{"id":26646,"date":"2025-04-14T06:06:08","date_gmt":"2025-04-14T04:06:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=26646"},"modified":"2025-04-11T23:39:51","modified_gmt":"2025-04-11T21:39:51","slug":"parthenope","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/parthenope\/","title":{"rendered":"PARTHENOPE"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26648\" rel=\"attachment wp-att-26648\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26648 \" title=\"(c) Alamode \/ Wild Bunch \/ Central Film\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-c-Alamode-Wild-Bunch-Central-Film.jpg\" alt=\"Parthenope - (c) Alamode \/ Wild Bunch \/ Central Film\" width=\"253\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-c-Alamode-Wild-Bunch-Central-Film.jpg 416w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-c-Alamode-Wild-Bunch-Central-Film-208x300.jpg 208w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-c-Alamode-Wild-Bunch-Central-Film-139x200.jpg 139w\" sizes=\"auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 10.04.2025<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 24.10.2024 (It)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In seinem j\u00fcngsten Film macht Paolo Sorrentino das, was er in seinen Film am liebsten tut. Er besch\u00e4ftigt sich mit den Vorz\u00fcgen des Jungseins, oder mit der Anmut von Menschen, vielleicht mit einem ungezwungenen Leben. Und manchmal vereint er alles, wie zum Beispiel in EWIGER JUGEND, oder dessen Vorg\u00e4nger DIE GROSSE SCH\u00d6NHEIT. Wirklich exzessiv behandelt er diese Themen in PARTHENOPE. Wer in r\u00f6mischer oder griechischer Mythologie nicht bewandert ist, wird bei diesem Film ziemlich schnell zur\u00fcckfallen. Parthenope war eine der Sirenen, deren Gesang bei Odysseus nichts anhaben konnte, weswegen sie selbstm\u00f6rderisch ins Meer sprang und sp\u00e4ter tot an der K\u00fcste Neapels angeschwemmt wurde (Manchmal ist das Presseheft hilfreich und von Vorteil). Aber wie das bei Sorrentino so ist, soll dies keine moderne Abhandlung des Mythos sein. Der neapolitanische Filmemacher bedient sich nur an einzelnen Elementen.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film beginnt Mitte der 1960er, auf einem opulent malerischen Anwesen in Neapel, wo die junge, liebreizende Parthenope alle Blicke auf sich zieht. Die Familie pflegt ein Leben des M\u00fc\u00dfiggangs. Parthenopes Br\u00fcder Raimondo und Sandrino sind ihr in schmachtender Leidenschaft verfallen. Es braucht einige Zeit bis man sich an die Selbstverst\u00e4ndlichkeit gew\u00f6hnt hat, wie mit den inzestu\u00f6sen Hitzewallungen innerhalb der Familie umgegangen wird. Parthenope erweist sich als die beste Studentin auf der Universit\u00e4t und studiert Anthropologie, weil sie die Definition von Anthropologie nicht versteht. Ihr Professor r\u00e4t ihr zur Dissertation \u00fcber &#8222;Die kulturellen Grenzen von Wundern&#8220;.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine Inhaltsangabe erweist sich als schwierig, da sich in Sorrentinos Erz\u00e4hlung vieles nicht erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Man kann den Film durchaus &#8218;erfahren&#8216;, aber nicht zwangsl\u00e4ufig &#8218;verstehen&#8216;. Parthenope ist eine Frau die jeden Mann dazu bringt, sich nach ihr umzudrehen, und von jeder Frau neidvoll, aber anerkennt beobachtet wird. Hier wird ein Frauenbild gezeichnet das schon lange nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist, sogar h\u00f6chst fragw\u00fcrdig dargestellt wird. Selbst wenn sich Parthenope als die cleverste aller Studierenden erweist. Aber der Regisseur hat auch einen Film inszeniert, der sich au\u00dferhalb von Zeit und Realit\u00e4t befindet. Dennoch wird Parthenope nicht explizit sexualisiert-erotisch dargestellt, Sorrentino zeichnet sie als die Verk\u00f6rperung anziehender Sinnlichkeit.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00dcber ein Jahrzehnt begleitet der Regisseur sein Objekt der Begierde, die durch ihre Reize auch den Schl\u00fcssel zu ihrer Selbstbestimmung h\u00e4lt. Traumwandlerisch und manchmal auch unverst\u00e4ndlich werden gro\u00dfe Momente von pseudo-philosophischem Hintersinn zelebriert. Reale Dialoge sind eher eine Versehen. Ansonsten vergie\u00dft der Regisseur und gleichzeitige Autor Dialoge \u00fcber seinen Figuren wie, &#8222;findest du nicht das Begehren ein Mysterium ist, und Sex sein Begr\u00e4bnis&#8220; &#8211; und das nat\u00fcrlich w\u00e4hrend einer Bestattung. Sorrention schafft das \u00fcber die gesamten 130 Minuten, ohne Abspann.