ihrer tats\u00e4chlichen Qualit\u00e4ten, sondern einfach, weil er es kann. Und genau das bestimmt auch das Narrativ von Anand Tuckers Film: die Lust an der Schadenfreude \u2013 sowohl aus der Perspektive des Publikums als auch aus der von Jimmy Erskine. Ein homosexueller Mann, der seine Macht schamlos auskostet, dabei aber die bittere Ironie nicht erkennt, dass der aufkeimende Faschismus ihm selbst bald zum Verh\u00e4ngnis werden k\u00f6nnte. Ian McKellen verk\u00f6rpert diesen Jimmy Erskine durch und durch \u2013 ein Charakterdarsteller, der selbst Fantasy-Spektakel in tiefgehendes Schauspielkino verwandeln kann. Doch trotz McKellens brillanter Darbietung bleibt die Figur seines Kritikers seltsam unnahbar.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die verspottete Schauspielerin tritt die Flucht nach vorne an, und konfrontiert den Verfasser der geh\u00e4ssigen Worte von Angesicht zu Angesicht. Gemma Arterton bildet den perfekten Gegenpol zu ihrem extrovertierten Peiniger. Mit Ruhe und kleinen Gesten macht sie ihre Nina Land verst\u00e4ndlich und nahbar. Arterton spielt genau so, wie Erskine es der unsicheren Nina im Film r\u00e4t: Das Publikum ber\u00fchrt man, indem man in sich bleibt. Nicht getragene Worte formen den Charakter, sondern das, was man nicht offen ausspricht. Doch Erskines Rat an Nina ist alles andere als selbstlos. Die Zeitung, f\u00fcr die er schreibt, hat eine neue F\u00fchrung, und er muss einiges tun, um seinen Job nicht zu verlieren. Daf\u00fcr spinnt er ein widerliches Netz aus Intrigen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In den letzten 14 Jahren widmete Anand Tucker sein Talent vor allem Fernsehproduktionen, und es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die Inszenierung von THE CRITIC einen auffallend episodenhaften Charakter hat. Ian McKellen ist gro\u00dfartig, hinrei\u00dfend verabscheuungsw\u00fcrdig. Wenn, wird der Film erst durch seine vielschichtige Interpretation sehenswert. Doch es gibt immer wieder Momente, in denen sich der Film auf undefinierte Weise nicht richtig anf\u00fchlt. Schwer vorstellbar, dass dies am Drehbuch von Patrick Marber liegt, der schlie\u00dflich f\u00fcr die fantastisch tiefgr\u00fcndigen Scripts von TAGEBUCH EINES SKANDALS und HAUTNAH verantwortlich ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Vielleicht liegt es an den Nachdrehs und der damit verbundenen Neuausrichtung der Geschichte, nachdem der Film bei seiner Premiere 2023, salopp gesagt, durchgefallen war. Auff\u00e4llig ist die F\u00fclle an nur halbherzig behandelten Themen wie Rassismus, Faschismus, Medienmacht, Integrit\u00e4t und Loyalit\u00e4t, oder gar ein raffinierter Krimi-Plot. Je nach Bedarf werden diese Elemente mal intensiv herausgestellt, mal schlichtweg ignoriert. So etwa Erskines dunkelh\u00e4utiger Assistent Tom, der scheinbar unbehelligt zum akzeptierten Kritiker aufsteigt (beeindruckend souver\u00e4n: Alfred Enoch).<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26418\" rel=\"attachment wp-att-26418\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26418 size-full\" title=\"(c) UNIVERSAL STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-c-c-UNIVERSAL-STUDIOS.jpg\" alt=\"(c) UNIVERSAL STUDIOS\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-c-c-UNIVERSAL-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-c-c-UNIVERSAL-STUDIOS-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-c-c-UNIVERSAL-STUDIOS-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film nimmt sich viel vor, ohne diese Ambitionen letztlich konsequent zu erf\u00fcllen. Man erkennt zwar Tuckers herausragende Schauspielf\u00fchrung, doch die Inszenierung selbst schwankt zwischen schwerem Melodrama und Boulevardkom\u00f6die, die nur knapp am Slapstick vorbeischrammt. Dadurch bleibt die Tragik einiger Figuren auf der Strecke, wie der fabelhaft subtile Mark Strong als knallharter Verleger mit ergreifendem Geheimnis. Davon h\u00e4tte man gerne mehr gesehen. Ebenso wie von der sonst hinrei\u00dfenden Lesley Manville, die hier lediglich als Stichwortgeberin dient. THE CRITIC funktioniert wunderbar als Aneinanderreihung beeindruckender Episoden voller teuflischer Intrigen und schauspielerischer Perfektion. Doch als Gesamtwerk wirkt der Film in seiner Struktur nicht schl\u00fcssig und stringent.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Von dieser Seite der Tastatur aus kommt man nicht umhin, die Verantwortung des schwachen Zuspruchs f\u00fcr den Film, der nachtr\u00e4glichen Bearbeitung zu geben. Zu viel in seiner Umsetzung wirkt einfach viel zu gut durchdacht, als das dem Endresultat nur eine schlechte Inszenierung vorgeworfen werden k\u00f6nnte. avid Higgs\u2019 Kameraarbeit setzt raffinierte Akzente, um die Geschichte auch visuell zu unterstreichen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die intimeren Momente zwischen den Figuren \u2013 nicht die sexuellen, sondern die leidenschaftlichen \u2013 bettet er in eine fast k\u00fcnstlich anmutende Kulisse. Leichte Unsch\u00e4rfen, \u00fcberproportional kr\u00e4ftige Farben, stark reduzierte Ausstattung. Die Figuren bewegen sich in einem Umfeld, das an stilgerechte B\u00fchnenbilder erinnert. Bis sich die wahren Intentionen der Charaktere zeigen, und mit ihnen auch die Kamera in die harte Realit\u00e4t n\u00fcchterner, neutraler Aufnahmen zur\u00fcckkehren. Am Ende bleibt ein Film, bei dem man sich stets w\u00fcnscht, er m\u00f6ge funktionieren. Bis man dann doch \u00fcber die eine oder andere Schw\u00e4che stolpert, welche sich dann zu einem Hindernis auft\u00fcrmen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26417\" rel=\"attachment wp-att-26417\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26417 size-full\" title=\"c UNIVERSAL STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-a-c-UNIVERSAL-STUDIOS.jpg\" alt=\"Critic a - c UNIVERSAL STUDIOS\" width=\"640\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-a-c-UNIVERSAL-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-a-c-UNIVERSAL-STUDIOS-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Critic-a-c-UNIVERSAL-STUDIOS-200x130.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #616161;\"><em>Darsteller:<strong> Ian McKellen, Gemma Arterton, Mark Strong, Lesley Manville, Romola Garai, Ben Barnes, Alfred Enoch<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #616161;\"><em>Regie: <strong>Anand Tucker<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Drehbuch: <strong>Patrick Marber<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Kamera: <strong>David Higgs<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Bildschnitt: <strong>John Gilbert, Beverley Mills<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Musik: <strong>Craig Armstrong<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Produktionsdesign: <strong>Lucienne Suren<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><strong><em>Gro\u00dfbritannien, USA \/ 2023<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em><strong>101<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>UNIVERSAL STUDIOS<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 13.03.2025 &#8211; Release 13.09.2024 (CAN) 1932: Jimmy Erskine ist Theaterkritiker \u2013 der beste, bekannteste und b\u00f6sartigste in England. 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