{"id":26752,"date":"2025-04-07T05:05:04","date_gmt":"2025-04-07T03:05:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=26752"},"modified":"2025-04-06T22:53:34","modified_gmt":"2025-04-06T20:53:34","slug":"ron-howards-eden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/ron-howards-eden\/","title":{"rendered":"Ron Howards EDEN"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26755\" rel=\"attachment wp-att-26755\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26755 \" title=\"(c) LEONINE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-a-c-LEONINE.jpg\" alt=\"Eden a - (c) LEONINE\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-a-c-LEONINE.jpg 389w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-a-c-LEONINE-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-a-c-LEONINE-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 03.04.2025<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Release (unbekannt)<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In seinen Filmen ist Ron Howard immer an den Personen interessiert, egal wie au\u00dfergew\u00f6hnlich deren Situation ist. Ob mit Meerjungfrau, im Flug um den Mond, oder versch\u00fcttet in einem Bergwerk. Howard wei\u00df die umgebenden Ereignisse gro\u00dfartig zu inszenieren, aber sie ber\u00fchren letztendlich \u00fcber die Menschen. Aber in keinem seiner Filme drang er bisher so tief in die dunkle verst\u00f6rende Seele seiner Protagonisten und finsteren Abgr\u00fcnde der wahren Natur des Menschen vor wie in &#8222;Eden&#8220;. Vielleicht erreichte Howard bereits bei &#8222;The Missing&#8220; schon diese verst\u00f6renden Tiefen, zumindest war er da schon ziemlich nahe dran. &#8222;Eden&#8220; beruht auf einer wahren Begebenheit die Ron Howard schon lange besch\u00e4ftigt hat. Eine Geschichte die aus zwei Perspektiven \u00fcberliefert ist. Howard hat sich f\u00fcr die Ausarbeitung des Drehbuchs mit Autor Noah Pink zusammengetan. Noah Pink hat zuletzt &#8222;Tetris&#8220; geschrieben, die augenzwinkernd wahre Geschichte, wie die Amerikaner sich die Rechte des russischen Videospiels ergaunerten.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Jahr 1929 wandert Dr. Friedrich Ritter mit seiner Lebenspartnerin Dore Strauch auf die unbewohnte Gal\u00e1pagos-Insel Floreana aus. Hier will er eine neue These \u00fcber die Natur des Menschen und den Verfall der Gesellschaft schreiben. Angelockt durch Zeitungsberichte \u00fcber Ritter, und angewidert vom aufstrebenden Faschismus in Deutschland, verschl\u00e4gt es 1932 Heinz Wittmer mit seiner Frau Margret und Sohn Harry auf Floreana. Friedrich und Dore zeigen sich zuerst abweisend, sind aber auch davon \u00fcberzeugt, dass die Wittmers in dieser gef\u00e4hrlich unerschlossenen Natur nicht aushalten werden. Doch letztendlich hei\u00dft es &#8218;leben und leben lassen&#8216;. Bis die Baroness de Wagner Wehrhorn mit ihren drei Lakaien anlandet und die Insel in Beschlag nimmt. Ab hier wird Darwins Theorie des Anpassungsf\u00e4higsten auf die Probe gestellt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Bildgestaltung hat Mathias Herndl \u00fcbernommen. Ein gesch\u00e4tzter Kameramann bei TV-Produktionen, der sich aber mit &#8222;Eden&#8220; als \u00e4u\u00dferst effektiver Bildgestalter f\u00fcr die gro\u00dfe Leinwand beweist. Herndl zeigt Floreana nie als paradiesisches Idyll. Auch wenn jede Schattierung von Gr\u00fcn vorhanden ist, sind es keine strahlenden Farben, eher blass und abweisend. Die n\u00e4chtlichen Petroleum- und Kerzenlichter machen die dunkle Umgebung nur noch unberechenbarer. Mathias Herndl macht die ausladenden Weiten Floreana zu einer abweisenden Naturgewalt, in die er sehr raffiniert die Figuren als unbedeutenden Faktor dieser Welt einzubinden versteht. Dar\u00fcber hinaus zeigt Herndl auch ein exzellentes Gesp\u00fcr, wie er die Protagonisten in ihrem in sich gekehrten Spiel oder den Interaktionen positionieren und akzentuieren muss.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Von Anfang an ist klar, dass Ron Howard hier keine vers\u00f6hnlichen T\u00f6ne anzustimmen gedenkt. Das was die Bilder ausdr\u00fccken wird von den Figuren nur unterstrichen. Das der Film fast schon Stereotyp besetzt ist, kommt der Geschichte absolut entgegen. Jude Law mit seinem Friedrich Ritter, eine selbst\u00fcbersch\u00e4tzte Ausgeburt von dominanter M\u00e4nnlichkeit. Vanessa Kirby als MS geplagte Dore Strauch, die glaubt mit Spott und \u00dcberheblichkeit ihrem Seelenschmerz Herrin werden zu k\u00f6nnen. Bei Daniel Br\u00fchls zur\u00fcckhaltendem Heinz Wittmer sp\u00fcrt man die geistige \u00dcberlegenheit eines Idealisten, der seine anf\u00e4ngliche Naivit\u00e4t gegen\u00fcber der Natur als Herausforderung versteht. Und Sydney Sweeny ist als respektvolle, fast schon unterw\u00fcrfige Margret am besten, wenn sie mit Gestik und Minenspiel viel mehr sagt als mit Worten. Da ist es schon traurig, dass es f\u00fcr den authentischen Jonathan Tittel als Henry so wenig zu tun gibt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26757\" rel=\"attachment wp-att-26757\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26757 size-full\" title=\"(c) LEONINE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-c-c-LEONINE.jpg\" alt=\"Eden c - (c) LEONINE\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-c-c-LEONINE.