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26650\" rel=\"attachment wp-att-26650\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26650 size-full\" title=\"(c) Gianni Fiorito\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-b-c-Gianni-Fiorito.jpg\" alt=\"Parthenope b - (c) Gianni Fiorito\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-b-c-Gianni-Fiorito.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-b-c-Gianni-Fiorito-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-b-c-Gianni-Fiorito-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es sind die Bilder von Daria D\u2019Antonio, die dem Film seinen verf\u00fchrerischen Glanz geben. Das sonnendurchflutete Neapel mit starken Gegenlichtaufnahmen. Die punktuelle Beleuchtung in den Nachtszenen. Keine Einstellung ist dem Zufall \u00fcberlassen. Hier wird PARTHENOPE zum endg\u00fcltigen Kunstprojekt. Besonders drastisch ist es in den Szenen von Intimit\u00e4t, in denen sich die Paare nie ber\u00fchren, und leidenschaftlicher Kontakt nur angedeutet bleibt. Es gibt nur eine einzige Sexszene im Film, die aber nicht mit Parthenope-Darstellerin Celeste Dalla Porta ist und bewusst extrem unerotisch inszeniert wurde. Der Regisseur sorgt schon daf\u00fcr, dass Dalla Porta allein im Zentrum sinnlicher Sehnsucht steht. Wann immer es die Dramaturgie erlaubt, h\u00e4lt D\u2018Antonios Kamera sie auch in der Bildmitte. Es ist Celeste Dalla Portas erste Hauptrolle und sich als sehr nuanciert abwechslungsreiche Darstellerin beweist. Ihr wirkliches Potential verliert sich aber immer durch Sorrentinos aufdringliche Sexualisierung der Figur.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Den st\u00e4rksten Eindruck hinterl\u00e4sst Gary Oldman, trotz oder gerade wegen seiner nur sehr kurzen Auftritte. Ein amerikanischer Schriftsteller, der als alkoholisiertes Wrack versponnene Lebensweisheiten von sich gibt, und eben Parthenope nicht verf\u00e4llt. Oldman war selten so be\u00e4ngstigend real wie in diesem Film. Und es ist genau diese Rolle, die besonders stark hervorhebt, wie verspielt k\u00fcnstlich Paolo Sorrentino seinen Film gestaltet hat. Ein Film der seine optischen Reize bis zum Maximum ausspielt, aber intellektuell dann doch wesentlich mehr Fragen aufwirft. Die Figur Flora Malva, zu allem \u00dcberfluss eine Schauspiellehrerin, trifft den Charakter des Films ziemlich gut: &#8222;Zeigen Sie niemals Ihre Fotos. Verlassen Sie sich nicht einmal auf Sch\u00f6nheit. Es bezaubert in den ersten zehn Minuten und irritiert in den n\u00e4chsten zehn Jahren.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26649\" rel=\"attachment wp-att-26649\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26649 size-full\" title=\"(c) Gianni Fiorito\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-a-c-Gianni-Fiorito.jpg\" alt=\"Parthenope a - (c) Gianni Fiorito\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-a-c-Gianni-Fiorito.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-a-c-Gianni-Fiorito-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Parthenope-a-c-Gianni-Fiorito-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Darsteller: <strong>Celeste Dalla Porta, Daniele Rienzo, Dario Aita, Isabella Ferrari, Luisa Ranieri, Silvio Orlando <\/strong>und<strong> Gary Oldman<\/strong> u.a.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Regie &amp; Drehbuch: <strong>Paolo Sorrentino<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Kamera: <strong>Daria D\u2019Antonio<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Bildschnitt: <strong>Christiano Travaglioli<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Musik: <strong>Lele Marchitelli<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Produktionsdesign: <strong>Carmine Guarino<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><strong><em>Italien, Frankreich \/ 2024<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em><strong>137<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>Gianni Fiorito \/ Alamode \/ Wild Bunch \/ Central Film<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 10.04.2025 &#8211; Release 24.10.2024 (It) In seinem j\u00fcngsten Film macht Paolo Sorrentino das, was er in seinen Film am liebsten tut. 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