{"id":26544,"date":"2025-03-31T06:06:57","date_gmt":"2025-03-31T04:06:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=26544"},"modified":"2025-03-14T19:04:49","modified_gmt":"2025-03-14T18:04:49","slug":"the-end","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/the-end\/","title":{"rendered":"THE END"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26530\" rel=\"attachment wp-att-26530\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26530 \" title=\"End - (c) NEON\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-c-NEON.jpg\" alt=\"End - (c) NEON\" width=\"250\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-c-NEON.jpg 377w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-c-NEON-206x300.jpg 206w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-c-NEON-137x200.jpg 137w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 27.03.2025<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 13.12.2024 (US limited)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn jemand Tilda Swinton in einem Musical ank\u00fcndigt, dann ist das schon ein sicher verkauftes Ticket. Oder sollte zumindest so sein. Joshua Oppenheimer ist ein streitbarer Filmemacher, was nicht nur sein bisher eindrucksvollstes Werk ACT OF KILLING demonstriert. Da h\u00f6rt sich das Ende der Welt als Musical-Fassung vielversprechend an, besonders mit diesem Killerensemble. Aber genau das, was den Film auszeichnen sollte, ist sein gr\u00f6\u00dftes Dilemma. Seit 20 Jahren leben Mutter, Vater, beste Freundin, Sohn, Arzt und Butler nach einer \u00f6kologischen Katastrophe in einer feudalen Wohnung innerhalb eines Salzbergwerkes. Der Sohn ist hier geboren, und hat die wirkliche Welt nicht mehr erleben k\u00f6nnen. Der Vater diktiert seine Memoiren. Mutter und beste Freundin sind nur mit Schlaf- und Beruhigungspillen in Balance zu halten, die ihnen der verbitterte Arzt verabreicht. Seit zwei Jahrzehnten derselbe Trott, bis unvermittelt das M\u00e4dchen im Salzstollen auftaucht, und die dissonant heile Welt in Frage stellt.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Joshua Oppenheimer wurde von Rasmus Heisterberg beim Drehbuch unterst\u00fctzt, was aber nichts daran \u00e4ndert, dass diese isolierte Welt kalt, k\u00fcnstlich und sogar uninteressant erscheint. Damit sind nicht die Kulissen oder die Darsteller gemeint, sondern die Welt die durch Oppenheimers Inszenierung auf der Leinwand entsteht. Der Film strotzt vor Details. Von der Frage nach der richtigen Wandfarbe, \u00fcber die Luftversorgung durch explosionsartig aufgeblasene Schl\u00e4uche, hin zum immer mit dem richtigen Objekt bereitstehenden Butler, und noch so vieles mehr. Doch genau dadurch wird der eigentliche Hintersinn der Geschichte an den Rand gedr\u00e4ngt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine wirkliche Beziehung baut sich zu den Figuren nicht auf. Sie bleiben immer auf Abstand zum Publikum, weil ihnen auch keine Nuancen zugestanden werden &#8211; selbst als der unbedarfte Sohn sich in das M\u00e4dchen zu verlieben beginnt, ohne zu wissen, was diese Gef\u00fchle bedeuten. Die eigentliche Krux im Verh\u00e4ltnis zu den Figuren liegt jedoch im Musical selbst. Gef\u00fchle und Gedanken, aber auch R\u00fcckblicke auf Ereignisse werden in Liedform dargeboten. Und dabei machen Marius De Vries und Josh Schmidt keinen \u00fcberzeugenden Job. Die Musik bleibt variationslos, eing\u00e4ngige Melodien gibt es nicht, und die Liedtexte offenbaren weniger als man eigentlich von den Hintergr\u00fcnden der Figuren erfahren sollten. Das Bronagh Gallagher die einzige professionelle S\u00e4ngerin ist, bekommt man im Laufe der 147 Minuten immer wieder lautstark zu h\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26531\" rel=\"attachment wp-att-26531\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26531 size-full\" title=\"(c) NEON\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-1-c-NEON.jpg\" alt=\"End 1 - (c) NEON\" width=\"640\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-1-c-NEON.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-1-c-NEON-300x178.