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-c-c-LEONINE-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-c-c-LEONINE-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist eine Atmosph\u00e4re von egoistischem Misstrauen auf der einen, und akademischer Vernunft auf der anderen Seite. Doch nach und nach entlarven sich diese nur vornehmlich grundverschiedenen Charaktere in ihren Wesensz\u00fcgen. Innerhalb weniger Wochen erweisen sich die Wittmers als geschicktere Bauern, als die bereits seit drei Jahren Ans\u00e4ssigen. Und St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck entpuppt sich die Genialit\u00e4t von Friedrichs neuer These \u00fcber Mensch und Gesellschaft als Selbstbetrug. Howard gelingt es mit subtiler Finesse die Spannungen zwischen den ideologischen Kontrahenten immer unberechenbarer zu gestalten. Je weiter sich ihre Differenzen aufbauen, desto mehr sind sie aufeinander angewiesen. Die Menschen gegeneinander, und gemeinsam gegen die Natur. Genau am richtigen Ort ger\u00e4t Darwins Theorie immer wieder ins Wanken.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie sich die Ereignisse der Geschichte auf Floreana tats\u00e4chlich zugetragen haben, ist nicht mehr belastbar. Es gibt zwei sich widersprechende Perspektiven, was letztendlich aber irrelevant wird. F\u00fcr den Regisseur geht es auch hier wie immer um die Menschen. Menschen unterschiedlichsten Charakters die aufgrund ihrer Wertvorstellungen aus dem gesellschaftlich System aussteigen, aber um \u00fcberleben zu k\u00f6nnen, gezwungen sind ihre Werte hinter sich zu lassen. Das ist \u00fcberraschend und ungew\u00f6hnlich erz\u00e4hlt, unheimlich spannend zu beobachten, und mitrei\u00dfend intensiv gespielt. Bis als dritte Partei die &#8218;Baroness&#8216; in der Gestalt von Ana de Armas auf die Insel kommt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ron Howard zeigt uns \u00fcber fantastische Photographien und hingebungsvolle Darsteller eine unwirkliche und feindliche Welt, die lediglich durch Entbehrung und Kompromisse gegen\u00fcber den eigenen Wertma\u00dfst\u00e4ben und moralischen Verpflichtungen bezwungen werden kann. Aber dann l\u00e4sst Ron Howard dieses packende Bildnis vergehen, wenn er die &#8218;Baroness&#8216; mit ihren absurden Pl\u00e4nen auf die Insel bringt. Diese Figur ist f\u00fcr die Geschichte von Ritter, Strauch und den Wittmers nicht wegzudenken. Aber wie dieser Charakter im Buch angelegt wurde, wie sie von Howard inszeniert ist, wie Ana de Armas sie spielt ist schlichtweg grauenhaft. Howard zerst\u00f6rt damit seinen Film.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und es spielt keine Rolle wie nahe die Figuren an die Wirklichkeit angelehnt sind. Eine Adaption muss sich gewissen dramaturgischen Notwendigkeiten unterwerfen, um die Integrit\u00e4t der Geschichte in der zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit zu erhalten. Hier zerf\u00e4llt der Film wegen der schrecklichen Dialoge der &#8218;Baroness&#8216;, in Verbindung mit dem bizarr \u00fcberspannten Spiel von Ana de Armas. Allen ethischen und moralischen Zw\u00e4ngen der anderen Figuren zum Trotz, m\u00fcssten die &#8218;Baroness&#8216; mit ihren unf\u00e4higen Lakaien die ersten Opfer von Darwins Theorie werden. Und das bereits bei Erscheinen auf Floreana. Doch in der Erz\u00e4hlung ist das erst der Beginn des konflitreichen Alptraums. Aber f\u00fcr den Film selbst ist es eine Zumutung wann immer Ana de Armas mit ihrem unhaltbaren Spiel in Erscheinung tritt. Trotz seiner vielen interessanten, \u00fcberaus spannenden Elemente, seinen herausfordernden Denkans\u00e4tzen, und nicht zu vergessen den mitrei\u00dfenden Bildern, wird &#8222;Eden&#8220; dann doch zu einer Entt\u00e4uschung.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26756\" rel=\"attachment wp-att-26756\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26756 size-full\" title=\"(c) LEONINE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-b-c-LEONINE.jpg\" alt=\"Eden b - (c) LEONINE\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-b-c-LEONINE.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-b-c-LEONINE-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Eden-b-c-LEONINE-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Darsteller: <strong>Jude Law, Ana de Armas, Vanessa Kirby, Daniel Br\u00fchl, Sydney Sweeney, Jonathan Tittel, Toby Wallace<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Regie: <strong>Ron Howard<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Drehbuch:<strong> Noah Pink, Ron Howard<\/strong> (Idee)<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Kamera: <strong>Mathias Herndl<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Bildschnitt: <strong>Matt Villa<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Musik:<strong> Hans Zimmer<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Produktionsdesign:<strong> Michelle McGahey<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><strong><em>USA \/ 2024<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em><strong>129<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>LEONINE DISTRIBUTION<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 03.04.2025 &#8211; Release (unbekannt) In seinen Filmen ist Ron Howard immer an den Personen interessiert, egal wie au\u00dfergew\u00f6hnlich deren Situation ist. 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