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-1-c-NEON-200x118.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist weder Schande noch problematisch, wenn Darsteller keine ausgebildeten S\u00e4nger sind. Andere Regisseure h\u00e4tten mit \u00fcberzeichneter Inszenierung daraus noch einen ironischen Nutzen f\u00fcr die Stimmung des Films gezogen, immerhin ist dieser ist als satirische Farce gedacht. Wiederrum gibt es Komponisten, die es verstehen ihre Lieder nach dem Stimmumfang der Amateurs\u00e4nger zu arrangieren. Doch es sind nicht die Sangesk\u00fcnste, die den emotionalen Zugang zu den Figuren erschweren. Vielmehr ist es deren kaum vorhandene Entwicklung, zu welcher sie der Regisseur n\u00f6tigt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist der bisher relativ unauff\u00e4llige Kameramann Mikhail Krichman, dessen Branche die einzige ist, die das Beste aus dem Szenario zu machen versteht. Seine Kamera tobt in langen Takes immer wieder wild durch die Kulissenlandschaft. Dabei vermittelt er ein mitrei\u00dfendes Gef\u00fchl f\u00fcr die Weitl\u00e4ufigkeit der \u00d6rtlichkeiten, offenbart aber gleichzeitig auch eine klaustrophobische Enge, wie sie f\u00fcr die Bewohner \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum entstehen muss. Und in den eigentlich richtigen Momenten fokussiert sich Krichman auch wunderbar auf das Spiel der Figuren, nur bekommen die nicht wirklich etwas zu tun, um ihren F\u00e4higkeiten entsprechend zu beeindrucken. Das sichere Ticket f\u00fcr Tilda Swinton in einem Musical wird zu einer erm\u00fcdenden Nummernrevue, der auch immer wieder der rote Faden einer Satire abhandenkommt. Bitter f\u00fcr das Ende der Welt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Trostpflaster auf diesem offenen Bruch sind George MacKays neunmalkluge Berichtigungen gegen\u00fcber dem welterfahrenen, auf der Oberfl\u00e4che aufgewachsenen M\u00e4dchen. Mit tiefster \u00dcberzeugung belehrt er sie mit seinem v\u00f6llig widersinnigen, weil nur angelesenem Halbwissen \u00fcber Geschichte, Moral oder Psychologie. Hier wird deutlich, welches Potential sich hinter Joshua Oppenheimers Idee einer bitterb\u00f6sen Satire versteckt, aber f\u00fcr THE END leider nicht angemessen umgesetzt ist.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26532\" rel=\"attachment wp-att-26532\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26532 size-full\" title=\"End 2 - (c) NEON\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-2-c-NEON.jpg\" alt=\"End 2 - (c) NEON\" width=\"640\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-2-c-NEON.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-2-c-NEON-300x127.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/End-2-c-NEON-200x85.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Darsteller:<strong> George MacKay, Moses Ingram, Tilda Swinton, Michael Shannon, Bronagh Gallagher, Tim McInnery, Lennie James, Danielle Ryan, Naomi O\u2018Garro<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Regie: <strong>Joshua Oppenheimer<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Drehbuch:<strong> Joshua Oppenheimer, Rasmus Heisterberg<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Kamera: <strong>Mikhail Krichman<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Bildschnitt: <strong>Nils Pagh Andersen<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Musik &amp; Songs: <strong>Marius De Vries, Josh Schmidt<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Produktionsdesign<strong>: Lette Lehmann<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>D\u00e4nemark, Deutschland, Irland, Italien, Gro\u00dfbritannien, Schweden, USA<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><strong><em>2024<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em><strong>148<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h5>Bildrechte: <strong>NEON<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 27.03.2025 &#8211; Release 13.12.2024 (US limited) Wenn jemand Tilda Swinton in einem Musical ank\u00fcndigt, dann ist das schon ein sicher verkauftes Ticket. 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